Rotkohl, auch in manchen Regionen als Blaukraut bezeichnet, ist eine beliebte Beilage, die vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf den Tischen vieler Deutscher landet. Vor allem zu festlichen Anlässen wie Weihnachten oder Sonntagsbraten ist es ein fester Bestandteil der kulinarischen Tradition. Der Geschmack des Rotkohls ist süßlich und harmoniert gut mit deftigen Gerichten. Zudem ist es ein nahrhaftes Gemüse mit einem hohen Ballaststoffgehalt, das nicht nur sättigt, sondern auch bei der Verdauung unterstützt.
Die Zubereitung von Rotkohl ist vielfältig und lässt sich sowohl kalt als Salat als auch warm als Beilage oder Suppe genießen. In den folgenden Abschnitten werden Rezepte und Zubereitungstipps vorgestellt, die sich ideal für frischen Rotkohl eignen. Neben dem Klassiker wird auch auf moderne und abwechslungsreiche Varianten eingegangen.
Klassischer Rotkohl – die traditionelle Zubereitung
Die Zubereitung des klassischen Rotkohls ist einfach und eignet sich für Einsteiger wie auch erfahrene Köche. Im Zentrum steht der frische Kohlkopf, der mit Zwiebeln, Äpfeln, Gewürzen wie Lorbeerblättern, Nelken oder Koriander sowie Flüssigkeiten wie Wasser, Wein oder Essig geschmort wird. Das Rezept ist regional geprägt, sodass je nach Region und Familie auch Abweichungen in der Zubereitungsart auftreten können.
Zutaten
Für die herkömmliche Version des Rotkohls benötigen Sie folgende Zutaten:
- 1 kg frischer Rotkohl (ca. 1 großer Kopf)
- 2 Zwiebeln
- 1 säuerlicher Apfel (z. B. Boskoop oder Elstar)
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Nelken
- 2 Esslöffel Zucker
- 2 Esslöffel Apfelessig (alternativ Balsamico oder Rotweinessig)
- 50 ml Rotwein (trocken)
- 50 g Butterschmalz
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
- Den Kohlkopf entblättern und den Strunk herausschneiden. Danach in Streifen schneiden.
- Die Zwiebeln fein würfeln und in Butterschmalz glasig dünsten.
- Den Rotkohl zugeben und alles gut vermengen.
- Den Apfel in kleine Würfel schneiden und hinzufügen.
- Den Rotwein, das Apfelessig, die Nelken und Lorbeerblätter zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
- Das Gericht bei schwacher Hitze ca. 35–45 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich und die Aromen gut miteinander verbunden sind.
- Vor dem Servieren nochmals abschmecken und nach Bedarf etwas mehr Essig oder Zucker hinzufügen.
Diese Variante passt hervorragend zu Gänsebraten, Reis oder Kartoffelpüreepfännchen. Der Geschmack ist herbstlich, süßlich und durch die Kombination aus Apfel, Essig und Gewürzen sehr harmonisch.
Warme Rotkohl-Tarte – eine moderne Variante
Neben der klassischen Form gibt es auch kreative und moderne Rezepte, die frischen Rotkohl in neue kulinarische Zusammenhänge rücken. Eine solche Variante ist die warme Rotkohl-Tarte, die sich besonders in der Herbst- und Winterzeit eignet. Sie ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch nahrhaft und lecker.
Zutaten für die Tarte
Für den Teig:
- 100 g Vollkornmehl
- 1 Prise Salz
- 100 g Magerquark
- 100 g Butter
Für die Füllung:
- 300 g frischer Rotkohl
- 1 Zwiebel
- Salz, Pfeffer, Zucker
- 200 ml Brühe
- 50 g Sonnenblumenkerne
- 4 Zweige Thymian
- 100 ml Sahne
- 100 ml Milch
- 1 Ei
- 100 g Ziegenfrischkäse
- Olivenöl
- Rotweinessig
- Gewürznelken
Zubereitung
- Für den Teig die Zutaten vermengen und zu einem glatten Teig kneten. Diesen ausrollen und in kleine Tarte-Formen (ca. 10 cm Durchmesser) legen.
- Den Rotkohl in Streifen schneiden und mit Olivenöl und etwas Salz würzen.
- Die Zwiebel fein hacken und in etwas Butter leicht anbraten. Den Rotkohl zugeben und mit Rotweinessig ablöschen.
- Brühe hinzufügen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Die Mischung abkühlen lassen.
- In der Zwischenzeit die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten. Den Thymian von den Stielen zupfen.
- Sahne, Milch und Ei glatt rühren. Ziegenfrischkäse hinzugeben und würzen.
- Die abgekühlte Rotkohl-Mischung in die Tarte-Formen füllen, mit der Sahne-Milch-Ei-Masse bepinseln und im vorgeheizten Ofen (ca. 180°C, Umluft) ca. 25–30 Minuten backen.
- Vor dem Servieren mit etwas frischem Thymian oder Sonnenblumenkernen bestreuen.
Diese warme Tarte ist ein optisches und geschmackliches Highlight, das sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage hervorragend funktioniert.
