Lebendiges Ingwerbier selbst herstellen – Rezept, Technik und Tipps

Ingwerbier, auch als „Ginger Beer“ bekannt, ist ein kohlensäurehaltiges, fermentiertes Erfrischungsgetränk mit einem kräftigen, scharfen Ingwerpfeffergeschmack. Es hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, nicht zuletzt durch den Trend-Cocktail „Moscow Mule“, in dem es als Hauptzutat eingesetzt wird. Im Gegensatz zu industriell hergestellten Getränken ist das traditionell gebraute Ingwerbier schwer in Geschäften zu finden, da es meist nicht lebendig ist. Glücklicherweise ist die Herstellung von lebendigem Ingwerbier zu Hause einfach und erfordert nur wenige Zutaten. In diesem Artikel wird die Herstellung von lebendigem Ingwerbier detailliert beschrieben, mit einem Schwerpunkt auf dem Ginger Bug – der kultivierten Basis für die Gärung.

Was ist Ginger Beer?

Ingwerbier ist ein fermentiertes Getränk, das durch die Kombination von Ingwer, Zucker, Zitronensaft und einem sogenannten Ginger Bug entsteht. Es ist kein Bier im klassischen Sinne und fällt nicht unter das Reinheitsgebot, sondern ist vielmehr ein lebendiges Getränk, das durch natürliche Gärung entsteht. Es enthält geringe Mengen Alkohol, was jedoch von der Fermentationsdauer, der Temperatur und der Zutatenkombination abhängt. Ginger Beer ist nicht nur ein erfrischendes Getränk, sondern kann auch als Basis für Cocktails wie Bocks oder Mules verwendet werden.

Was ist ein Ginger Bug?

Der Ginger Bug ist eine fermentierte Kultur aus Ingwer, Zucker und Wasser. Sie enthält ein mikrobielles Ökosystem aus verschiedenen Hefen und Bakterien, das für die Gärung des Ginger Beers verantwortlich ist. Ähnlich wie ein Sauerteig kann der Ginger Bug regelmäßig gefüttert und weitergeführt werden, wodurch er eine wiederverwendbare Basis für die Herstellung von Ginger Beer und anderen Getränken darstellt. Die Kultur entsteht durch die Fermentation von geriebenem Ingwer mit Zucker in Wasser. Während der Fermentationsprozess andauert, bildet sich eine lebendige Mischung, die als Starterflüssigkeit für Ginger Beer dienen kann.

Herstellung des Ginger Bugs

Die Herstellung eines Ginger Bugs erfordert Geduld und eine hygienische Arbeitsweise. Die folgenden Schritte beschreiben den Prozess, basierend auf den empfohlenen Rezepturen und Techniken aus den Quellen:

  1. Vorbereitung des Ingwers:
    Etwa ein Fünftel eines Bio-Ingwers wird gewaschen und mit Schale gerieben. Bei konventionellem Ingwer sollte die Schale vorher entfernt werden, um Schadstoffe zu vermeiden.

  2. Mischen der Zutaten:
    Der geriebene Ingwer wird mit Zucker und Wasser in einem sterilisierten Glas gemischt. Die empfohlene Menge beträgt 2 EL geriebenen Ingwers, 2 EL Zucker und 250 ml Wasser.

  3. Decken des Glases:
    Das Glas wird mit einem Stofftuch oder Kaffeefilter abgedeckt und mit einem Gummiband fixiert. Dies verhindert das Eindringen von Fruchtfliegen.

  4. Füttern des Ginger Bugs:
    Während der Fermentationszeit, die etwa fünf bis sieben Tage dauert, wird der Ginger Bug täglich mit 10 g geriebenem Ingwer und 1 EL Zucker gefüttert. Innerhalb weniger Tage sollten Bläschen an der Oberfläche sichtbar sein, was auf eine aktive Gärung hinweist.

  5. Überprüfung der Fermentation:
    Nach fünf bis sieben Tagen sollte der Ginger Bug aktiv blubbern, trüb aussehen und beim Schütteln zischen. Falls keine Aktivität festzustellen ist, kann die Fütterung zwei Tage länger fortgeführt werden. Sollte der Ginger Bug dennoch nicht aktiv werden, ist es ratsam, eine neue Ingwerknolle zu verwenden.

  6. Weiterführung der Kultur:
    Nach der Fermentation kann ein Teil des Ginger Bugs zurückbehalten und mit frischem Wasser und Zucker erneut gefüttert werden. So kann die Kultur wiederverwendet werden, um weitere Chargen von Ginger Beer zu gären.

