Das australische Zitronenblatt ist eine faszinierende Pflanze, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit in der Gastronomie und im Privatkochbereich gewonnen hat. Obwohl es in seiner Herkunft und botanischen Einordnung noch einige Unklarheiten gibt – es wird allgemein als Plectranthus Arten bezeichnet –, so ist eines klar: das Blatt bringt ein unverwechselbares zitronig-würziges Aroma in Speisen und Getränke. In diesem Artikel wird die Verwendung des australischen Zitronenblatts in der Küche ausführlich besprochen, einschließlich konkreter Rezeptideen, Anwendungshinweisen und Tipps zur Aufbewahrung.
Das australische Zitronenblatt: Herkunft, Eigenschaften und Aroma
Das australische Zitronenblatt ist ursprünglich aus den gemäßigten und subtropischen Regionen Australiens beheimatet. Es gedeiht gut in feuchten, halbschattigen Umgebungen wie Waldrändern oder entlang von Bächen. Botanisch gesehen ist die Pflanze eine Blattpflanze der Gattung Plectranthus, weshalb sie manchmal auch als Plectranthus bellus bezeichnet wird. Sie ist nicht mit dem Zitronenbaum zu verwechseln, sondern verfügt über dicke, fleischige Blätter, die reich an ätherischen Ölen sind. Diese Öle verleihen der Pflanze ihren markanten zitronigen Duft, der an Fruchtsalat erinnert.
Die Blätter können frisch oder getrocknet verwendet werden. Sie sind essbar und ungiftig, weshalb sie in der Küche als Aromakomponente eingesetzt werden können. Ein besonderes Merkmal ist, dass das Aroma auch nach dem Schneiden der Blätter erstaunlich lange erhalten bleibt, was im Vergleich zu vielen anderen Kräutern ungewöhnlich ist.
Verwendung im Haushalt und in der Gastronomie
Obwohl das australische Zitronenblatt in der australischen Küche noch nicht so verbreitet ist, hat es in Europa und Nordamerika rasch an Popularität gewonnen, insbesondere im Bereich der süßen Speisen und Getränke. In der heimischen Küche werden die Blätter sparsam eingesetzt, meist nicht mitgegessen, sondern kurz mitgekocht oder aufgegossen. Typische Anwendungen umfassen:
- Teezubereitung: Ein Blatt wird mit heißem Wasser übergossen, entweder pur oder mit Minze kombiniert.
- Herzhafte Gerichte: Die Blätter können kurz in Suppen oder asiatischen Pfannengerichten mitziehen lassen werden.
- Süße Speisen: Das Blatt eignet sich hervorragend, um Zucker, Joghurt oder Gebäck zu aromatisieren.
- Kräuteröle: Es kann zusammen mit Rosmarin oder Chili in ein Öl eingelegt werden.
Darüber hinaus können die Blätter getrocknet oder eingefroren werden, was eine ideale Vorratslösung darstellt. Im Artikel von Kraeuter-und-Duftpflanzen.de wird beispielsweise ein einfacher DIY-Zucker beschrieben, der das Aromapotenzial der Pflanze eindrucksvoll unterstreicht.
Rezeptvorschläge mit australischem Zitronenblatt
1. Zitronenblatt-Gelee mit Apfelsaft
Zutaten für 4 Portionen:
- 40 g australisches Zitronenblatt
- 2 Spritzer Zitronensaft
- 500 g Gelierzucker
- 450 ml Apfelsaft
- 300 ml Wasser
Zubereitung:
- Das australische Zitronenblatt in kleine Stücke zerreißen. Die Menge kann variieren, je nach gewünschter zitroniger Geschmacksintensität (40 bis 60 g).
- Die Blätter mit 300 ml kochendem Wasser übergießen und mindestens 3 Stunden ziehen lassen.
- Die Flüssigkeit in ein Sammelgefäß abgießen und wieder auf 300 ml auffüllen.
- Mit Apfelsaft, Zucker und Zitronensaft gut mischen und aufkochen.
- Eine Minute sprudelnd kochen lassen, um die Gelierprobe zu bestehen.
- In vorbereitete Gläser füllen und verschließen.
Dieses Gelee ist eine köstliche, aromatische Variante des herkömmlichen Gelees und eignet sich hervorragend als Brotaufstrich oder als Garnierung für Torten.
2. Vegane Muffins mit australischem Zitronenblatt
Zutaten:
- 1 – 2 Blätter australisches Zitronenblatt
- 100 g Puderzucker
- 80 ml Öl
- 300 ml Wasser
- 300 g Mehl
- 150 g Zucker
- 1 Pck. Backpulver
- ½ TL Natron
- 3 Pck. ZauberEi (Bioladen)
Zubereitung:
- ZauberEi nach den Anweisungen zubereiten.
- Das australische Zitronenblatt mit Puderzucker im Mixer pürieren.
- Die Hälfte der Masse mit Öl, Wasser, Mehl, Zucker, Backpulver und Natron für 5 Minuten verrühren.
- Den ZauberEi-Teig unterheben.
- Den Teig in Muffinformen füllen und bei 180°C (Unter/Oberhitze) 25 Minuten backen.
- Die zweite Hälfte der Zitronenblatt-Puderzuckermasse mit etwas Wasser verdünnen und als Guss auf die fertigen Muffins pinseln.
