Die Sendereihe „Besseresser“, die auf dem ZDF ausgestrahlt wird, hat sich in den letzten Jahren als ein faszinierendes und gleichzeitig kontrovers diskutiertes Format etabliert. Die Sendung, moderiert von Sebastian Lege, ist aufgedeckt als eine Mischung aus Dokumentation und Unterhaltung (Dokutainment), die sich der Lebensmittelbranche, deren Produktentwicklung und Verbraucherpraxis widmet. Neben der Kritik an industriellen Lebensmittelprodukten und deren Einfluss auf die Gesundheit der Konsumenten, spielt auch die kulinarische Kreativität eine Rolle – vor allem im Rahmen von Kochduellen und Rezeptentwicklung.
Ein besonders spannendes Beispiel für die kulinarischen Aktivitäten der „Besseresser“ ist das Kochduell um das Leipziger Allerlei, das zwischen Jörg Färber und Zora Klipp stattfand. Dieses Duell wurde in der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt und ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Sendung nicht nur kritisch, sondern auch inspirierend und unterhaltsam sein kann. Im Folgenden werden die Rezepte, die kritischen Einblicke in die Lebensmittelindustrie und die kulinarischen Entdeckungen, die durch die „Besseresser“-Reihe verbreitet werden, detailliert dargestellt.
Das Leipziger Allerlei – Traditionelle Rezeptur im Duell
Das Leipziger Allerlei ist ein Gericht, das historisch stark mit der Region Leipzig verbunden ist. Es geht auf das 18. Jahrhundert zurück und wurde erstmals in einem Kochbuch von Susanna Eger erwähnt. Das Gericht besteht traditionell aus Flusskrebsen, Morcheln, Petersilie und Flusskrebsbutter, wobei die Zutaten in einer kunstvollen Mischung verarbeitet werden. Jörg Färber, ein renommierter Koch aus Leipzig, hat sich diesem Rezept verschrieben und es in einem „Besseresser“-Kochduell verteidigt.
Zora Klipp, seine Kontrahentin, stellte eine alternative Version vor. In Zusammenarbeit mit Ernährungsprofi Felix M. Berndt entwickelte sie ein „leichtes“ Rezept, das den originalen Zutaten entgegenstand: Statt Flusskrebsen verwendete sie Garnelen, anstelle von Flusskrebsbutter kam schwarze Tinte zum Einsatz. Obwohl die Rezeptur stark abgewandelt wurde, blieb das Ziel, den Geschmack zu bewahren, während gleichzeitig Kalorien eingespart wurden.
Das Duell endete mit einem Sieg für Jörg Färber. Eine Jury aus Gastrofachleuten und Foodbloggern verkostete beide Gerichte blind und vergab insgesamt neun Kochlöffel. Der letzte Juror entschied, dass Färbers Version überzeugender war. Laut Färber war das Erlebnis „ein sensationelles Gefühl“, und seine Konkurrentin nahm die Niederlage sportlich. Beide betonten, dass sie viel Spaß beim gemeinsamen Kochen gehabt hatten.
Rezept: Leipziger Allerlei nach Jörg Färber
Hier ist das Rezept, das Jörg Färber im Duell vorgestellt hat:
| Zutaten | Menge |
|---|---|
| Flusskrebsen | 500 g |
| Morcheln | 200 g |
| Petersilie | 50 g |
| Butter | 50 g |
| Salz | nach Geschmack |
| Pfeffer | nach Geschmack |
Zubereitung:
- Die Flusskrebsen werden von Schale und Darm befreit und leicht angebraten.
- Die Morcheln werden in feine Streifen geschnitten und in Butter angebraten.
- Petersilie wird gehackt und untergemischt.
- Die Flusskrebsen und Morcheln werden mit Butter vermengt, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Das Gericht wird warm serviert, idealerweise mit Kartoffeln oder Brot.
Dieses Rezept erfordert nicht nur gute Vorbereitung, sondern auch Zeit – wie Färber selbst betont, ist das Leipziger Allerlei ein Hochgenuss, der nicht für die Alltagsküche gedacht ist. Es ist ein Gericht, das in der Delikatessengeschäftszene erhältlich ist, aber nicht ohne Aufwand zubereitet werden kann.
Kritik an industriellen Lebensmitteln: Sebastian Lege als „Besseresser“
Neben kulinarischen Duellen und Rezepten widmet sich Sebastian Lege auch der Kritik an industriellen Lebensmittelprodukten. In einer Folge von „Besseresser“ analysierte er beispielsweise die Rezepturen von Toastbrot, Quetschbeuteln, Mortadella und veganer Sahne. Laut Lege nutzt die Lebensmittelindustrie Gesetzeslücken und Maschinelle Produktionsverfahren, um mit möglichst geringem Wareneinsatz maximalen Profit zu erzielen.
Ein Beispiel dafür ist das Toastbrot, das in Deutschland extrem beliebt ist. Lege zeigt, dass viele Toastbrotsorten nicht aus traditionellen Zutaten wie Mehl und Hefe bestehen, sondern auf Zusatzstoffe, Backtriebmittel und Maschinenprozesse zurückgreifen. In einer experimentellen Szene demonstrierte er, wie Hersteller durch das Einbringen von Luft in das Brot die Produktionskosten senken und dennoch das Aroma und die Konsistenz erhalten können.
