Backerbsen sind eine beliebte Suppeneinlage, die nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch die Geschmacksebene von Suppen und Brühen bereichert. Ob klassisch in klarer Brühe oder als knusprige Zugabe zu cremiger Suppe – Backerbsen sind ein fester Bestandteil der deutschen, österreichischen und schweizerischen Küche. In diesem Artikel werden die Grundlagen zum Herstellen von Backerbsen erklärt, verschiedene Rezepte vorgestellt und Tipps zur Lagerung sowie zur Zubereitung gegeben.
Was sind Backerbsen?
Backerbsen sind kleine, knusprige Teigkugeln, die typischerweise als Suppeneinlage verwendet werden. Obwohl sie den Namen „Erbsen“ tragen, haben sie nichts mit der pflanzlichen Hülsenfrucht gemein, aus der echte Erbsen bestehen. Stattdessen handelt es sich um frittierte Teigkugeln aus Mehl, Eiern und Flüssigkeit wie Wasser oder Milch. Die Kugeln werden direkt vor dem Servieren in die Suppe gegeben, um ihre knusprige Konsistenz zu bewahren.
Früher wurden Backerbsen oft im Schmalz gebacken und waren ein Privileg der Oberschicht. Heute sind sie meist als Fertigprodukt im Supermarkt erhältlich. Doch die Herstellung zu Hause ist einfach, schnell und erlaubt individuelle Anpassungen an die eigenen Vorlieben oder spezielle Ernährungsweisen wie vegane oder low-carb Varianten.
Grundrezept für klassische Backerbsen
Die Zutaten für Backerbsen sind einfach und in der Regel in jedem gut sortierten Haushalt vorhanden. Für 4 Portionen benötigt man:
- 80–100 g Mehl
- 1–2 Eier
- 2–4 EL Wasser oder Milch
- Salz
- Rapsöl oder Butterschmalz zum Frittieren
Zubereitung
Teig herstellen: In einer Schüssel das Mehl mit Salz vermengen. Das Ei(s) über das Mehl schlagen und gut unterrühren. Anschließend Wasser oder Milch tröpfchenweise zugeben, bis ein gleichmäßig dicker, glatter Teig entsteht.
Teig ruhen lassen: Den Teig für etwa 10 Minuten ruhen lassen, damit sich die Zutaten besser binden können.
Öl erhitzen: In einem Topf oder einer Fritteuse genügend Öl erhitzen (ca. 170–185 °C).
Backerbsen frittieren: Mit einer Spätzlepresse, einem Spätzlehobel oder einem trockenen Küchensieb portionsweise Teig in das heiße Fett tropfen lassen. Nur kleine Mengen Teig verwenden, um Kugeln und nicht Klumpen entstehen zu lassen.
Backerbsen ausbacken: Sobald die Kugeln goldbraun und an der Oberfläche schwimmen, mit einem Schaumlöffel aus dem Fett heben und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
Suppe servieren: Die Backerbsen kurz vor dem Servieren in die Suppe geben, um ihre Knackigkeit zu erhalten.
Rezeptvarianten und Anpassungen
Backerbsen lassen sich individuell anpassen, je nach Geschmack und Ernährungsweise. Im Folgenden werden einige gängige Rezeptvarianten und Tipps vorgestellt.
Veganer Teig
Für vegane Backerbsen kann Weizenmehl durch Dinkelmehl ersetzt werden, da es mehr Gluten enthält und so die Konsistenz des Teigs unterstützt. Als Ei-Ersatz eignen sich:
- Leinsamen-Gel (1 EL Leinsamen + 3 EL Wasser, 5 Minuten ruhen lassen)
- Aquafaba (das Wasser aus einer Dose Kichererbsen)
- Pürierten Seidentofu
- Vegane Ei-Ersatzprodukte
Es ist wichtig, die Flüssigkeitsmenge entsprechend anzupassen, um die gewünschte Teigkonsistenz zu erreichen.
Low-Carb-Backerbsen
Für eine low-carb Variante können Weizenmehl durch eine Mischung aus Mandelmehl und Goldleinsamenmehl ersetzt werden. Ein Teelöffel Flohsamenschalenpulver hilft, die Konsistenz des Teigs zu stabilisieren. Auch in diesem Fall ist es wichtig, die Flüssigkeitsmenge entsprechend anzupassen.
