Authentisches Aachener Printen Rezept – Traditionelle Weihnachtsbackkunst aus dem Rheinland

Die Aachener Printen zählen zu den faszinierenden, historischen Backspezialitäten des Rheinlands. Sie sind nicht nur ein Genussmittel, sondern tragen auch die kulturelle und kulinarische Geschichte der Region in sich. In diesem Artikel werden die Ursprünge der Aachener Printen erläutert, die traditionellen Rezepturen und Backtechniken vorgestellt, sowie moderne Anpassungen und kreative Rezeptideen gezeigt. Alle Informationen basieren auf den bereitgestellten Quellen und werden sachlich, präzise und in technisch korrekter Sprache dargestellt.

Ursprung und Geschichte der Aachener Printen

Die Aachener Printen sind eine Spezialität, die eng mit der Region Aachen und deren Umland verknüpft ist. Historisch gesehen stammt die Backkunst der Printen nicht direkt aus Aachen, sondern aus der Nachbarschaft – insbesondere aus der Region um Dinant in Belgien. Schon im Mittelalter war die Herstellung von Lebkuchen weit verbreitet, und die sogenannte „Gebildbrotbäckerei“ wurde in Aachen aufgenommen, als Arbeiter aus dieser Gegend im 15. Jahrhundert in die Region kamen (Quelle 3).

Der Name „Printen“ leitet sich von dem Verfahren des Pressens ab: Der feste Teig wurde in Holzformen gepresst, wodurch die typischen Formen entstanden. Die heutige Form der Aachener Printen, wie sie als regional geschützte Spezialität existiert, ist seit etwa 1820 bekannt (Quelle 1). Die Geschichte der Printen wird in einer Sage weiter erzählt: Im 17. Jahrhundert, nach einer großen Feuersbrunst, suchte ein Bäckermeister nach einem Rezept, das einst dem Kaiser Karl III. gehört haben soll. Angeblich wurde das Rezept aus dem Grab des Kaisers geholt, um die Stadt wieder aufzubauen (Quelle 3).

Die Aachener Printen genießen heute den Status einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) innerhalb der EU. Das bedeutet, dass nur Printen, die in Aachen selbst sowie in den angrenzenden Städten Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg und Würselen hergestellt werden, als „Aachener Printen“ bezeichnet werden dürfen (Quelle 3).

Traditionelles Rezept und Zutaten

Die Aachener Printen sind eine besondere Form des Lebkuchens. Der Teig ist fest und wird meist mit einer Knetmaschine hergestellt, da die Rezepturen oft Knethilfsmittel wie Pottasche enthalten. Ein typisches Rezept umfasst eine Kombination aus Weizenmehl, Rübensirup, Schmalz, Zucker, Kandiszucker, Gewürzen und Fruchtkonserven wie Orangeat. Einige Rezepte enthalten auch Vanilleschoten, die für die Aromatisierung verwendet werden.

Eine häufig verwendete Zutat ist die Pottasche. Dies ist ein Alkali, das den Teig auflockert und für die typische Konsistenz der Printen sorgt. Es wird in Wasser gelöst und in den Teig eingearbeitet. Ein weiteres charakteristisches Element ist das Orangeat, das für eine süße, zitronige Note sorgt und oft fein gehackt in den Teig eingearbeitet wird (Quelle 2).

Ein Beispiel für ein traditionelles Rezept (Quelle 2):

  • 2,5 g Pottasche
  • 250 g Rübensirup
  • 75 g brauner Zucker
  • 50 g Zucker
  • 300 g Weizenmehl (Typ 405)
  • 25 g Orangeat
  • 1 Prise Piment
  • 1,5 TL gemahlener Anis
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 Prise gemahlener Kardamom
  • 1 Prise geriebene Muskatnuss
  • 1 Prise Natron

Der Teig wird in der Küchenmaschine mit Knethaken hergestellt, mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ruhen gelassen und anschließend auf ca. 5–8 mm dünn ausgerollt. Mit einem Messer werden Rechtecke von etwa 3 x 9 cm ausgeschnitten, auf Backpapier gelegt und bei 190 °C (Ober-/Unterhitze) gebacken.

