Getrocknete Feigen sind nicht nur nahrhaft und lecker, sondern auch äußerst vielseitig in der Küche einsetzbar. Sie tragen mit ihrem intensiven Geschmack, ihrer weichen Konsistenz und ihrer natürlichen Süße dazu bei, herzhafte wie süße Gerichte zu bereichern. Ob als Hauptzutat oder als veredelnde Note – getrocknete Feigen sind eine willkommene Zugabe zu vielen kulinarischen Kreationen. In diesem Artikel werden verschiedene Rezepte vorgestellt, die getrocknete Feigen in den Mittelpunkt stellen. Die Rezepte stammen aus unterschiedlichen kulturellen und kulinarischen Traditionen und zeigen, wie vielfältig sich diese Frucht in der modernen wie traditionellen Küche einsetzen lässt.
Rezepte aus der türkischen Tradition: İncir Uyutması – Schlafende Feigen
Ein traditionelles Rezept aus der türkischen Küche ist İncir Uyutması, wörtlich „Schlafende Feigen“ genannt, und wird auch als Feigenpudding bezeichnet. Es handelt sich um eine einfache, aber geschmacklich intensive Kreation, die sich ideal als Kaltgetränk oder süße Speise eignet.
Zutaten
- 330 g getrocknete Feigen (etwa 18 Stück)
- 1 l frische Vollmilch
Zubereitung
- Die getrockneten Feigen etwa 1 Stunde in kaltem Wasser einweichen, abgießen und in kleine Stücke schneiden.
- Die Milch in einem hohen Topf auf etwa 45 °C erwärmen.
- Die Feigenstücke zur Milch geben und mit einem Stabmixer gut pürieren.
- Die dickflüssige Masse in kleine Portionsgläser füllen.
- Jedes Glas mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Standort etwa 2 bis 3 Stunden langsam abkühlen lassen.
- Danach nochmals 2 bis 3 Stunden oder besser über Nacht in den Kühlschrank stellen.
- Vor dem Servieren nach Belieben mit zerkleinerten Nüssen, Pistazien oder Feigenstücken dekorieren.
Dieses Rezept ist besonders bei warmen Temperaturen oder als kalte Vorspeise beliebt. Es vereint die süße Note der Feigen mit der cremigen Konsistenz der Milch und kann nach Wunsch mit Nüssen oder weiteren Gewürzen veredelt werden.
Feigenkuchen – Ein klassisches Backrezept mit getrockneten Feigen
Ein weiteres Rezept, das die süße Note der getrockneten Feigen in den Vordergrund stellt, ist der Feigenkuchen. Dieses Rezept ist ideal für alle, die etwas Einfaches, aber Geschmackvolles backen möchten.
Zutaten
- 400 g getrocknete Feigen
- 150 g weiche Butter
- 100 g Rohrzucker
- 1 Prise Salz
- 1 Vanilleschote
- 300 g Dinkel-Vollkornmehl
- 150 g gemahlene Haselnüsse
- 1 TL Backpulver
- 125 ml Wasser
- 200 ml frisch gepresster Orangensaft
- Butter für die Form
- Für den Guss: Fruchtgel, Honig und Orangensaft nach Packungsanweisung
Zubereitung
- Die getrockneten Feigen in ca. 1 Liter Wasser etwa 3 Stunden einweichen, dann auf einem Sieb abtropfen lassen.
- Butter, Zucker, Salz und Vanillemark schaumig rühren.
- Mehl mit Nüssen und Backpulver vermischen und nach und nach unter den Teig rühren. Dabei Wasser und Orangensaft nach und nach unterrühren.
- Den Teig in eine gefettete Obstkuchenform geben und glattstreichen.
- Im vorgeheizten Backofen (175 °C, Mitte) ca. 35 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.
- Die Feigen in kleine Stücke schneiden und auf dem Kuchenteig belegen.
- Für den Guss Fruchtgel, Honig und Orangensaft nach Packungsanweisung zubereiten, auf dem Kuchen verteilen und fest werden lassen.
- Den Kuchen servieren, am besten mit Schlagsahne und Eierlikör.
Dieses Rezept ist besonders nahrhaft und eignet sich sowohl als Vorspeise als auch als Nachspeise. Der Kuchen vereint die Süße der getrockneten Feigen mit dem milden Geschmack der Haselnüsse und dem Zitrusaroma der Orangensaft. Es ist ein idealer Kuchen für festliche Anlässe oder zum Nachmittagstee.
Hefegebäck mit Feigen – Ein Rezept aus Familientradition
Ein weiteres Rezept, das die Verbindung zwischen getrockneten Feigen und Hefeteig demonstriert, stammt aus der Familie der hr4-Redakteurin Vera John. Hierbei handelt es sich um ein generationsübergreifendes Rezept, das oft unter dem Namen Platzen bekannt ist.
Zutaten
- 500 g Mehl
- 1/2 Würfel Hefe oder 1 Pck. Trockenhefe
- 50 g Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 2 Eier
- 50 g Butter
- 200 ml Milch
- 250 g getrocknete Feigen
Zubereitung
- Milch und Butter in einem Kochtopf erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Anschließend abkühlen lassen, bis sie lauwarm ist.
