Haselnusskekse sind ein Klassiker der weihnachtlichen Backkunst und vereinen durch ihre nussige Note, die feine Textur und den vielfältigen Geschmacksspielraum eine besondere Anziehungskraft. Sie sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und anderen Regionen Europas beliebt. Ob vegan, klassisch gebacken oder in Form von Stäbchen – Haselnusskekse lassen sich vielfältig variieren und an individuelle Vorlieben anpassen.
Dieser Artikel stellt Rezepte und Zubereitungsmethoden für Haselnusskekse vor, basierend auf bewährten Quellen. Die Rezepte reichen von klassischen Ausstechplätzchen über zarte Haselnussbusserl bis hin zu schweizerischen Nuss-Stängeli. Zudem werden Tipps zur Optimierung der Rezepte und zur Anpassung an gesunde oder vegane Ernährungsformen gegeben.
Rezept 1: Schokoladen-Haselnuss-Kekse
Ein besonderes Highlight unter den Haselnusskeksen sind die Schokoladen-Haselnuss-Kekse. In diesem Rezept wird eine intensive Schokoladen-Note mit der nussigen Aromatik der Haselnüsse kombiniert. Der Teig wird kalt gestellt, um die Kekse besonders weich und locker zu backen. Zudem wird betont, dass frisch gemahlene Haselnüsse einen besseren Geschmack und eine feinere Konsistenz liefern.
Zutaten
- 300 g Zartbitterschokolade
- 150 g Butter
- 170 g Roh-Rohrzucker
- 1 Msp. Vanille
- 3 Eier
- 225 g Dinkelmehl
- 1 ½ TL Backpulver
- 150 g gemahlene Haselnüsse
- 1 Prise Salz
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
- Schokoladen-Mischung: Die Schokolade zusammen mit der Butter in einem Topf über einem Wasserbad schmelzen.
- Ei-Zucker-Vermengung: Rohrzucker, Vanille und die Eier schaumig rühren, bis eine helle, cremige Masse entsteht.
- Mehl-Nuss-Mischung: Dinkelmehl, Backpulver, Salz und Haselnüsse vermengen.
- Teigzusammenführung: Die geschmolzene Schokoladen-Butter-Mischung vorsichtig unter die Zucker-Ei-Masse ziehen, danach die Mehl-Nuss-Mischung gut unterrühren.
- Kühlung: Den Teig mindestens eine Stunde kalt stellen.
- Backen: Nach dem Kühlen den Teig auf ca. 0,5 cm Dicke ausrollen, mit einer Ausstechform Kekse ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Die Kekse bei 180 °C ca. 15–20 Minuten backen, bis sie eine goldgelbe Farbe annehmen.
- Abschließung: Nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben und abkühlen lassen.
Rezept 2: Haselnussplätzchen (Mürbeteig-Variante)
Dieses Rezept basiert auf einem klassischen Mürbeteigrezept, angereichert mit Haselnüssen. Der Teig ist einfach herzustellen und eignet sich hervorragend zum Ausstechen. Die Haselnüsse verleihen den Keksen eine besondere Textur und ein nussiges Aroma. Es wird auch auf die Verwendung von Bio-Zutaten hingewiesen, um eine nachhaltigere Ernährungsweise zu unterstützen.
Zutaten
- 1 Ei
- ca. 100 g Zucker
- ca. 100 g Butter
- 250 g Mehl
- 150 g gemahlene Haselnüsse
- Salz nach Geschmack
Zubereitung
- Ei-Zucker-Mischung: In einer großen Schüssel das Ei mit Zucker zu einer schaumigen Masse rühren.
- Butter hinzufügen: Die Butter in Flocken hinzugeben und unterrühren, bis eine homogene Masse entsteht.
- Mehl-Haselnuss-Mischung: In einer zweiten Schüssel Mehl, Haselnüsse und Salz vermengen.
- Zusammenführung: Die Mehl-Nuss-Mischung nach und nach in die Ei-Zucker-Butter-Masse einrühren, bis ein glatter Teig entsteht.
- Ruhezeit: Den Teig ca. 1 Stunde kalt stellen.
- Ausrollen und Ausstechen: Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer ca. 0,5 cm dicken Schicht rollen und mit einer Ausstechform Kekse ausstechen.
- Backen: Die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 180 °C ca. 15–20 Minuten backen.
- Abkühlen: Die Haselnussplätzchen nach dem Backen abkühlen lassen.
Rezept 3: VEGANE Haselnussbusserl
Ein besonderes Highlight für Veganer ist das Rezept für vegane Haselnussbusserl. Es handelt sich um kleine, nussige Kekse, die traditionell in Deutschland gebacken werden. Das Rezept verzichtet bewusst auf Eischnee oder Aqua Faba, um eine einfache und zugängliche Variante zu bieten. Die Kekse sind zart, süß und haben eine schöne Form.