Ein weiteres Rezept (Quelle 1) enthält:

  • Zimt, Ingwer, Anis, Kardamom, Nelkenpulver
  • Hirschhornsalz
  • Zuckerrübensirup
  • Schweineschmalz
  • Orangeat
  • Vanilleschoten
  • Kandiszucker
  • Mehl
  • Hagelzucker
  • Eiweiß

Backtechnik und Zubereitung

Die Backtechnik der Aachener Printen ist traditionell und erfordert etwas Vorbereitung. Der Teig muss gründlich geknetet werden, damit er die richtige Konsistenz bekommt. In einigen Rezepturen wird Pottasche verwendet, die in Wasser gelöst und zum Teig gegeben wird. Der Teig ruht anschließend über Nacht, um die Aromen zu entwickeln und die Konsistenz optimal zu werden.

Am nächsten Tag wird der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausgerollt und in Rechtecke geschnitten. Diese werden auf Backpapier gelegt und in den Ofen gegeben. Die Backtemperatur liegt in der Regel bei 190 °C (Ober-/Unterhitze), und die Backzeit beträgt etwa 8–10 Minuten. Nach dem Backen werden die Printen auf einem Kuchengitter auskühlen gelassen.

Ein interessanter Tipp von Konditor Christian Hümbs (Quelle 4) ist, die fertigen Printen in eine Blechdose zu legen und ein Stück Apfel hinzuzufügen. Die Dose wird verschlossen und einige Tage lang stehen gelassen. Der Apfel verleiht den Printen Feuchtigkeit, sodass sie butterweich werden. Dies kann besonders nützlich sein, wenn die Printen nach dem Backen etwas trocken und fest sind.

Variante: Aachener Printen Soufflé

Ein kreativer Einsatz der Aachener Printen ist das Soufflé, das aus gemahlenen Printen hergestellt wird (Quelle 5). Dieses Dessert ist eine moderne Interpretation der traditionellen Spezialität und eignet sich besonders gut als Weihnachtsdessert. Die Printen werden fein gemahlen und mit Haselnüssen, Portwein, Orangenschale, Printengewürzen und Vanillemark vermengt. Butter und Zucker werden schaumig geschlagen, und das Eigelb wird mit der Printenmasse vermischt. Das Eiweiß wird steif geschlagen und vorsichtig untergehoben. Die Masse wird in Soufflé-Schälchen gefüllt und im Ofen aufgebacken.

Geschmacksgruppen

Die Aachener Printen können je nach Hersteller und Rezept unterschiedlich geschmacklich ausfallen. Es gibt drei hauptsächliche Geschmacksgruppen:

  1. Kräuterprinten: Würzig und aromatisch, mit einer Kombination aus Zimt, Kardamom, Anis, Koriander, Piment und Muskatnuss.
  2. Schokoprinten: Diese Printen haben einen Schokoladenüberzug, der den Geschmack intensiviert.
  3. Prinzessprinten: Diese Printen sind mit Zuckerguss überzogen und haben oft eine feine, süße Note.

Jede Gruppe hat ihre eigenen Aromen und Aromakombinationen, die sich je nach Hersteller und Rezept variieren können (Quelle 3).

Tipps und Hinweise

  • Ruhezeit des Teigs: Der Teig muss über Nacht ruhen, damit sich die Aromen entfalten und die Konsistenz optimal wird.
  • Backzeit und -temperatur: Die Printen sollten nicht zu lange gebacken werden, da sie sonst trocken werden. Eine Backzeit von 8–10 Minuten bei 190 °C ist optimal.
  • Nachbereitung: Wenn die Printen nach dem Backen zu fest werden, kann der Trick mit dem Apfel in der Blechdose helfen, die Konsistenz wiederzustellen.
  • Gewürzmischung: Ein eigenes Printengewürz kann hergestellt werden, um die Aromen individuell anzupassen (Quelle 5).

Quellen

  1. Aachener Printen Rezept – Lebkuchen-Schmidt
  2. Aachener Printen – Aachener Zeitung
  3. Regionale Originale – Aachener Printen
  4. Christian Hümbs – Original Aachener Printen
  5. Soufflé von der Aachener Printe – nrw-isst-gut.de

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