Diese Praktiken sind laut Verbraucherschützern problematisch, da sie den Verbraucher täuschen können – auch wenn sie technisch gesehen erlaubt sind. Lege betont, dass die Lebensmittelindustrie immer wieder neue Wege findet, um Kosten zu senken, oft auf Kosten von Qualität und Transparenz.
Kritische Rezepte: Schoko-Weihnachtsmänner und Lebkuchen
Ein weiteres Beispiel für die kritische Betrachtung von Lebensmitteln durch Lege ist die Analyse von Weihnachtsleckereien. In einer Weihnachtsfolge der „Besseresser“ deckte er auf, wie Schoko-Weihnachtsmänner hergestellt werden. Laut Lege enthalten diese Süßigkeiten in der Regel Soja-Lecithin, das als Emulgator dient, um die Schokolade flüssiger zu machen und leichter zu verarbeiten. Zudem sind die Schokomänner hohl, was die Hersteller zur Kostensenkung nutzen.
Insgesamt stiegen die Preise für Schoko-Weihnachtsmänner in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent, obwohl die tatsächliche Menge an Schokolade in den Figuren abgenommen hat. Lege experimentierte selbst mit der Herstellung von Schoko-Weihnachtsmännern und stellte fest, dass es äußerst schwierig ist, ein perfektes Exemplar ohne industrielle Maschinen herzustellen.
Auch bei Lebkuchen und Domino-Steinen fand Lege Kritikpunkte. In manchen Fällen enthielten die Produkte nur minimale Mengen echter Zutaten, während die Füllung aus günstigen, oft industriell hergestellten Komponenten bestand.
Kulinarische Experimente und gesunde Alternativen
Neben der Kritik an industriellen Lebensmitteln bietet die „Besseresser“-Reihe auch kulinarische Alternativen an. Ein Beispiel dafür ist das Experiment von Zora Klipp mit dem Leipziger Allerlei, bei dem sie Garnelen statt Flusskrebsen verwendete. Dieses Vorgehen ist ein gutes Beispiel dafür, wie man traditionelle Rezepte gesünder und nachhaltiger gestalten kann, ohne den Geschmack vollständig aufzugeben.
In einer weiteren Folge der Sendung probierte Sebastian Lege gesunde Alternativen zu industriellen Produkten aus. So experimentierte er beispielsweise mit der Herstellung von eigener veganer Sahne, die nicht auf Emulgatoren oder chemische Zusatzstoffe zurückgriff. Lege zeigte, wie man mit einfachen Zutaten wie Mandeln und Wasser eine natürliche, cremige Sahne herstellen kann, die in Geschmack und Konsistenz mit industriellen Produkten konkurrieren kann.
Diese Art von Experimenten unterstreicht das Hauptthema der „Besseresser“: die Bewusstheit über Lebensmittel und die Fähigkeit, gesunde Alternativen selbst herzustellen.
Die Rolle der „Besseresser“ in der Bildung und Verbraucherbildung
Die Sendereihe „Besseresser“ hat nicht nur unterhaltende, sondern auch pädagogische Elemente. In einer Folge besuchte Sebastian Lege beispielsweise eine Dorstener Grundschule, um sich das Schulessen anzusehen. In Zusammenarbeit mit den Schülern analysierte er, welche Zutaten in den Mahlzeiten enthalten waren und wie sie sich gesundheitsmäßig bewerten ließen.
Laut Berichten war Lege von der Qualität der Schulessen nicht begeistert. Er betonte, dass es mehr Möglichkeiten gäbe, die Mahlzeiten nahrhafter und abwechslungsreicher zu gestalten. Diese Aktion ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Sendung nicht nur Kritik übt, sondern auch Verbraucherbildung betreibt. Durch solche Projekte wird die Bevölkerung sensibilisiert für die Qualität der Lebensmittel, die in Alltag und Schule verbraucht werden.
Schlussfolgerung
Die Sendereihe „Besseresser“ von Sebastian Lege ist ein spannendes und vielseitiges Format, das sich sowohl mit der Kritik an industriellen Lebensmitteln als auch mit kulinarischen Experimenten beschäftigt. Durch Kochduelle wie das um das Leipziger Allerlei, aber auch durch die Analyse von Produkten wie Toastbrot oder Schoko-Weihnachtsmännern, wird ein breites Spektrum an Themen abgedeckt.
Zudem zeigt die Sendung, wie man traditionelle Gerichte modernisieren und gesündere Alternativen herstellen kann. Die Aktionen, bei denen Lege beispielsweise Schulessen analysiert oder eigene Rezepte entwickelt, tragen zur Verbraucherbildung bei und sensibilisieren das Publikum für die Qualität der Lebensmittel.
Insgesamt ist „Besseresser“ nicht nur eine Sendung über Kochen, sondern auch ein Medium, das Bewusstheit, Kritik und Kreativität vermittelt – und das in einer Form, die sowohl unterhaltsam als auch informativ ist.
Quellen
- LVZ: Kochduell ums Leipziger Allerlei bei den Besseressern im ZDF
- ZDF: Besseresser
- Kaisergranat: Sebastian Lege deckt auf: ZDF Besseresser Kritik Toastbrot
- Fernsehserien: Episodenguide Staffel 11 von Besseresser
- Stern: So fies trickst die Lebensmittelindustrie
- Dorsten: Besseresser ZDF – Dorsten Sebastian Lege Schulessen