Der French 75 – Geschichte, Rezepturen und Zubereitung

Der French 75 ist ein klassischer Cocktail, der sich durch seine erfrischende Kombination aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Champagner auszeichnet. In den letzten Jahrzehnten war er in Vergessenheit geraten, doch in jüngster Zeit hat er wieder an Popularität gewonnen – nicht zuletzt, weil die Rezeptur einfach, elegant und durch ihre leichte Süße sowie prickelnde Textur besonders attraktiv ist. In diesem Artikel werden die historischen Wurzeln, verschiedene Rezepturen, Zubereitungsmöglichkeiten sowie einige Varianten des French 75 detailliert vorgestellt.

Ursprünge und Geschichte

Die Herkunft des French 75 ist in mehreren Berichten unterschiedlich dargestellt. Eine frühe Rezeptur, die 1922 von Robert Vermeire beschrieben wird, enthält 2 Teile Gin, 1 Teil Calvados, 1 Teelöffel Zitronensaft und 2 Spritzer Grenadine. In dieser Version wird der Cocktail dem Pariser Henry Tépé zugeschrieben, der ihn in der Henry’s Bar kreiert haben soll. Fünf Jahre später, 1927, beschreibt Judge Jr. in Here’s How eine Rezeptur, die dem heutigen French 75 bereits sehr nahekommt: 2 Teile Gin, 1 Teil Zitronensaft, 1 Löffel Puderzucker, 1 zerstoßenes Ei und Champagner, serviert in einem Collins Glas mit Eiswürfeln. Diese frühe Form des French 75 entstand, als der traditionelle Collins Cocktail durch das Ersatz der Soda durch Champagner weiterentwickelt wurde.

Ein weiterer Name, der mit dem French 75 in Verbindung gebracht wird, ist Harry MacElhone, der in seiner Bar in Paris während des Ersten Weltkrieges den Cocktail kreieren soll. Die Rezeptur beinhaltete zu dieser Zeit noch Grenadine, Absinth, Calvados und Gin. MacElhone ist auch derjenige, der 1919 die Rezeptur schriftlich festgehalten hat, wobei er den Erfinder des Cocktails als den Londoner Bartender McGarry aus dem Buck’s Club angibt.

Die Namensgebung des French 75 ist eng verbunden mit der Geschichte des Ersten Weltkrieges. Der Cocktail bekam seinen Namen nach der französischen Artilleriekanone Canon de 75 modèle 1897, die für ihre Durchschlagskraft und Leichtigkeit bekannt war. Der frische, aber dennoch alkoholisch kräftige Geschmack des French 75 wird oft mit dieser Kanone verglichen. Der Cocktail wurde besonders unter amerikanischen und französischen Piloten beliebt, möglicherweise, weil er für seine belebende Wirkung geschätzt wurde. In den 1920er Jahren wurde der French 75 in der Pariser Gesellschaft populär.

Ein weiteres historisches Detail ist die Verbindung des French 75 mit Ernest Hemingway, der während seiner Zeit im Pariser Ritz Hotel angeblich oft diesen Cocktail getrunken haben soll. Obwohl diese Verbindung nicht in allen Quellen bestätigt wird, ist sie dennoch in einigen Rezepten und Artikeln erwähnt.

Rezepturen und Zutaten

Die Rezepturen des French 75 haben sich im Laufe der Zeit leicht verändert. Die grundlegende Kombination aus Gin, Zitronensaft, Zucker und Champagner blieb jedoch bestehen. Im Folgenden werden einige der verbreitesten Rezepturen vorgestellt, basierend auf den im Kontextmaterial genannten Quellen.

Rezeptur 1: Klassische Variante

  • 50 ml Gin
  • 25 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 10 ml Zuckersirup
  • Champagner, um das Glas aufzufüllen

Zubereitung:
1. Gin, Zitronensaft und Zuckersirup mit Eiswürfeln in einen Shaker geben.
2. 10–15 Sekunden kräftig schütteln.
3. Den Mix in ein vorgekühltes Champagnerglas abseihen.
4. Mit Champagner auffüllen und kurz mit einem Barlöffel umrühren.
5. Die Garnitur kann eine Zitronenspirale oder eine Cocktailkirsche sein.

Rezeptur 2: Einfache Variante

  • 3 cl London Dry Gin
  • 0,5 kleine Zitrone (frisch gepresst)
  • 1 Schuss Zuckersirup
  • 60 ml Champagner

Zubereitung:
1. Die Zitrone heiß abwaschen und eine Zitronenzeste abschneiden.
2. Zitronensaft auspressen.
3. 2–3 Eiswürfel, Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in den Cocktailshaker geben und durchmixen.
4. Den Mix abseihen und in ein Champagnerglas gießen.
5. Mit Champagner auffüllen und mit der Zitronenzeste garnieren.

Rezeptur 3: Mit Ei (1927)

  • 2 Teile Gin
  • 1 Teil Zitronensaft
  • 1 Löffel Puderzucker
  • 1 zerstoßenes Ei
  • Champagner zum Auffüllen

Zubereitung:
1. Alle Zutaten bis auf den Champagner mit Eis in einen Shaker geben.
2. Schütteln, bis die Mischung kalt und homogen ist.
3. In ein vorgekühltes Glas abseihen.
4. Mit Champagner auffüllen.