Rotkohl als Salat – kalt und knackig
Neben der warmen Variante kann frischer Rotkohl auch kalt als Salat serviert werden. Allerdings ist zu beachten, dass roher Kohl aufgrund seines hohen Ballaststoffgehalts bei manchen Menschen Verdauungsbeschwerden verursachen kann. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Kohl leicht zu blanchieren oder vor dem Verzehr einzufrieren.
Rezept für Rotkohl-Apfel-Salat mit Schafskäse
Zutaten
- 1 kg frischer Rotkohl
- 1 grüner (saurer) Apfel
- 1 roter (süßer) Apfel
- 1 Zwiebel
- 4 EL Rotweinessig
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL Zitronensaft
- 4 EL gehackte Walnüsse
- 150 g Schafskäse
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
- Den Rotkohl in Streifen hobeln und mit Salz bestreuen. Etwa 15–20 Minuten ziehen lassen, damit etwas Feuchtigkeit entweicht.
- Den sauren Apfel halbieren, in kleine Scheiben schneiden und mit Zitronensaft beträufeln.
- Den süßen Apfel in Apfelsaft pressen.
- Die Zwiebel fein würfeln und in einer Pfanne glasig dünsten. Mit Rotweinessig und Apfelsaft ablöschen und kurz aufkochen.
- Die Apfelscheiben zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Rotkohl, Apfel-Mischung, Walnüsse und Schafskäse vermischen.
- Mit dem Dressing beträufeln und gut vermengen.
- Vor dem Servieren nochmals abschmecken.
Dieser Salat eignet sich besonders gut als Beilage zu Fisch oder Geflügel und bringt eine frische Note in den Herbst- und Winterkochkasten.
Rotkohlsuppe – cremig und herbstlich
Ein weiteres Rezept, das sich hervorragend für frischen Rotkohl eignet, ist die Rotkohlsuppe. Sie ist cremig, nahrhaft und besonders in der kalten Jahreszeit sehr willkommen.
Zutaten
- 1 kg frischer Rotkohl
- 2 Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Nelken
- 500 ml Brühe
- 100 ml Sahne
- 1 EL Apfelessig
- Salz, Pfeffer
- Optional: etwas Rotwein
Zubereitung
- Den Rotkohl in Streifen hobeln. Die Zwiebeln und den Knoblauch fein hacken.
- In einem großen Topf Butterschmalz erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch anbraten.
- Den Rotkohl zugeben und unter Rühren kurz mitbraten.
- Mit Brühe ablöschen und mit Lorbeerblättern, Nelken und Apfelessig würzen. Bei Bedarf etwas Rotwein hinzufügen.
- Das Gericht ca. 30–40 Minuten köcheln lassen, bis der Kohl weich ist.
- Mit einem Stabmixer fein pürieren.
- Sahne und Salz/Pfeffer hinzufügen und nochmals abschmecken.
- Die Suppe in Schüsseln füllen und servieren.
Diese Suppe ist nicht nur lecker, sondern auch optisch ansprechend durch die violette Färbung des Rotkohls. Sie kann als Vorspeise serviert werden oder auch als Hauptspeise mit einem Teller Brot kombiniert werden.
Abwechslung im Rotkohl-Kochkasten: Strudel, Salate und Suppen
Neben den bereits genannten Rezepten gibt es auch weiterführende Ideen, die den Rotkohl in andere Formate und Kombinationen integrieren. Ein Beispiel ist der Rotkohl-Strudel mit Käsesauce, ein raffiniertes Gericht, das durch seine Kombination aus Gemüse und Käse besonders reichhaltig schmeckt. Der Strudel besteht aus gefülltem Teig, der mit Rotkohl gefüllt wird und mit einer cremigen Käsesauce serviert wird. Ein weiteres Rezept ist die Rotkohl-Couscous-Mixe, bei der das Gemüse mit Couscous, Birnen, Mandeln und Cranberrys kombiniert wird. Dazu gibt es einen leichten Joghurtdip.
Diese Gerichte erfordern etwas mehr Zeit und Können, sind aber lohnenswert, um den Rotkohl aus der Rolle der Beilage herauszulösen und zu einer Hauptrolle im kulinarischen Spektrum zu bringen.
Schlussfolgerung
Rotkohl ist nicht nur ein traditionelles Gericht, das vor allem in der Herbst- und Winterzeit auf den Tischen steht, sondern auch ein vielseitiges Gemüse, das sich in zahlreichen Formen und Kombinationen kochen lässt. Ob klassisch geschmort, als kühler Salat oder als cremige Suppe – es gibt zahlreiche Rezepte, die frischen Rotkohl in den Mittelpunkt stellen. Zudem ist das Gemüse nahrhaft und sättigend, weshalb es sich besonders gut für gesunde und ausgewogene Mahlzeiten eignet.
Durch die einfache Zubereitung und die vielfältigen Möglichkeiten, Rotkohl zu verfeinern, ist es ein Gericht, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Köche begeistern kann. Ob zu Weihnachten oder im Alltag, Rotkohl bringt nicht nur Geschmack, sondern auch Tradition in den Kochkasten.