Gulasch zählt zu den beliebtesten Schmorgerichten in Europa und ist in vielen Regionen in unterschiedlichen Varianten bekannt. Ob ungarisch, österreichisch oder in Form eines Wiener Saftgulaschs – das Gericht hat sich über Generationen hinweg bewährt und gilt als Klassiker. In diesem Artikel wird das beste Gulasch-Rezept vorgestellt, basierend auf bewährten Rezepten und Expertentipps aus ungarischen, österreichischen und allgemeinen kulinarischen Quellen.
Zudem werden die wichtigsten Zutaten, Zubereitungsschritte und Tipps zur Optimierung des Geschmacks detailliert beschrieben. Ziel ist es, eine umfassende Anleitung zu liefern, die sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Köchen hilft, ein zartes, aromatisches Gulasch zuzubereiten.
Rezepte für Gulasch: Klassiker und Varianten
Rezept 1: Papi Tausendschön’s Gulasch
Zutaten:
- 1 kg Rindergulasch (meist aus der Wade)
- 1–2 Zwiebeln
- 2 EL Tomatenmark
- 300 ml Rotwein oder trockener dunkler Saft
- 400 ml Rinderbrühe
- 1/2 Sellerie, grob geschnitten
- 1–2 Karotten, grob geschnitten
- 2 Lorbeerblätter
- 1/2 TL Pfefferkörner, zerquetscht
- 2 Knoblauchzehen, geschält, halbiert, Trieb entfernen
- 4 Wacholderbeeren, zerquetscht
- 3–4 Pimentkörner, zerquetscht
- Salz & Pfeffer
- 2 Thymianzweige
- Butterschmalz zum Anbraten
Anleitung:
Vorbereitung des Fleisches:
Schneide das Rindergulasch in etwa 3–4 cm große Stücke, sofern der Metzger es nicht bereits geschnitten hat.Anbraten:
Brate das Fleisch im Butterschmalz scharf an. Tipp: Teile das Fleisch in mehrere Portionen, um es optimal anbrennen zu lassen, ohne dass es Flüssigkeit zieht.Zutaten hinzufügen:
Nach dem Anbraten das Fleisch beiseite stellen. Zwiebeln, Sellerie und Karotten in den Topf geben und kurz mit anbraten.Gewürze und Flüssigkeit:
Füge Tomatenmark, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Pimentkörner und Thymian hinzu. Brate kurz mit, bis die Aromen entfaltet sind.Ablöschen:
Gieße Rotwein oder Saft sowie Rinderbrühe dazu und bringe alles zum Schmoren.Schmorzeit:
Lass das Gulasch für 2,5 bis 3,5 Stunden bei niedriger Hitze schmoren, bis das Fleisch zart ist.Abschluss:
Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Rezept 2: Klassisches ungarisches Gulasch
Zutaten:
- 500 g Zwiebeln
- 2 EL Öl
- 500 g Gulasch (Rind- und Schweinefleisch gemischt)
- 2 TL edelsüße Paprika
- 1 TL rosenscharfe Paprika
- 1 EL Tomatenmark
- 1 EL Mehl
- 600 ml Fleischbrühe
- Salz, Pfeffer
Anleitung:
Zwiebeln anbraten:
Schneide die Zwiebeln in feine Streifen und brate sie im Öl an.Fleisch anbraten:
Füge das Gulasch hinzu und brate es von allen Seiten an. Würze mit Salz und Pfeffer.Paprika und Tomatenmark:
Rühre die Paprikapulver und das Tomatenmark unter und brate alles für 5 Minuten weiter. Danach Mehl hinzufügen und kurz mitbraten.Ablöschen mit Brühe:
Gieße die Fleischbrühe dazu und koche das Gulasch bei mittlerer Hitze für etwa 90 Minuten zugedeckt.Abschmecken:
Nach der Schmorzeit nochmals abschmecken.
Rezept 3: Wiener Saftgulasch (ohne Anbraten)
Zutaten:
- Rindfleisch (meist aus der Schulter)
- Zwiebeln
- Bier
- Paprikapulver (edelsüß)
- Kümmel
- Majoran
- Salz, Pfeffer
Anleitung:
Kein Anbraten:
Im Gegensatz zum klassischen Gulasch wird das Fleisch hier nicht angebraten. Das ist ein typisches Kennzeichen des Wiener Saftgulaschs.Zubereitung:
Fleisch in grobe Stücke schneiden, Zwiebeln fein hacken. Alles in einen Topf geben und mit Bier ablöschen.Gewürze hinzufügen:
Paprikapulver, Kümmel und Majoran einrühren. Alles zugedeckt für ca. 2–3 Stunden schmoren lassen.Abschmecken:
Vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Tipps zur optimalen Zubereitung
1. Fleischauswahl entscheidet über Qualität
Rindergulasch:
Marmorierter Rinderwade oder Schulterfleisch eignen sich besonders gut, da sie reich an Kollagen sind und bei langer Garzeit zart werden.Schweinegulasch:
Schweinefleisch ist weicher und benötigt oft weniger Garzeit. Gut eignet sich z.B. die Nackenpartie.Wildgulasch:
Ein besonderes Highlight ist Hirschgulasch mit Preiselbeerkompott. Hierbei wird das Wildfleisch oft mit dunklem Saft und Gewürzen wie Majoran oder Thymian kombiniert.
