Einleitung
Der Schongarer, auch als Slow Cooker oder Crock-Pot bekannt, hat sich in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Küchengerät entwickelt – besonders bei gesundheitsbewussten und umweltbewussten Köchen. Der Schongarer ist ein elektrisches Gerät, das es ermöglicht, Gerichte über einen langen Zeitraum bei niedriger Temperatur zuzubereiten. Das langsame Garen hat mehrere Vorteile: Nährstoffe bleiben besser erhalten, Aromen intensivieren sich, und das Essen wird besonders zart und verträglich. Zudem ist der Schongarer energieeffizienter als herkömmliche Backöfen.
In diesem Artikel werden einige ausgewählte Rezepte aus dem Schongarer vorgestellt, die sich sowohl kulinarisch als auch in ihrer Gesundheitlichkeit und Nachhaltigkeit hervorheben. Die Rezepte basieren auf Materialien aus renommierten Kochportalen und Slow-Food-Initiativen, die sich auf langsame, saisonale und regionale Kochtraditionen konzentrieren.
Was ist ein Schongarer?
Der Schongarer ist ein elektrisches Kochgerät, das Gerichte bei niedrigen Temperaturen über einen langen Zeitraum gart. Das Garen erfolgt unter dem Siedepunkt, was dazu führt, dass Nährstoffe, Vitamine und Aromen besser erhalten bleiben. Im Vergleich zu schnellen Garverfahren, bei denen hohe Temperaturen genutzt werden, entsteht bei der Schongar-Methode eine besonders zarte und aromatische Konsistenz.
Ein Vorteil des Schongarers ist seine Energieeffizienz. Im Gegensatz zum Backofen, der einen hohen Stromverbrauch aufweist, benötigt der Schongarer deutlich weniger Energie. Dies macht ihn zu einer nachhaltigen Alternative, besonders für Familien, die Wert auf umweltfreundliche Haushaltsführung legen.
Die Bezeichnung Crock stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf irdene Töpfe, die traditionell zum Schongaren verwendet wurden. Der moderne elektrische Schongarer ist in gewisser Weise ein technischer Nachfolger dieser alten Küchentechnik. So kann man den Schongarer auch als einen energiesparenden, elektrisch betriebenen Römertopf bezeichnen.
Vorteile des Schongarers
Nährstoffe bleiben länger erhalten
Ein wesentlicher Vorteil des Schongarers ist die Erhaltung von Nährstoffen. Da die Garung bei niedrigen Temperaturen erfolgt, gehen weniger Vitamine verloren, im Vergleich zu schnelleren Garverfahren. Insbesondere wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und B-Vitamine profitieren von der langsamen Gärung.
Aromen intensivieren sich
Ein weiterer Pluspunkt ist die intensivere Aromaentwicklung. Da die Zutaten über einen langen Zeitraum zusammen garen, vermischen sich die Geschmäcker intensiver. Dies ist besonders bei Eintöpfen, Braten und Soßen zu beobachten, die im Schongarer zubereitet werden.
Energieeffizienz
Der Schongarer ist deutlich energieeffizienter als ein herkömmlicher Backofen. Da er mit niedrigeren Temperaturen arbeitet und über einen längeren Zeitraum, aber mit stabiler Energiezufuhr, ist der Stromverbrauch geringer. Das macht ihn zu einer umweltfreundlichen Option, besonders für Haushalte, die sich für nachhaltige Lebensstilformen entscheiden.
Rezeptvorschläge aus dem Schongarer
Im Folgenden werden einige Rezepte vorgestellt, die sich ideal im Schongarer zubereiten lassen. Jedes Rezept wurde aus den von uns verwendeten Quellen ausgewählt und ist in Anleitungen für die Zubereitung ergänzt.
