Der Rotkohl ist eine der bekanntesten Beilagen in der deutschen Küche und wird traditionell mit deftigen Gerichten wie Gulasch, Rouladen oder Braten serviert. Selbstgemachter Rotkohl schmeckt nicht nur besser als Fertigprodukte, sondern kann auch nach individuellen Vorlieben abgewandelt werden. In diesem Artikel wird ein klassisches Rezept vorgestellt, das in nur etwa 15 Minuten Vorbereitungszeit zubereitet werden kann und anschließend fast von alleine im Topf schmort. Zudem werden Tipps zur Zubereitung, Wissenswertes über die Unterschiede zwischen Rotkohl und Blaukraut sowie Serviervorschläge vorgestellt.
Rezept für klassischen Rotkohl
Zutaten (für 4 Portionen)
- 1 kg Rotkohl
- 1 rote Zwiebel
- 1 Apfel (z. B. Boskoop)
- 2 EL Zucker
- 2 EL dunkler Balsamico-Essig
- 6 Gewürznelken
- 2 Wacholderbeeren
- 1 Stange Zimt
- 50 ml Apfelsaft
- Salz
- Speisestärke
- 50 g Butterschmalz (alternativ Gänsefett)
Zubereitung
Zwiebeln und Apfel vorbereiten:
Schäle die Zwiebel und den Apfel und schneide beides in kleine Würfel.Rotkohl schneiden:
Wasche den Rotkohl und entferne den Strunk. Schneide oder hobel ihn in sehr dünne Streifen. Je feiner die Streifen, desto zarter wird das Ergebnis. Falls das Schneiden schwierig ist, kann ein Küchenhobel verwendet werden.Kochvorgang einleiten:
Erwärme das Butterschmalz in einem großen Topf. Gib die Zwiebelwürfel und Apfelwürfel hinein und brate sie kurz an. Füge dann den Rotkohl hinzu und rühre alles gut durch.Gewürze und Flüssigkeit zufügen:
Gib Zucker, Balsamico-Essig, Gewürznelken, Wacholderbeeren, Zimtstange, Apfelsaft und Salz hinzu. Mische alles gut an.Schmoren:
Decke den Topf ab und lasse alles bei schwacher Hitze etwa 1 bis 1,5 Stunden schmoren, bis das Rotkohl weich und saftig ist.Abschluss der Zubereitung:
Für eine cremige Konsistenz kannst du etwas Speisestärke in Wasser auflösen und unterrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Lass die Mischung noch kurz köcheln, damit die Stärke aufgeht.
Tipps zur Zubereitung
Fein geschnitten:
Der Rotkohl sollte möglichst dünne Streifen haben, damit das Gericht zart wird. Ein Küchenhobel ist hier hilfreich, wenn du nicht gern manuell schneidest.Farbe erhalten:
Damit der Rotkohl seine schöne rote Farbe behält, ist es wichtig, ihn zusammen mit Essig zu kochen. Dunkler Balsamico-Essig verleiht dem Gericht ein intensiveres Aroma, Apfelessig kann jedoch ebenfalls verwendet werden.Gewürzmix:
Die Kombination aus Gewürznelken, Lorbeerblättern, Zimt und Wacholderbeeren verleiht dem Rotkohl eine aromatische Note. Diese Gewürze können in ein Tee-Ei gegeben werden, um sie nach dem Schmoren leicht zu entfernen.Vorbereitung und Lagerung:
Rotkohl lässt sich gut vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Alternativ kann er portionsweise eingefroren werden, um später erneut aufzuwärmen.
Serviervorschläge
Rotkohl ist eine vielseitige Beilage und passt zu einer Vielzahl von Hauptgerichten:
Klassisch:
Mit Gulasch und Salzkartoffeln wird das Gericht zu einem typischen Sonntagessen.Festlich:
Mit Rouladen und Kartoffelklößen ergibt sich ein leckeres Festessen, das gut vorbereitbar ist.Elegant:
Rotkohl kann auch als Beilage zu Entenbraten oder Entenbrust serviert werden, ideal kombiniert mit Orangensauce und Kroketten aus der Heißluftfritteuse.
Unterschied zwischen Rotkohl und Blaukraut
Obwohl die Begriffe „Rotkohl“ und „Blaukraut“ unterschiedlich klingen, handelt es sich bei beiden um dasselbe Gericht – es wird je nach Region anders bezeichnet. Im Norden Deutschlands wird meist „Rotkohl“ verwendet, während man im Süden vornehmlich von „Blaukraut“ spricht. Der Name hängt auch von der Zubereitungsart ab: Im Süden wird oftmals Natron verwendet, was dem Kohl eine bläuliche Färbung verleiht. Im Norden und in der Mitte Deutschlands hingegen kommen Äpfel, Essig oder Zitronensaft zum Einsatz, die eine rötliche Farbe erzeugen.
