Gulasch war in der DDR ein fester Bestandteil der traditionellen Küche und wurde sowohl in Familienkochhäusern als auch in Betriebskantinen geliebt. Es handelte sich um ein robustes, deftiges Gericht, das sich durch die Kombination von Rind- und Schweinefleisch, typischen Gewürzen und einer sättigenden Soße auszeichnet. In diesem Artikel werden verschiedene Rezepte und Zubereitungsweisen für Gulasch vorgestellt, die aus der Zeit der DDR stammen und heute noch als Erinnerung an die kulinarische Kultur des Ostens geschätzt werden. Dabei werden die typischen Zutaten, Zubereitungsschritte, Beilagen und regionale Varianten des Gulaschs ausführlich beschrieben.
Einführung in das Gulasch-Rezept aus der DDR
Gulasch war in der DDR ein Gericht, das sich durch seine Einfachheit und Vielseitigkeit auszeichnete. Es war günstig in der Herstellung, eignet sich gut zum Vorkochen und war somit ideal für Großküchen und Familien. In der Regel bestand Gulasch aus Schweine- und Rindfleisch, das in einem Verhältnis von 1:1 gemischt wurde. In einigen Fällen wurde auch reines Schweinefleisch verwendet, da es in der DDR oft leichter zugänglich und preiswerter war.
Das Gericht entstand ursprünglich in der ungarischen Küche und wurde später in Osteuropa verbreitet. In der DDR wurde es regional angepasst, um den damaligen Verfügbarkeiten und Vorlieben der Bevölkerung zu entsprechen. Gulasch war nicht nur ein beliebtes Sonntagsgericht, sondern auch ein Gericht, das oft in großer Menge gekocht wurde, um für mehrere Tage auszugehen. Die sättigende Soße und das saftige Fleisch machten es zu einem typischen Rezept, das bis heute in der Erinnerung vieler Deutscher lebt.
Gulasch-Rezept „Muttis Gulasch“
Ein typisches Gulasch-Rezept aus der DDR stammt von Mutti, wie es in den Quellen beschrieben wird. Dieses Rezept wurde von Annetts Mutter überliefert und ist bis heute ein Favorit in vielen Haushalten. Die Zutaten und Zubereitungsschritte sind einfach und spiegeln die damaligen Kochmethoden und Verfügbarkeiten wider.
Zutaten für 3–4 Personen:
- 1 kg Gulasch „halb und halb“ (1/2 Rind, 1/2 Schwein)
- 1 große Zwiebel
- 2 Streifen Speck
- 2 EL Bautzner Senf
- Paprikagewürz edelsüß
- Salz
- Pfeffer
- 3 Lorbeerblätter
- 5 Pimentkörner
- Wasser oder Brühe
- Mehl zum Binden
Zubereitung:
- Speck und Zwiebeln werden in Streifen geschnitten und leicht angebraten.
- Zuerst das Rindfleisch wird in den Bräter gegeben und scharf angebraten. Danach wird das Fleisch an eine Seite geschoben, um das Schweinefleisch zu bräunen. Dieser Schritt erfolgt getrennt, um zu vermeiden, dass zu viel Wasser aus dem Fleisch austritt und das Braten unterbrochen wird.
- Nach dem Braten werden Salz, Pfeffer und Paprika hinzugefügt. Danach folgen Lorbeerblätter, Piment und Senf.
- Sobald die Flüssigkeit im Bräter fast verkocht ist, werden ca. 1 Liter Wasser oder Brühe hinzugefügt. Wichtig ist, dass das Gulasch gut bedeckt wird.
- Der Bräter wird mit Deckel versehen und bei kleiner Flamme 1 1/2 bis 2 Stunden geschmort. Es ist wichtig, regelmäßig nachzusehen, ob genügend Flüssigkeit vorhanden ist, und gegebenenfalls nachzufüllen.
- Nach Ablauf der Schmorzeit kann das Gulasch mit etwas Mehl abgebunden werden, um die Soße cremiger zu machen.
Gulasch gemischt – Halb und halb
Ein weiteres beliebtes Gulasch-Rezept aus der DDR ist das Gulasch gemischt „halb und halb“, das oft von Oma gekocht wurde. In diesem Rezept wird Schweine- und Rindfleisch jeweils zur Hälfte verwendet. Die Zutaten sind einfach und die Zubereitung leicht nachzuvollziehen.
Zutaten:
- 750 g bis 1 kg Gulasch „halb und halb“
- 1 große Zwiebel
- 2 Streifen Speck
- Paprikapulver
- Salz
- Pfeffer
- Lorbeerblätter
- Pimentkörner
- Wasser oder Brühe
Zubereitung:
- Speck und Zwiebeln werden in Streifen geschnitten und angebraten.
- Zuerst das Rindfleisch, dann das Schweinefleisch wird angebraten.
- Nach dem Braten werden Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Lorbeerblätter und Piment hinzugefügt.
- Anschließend werden ca. 1 Liter Wasser oder Brühe hinzugefügt und alles bei kleiner Flamme 1 bis 2 Stunden geschmort.
- Bei Bedarf kann die Soße mit Mehl oder Speisestärke abgebunden werden, um eine cremige Konsistenz zu erzielen.
Gulasch vom Schwein – Ein klassisches DDR-Rezept
Ein weiteres Rezept, das in der DDR sehr verbreitet war, ist das Schweinegulasch. Dieses Gericht war besonders in der DDR beliebt, da Schweinefleisch günstiger und leichter verfügbar war als Rindfleisch.