- Mehl, Zucker, Vanillezucker und Hefe mischen. Frische Hefe einfach zerbröseln und direkt ins Mehl geben.
- Diese Mischung mit der Milch-Butter-Mischung verkneten.
- Den Teig zugedeckt ca. 1,5 Stunden gehen lassen oder über Nacht im Kühlschrank.
- Anschließend den Teig noch mal gut durchkneten.
- Handtellergroße dünne Fladen formen (ca. 1 cm hoch).
- Die getrockneten Feigen in grobe Stücke schneiden, auf die Fladen verteilen und in den Teig hineindrücken.
- Die Fladen gitterförmig einschneiden und nochmals 15 Minuten gehen lassen.
- Bei 180 °C ca. 20 Minuten backen.
Das Hefegebäck mit Feigen ist besonders bei Familien beliebt und eignet sich gut als Vorspeise oder als Snack. Es vereint die feine Süße der Feigen mit dem knusprigen Geschmack des Hefeteigs und kann nach Wunsch mit Salz oder Zucker verfeinert werden.
Feigenchutney – Eine herzhafte Kreation
Ein weiteres Rezept, das die getrockneten Feigen in eine herzhafte Form bringt, ist das Feigenchutney. Chutneys eignen sich hervorragend als Beilage zu deftigem Käse oder gebratenem Fleisch und sind zudem ideal als Geschenk, da sie sich bei richtiger Lagerung lange halten.
Zutaten für 3 Gläser à 150 g:
- 200 g getrocknete Feigen
- 3 frische Feigen
- 1 Schalotte
- 1/2 Apfel
- 30 ml Olivenöl
- 100 ml Apfelessig
- 200 ml Rotwein
- Salz, frisch gemahlener Pfeffer
- etwas Wasser
Zubereitung
- Die getrockneten Feigen würfeln. Die frischen Feigen waschen und ebenfalls in Würfel schneiden.
- Die Schalotte schälen und in Würfel schneiden. Den Apfel waschen, schälen und in Würfel schneiden.
- Die Schalotten- und Apfelwürfel in Olivenöl andünsten, bis beide Zutaten leicht bräunlich werden. Nicht anbrennen lassen, gut umrühren.
- Die getrockneten Feigen zugeben. Mit Rotwein und Apfelessig ablöschen und kurz aufkochen lassen.
- Die Hitze reduzieren und ca. 10 Minuten köcheln lassen, bis die Feigen zerfallen.
- Die frischen Feigen zugeben und alles köcheln lassen, bis die Masse eingedickt ist. Ggf. Flüssigkeit nachgießen (mit Rotwein oder Wasser).
- Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
- Wenn das Chutney nicht sofort serviert wird, kann es in saubere, kaltem Wasser ausgespülte Gläser gefüllt und luftdicht verschlossen werden. Bei kühler Lagerung hält sich das Chutney mehrere Monate.
Das Feigenchutney ist eine vielseitige Kreation, die sowohl warm als auch kalt serviert werden kann. Es passt hervorragend zu gebratenem Fleisch, deftigem Käse oder auch als Brotaufstrich.
Feigen-Risotto – Eine moderne Kreation mit getrockneten Feigen
Ein weiteres Rezept, das die getrockneten Feigen in eine moderne Form bringt, ist das Feigen-Risotto. In diesem Rezept wird Feigenmost als Aromaverstärker eingesetzt, der dem Risotto eine cremige Note verleiht.
Zutaten
- Getrocknete Feigen (Menge nach Rezept)
- Cotto di Fichi (Feigenmost)
- 36 Monate gereifter Parmigiano Reggiano („stravecchio“)
- Risottoreis
Zubereitung
- Den Feigenmost als Aromaverstärker einsetzen, um den Reis zu verfeinern.
- Der 36 Monate gereifte Parmigiano Reggiano verleiht dem Gericht eine intensivere Geschmackskomponente.
- Den Parmesan am Ende der Garzeit zusammen mit dem Feigenmost unter den Reis heben.
- Den Reis cremig all’onda rühren, bis das Risotto die gewünschte Konsistenz erreicht.
Dieses Rezept ist ein Hauptgericht, das sowohl als Primo als auch als Hauptgang serviert werden kann. Es vereint die Süße der getrockneten Feigen mit der salzigen Note des gereiften Parmesans und der cremigen Textur des Risottos.
Schlussfolgerung
Getrocknete Feigen sind eine vielseitige Zutat, die in der Küche sowohl süße als auch herzhafte Gerichte bereichern kann. Ob in Form eines traditionellen Feigenpuddings, eines leckeren Feigenkuchens, eines herzhaften Hefegebäcks, eines deftigen Chutneys oder eines modernen Feigenrisottos – die Möglichkeiten sind vielfältig. Jedes Rezept betont die natürliche Süße und den intensiven Geschmack der Feigen und zeigt, wie sie in unterschiedlichen kulinarischen Kontexten eingesetzt werden können. Die Rezepte, die in diesem Artikel vorgestellt wurden, sind einfach nachzukochen und eignen sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien. Sie sind zudem nahrhaft und ideal für verschiedene Anlässe – von Alltagsgerichten bis hin zu festlichen Speisen.