Rezept-Variationen
Rotkohl im Ofen
Ein besonders leckeres und unkompliziertes Verfahren ist die Zubereitung des Rotkohls im Ofen. Dazu werden die Zutaten in einer Schale mariniert und anschließend in den Ofen geschoben. Bei dieser Methode ist es besonders einfach, frischen Thymian oder andere Kräuter hinzuzufügen, um das Gericht zusätzlich zu aromatisieren. Nach einer Backzeit von etwa 90 Minuten ist das Gericht fertig und kann als Hauptgericht oder Beilage serviert werden.
Rotkohl mit Orangen
Ein weiterer Geschmackstrick ist die Zugabe von Orangensaft. Dies verleiht dem Rotkohl eine frische Note und passt besonders gut zu Fisch- oder Geflügelgerichten. Alternativ kann der Saft auch durch Zitronensaft ersetzt werden.
Vegetarische Variante
Für vegetarische oder vegane Ernährungsformen kann Rotkohl mit veganer Bratensoße, Knödeln oder Kartoffelpüreem serviert werden. Ein vegetarischer Nussbraten ist eine gute Hauptgerichtsalternative, die gut mit dem süßlichen Geschmack des Rotkohls harmoniert.
Saisonalität und Nachhaltigkeit
Rotkohl hat in Deutschland ab Juli Saison und ist in dieser Zeit in großer Menge erhältlich. Es ist eine gute Idee, in dieser Zeit Vorräte anzulegen, da das Gericht gut eingelegt werden kann. Ein einfacher Weg ist die Einweckung im Backofen, wobei das Rotkohl in Einweckgläsern mehrere Monate haltbar bleibt.
Ein weiterer Vorteil ist die Nachhaltigkeit: Wer sich saisonal und regional ernährt, reduziert nicht nur die CO₂-Bilanz durch kurze Transportwege, sondern unterstützt auch ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Achte bei der Kaufentscheidung darauf, die Zutaten möglichst in Bio-Qualität zu beziehen.
Tipps zur rohen Verwendung
Rotkohl kann auch roh verzehrt werden. Ein leckeres Rezept ist der Rotkohl-Salat mit Hähnchen und Feta, der eine leichte, aber dennoch sättigende Mahlzeit ergibt. Dazu werden die Rotkohlblätter fein gehobelt, mit Dressing vermischt und mit Hähnchenstreifen und Feta-Käse serviert. Dies ist eine besonders gesunde und erfrischende Variante, die sich gut für das Frühjahr oder Sommer eignet.
Rotkohl-Rezept von Oma
Ein weiteres Rezept, das sich besonders gut eignet, ist das Rotkohl-Rezept von Oma. Dieses Rezept ist besonders traditionell und betont die typischen Zutaten wie Zwiebeln, Äpfel und Essig. Die Zubereitung ist einfach, und das Gericht schmeckt besonders lecker, wenn es mit deftigen Gerichten wie Rouladen oder Braten serviert wird.
Zutaten (für 4 Portionen)
- 1 kg Rotkohl
- 2 Zwiebeln
- 1 Apfel (z. B. Boskoop)
- 2 EL Zucker
- 2 EL Apfelessig
- 2 Lorbeerblätter
- 6 Gewürznelken
- 50 ml Rotwein
- 500 ml Wasser
- 1 EL Speiseöl
- Salz
- Pfeffer
- Zimt
Zubereitung
Kohl und Zutaten vorbereiten:
Entferne die äußeren Blätter des Rotkohls, halbiere den Kopf und entferne den Strunk. Schneide das Gemüse in Streifen. Schäle die Zwiebeln und den Apfel, schneide sie in kleine Würfel.Anbraten:
Erwärme das Speiseöl in einem großen Topf und brate die Zwiebelwürfel an. Füge dann die Apfelwürfel hinzu und rühre alles kurz durch.Kohl hinzufügen:
Füge das Rotkohl in den Topf und rühre gut an.Flüssigkeit und Gewürze zufügen:
Gieße Wasser, Rotwein, Essig, Zucker, Lorbeerblätter, Gewürznelken, Zimt, Salz und Pfeffer in den Topf. Rühre alles gut durch.Schmoren:
Decke den Topf ab und lasse das Gericht bei schwacher Hitze etwa 1 bis 1,5 Stunden schmoren, bis das Rotkohl weich ist.
Fazit
Rotkohl ist eine unverzichtbare Beilage in der deutschen Küche und lässt sich mit verschiedenen Rezeptvarianten zubereiten. Ob klassisch mit Apfel und Zwiebeln, im Ofen gebraten oder roh als Salat – jede Variante hat ihre Vorzüge. Die Zubereitung ist einfach und unkompliziert, sodass selbst Anfänger in der Küche ein leckeres Gericht zaubern können. Zudem ist Rotkohl saisonal und regional verfügbar, was ihn zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Speise macht.