Zutaten:
- 750 g bis 1 kg Schweinegulasch
- 1 Zwiebel
- 2 Streifen Speck
- Paprikapulver
- Salz
- Pfeffer
- Lorbeerblätter
- Pimentkörner
- Wasser oder Brühe
Zubereitung:
- Speck und Zwiebel werden angebraten.
- Das Schweinefleisch wird in Würfel geschnitten und angebraten.
- Anschließend werden Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Lorbeerblätter und Piment hinzugefügt.
- Wasser oder Brühe wird hinzugefügt und alles bei kleiner Flamme 1 bis 1 ½ Stunden geschmort.
- Bei Bedarf kann die Soße mit Mehl oder Speisestärke gebunden werden.
Szegediner Gulasch nach DDR-Rezept
Ein weiteres Rezept, das in der DDR populär war, ist das Szegediner Gulasch-Rezept. Dieses Rezept war besonders in Osteuropa verbreitet und erfreut sich bis heute in der kulinarischen Welt großer Beliebtheit.
Zutaten:
- 750 g bis 1 kg Gulasch (Schwein oder Rind)
- 1 Zwiebel
- 2 Streifen Speck
- Paprikapulver
- Sauerkraut
- Tomatenmark
- Brühe
- Salz und Pfeffer
- Crème fraîche
Zubereitung:
- Zwiebeln werden geschält, halbiert und in feine Streifen geschnitten. Der Speck wird in Würfel geschnitten.
- Fleisch wird gewaschen, getrocknet und in 2 cm große Würfel geschnitten. Danach wird es angemacht.
- Der Speck wird in einem Bräter oder Topf bei mittlerer Hitze ausgelassen, gefolgt von den Zwiebeln, die 2 Minuten gedünstet werden.
- Danach wird das Fleisch hinzugefügt und 3 Minuten mitgebraten.
- Nach dem Braten werden Paprikapulver, Sauerkraut, Brühe und Tomatenmark hinzugefügt.
- Danach wird Salz und Pfeffer hinzugefügt und alles bei kleiner Flamme 1 bis 1 ½ Stunden geschmort.
- Bei Bedarf kann die Soße mit Speisestärke abgebunden werden.
- Zum Schluss wird Crème fraîche untergehoben, um das Aroma zu verfeinern.
Kesselgulasch – Ein sättigendes Rezept
Ein weiteres typisches Rezept aus der DDR ist das Kesselgulasch, ein Gericht, das Fleisch und Gemüse vereint. Es war besonders in der DDR beliebt, da es sich gut in großen Mengen kochen ließ und somit ideal für Familien oder Gasteinladungen war.
Zutaten:
- 750 g bis 1 kg Gulasch (Schwein oder Rind)
- 1 Zwiebel
- 2 Streifen Speck
- Paprikapulver
- Gemüse (z. B. Karotten, Zwiebeln, Kartoffeln)
- Salz
- Pfeffer
- Lorbeerblätter
- Pimentkörner
- Wasser oder Brühe
Zubereitung:
- Speck und Zwiebeln werden angebraten.
- Fleisch wird in Würfel geschnitten und angebraten.
- Danach werden Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Lorbeerblätter und Piment hinzugefügt.
- Wasser oder Brühe wird hinzugefügt und alles bei kleiner Flamme 1 bis 2 Stunden geschmort.
- Danach können Kartoffeln oder Karotten hinzugefügt werden, um das Gericht sättiger zu machen.
- Bei Bedarf kann die Soße mit Mehl oder Speisestärke gebunden werden.
Beilagen und Servierweise
In der DDR war Gulasch oft mit Salzkartoffeln serviert, da diese sich gut mit der Soße kombinieren ließen. Alternativ wurden Klöße oder Nudeln serviert. In manchen Haushalten wurde Gulasch auch mit Rotkohl oder grünen Bohnen serviert. In Betriebskantinen wurde Gulasch oft mit Weißbrot serviert, damit die Soße aufgetunkt werden konnte.
Tipps für die Zubereitung:
- Achte auf die Qualität des Fleischs, da es einen großen Einfluss auf den Geschmack hat.
- Paprikapulver sollte in der DDR oft selbst hergestellt oder von ungarischen Nachbarn besorgt werden.
- Speck war ein wertvoller Zutat, da er nicht nur den Geschmack verfeinerte, sondern auch das Gericht fettreicher machte.
- Crème fraîche oder Butter konnten hinzugefügt werden, um die Soße cremiger zu machen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Gulasch lässt sich gut in den Kühlschrank stellen. Bei 5 bis 6 Tagen Haltbarkeit ist es ideal für Vorkochgerichte. Ebenso kann Gulasch eingefroren werden, wobei die Haltbarkeit bis zu 6 Monate beträgt. Bei der Auftausalte empfiehlt sich eine langsame Auftausalte im Kühlschrank, um die Konsistenz des Gerichts zu erhalten.
Schlussfolgerung
Gulasch war in der DDR ein unverzichtbares Rezept, das sowohl in der Familie als auch in der Großküche eine Rolle spielte. Es war einfach in der Zubereitung, sättigend und preiswert. Die verschiedenen Rezepte, die sich aus der Kombination von Rind- und Schweinefleisch, typischen Gewürzen und Beilagen ergaben, machten Gulasch zu einem der beliebtesten Gerichte der DDR-Zeit. Heute noch werden diese Rezepte von vielen nachgekocht, um die kulinarische Tradition der DDR weiterzutragen.