Rinderbraten im Schongarer
Zeit: ca. 6 Stunden, 50 Minuten
Zutaten:
- 2,25 kg Rinderbraten mit Knochen
- 20 g Butter
- 2 EL Mehl
- 600 ml Rinderbrühe
- 3 Karotten
- 2 Stangen Sellerie
- 1 Zweig Rosmarin
- 2 Zweige Thymian
- 1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
- 200 g Pilze, in Scheiben geschnitten
- 30 ml Pflanzenöl
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- Salz, Pfeffer
Zubereitung: 1. Den Rinderbraten mit Mehl einreiben. 2. In einer Pfanne das Pflanzenöl erhitzen und das Fleisch leicht anbraten. Anschließend in den Schongarer geben. 3. Die Zwiebeln in die gleiche Pfanne geben und glasig braten. Die Gewürze dazugeben und für eine Minute mitbraten. 4. Tomatenpüree hinzufügen und zum Kochen bringen. Die Mischung zum Fleisch in den Schongarer geben. 5. Den Schongarer schließen und für 4–5 Stunden auf niedriger Stufe garen. 6. Nach der Garzeit die Karotten, Sellerie, Pilze und Kräuter hinzufügen und weitere 1–2 Stunden garen lassen. 7. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Gefüllte Paprika im Schongarer
Zeit: ca. 5 Stunden
Zutaten:
- 4 mittelgroße Paprikaschoten
- 2 Zwiebeln, gewürfelt
- 1 große Knoblauchzehe
- 400 ml Tomaten
- 50 g Rosinen
- 1/2 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
- 1/4 Teelöffel Paprikapulver
- 250 g ungekochter Couscous
- 1/4 Teelöffel Salz
- 120 ml Wasser
- Pinienkerne zum Garnieren
- 1/4 Teelöffel gemahlener Zimt
- frische Petersilie zum Garnieren
- Feta-Käse zum Garnieren
Zubereitung: 1. Von den Paprikaschoten jeweils den Deckel, das Innere und die Kerne entfernen. 2. In einem kleinen Topf den Knoblauch und die Zwiebeln kurz erhitzen, bis alles weich ist. 3. Tomatensauce, Gewürze und Rosinen dazugeben. Anschließend den Couscous einrühren. 4. Die Mischung auf die vier Paprikaschoten verteilen. 5. Etwas Wasser in den Schongarer geben und die gefüllten Paprikaschoten hineinlegen. 6. Den Deckel schließen und das Ganze ca. 5 Stunden bei niedriger Stufe garen lassen. 7. Zum Servieren mit Pinienkernen, Petersilie und/oder Feta-Käse garnieren.
Bolognese aus dem Schongarer
Zeit: ca. 6–8 Stunden
Zutaten:
- 500 g Rindfleisch
- 100 g Pancetta/Speck
- 1 Zwiebel
- 100 g Staudensellerie
- 1 TL getrocknete Kräuter (Oregano, Majoran, Thymian)
- 400 g Tomaten aus der Dose
- 150 ml Rotwein
- 1 Karotte
- 150 ml Gemüsebrühe
- 2 EL Olivenöl
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Prisen Salz
- 1 Prise Pfeffer
Zubereitung: 1. Gemüse waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. 2. Zwiebelwürfel zusammen mit dem gewürfelten Pancetta/Speck in etwas Öl in einer Pfanne anbraten. 3. Hackfleisch hinzugeben und anbraten, bis es leicht gebräunt ist. 4. Mit dem Rotwein ablöschen. 5. Die Mischung in den Schongarer geben und mit Tomaten, Gemüsebrühe und Lorbeerblatt ablöschen. 6. Den Schongarer schließen und für 6–8 Stunden auf niedriger Stufe kochen. 7. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Tipps für Schongar-Köche
Planung und Vorbereitung
Eine der größten Vorteile des Schongarers ist seine Flexibilität in der Planung. Da die Garzeit relativ lang ist, kann man das Gericht morgens vorbereiten und abends genießen. Es ist wichtig, alle Zutaten vorab vorzubereiten, um Stress zu vermeiden.
