Zitronenspeise ist ein Klassiker der deutschen, insbesondere der DDR-Küche. Sie war nicht nur ein geliebtes Dessert, sondern auch ein Symbol für die einfache, aber leckere Haushaltsküche. In dieser Artikelserie wird das Rezept nach Omas Art detailliert beschrieben, wobei sowohl traditionelle als auch alternative Versionen ohne Gelatine berücksichtigt werden. Die Zitronenspeise, oft auch als „Berliner Luft“ bezeichnet, ist ein luftiges, leckeres Dessert, das sich hervorragend für Festlichkeiten oder den Alltag eignet.
Das Rezept nach Omas Rezept mit Gelatine
Ein traditionelles Rezept für Zitronenspeise nach Omas Rezept setzt auf Gelatine als Stabilisator. Dieses Rezept wird oft mit einer cremigen Textur und einer leichten Säure kombiniert, die sich ideal in der kalten Jahreszeit servieren lässt.
Zutaten:
- 5 Eier
- 2 Zitronen
- Salz
- 100 g Zucker (in einigen Quellen wird 70 g Zucker genannt)
- ½ Glas heißes Wasser
- 5 TL Gelatine
Zubereitung:
Zitronen vorbereiten:
Die Zitronen werden gründlich abgewaschen. Die Schale wird fein abgerieben, wobei darauf geachtet wird, nur die gelbe Schale und nicht das weiße Pulp zu entfernen. Danach wird der Saft aus den Zitronen gepresst. Es ist wichtig, die Zitronenkernchen zu entfernen, um eine homogene Konsistenz zu gewährleisten.Eier trennen:
Die Eier werden einzeln aufgeschlagen und in Eigelb und Eiweiß getrennt. Die Eiweiße werden mit einer Prise Salz in eine separate Schüssel gegeben. Diese werden anschließend mit einem Mixer steif geschlagen. Ein Test, ob das Eiweiß steif ist, besteht darin, die Schüssel umzudrehen – das Eiweiß sollte nicht herunterfallen.Gelatine zubereiten:
Die Gelatine wird in heißem Wasser aufgelöst. Dies geschieht am besten in einer separaten Schüssel, damit die Gelatine sich vollständig auflöst und keine Klumpen entstehen. Nachdem sich die Gelatine aufgelöst hat, wird sie mit dem Zitronensaft vermischt.Eigelb mit Zucker und Zitronensaft vermengen:
Das Eigelb wird mit Zucker und dem Zitronensaft in einer Schüssel cremig aufgeschlagen. Dieser Vorgang erfolgt am besten über einem warmen Wasserbad, um die Mischung gleichmäßig aufzuwärmen und eine cremige Konsistenz zu erzielen.Eiweiß unterheben:
Die Hälfte des geschlagenen Eiweißes wird vorsichtig unter das Eigelb-Ei-Mischung geheben. Danach folgt der zweite Teil des Eiweißes, wobei die Masse weiter vorsichtig untergehoben wird, um die Luftigkeit des Eiweißes zu bewahren.Gelatine-Zitronen-Mischung hinzufügen:
Die Gelatine und Zitronensaft-Mischung wird ebenfalls vorsichtig unter die Eiermischung gehoben. Dabei ist es wichtig, die Mischung homogen zu machen, ohne die Luftigkeit des Eiweißes zu zerstören.In Gläser füllen und kühlen:
Die fertige Masse wird in Dessertgläser oder kleine Becher gefüllt. Anschließend werden die Gläser für etwa 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank gestellt, damit die Masse fest wird.
Alternative Version ohne Gelatine
In der DDR-Zeit war es nicht immer einfach, Gelatine zu beschaffen. Daher wurden oft alternative Rezepturen entwickelt, die ohne Gelatine auskamen. Ein solches Rezept ist besonders für heutige Haushalte interessant, die auf Gelatine verzichten möchten.
Zutaten:
- 2 Bio-Zitronen
- 3 Eier
- 70 g Zucker
- Prise Salz
- 150 g Sahne
- 1 Päckchen Vanillezucker
Zubereitung:
Zitronen vorbereiten:
Die Zitronen werden heiß abgewaschen, die Schale hauchdünn abgerieben und der Saft wird gepresst. Es ist wichtig, die Schale und den Saft separat zu verwenden, um die Aromen optimal zu entfalten.Eier trennen und Eigelb mit Zucker und Zitronensaft aufschlagen:
Die Eier werden sauber getrennt. Das Eigelb wird mit der Hälfte des Zuckers und dem Zitronensaft in einer Schüssel über einem warmen Wasserbad cremig aufgeschlagen. Dieser Vorgang ist entscheidend für die cremige Konsistenz der Creme.Gelatine weglassen:
Im Gegensatz zum traditionellen Rezept entfällt die Gelatine. Stattdessen wird die Creme durch die Zugabe von Sahne und Eischnee stabilisiert.Eischnee und Sahne unterheben:
Das Eiweiß wird mit einer Prise Salz steif geschlagen, wobei gegen Ende der Verrührvorgang der restliche Zucker hinzugefügt wird. Die Sahne wird ebenfalls mit Vanillezucker steif geschlagen. Beide Bestandteile werden vorsichtig unter die Eigelb-Zitronen-Masse gehoben, um die Luftigkeit zu bewahren.Kühlen und servieren:
Die Creme wird in Dessertgläser gefüllt und mit etwas Zitronenabrieb dekoriert. Danach wird sie für etwa 2 bis 3 Stunden in den Kühlschrank gestellt, damit sie fest wird.
