Die Focaccia ist ein Symbol der italienischen Brotkunst und vereint in sich die Einfachheit und die Vielfalt der regionalen kulinarischen Traditionen. Ob flach oder im Kasten gebacken, mit oder ohne Beilage – das Brot überzeugt nicht nur durch seine Backkunst, sondern auch durch seine Vielseitigkeit. In diesem Artikel werden verschiedene Rezepte und Zubereitungsweisen der Focaccia vorgestellt, mit Schwerpunkt auf traditionellen Varianten wie der Focaccia Barese aus Apulien sowie auf innovativen Ansätzen, beispielsweise der Focaccia in Kastenform.
Dabei werden sowohl typische Zutaten, als auch die jeweiligen Vorbereitungs- und Backmethoden beschrieben. Die Focaccia Barese, die durch die Zugabe von Kartoffeln im Teig eine besondere Saftigkeit bekommt, ist ein gutes Beispiel für die kreative Anpassung traditioneller Brotrezepte. Andere Rezepte wiederum nutzen Vollkornmehl oder besondere Würzkomponenten, um das Aroma zu verfeinern. Insgesamt zeigt sich, dass die Focaccia sowohl als warmes Brot zum Tisch als auch als kalter Snack oder als Grundlage für weitere Gerichte wie Salate oder Sandwiches gleichermaßen geeignet ist.
Traditionelle Rezepte: Die Focaccia Barese aus Apulien
Die Focaccia Barese stammt aus der Region Apulien und ist dort fester Bestandteil der alltäglichen Kost. Im Gegensatz zu ihrer ligurischen Verwandten ist sie dicker, saftiger und wird meist mit Kirschtomaten, Oliven und Oregano belegt. Ein besonderes Detail des Rezeptes ist die Zugabe von Kartoffeln im Teig. Dieser Schritt sorgt für die unvergleichliche Saftigkeit, die die Focaccia Barese auszeichnet.
Zutaten für die Focaccia Barese
- 300g Weizenmehl Tipo 00
- 200g gekochte, zerdrückte Kartoffeln
- 300ml lauwarmes Wasser
- 10g frische Hefe oder 3g Trockenhefe
- 10g Salz
- 20ml Olivenöl Extra Vergine (für den Teig)
- 200g Kirschtomaten
- Schwarze oder grüne Oliven (entsteint)
- Oregano
- Grobes Meersalz
- Weitere 50ml Olivenöl Extra Vergine (zum Bestreichen)
Zubereitung
- Teig vorbereiten: Die gekochten Kartoffeln abkühlen lassen und zerdrücken. Mehl, Kartoffeln, Hefe, Wasser, Salz und Olivenöl zu einem weichen Teig verkneten.
- Gehen lassen: Den Teig abgedeckt ca. 1–2 Stunden an einem warmen Ort ruhen lassen.
- Formen und belegen: Den Teig in eine gefettete Form legen und flach strecken. Mit Fingern Dellen in den Teig drücken. Mit Olivenöl bestreichen und mit Kirschtomaten, Oliven, Oregano und grobem Salz belegen.
- Backen: Die Focaccia bei 200°C Umluft ca. 20–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Die Focaccia Barese eignet sich sowohl als warmes Brot als auch kalt. Sie ist ideal als Antipasti-Brot oder als Beilage zu Suppen und Salaten.
Moderne Interpretationen: Focaccia im Kasten
Neben den traditionellen Rezepten gibt es auch kreative Abwandlungen der Focaccia, wie die sogenannte "Focaccia im Kasten". Dieses Rezept ist eine Variante, die optisch und geschmacklich etwas Anderes bietet. Statt flach gebacken zu werden, wird der Teig in einer Kastenform portionsweise gebacken, wodurch er mehr Krume und weniger Kruste bekommt.
Zutaten für die Focaccia im Kasten
- 300g Weizenvollkornmehl
- 300g Mehl Typ 1050
- 450ml Wasser
- 4 EL Olivenöl
- 6g Hefe
- 1 TL Honig
- 15g Salz
- 4 EL Olivenöl (zum Bestreichen)
- Gemüse nach Wahl (z. B. Zwiebel, Lauch, Rosmarin, Tomaten)
Zubereitung
- Teig vorbereiten: In einer großen Schüssel Mehl, Hefe, Honig und Wasser vermengen. Circa 30 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
- Weitere Zutaten hinzufügen: Olivenöl und Salz zum Teig geben und ca. 10 Minuten verkneten.
- Teig teilen: Den Teig halbieren und zu gleichgroßen Fladen ausrollen.
- Formen belegen: Dellen in den Teig drücken, mit Olivenöl bestreichen und mit Tomaten, Oliven, Rosmarin, Thymian und grobem Salz belegen.
- Backen: Bei 200°C Umluft ca. 20–25 Minuten backen.
Diese Variante ist besonders bei Familien beliebt, da sie portionsweise serviert werden kann und gut portioniert ist. Sie eignet sich besonders gut als Vorspeise oder als Beilage zu Hauptgerichten.