Rezeptur 4: Mit Brandy (Variante)

  • 2 Teile Gin
  • 1 Teil Calvados oder Brandy
  • 1 Teelöffel Zitronensaft
  • 2 Spritzer Grenadine

Zubereitung:
1. Alle Zutaten mit Eis in einen Shaker geben.
2. Gut schütteln.
3. In ein vorgekühltes Glas abseihen.

Diese frühere Rezeptur war in einigen Quellen bis in die 1930er Jahre verbreitet, bevor der Brandy durch Champagner ersetzt wurde.

Zubereitung und Serviervorschläge

Die Zubereitung des French 75 ist einfach und schnell. Einige Punkte sind jedoch wichtig, um den besten Geschmack zu erzielen:

  • Eiswürfel sollten immer in den Shaker gegeben werden, um die Temperatur des Getränks zu senken und die Aromen zu verstärken.
  • Der Shaker sollte gut geschüttelt werden, um die Zutaten vollständig zu vermengen.
  • Das Champagnerglas sollte vorgekühlt sein, um die Temperatur des Getränks konstant zu halten.
  • Der French 75 wird immer on the rocks serviert, wie mehrere Barkeeper betonen.

Als Garnitur eignet sich eine Zitronenspirale, eine Cocktailkirsche oder eine Zitronenzeste. In einigen Rezepten wird auch vorgeschlagen, die Zeste der Zitrone, die zur Zitronensaftgewinnung verwendet wurde, als Garnitur zu verwenden.

Varianten des French 75

Im Laufe der Zeit wurden mehrere Varianten des French 75 entwickelt, die entweder die Spirituose oder den Geschmack des Cocktails veränderten. Diese Varianten sind in einigen Quellen genannt:

French 95

  • Bourbon Whiskey wird anstelle von Gin verwendet.
  • Der Geschmack ist rauchiger und tiefer.
  • Ideal für Gäste, die Gin nicht mögen.

French 76

  • Wodka ersetzt den Gin.
  • Etwas neutraler im Geschmack.
  • Gut für alkoholische Getränke mit weniger Aromen.

French 125

  • Cognac wird anstelle von Gin verwendet.
  • Der Geschmack ist voller und süßer.
  • Eher für Feinschmecker geeignet.

Alle diese Varianten teilen die Grundkomponenten des klassischen French 75 – sie unterscheiden sich nur in der Wahl der Spirituose.

Wichtige Tipps zur Zubereitung

Um den French 75 optimal zuzubereiten, sollten einige Grundregeln beachtet werden:

  • Früchtearomata wie Zitronensaft sollten frisch gepresst sein, um den Geschmack nicht zu verfälschen.
  • Der Zuckersirup kann je nach Vorliebe angepasst werden. Einige Rezepturen verwenden Puderzucker, andere Zuckersirup.
  • Der Champagner sollte von guter Qualität sein, um die Aromen des Cocktails zu unterstützen.
  • Der Shaker sollte gut geschüttelt werden, um eine homogene Mischung zu erzielen.
  • Das Glas sollte vorgekühlt sein, um die Temperatur des Cocktails konstant zu halten.

Einige Quellen empfehlen auch, den French 75 mit einem Barsieb abzuseihen, um die Eiswürfel zu trennen. Dies sorgt für eine klare, saubere Mischung.

Verwendung ohne Champagner

Ein häufig gestelltes Problem ist, ob es möglich ist, den French 75 ohne Champagner zuzubereiten. Einige Quellen beantworten diese Frage mit „ja“, wobei vorgeschlagen wird, stattdessen Sekt, Prosecco, Cava oder Crémant zu verwenden. Diese Alternativen haben zwar nicht den gleichen Geschmack wie echter Champagner, sind aber eine gute Option, wenn Champagner nicht zur Verfügung steht.

Fazit

Der French 75 ist ein Cocktail mit reicher Geschichte und vielfältigen Rezepturen. Er entstand während des Ersten Weltkrieges in Paris und wurde nach einer französischen Artilleriekanone benannt. Die Kombination aus Gin, Zitronensaft, Zucker und Champagner sorgt für einen erfrischenden, prickelnden Geschmack, der ihn zu einem idealen Aperitif macht. Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Varianten, die entweder den Gin durch Brandy, Cognac oder Wodka ersetzen oder zusätzliche Zutaten wie Ei einfügen.

Die Zubereitung ist einfach, aber die Qualität der Zutaten und die richtige Technik sind entscheidend für den Geschmack. Der French 75 ist ein Cocktail, der sowohl Einsteigern als auch Profis in der Barzubereitung gefällt. Seine Eleganz und Leichtigkeit machen ihn zu einem idealen Getränk für festliche Anlässe, Abende zu Hause oder als Aperitif vor dem Hauptgericht.

Quellen

  1. www.leniundhans.de/rezepte/french-75/
  2. www.aldi-sued.de/de/r.french-.Article_RZ49603180000000.html
  3. www.honest-rare.de/rezepte/french-75/
  4. www.highfoodality.de/cocktails/champagner-cocktails/french-75/
  5. www.spirituosenworld.de/cocktails/french-75
  6. www.maltwhisky.de/french-75/

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