Wichtige Grundregeln
- Nicht überfüllen: Der Schongarer sollte nur bis zu zwei Drittel gefüllt werden, damit das Gericht gleichmäßig erhitzt wird.
- Deckel nicht öffnen: Öffnen des Deckels während der Garzeit verlängert die Garzeit erheblich, da die Temperatur jedes Mal abfällt.
- Kochzeit beachten: Jedes Rezept hat eine empfohlene Garzeit. Diese sollte eingehalten werden, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Schongar-Rezepte aus Slow-Food-Initiativen
Grießnockerl-Suppe und -Variationen
Eine kreative Idee von Slow Food Mitglied Carmen Zirngibl ist, Grießnockerl über drei Tage zu verwerten. Am ersten Tag gibt es Grießnockerl-Suppe. Am zweiten Tag werden übrige Nockerl auf einer Tomatensoße überbacken. Die Tomatensoße wird am dritten Tag zu einer Grundlage für Spaghetti mit gleicher Soße. Dies ist eine praktische und nachhaltige Methode, um mit einem Rezept für drei Tage zu kochen.
Bärlauch-Feta-Schnecken
Ein weiteres Rezept aus dem Slow-Food-Netzwerk ist die Bärlauch-Feta-Schnecke. Dieses Rezept wird von Katrin Bunner empfohlen und ist ideal, um sich mit der Familie in der gemeinschaftlichen Atmosphäre zu entspannen. Es ist einfach in der Zubereitung und verbindet frische, saisonale Zutaten mit herzhaftem Geschmack.
Kürbisrezept von Helmut Backers
Chef-Alliance-Koch Helmut Backers stellt ein einfaches und leckeres Kürbisrezept aus dem Herbst vor. Dieses Rezept ist ideal, um sich für die kühleren Monate einzurichten und zeigt, wie saisonales Gemüse in der Schongar-Küche verwendet werden kann.
Nachhaltigkeit und regionale Zutaten
Die Slow-Food-Bewegung betont die Bedeutung regionaler und saisonaler Zutaten. Viele Rezepte, die in den Slow-Food-Netzwerken geteilt werden, nutzen lokale Produkte, die ohne übermäßige Transportwege und Verpackung auskommen. Dies trägt nicht nur zur Nachhaltigkeit bei, sondern auch zu einer besseren Geschmackskultur, da saisonales Gemüse und Fleisch oft frischer und aromatischer ist.
Ein Beispiel hierfür ist das Rezept für Falafel-Bällchen mit Rote Bete und Kichererbsen. Dieses Gericht ist nicht nur gesund, sondern auch in Deutschland immer mehr in der Region verfügbare Zutaten enthalten. Es zeigt, wie Slow-Food-Initiativen auch die Verbreitung von regionalen Produkten fördern.
Schlussfolgerung
Der Schongarer ist ein vielseitiges und energiesparendes Küchengerät, das sich besonders gut für die Zubereitung von langsam garen Gerichten eignet. Die Vorteile liegen in der Erhaltung von Nährstoffen, der intensiveren Aromaentwicklung und der Energieeffizienz. Rezepte wie Rinderbraten, gefüllte Paprika oder Bolognese eignen sich hervorragend für den Schongarer.
Außerdem ermöglicht das Schongaren eine nachhaltige und kreative Herangehensweise an die Küche. Slow-Food-Initiativen bieten zahlreiche Rezepte an, die regional und saisonal angepasst sind und sich ideal für den Schongarer eignen. Ob es um Grießnockerl-Suppe geht oder um herzhaftes Bärlauch-Feta, der Schongarer kann hierbei eine wertvolle Rolle spielen.
Mit der richtigen Planung und Zubereitung kann der Schongarer zu einem unverzichtbaren Küchenteil in jedem Haushalt werden – besonders für jene, die Wert auf Gesundheit, Geschmack und Nachhaltigkeit legen.