Klassisches Gulaschrezept: Rind und Schwein für ein zartes und aromatisches Schmorgericht

Das Gulasch, ein Schmorgericht mit Wurzeln in der ungarischen Küche, hat sich über die Jahre zu einem international geschätzten Gericht entwickelt. Es ist bekannt für seine scharfe, saftige Soße, die durch eine Kombination aus Zwiebeln, Paprikapulver, Rotwein oder Bier sowie verschiedenen Gewürzen entsteht. Ein Gulasch aus Rind und Schwein, oft auch als „Gulaschgemisch“ bezeichnet, bietet die perfekte Balance zwischen Aromenvielfalt und Zartheit. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Zubereitung eines klassischen Gulaschrezepts mit Rind- und Schweinefleisch, inklusive Tipps zur Würzung, Zubereitung und Serviervorschlägen.


Was macht ein gutes Gulasch?

Ein klassisches Gulasch zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus:

  • Zarte Fleischstücke, die in einer sämigen Soße schmoren.
  • Aromatische Würzung mit Paprikapulver, Lorbeerblättern, Rosmarin, Thymian und optional Majoran oder Kümmel.
  • Langsame Garung, die der Kombination aus Fleisch, Gemüse und Gewürzen genügend Zeit lässt, sich zu entfalten.
  • Optimale Konsistenz der Soße, die durch Tomatenmark, Brühe oder Rotwein erreicht wird.

Die Verwendung von Rind- und Schweinefleisch gemischt ist eine beliebte Variante, die im Folgenden detailliert beschrieben wird. Sie kombiniert die feste Textur des Rindfleischs mit der Geschmeidigkeit des Schweinefleischs und ergibt ein ausgewogenes, saftiges Gericht.


Zutaten für das Gulasch (für 4–6 Personen)

Für ein gelingsicheres Gulaschrezept mit Rind und Schwein werden folgende Zutaten benötigt:

Zutat Menge
Rindfleisch (z. B. Schulter, Wade) 600 g
Schweinefleisch (z. B. Schulter) 400 g
Zwiebeln (rote oder Schalotten) 3–4 Stück
Suppengemüse (z. B. Karotten, Petersilienwurzel) 1 Bund
Rinderfond 500 ml
Rotwein oder Bier 500 ml
Tomatenmark 2 EL
Butterschmalz oder Pflanzenöl ca. 2 EL
Paprikapulver (edelsüß) 1–2 TL
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
Lorbeerblätter 2 Stück
Rosmarin 1 Zweig
Thymian 1 Zweig
Optional: Majoran oder Kümmel je nach Geschmack

Zubereitung des Gulaschrezepts mit Rind und Schwein

Schritt 1: Vorbereitung des Fleischs

  1. Das Fleisch trocken tupfen – vor dem Anbraten ist es wichtig, dass das Fleisch gut trocken ist. Dies fördert eine bessere Röstung und vermeidet, dass das Fett zu schnell verdunstet.
  2. Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden – idealerweise etwa 3 x 3 cm groß.
  3. Das Butterschmalz oder Pflanzenöl in einem Bräter erhitzen – es wird empfohlen, einen gußeisernen Topf zu verwenden, da er die Hitze gleichmäßig verteilt und die Aromen intensiver werden.
  4. Das Fleisch portionsweise anbraten – bei mittlerer bis hoher Hitze scharf anbraten, bis eine goldbraune Kruste entsteht. Dieser Schritt ist entscheidend, um Röstaromen und den Bratensatz zu erzeugen, der die Soße verfeinert.
  5. Würzen mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver – während des Anbratens oder direkt danach.

Schritt 2: Zwiebeln und Gemüse

  1. Zwiebeln halbieren und in Ringe schneiden.
  2. Suppengemüse putzen und in kleine Würfel schneiden.
  3. Zwiebeln in das Fett im Bräter geben – sie können entweder mit in den Bräter gegeben werden oder vorab angebraten werden. In diesem Rezept werden sie direkt mit dem Fleisch kombiniert.
  4. Das Gemüse ebenfalls hinzufügen – es verleiht der Soße eine frische Note und sorgt für eine ausgewogene Konsistenz.

Schritt 3: Soße zubereiten

  1. Rotwein oder Bier hinzufügen – es wird empfohlen, einen Wein oder Bier zu verwenden, den man selbst gerne trinkt, da er einen großen Einfluss auf das Aroma hat.
  2. Rinderfond oder Brühe dazu geben – idealerweise selbstgemacht, um die Aromenvielfalt zu steigern.
  3. Tomatenmark unterheben – es gibt der Soße Tiefe und Sämmigkeit.
  4. Würzen mit den restlichen Gewürzen – Lorbeerblätter, Rosmarin, Thymian, optional auch Majoran oder Kümmel.