2. Garzeit und Schmoren
- Je länger ein Gulasch schmort, desto zarter wird das Fleisch.
- Rindergulasch sollte etwa 2,5 bis 3,5 Stunden schmoren.
- Schweinegulasch benötigt meist 1,5 bis 2,5 Stunden.
- Um das Gulasch nicht trocken zu kochen, ist es wichtig, dass immer genügend Flüssigkeit im Topf ist. Falls nötig, kann man die Brühe nachschütten.
3. Gewürze und Aromen
- Paprikapulver ist unverzichtbar im ungarischen Gulasch. Es gibt zwei Arten: edelsüß und rosenscharf. Beide zusammen ergeben das typische Aroma.
- Tomatenmark verleiht dem Gulasch Tiefe und eine leichte Säure.
- Lorbeerblätter, Wacholder, Pfefferkörner und Thymian sind traditionelle Gewürze, die den Geschmack intensivieren.
- Im österreichischen Gulasch ist saure Rahm ein typisches Topping, das den Geschmack abrundet.
4. Alternative Ablösung: Alkoholfrei
- Ein Gulasch kann auch ohne Alkohol zubereitet werden. In diesem Fall wird Rotwein durch dunklen Saft (z.B. Traubensaft) ersetzt.
- Viele Rezepte verzichten auf Alkohol, um Familien und Kinder mitzunehmen – und schmecken dennoch köstlich.
5. Zubereitung im Thermomix
- Ein Gulasch lässt sich auch mit einem Thermomix zubereiten. Der Vorteil: Es entfällt das Anbraten, und die Garzeit ist meist kürzer.
- Im Thermomix werden die Zwiebeln mit dem Messbecher zerkleinert, das Fleisch kurz angebraten, und alle Zutaten werden mit der Brühe zum Schmoren gebracht.
Gulasch servieren: Beilagen und Kombinationen
Ein Gulasch wird traditionell mit Beilagen serviert, die das Gericht abrunden und den Geschmack betonen. Beliebte Kombinationen sind:
Knödel oder Spätzle:
Ein typisches ungarisches oder österreichisches Element. Die weichen Knöder passen perfekt zum saftigen Gulasch.Makaroni oder Nudeln:
Ein leichtes Gegenstück, das den Schmorgeschmack aufnimmt.Rotkohl oder Sauerkraut:
Ein herbstliches und herzhaftes Gegenstück, das den Gulasch-Geschmack ergänzt.Reis oder Kartoffeln:
Ein universelles Gegenstück, das gut mit dem Gulasch harmoniert.Saure Rahm oder Joghurt:
Besonders im österreichischen Gulasch ist saures Rahm ein typisches Topping.
Wichtige Zubereitungsfehler und wie man sie vermeidet
Zu kurz kochen:
Ein zu kurz gekochtes Gulasch wird trocken und das Fleisch bleibt stramm. Garzeit und Schmoren sind entscheidend.Zu viel Flüssigkeit:
Ein Gulasch sollte nicht wie Suppe aussehen. Falls die Flüssigkeit üppig ist, kann man sie einköcheln oder nach der Garzeit etwas abgießen.Überwürzen:
Besonders bei Paprikapulver gilt: Weniger ist mehr. Ein Gulasch sollte nicht scharf oder überwürzig schmecken.Anbraten vergessen:
Im klassischen Gulasch-Rezept ist das Anbraten entscheidend für die Aromenbildung. Nur im Wiener Saftgulasch wird verzichtet.
Schlussfolgerung
Ein Gulasch ist mehr als nur ein Schmorgericht – es ist ein kulinarisches Erbe, das in vielen Formen und Regionen existiert. Ob mit Rotwein, Bier oder Saft als Ablösung, mit oder ohne Anbraten, in der ungarischen oder österreichischen Variante – das Gulasch ist ein Gericht, das sich durch seine Aromenvielfalt, Saftigkeit und Zartheit auszeichnet.
Die Rezepte und Tipps, die in diesem Artikel vorgestellt wurden, basieren auf bewährten Anleitungen und Expertentipps. Ob Einsteiger oder erfahrener Koch: Mit diesen Rezepten und Empfehlungen gelingt ein Gulasch, der in der ganzen Familie Freude macht.