Focaccia mit Gemüse: Ein gesunder Genuss
Ein weiteres Rezept, das in den Bereichen Gesundheit und Vielfalt besonders auffällt, ist die Focaccia mit Gemüse. Dieses Rezept betont nicht nur den Geschmack, sondern auch die gesunde Komponente durch die Zugabe von Gemüse wie Zwiebel, Lauch und Tomaten.
Zutaten für die Focaccia mit Gemüse
- 300g Weizenvollkornmehl
- 300g Mehl Typ 1050
- 450ml Wasser
- 4 EL Olivenöl
- 6g Hefe
- 1 TL Honig
- 15g Salz
- 4 EL Olivenöl (zum Bestreichen)
- Gemüse nach Wahl (z. B. Zwiebel, Lauch, Rosmarin, Tomaten)
Zubereitung
- Teig vorbereiten: Mehl, Hefe, Honig und Wasser vermengen. Circa 30 Minuten ruhen lassen.
- Weitere Zutaten hinzufügen: Olivenöl und Salz zum Teig geben und ca. 10 Minuten verkneten.
- Formen belegen: Den Teig in eine gefettete Form legen, Dellen drücken, mit Olivenöl bestreichen und mit Gemüse belegen.
- Backen: Bei 200°C Umluft ca. 20–25 Minuten backen.
Die Focaccia mit Gemüse ist besonders bei gesundheitsbewussten Menschen beliebt. Sie eignet sich als Beilage oder als Grundlage für Salate. Sie kann auch kalt serviert werden.
Würzige Varianten: Focaccia mit Kräutern und Gewürzen
Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Würzung der Focaccia. In den Rezepten wird oft betont, dass das Aroma der Focaccia entscheidend von den eingesetzten Kräutern und Gewürzen abhängt. Rosmarin, Oregano und Thymian sind hierbei besonders beliebt.
Würztipps
- Rosmarin: Passt hervorragend zur Focaccia. Man kann frischen Rosmarin oder getrocknete Kräuter verwenden.
- Oregano: Ein weiteres typisches Aroma der Focaccia. Es kann mit Salz, Olivenöl und Tomaten kombiniert werden.
- Thymian: Verleiht der Focaccia eine feine Note und passt gut zu Tomaten und Oliven.
- Aglio Olio Peperoncino-Gewürzmischung: Ein weiterer Würztipp ist die Aglio Olio Peperoncino-Gewürzmischung. Diese kann kurz in Wasser eingeweicht und mit Olivenöl und Meersalz auf dem Hefeteig verteilt werden.
Beispiel: Focaccia mit Rosmarin und grobem Salz
- 500g Weizenmehl 405er
- 500g Weizenmehl 1050er
- 850ml Wasser
- 8g frische Hefe
- 25g Salz
- Butter zum Einfetten des Backblechs
- Olivenöl
- Rosmarin
- Grobes Meersalz
Zubereitung
- Teig vorbereiten: Mehl, Hefe, Salz und Wasser zu einem Teig vermengen.
- Gehen lassen: Den Teig ca. 1–2 Stunden ruhen lassen.
- Formen belegen: Den Teig in eine gefettete Form legen, mit Olivenöl bestreichen und mit Rosmarin und grobem Salz bestreuen.
- Backen: Bei 200°C Umluft ca. 20–25 Minuten backen.
Diese Variante ist ideal als Begleiter zu Salaten oder Suppen. Sie kann auch als Sandwich-Basis genutzt werden.
Focaccia als Vorspeise und Grundlage für weitere Gerichte
Ein weiterer Aspekt, der in mehreren Rezepten erwähnt wird, ist die Verwendung der Focaccia als Vorspeise oder als Grundlage für weitere Gerichte. Die Focaccia kann beispielsweise als Tramezzino-ähnliche Variante belegt werden oder als Beilage zu Suppen, Salaten oder gegrilltem Fleisch.
Vorspeisen-Variante
Die Focaccia Barese eignet sich hervorragend als Vorspeise. Sie wird warm serviert und hat eine leichte, aber kräftige Würzung durch die Kirschtomaten, Oliven und Oregano. Sie kann auch kalt serviert werden und ist ideal für Picknicks oder als Snack zwischendurch.
Grundlage für weitere Gerichte
Ein weiteres Verwendungsfeld der Focaccia ist ihre Verwendung als Grundlage für weitere Gerichte. Sie kann beispielsweise als Teller für Suppen oder Salate genutzt werden oder als Boden für ein Sandwich oder einen Tramezzino.
Schlussfolgerung
Die Focaccia ist ein Brot, das sowohl in der traditionellen italienischen Küche als auch in modernen kulinarischen Anpassungen eine wichtige Rolle spielt. Ob als Focaccia Barese aus Apulien, als Focaccia im Kasten oder als Focaccia mit Gemüse – die Rezepte zeigen die Vielfalt und die Einfachheit dieses Brotes. Mit ihrer unvergleichlichen Saftigkeit und dem typischen Aroma aus Olivenöl, Salz und Kräutern ist die Focaccia ein Genuss, der sich in jeder Region Italiens und in der heimischen Küche wiederfindet. Sie eignet sich sowohl als warmes Brot zum Tisch als auch als kalter Snack oder als Grundlage für weitere Gerichte. Mit den hier vorgestellten Rezepten kann die Focaccia in ihrer ganzen Vielfalt entdeckt und genossen werden.