Schritt 4: Schmoren

  1. Den Bräter mit Deckel schließen – so entstehen Aromen und Feuchtigkeit.
  2. Im Ofen oder auf dem Herd schmoren lassen – die Garzeit beträgt in der Regel 2–3 Stunden, je nach Fleischsorte. Bei Rindfleisch ist eine längere Garzeit empfohlen.
  3. Zwischendurch abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen – je nach Geschmack kann noch Salz, Pfeffer oder Paprikapulver hinzugefügt werden.
  4. Beim Schmoren nicht zu oft umrühren – um die Fleischstücke nicht zu zerstören.

Tipps für das Gelingen des Gulasch

  • Anbraten nicht vergessen – das scharfe Anbraten ist entscheidend für die Aromenentwicklung.
  • Niedrige Hitze wählen – das schmorende Fleisch darf nicht kochen, sondern langsam seine Zartheit entfalten.
  • Butterschmalz verwenden – es verträgt hohe Temperaturen und verleiht dem Gulasch eine besondere Note.
  • Langsam und geduldig schmoren – die Garzeit ist entscheidend für die Zartheit des Fleischs.
  • Gulasch am nächsten Tag servieren – nach dem Abkühlen und erneuten Aufwärmen entfalten sich die Aromen optimal.

Beilagen zum Gulasch

Ein Gulasch harmoniert mit einer Vielzahl von Beilagen, die gut zur scharfen und saftigen Soße passen:

  • Spätzle – ein klassischer Begleiter, der die Soße optimal aufnimmt.
  • Kartoffeln – Salzkartoffeln oder Kartoffelknödel sind eine gute Ergänzung.
  • Nudeln oder Reis – auch hier ergibt sich eine feine Kombination.
  • Gemüsesalate – ein frischer Salat aus Feldsalat, Karotten oder Gurken passt gut.
  • Knödel – Semmelknödel oder Serviettenknödel runden das Gericht ab.

Einfrieren und Aufwärmen

Ein Gulasch lässt sich gut einfrieren und ist mindestens 6 Monate haltbar. Dazu empfiehlt sich das folgende Vorgehen:

  1. Nach dem Garvorgang abkühlen lassen – bevor es eingefroren wird.
  2. In Portionen oder als Ganzes einfrieren – in einem luftdichten Behälter.
  3. Beim Auftauen über Nacht im Kühlschrank lassen – um die Textur des Fleischs zu erhalten.
  4. Bei niedriger Hitze erwärmen – um die Aromen nicht zu zerstören.

Variante: Wiener Saftgulasch

Eine besondere Variante des Gulasch ist das Wiener Saftgulasch, bei dem das Fleisch nicht angebraten wird. Stattdessen wird es direkt mit Zwiebeln, Gewürzen und Bier in die Soße gegeben. Dieses Rezept ist besonders einfacher und schneller in der Zubereitung. Es ist auch kinderfreundlich, da der Alkohol durch Bier ersetzt werden kann.

Wiener Saftgulasch – Zutaten (für 4–6 Personen)

Zutat Menge
Rindfleisch 1 kg
Zwiebeln 3–4 Stück
Bier 500 ml
Rinderfond 500 ml
Tomatenmark 2 EL
Butterschmalz oder Pflanzenöl ca. 2 EL
Paprikapulver (edelsüß) 1–2 TL
Salz nach Geschmack
Pfeffer nach Geschmack
Lorbeerblätter 2 Stück
Majoran oder Kümmel optional

Zubereitung

  1. Zwiebeln in Ringe schneiden und in den Bräter geben.
  2. Fleischstücke in die Soße legen, ohne vorher anzubraten.
  3. Bier, Brühe und Tomatenmark hinzufügen.
  4. Würzen mit Salz, Pfeffer, Lorbeerblättern und optional Majoran oder Kümmel.
  5. Bei niedriger Hitze für 2–3 Stunden schmoren.
  6. Zwischendurch abschmecken und nachwürzen.

Fazit

Ein Gulasch aus Rind- und Schweinefleisch ist ein wahrhaft klassisches Schmorgericht, das sowohl in der Zubereitung als auch im Geschmack überzeugt. Mit der richtigen Kombination aus Aromen, Garzeit und Beilagen entsteht ein Gericht, das sowohl zu festlichen Anlässen als auch zum Alltag passt. Ob mit Butterschmalz, Rotwein oder Bier – die Vielfalt an Rezeptvarianten und Würzungen macht das Gulasch zu einem unverzichtbaren Teil der europäischen Kochtradition. Ein Gulasch, das am nächsten Tag noch besser schmeckt, ist ein Gericht, das sich bei jeder Gelegenheit lohnt – und für das es zahlreiche, bewährte Rezepte gibt.


Quellen

  1. Lecker.de – Gulasch-Rezepte
  2. Feinschmeckerle.de – Gulasch-Rezept
  3. Mariaesschmecktmir.com – Saftgulasch-Rezept
  4. Emmikochteinfach.de – Klassisches Rindergulasch

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