Tipps zur richtigen Zubereitung
Um eine gelungene Zitronenspeise nach Omas Rezept zu kreieren, sind einige Aspekte besonders wichtig:
Gelatine korrekt einweichen:
Die Gelatine sollte in kaltem Wasser einweichen, nicht in warmem, da sie sich sonst bereits auflöst und die Konsistenz der Creme beeinträchtigt wird.Wasserbad nicht zu heiß:
Das Wasserbad, über dem die Eigelb-Zitronen-Mischung aufgeschlagen wird, sollte nicht zu heiß sein, um zu vermeiden, dass das Eigelb stockt. Ein zu heißes Wasserbad kann dazu führen, dass die Creme bröselig wird.Sahne richtig steif schlagen:
Die Sahne muss richtig steif geschlagen werden, um die richtige Konsistenz zu erzielen. Ist die Sahne nicht steif genug, kann sie sich später wieder in Flüssigkeit verwandeln, was zu einer eher saftigen Konsistenz führt.Eischnee vorsichtig unterheben:
Das Eischnee-Mischung muss vorsichtig unter die Eigelb-Zitronen-Masse gehoben werden, um die Luftigkeit zu bewahren. Ein zu grober Verrührvorgang kann dazu führen, dass die Creme dicht und schwer wird.
Zitronenspeise als schlesisches Dessert
Zitronenspeise hat nicht nur in der DDR eine besondere Stellung eingenommen, sondern auch in der schlesischen Küche. In Polen wird ein ähnliches Dessert unter dem Namen „Szpajza“ bekannt. Dieses Dessert ist ein weiterer Klassiker der Region und wird oft zu Festen und Feiertagen serviert. In der DDR war Zitronenspeise auch unter dem Namen „Berliner Luft“ bekannt, was auf ihre luftige Konsistenz zurückzuführen ist.
Ein typisches schlesisches Mittagessen könnte aus Polnischen Nudelsuppe, Klöße, Rouladen und Rotkohl mit Speck bestehen. Doch für das Dessert wird oft eine Zitronenspeise serviert, die nicht nur in der DDR, sondern auch in Polen ein beliebter Abschluss des Menüs ist.
Zitronenspeise in der modernen Küche
Obwohl Zitronenspeise nach Omas Rezept ein Klassiker der DDR-Küche ist, hat sie auch in der heutigen Zeit nichts an Relevanz eingebüßt. Sie ist ein vielseitiges Dessert, das sowohl als kalte Nachspeise als auch als warmer Kuchen serviert werden kann. In manchen Rezepten wird die Zitronenspeise auch mit Schlagsahne oder Speisestärke kombiniert, um die Konsistenz zu stabilisieren.
Ein weiterer Vorteil der Zitronenspeise ist ihre einfache Zubereitung. Mit wenigen Zutaten und etwas Geduld kann man eine leckere Creme zaubern, die sich ideal für den Sommer oder als leichtes Dessert eignet. Sie ist zudem eine gute Alternative zu anderen Süßspeisen, da sie ohne Mehl oder Butter auskommt.
Fehlmögliche Fehler und Lösungen
Einige Fehler können dazu führen, dass die Zitronenspeise nicht wie gewünscht gelingt. Dazu gehören:
Gelatine in warmem Wasser einweichen:
Gelatine sollte in kaltem Wasser eingeweicht werden. Im warmen Wasser löst sie sich bereits auf und kann die Konsistenz der Creme beeinträchtigen.Wasserbad zu heiß:
Ein zu heißes Wasserbad kann dazu führen, dass das Eigelb stockt, was die Creme bröselig macht.Sahne nicht richtig steif:
Ist die Sahne nicht steif genug, kann sie sich später wieder in Flüssigkeit verwandeln, was zu einer eher saftigen Konsistenz führt.
Um diese Fehler zu vermeiden, ist es wichtig, die Schritte sorgfältig zu befolgen und auf die richtigen Temperaturen und Mengen zu achten.
Schlussfolgerung
Zitronenspeise nach Omas Rezept ist ein Klassiker der deutschen und DDR-Küche. Sie ist nicht nur einfach in der Zubereitung, sondern auch lecker und vielseitig einsetzbar. Ob mit oder ohne Gelatine – das Dessert hat etwas von Nostalgie und ist eine wunderbare Ergänzung zu vielen Gerichten. In der schlesischen Tradition ist es ein fester Bestandteil von Festen und Feiertagen, und auch heute noch wird es gern serviert. Mit den richtigen Tipps und einer sorgfältigen Zubereitung kann man diese köstliche Creme perfekt nachkochen und in der Familie oder bei Freunden genießen.