Gewürz-Variationen
Um die Geschmacksebene der Backerbsen zu variieren, können sie mit verschiedenen Gewürzen angereichert werden:
- Paprikapulver
- Knoblauchpulver
- Kräuter der Provence
- Currypulver
- Chilliflocken oder Cayennepfeffer (für Schärfe)
- Muskatnuss oder Parmesan (für Aromenvielfalt)
Diese Gewürze können dem Teig direkt beigemischt werden, um sie an die jeweilige Suppe oder den persönlichen Geschmack anzupassen.
Tipps zur Lagerung und Aufbewahrung
Selbstgemachte Backerbsen können luftdicht in einer Dose aufbewahrt werden und halten sich so für mindestens zwei bis vier Wochen. Wichtig ist, dass sie vor dem Lagern gut abgekühlt und trocken sind, um Feuchtigkeit zu vermeiden, die die Knackigkeit beeinträchtigen kann.
Es ist ratsam, sie erst kurz vor dem Servieren in die Suppe zu geben, damit sie ihre knusprige Textur behalten. Wer die Backerbsen länger lagern möchte, kann sie auch einfrieren. Dazu sollten sie in ein Backblech aufgelegt und vorfrittiert werden, bis sie leicht goldbraun sind. Danach können sie in einen Gefrierbeutel gelegt und portionsweise genutzt werden. Beim Wiedererwärmen werden sie erneut kurz in heißem Öl ausgargebraucht.
Backerbsen als Suppeneinlage: Empfehlungen
Backerbsen passen zu vielen Suppenarten und tragen nicht nur zur Textur, sondern auch zur optischen Präsentation bei. Einige Empfehlungen:
- Champignoncremesuppe: Die knusprigen Kugeln ergänzen die cremige Konsistenz und sorgen für einen zusätzlichen Geschmack.
- Spargelcremesuppe: Die Kombination aus milder Spargelsuppe und knusprigen Backerbsen ist harmonisch und abwechslungsreich.
- Tomatensuppe: Die Backerbsen sorgen für einen kontrastreichen Geschmack und eine bessere Konsistenz.
- Spinat-Rahmsüppchen: Ein Rezept mit Dinkel-Backerbsen, das sowohl nahrhaft als auch lecker ist.
Es ist wichtig, die Suppen nicht zu früh mit den Backerbsen zu vermengen, da sie sich sonst aufweichen. Stattdessen werden sie kurz vor dem Servieren hinzugefügt.
Vorteile von selbstgemachten Backerbsen
Im Vergleich zu Fertigprodukten haben selbstgemachte Backerbsen mehrere Vorteile:
- Qualität: Man kann die Zutaten selbst auswählen und bevorzuge Mehl- oder Eiqualitäten wie Bio oder regionale Produkte verwenden.
- Flexibilität: Es ist möglich, die Rezeptur individuell anzupassen, um z. B. auf spezielle Ernährungsweisen oder Geschmacksrichtungen einzugehen.
- Kostensparend: Selbstgemachte Backerbsen sind oft günstiger als Fertigprodukte, insbesondere wenn man die Zutaten in größeren Mengen kauft.
- Klimaschutz: Lokale, saisonale oder Bio-Produkte zu verwenden, verringert den CO₂-Ausstoß und unterstützt die regionale Landwirtschaft.
Nachhaltigkeit und regionale Produkte
Die Verwendung regionaler Lebensmittel ist besonders sinnvoll, da unnötige Transportwege vermieden werden. Zudem ist Bio-Qualität empfehlenswert, um den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden auszuschließen. Besonders wertvoll sind Bio-Siegel wie Demeter, Bioland und Naturland, die für hohe Standards stehen.
Fazit
Backerbsen sind eine klassische Suppeneinlage, die durch ihre knusprige Textur und ihre Geschmacksverstärkung besonders beliebt ist. Die Herstellung zu Hause ist einfach, erfordert nur wenige Zutaten und erlaubt zahlreiche Anpassungen an individuelle Vorlieben. Ob vegan, low-carb oder einfach klassisch – Backerbsen lassen sich in verschiedenen Varianten zubereiten und sind eine willkommene Ergänzung zu vielen Suppen.
Die Fähigkeit, Backerbsen selbst herzustellen, bietet nicht nur kulinarische Vorteile, sondern auch Chancen, die Ernährung nachhaltiger und flexibler zu gestalten. Mit ein paar einfachen Schritten und der richtigen Ausrüstung kann man die traditionellen Kugeln problemlos nachkochen und in die Suppe integrieren.