Herstellung von Ginger Beer

Nachdem der Ginger Bug hergestellt ist, kann mit der eigentlichen Ginger Beer Produktion begonnen werden. Das folgende Rezept basiert auf den beschriebenen Techniken und Zutaten aus den Quellen:

Zutaten

Für den Ingwersirup: - 100 g frischer Ingwer - 400 g Zucker - 2 Liter Wasser - 2 Zitronen (Saft)

Für die Herstellung von Ginger Beer: - 1 Liter Ingwersirup - 2 Liter Johannisbeersirup (alternativ können auch andere Sirupe wie Waldmeistersirup oder Holunderblütensirup verwendet werden) - 1 Liter Wasser - 1 Portion Ginger Bug (ca. 200 ml)

Zubereitung

  1. Ingwersirup herstellen:
    Der Ingwer wird fein gerieben und mit Zucker und Zitronensaft in Wasser zum Kochen gebracht. Die Mischung wird etwa 30 Minuten auf niedriger Flamme geköchelt, dann durch ein Tuch gefiltert und vollständig abgekühlt.

  2. Mischung vorbereiten:
    Der Ingwersirup wird mit dem Johannisbeersirup und Wasser in einem Verhältnis von 1:2:1 gemischt. Der Ginger Bug wird abgeseiht und unter die Flüssigkeit gerührt.

  3. Abfüllen und Fermentieren:
    Die Mischung wird in sterilisierte Plastikflaschen (nicht Glasflaschen) gefüllt, bis 3–4 cm Platz bleiben. Die Flaschen werden verschlossen und bei Zimmertemperatur für etwa 2 Wochen fermentiert.

  4. Kühlung und Lagerung:
    Sobald der gewünschte Geschmack und die Kohlensäureentwicklung erreicht sind, kann das Ginger Beer in den Kühlschrank gestellt werden. Dies verlangsamt die Gärung und verlängert die Haltbarkeit des Getränks. Es hält sich etwa eine Woche im Kühlschrank.

Anpassungen und Varianten

Ginger Beer ist ein vielseitiges Getränk, das sich durch verschiedene Zutaten anpassen lässt. Die Schärfe kann durch die Menge an Ingwer reguliert werden, und der Geschmack kann durch Zucker und Zitronensaft abgestimmt werden. Einige gängige Varianten sind:

  • Koriander-Mule: Ein Cocktail aus Vodka, Ginger Beer und Koriander.
  • Munich-Mule: Ein Mischgetränk aus Gin, Ginger Beer und Limettensaft.
  • London-Mule: Ein Cocktail aus Whisky, Ginger Beer und Limettensaft.

Weitere Kombinationen können durch die Zugabe von Zutaten wie Wacholderbeeren, Himbeeren oder Minze erzeugt werden. Ginger Beer ist auch eine hervorragende Basis für Cocktails, die im Sommer oder Winter genossen werden können.

Hygienische Aspekte und Tipps

Die Herstellung von Ginger Beer erfordert eine streng hygienische Arbeitsweise. Alle Utensilien sollten sterilisiert sein, um Verunreinigungen durch Schimmel oder unerwünschte Mikroorganismen zu vermeiden. Es ist wichtig, die Flaschen nicht randvoll zu füllen, da die Kohlensäureentwicklung zu einer Überdruckentwicklung führen kann. Bei der Fermentation in Plastikflaschen ist außerdem Vorsicht geboten, da sie bei übermäßigem Druck platzen können.

Fazit

Ingwerbier oder Ginger Beer ist ein lebendiges, fermentiertes Getränk, das sich einfach zu Hause herstellen lässt. Es benötigt nur wenige Zutaten, Geduld und eine hygienische Arbeitsweise. Der Ginger Bug ist die Schlüsselkomponente der Herstellung und kann wiederverwendet werden. Ginger Beer eignet sich als erfrischendes Getränk im Sommer oder als Basis für Cocktails wie Bocks oder Mules. Durch Anpassungen an Ingwer, Zucker und andere Sirupe kann das Getränk individuell abgestimmt werden. Die Herstellung ist nicht nur einfach, sondern auch eine willkommene Gelegenheit, das Prinzip der natürlichen Fermentation zu verstehen und in die Praxis umzusetzen.

Quellen

  1. Ingwerbier – Rezept und Herstellung
  2. Ginger Bug – Fermentationskultur herstellen
  3. Redcurrant Ginger Beer – Rezept und Tipps

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