Diese veganen Muffins sind fruchtig und zitronig aromatisiert und eignen sich hervorragend als Snack oder Nachspeise.
3. Sandplätzchen mit australischem Zitronenblatt
Zutaten:
- 250 g Butter
- 250 g Zucker
- 2 Tü. Vanillezucker
- 2 Eier
- 250 g Mehl
- 250 g Maisstärke
- 1 Tü. Backpulver
- ~10 Blätter australisches Zitronenblatt, sehr fein gehackt
Zubereitung:
- Butter, Zucker, Vanillezucker und Eier zu einer cremigen Masse rühren.
- Mehl, Maisstärke, Backpulver und das fein gehackte australische Zitronenblatt unterheben.
- Aus dem Teig kleine Kugeln formen und auf ein Backblech setzen.
- Bei 250°C ca. 7 Minuten hellgelb backen.
- Vor dem Servieren etwas abkühlen lassen.
Diese Sandplätzchen sind zart, knusprig und durch das Zitronenblatt lecker aromatisiert. Sie eignen sich hervorragend als Kaffeeklatschgebäck oder als kleiner süßer Snack.
4. Zitronenblatt-Sprizz – ein erfrischendes Getränk
Zutaten für 1 Glas (ca. 225 ml):
- 50 ml Zitronenblatt-Sirup (Herstellung siehe unten)
- 75 ml Indian Tonic Water
- 100 ml Mineralwasser
- Eiswürfel nach Belieben
- 1 Scheibe unbehandelte Zitrone
- frische Blätter vom australischen Zitronenblatt (zur Dekoration)
Zubereitung:
Für den Zitronenblatt-Sirup:
- 50 g australisches Zitronenblatt mit 100 ml Zucker und 50 ml Wasser in einen Topf geben.
- Aufkochen lassen, bis die Zuckerstücke sich aufgelöst haben.
- Bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen.
- Abkühlen lassen.
Für das Getränk:
- Ein Glas mit Eiswürfeln füllen.
- Den Zitronenblatt-Sirup hineingießen.
- Mit Indian Tonic Water und Mineralwasser auffüllen.
- Mit einer Zitronenscheibe und einigen frischen Blättern vom australischen Zitronenblatt dekorieren.
- Sofort servieren, um die frische Kälte und das Aroma zu genießen.
Tipps & Variationen:
- Wer den Drink kräftiger mag, kann das Verhältnis auf 50 ml Sirup, 100 ml Tonic Water und 75 ml Mineralwasser ändern.
- Als fruchtige Alternative passen auch ein paar Spritzer frischen Zitronensafts ins Glas.
- Der Zitronenblatt Sprizz eignet sich hervorragend als alkoholfreier Aperitif im Sommergarten.
Aufbewahrung des australischen Zitronenblatts
Ein weiterer Vorteil des australischen Zitronenblatts ist seine Langlebigkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern hält sich das Aroma frisch geschnittener Blätter über einen längeren Zeitraum. Dies ermöglicht verschiedene Aufbewahrungsmöglichkeiten:
- Frieren: Die Blätter können in einem luftdichten Behälter oder Beutel eingefroren werden. Sie eignen sich hervorragend für die späteren Verwendung in Teezubereitung oder als Aromakomponente in Speisen.
- Trocknen: Die Blätter können im Schatten oder an der Luft getrocknet werden. Dabei sollte man darauf achten, dass sie nicht zu stark erhitzt werden, da dies den Aromaverlust begünstigt.
- Eingelegte Formen: Das Blatt kann in Zucker, Salz oder Öl eingelegt werden, um die Aromen zu intensivieren.
Tipps für die Verwendung im Alltag
Bei der Verwendung des australischen Zitronenblatts ist Vorsicht geboten, da nur geringe Mengen erforderlich sind, um eine starke Wirkung zu erzielen. In den Rezepten aus den Quellen wird oft nur ein Blatt oder ein paar Blätter verwendet. Eine Überdosierung kann das Aroma überladen und unangenehm wirken.
Ein weiterer Tipp ist, das Blatt vor dem Kochen oder dem Aufgießen zu testen. Man kann ein Blatt in ein Glas heißes Wasser legen und schauen, ob das Aroma intensiv und harmonisch ist. Dies kann helfen, die Qualität der Pflanze zu beurteilen und sicherzustellen, dass sie für die Verwendung in der Küche geeignet ist.
Schlussfolgerung
Das australische Zitronenblatt ist eine faszinierende Pflanze mit einem unverwechselbaren Aroma, das sich hervorragend in der Küche einsetzen lässt. Ob in Süßspeisen wie Muffins, Gelees oder Sandplätzchen oder in erfrischenden Getränken wie dem Zitronenblatt-Sprizz – die Blätter verleihen Speisen und Getränken eine zitronig-würzige Note, die den Geschmackssinn begeistert. Obwohl die botanischen Details noch unklar sind und Rezeptvorschläge in der Literatur selten sind, hat das australische Zitronenblatt sich bereits als Geheimtipp in der heimischen Küche etabliert. Mit seiner leichten Anbauweise und der Langlebigkeit des Aromas ist es eine empfehlenswerte Ergänzung für jeden Kräutergarten und jede Küche.