Zutaten
- 100 g Margarine
- 45 g Kokosblütenzucker
- 45 g Rohrzucker
- 3 EL Ahornsirup
- 1 TL Zimt
- 1 TL Spekulatiusgewürz
- 120 g Dinkelmehl Type 630
- 150 g gemahlene Haselnüsse
- ca. 23–25 Oblaten
Zubereitung
- Margerine-Mischung: Die Margarine in einem Topf schmelzen, Kokosblütenzucker, Rohrzucker und Ahornsirup hinzugeben und cremig aufschlagen.
- Gewürze hinzufügen: Zimt und Spekulatiusgewürz unterheben.
- Mehl-Nuss-Mischung: Dinkelmehl und gemahlene Haselnüsse vermengen und unter die Zucker-Margerine-Masse heben, bis ein homogener Teig entsteht.
- Teigkugeln formen: Zwischen den Händen kleine Teigkugeln formen, leicht flach drücken und auf Oblaten platzieren.
- Backen: Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Die Oblaten mit den Keksen auf ein Backblech legen und ca. 12–14 Minuten backen.
- Haselnuss-Einsetzen: Sofort nach dem Backen eine ganze Haselnuss in jeden Keks drücken.
- Kühlung: Die Kekse abkühlen lassen und in einer Keksdose aufbewahren.
Rezept 4: Schweizer Nuss-Stängeli (Petits Bâtons aux Noisettes)
Ein weiteres Highlight ist das Rezept für die schweizerischen Nuss-Stängeli, auch bekannt als Petits Bâtons aux Noisettes. Diese Kekse sind trocken gebacken und haben eine knackige Textur. Sie bestehen aus einer Mischung aus Haselnüssen, Dinkelmehl und Gewürzen und werden zu Stäbchen geformt, die goldbraun gebacken werden.
Zutaten
- 75 g weiche Butter
- 150 g Mascobado Vollrohrzucker
- 1 Bio-Orange, Abrieb
- 2 Eier (M)
- ½ TL Vanille Extrakt
- einige Tropfen Rum Aroma (optional)
- 250 g Haselnüsse, gemahlene
- 250 g Dinkelmehl (Type 630)
- 1 TL Zimt
- ¼ TL gemahlener Kardamom
- 1 Prise Nelken
- 1 Prise Salz
- 1 Ei (S), verquirlt
Zubereitung
- Butter-Vermischung: Butter, Zucker und Orangenabrieb in einer großen Schüssel verrühren, bis eine cremige Masse entsteht.
- Eier und Vanille: Eier und Vanilleextrakt (und optional Rumaroma) hinzugeben und alles hell und luftig aufschlagen.
- Mehl-Nuss-Mischung: Gemahlene Haselnüsse, Dinkelmehl, Zimt, Kardamom, Nelken und Salz in einer zweiten Schüssel vermengen.
- Zusammenführung: Die Nuss-Mehl-Mischung unter die Ei-Zucker-Vanille-Masse heben und zu einem glatten Teig verkneten.
- Kühlung: Den Teig in Klarsichtfolie einwickeln und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
- Formgebung: Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Streifen rollen und in ca. 10 cm lange Stäbchen schneiden.
- Eierflüssigkeit: Die Stäbchen mit der verquirlten Eierflüssigkeit bestreichen.
- Backen: Ofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Die Stäbchen auf ein Backblech legen und ca. 16–18 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
- Kühlung: Die Nuss-Stängeli nach dem Backen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und in einer Keksdose aufbewahren.
Gesundheits- und Alternativen-Tipps
Die Haselnusskekse lassen sich gut an gesündere Alternativen anpassen. In einigen Rezepten wird Dinkel-Vollkornmehl verwendet, was mehr Ballaststoffe und Vitamine enthält als Weißmehl. Zudem ist die Verwendung von Bio-Produkten empfohlen, da sie nachhaltiger produziert werden und oft eine höhere Qualität aufweisen.
Veganisierung
- Ei-Ersatz: In einigen Rezepten wird auf Eier verzichtet, wodurch sie bereits vegan sind. Alternativ können Eier durch Aqua Faba ersetzt werden.
- Butter-Ersatz: Margarine oder Kokosfett können als pflanzliche Alternativen verwendet werden.
- Zucker-Ersatz: Kokosblütenzucker, Agave- oder Ahornsirup sind gute Alternativen zu Raffinadenzucker.
Glutenfreie Variante
- Mehl-Austausch: Dinkelmehl kann durch glutenfreies Mehl (z. B. Mandelmehl oder Schrot Mehl) ersetzt werden.
- Prüfung auf Kreuzkontamination: Bei der Verwendung von Ausstechformen oder Backblechen darauf achten, dass sie nicht mit glutenhaltigen Produkten in Berührung kommen.
Schlussfolgerung
Haselnusskekse sind eine wunderbare Kombination aus Geschmack, Aroma und Textur. Ob in der klassischen Ausstech-Variante, als vegane Haselnussbusserl oder in Form von Stängeln wie bei den Nuss-Stängeli – die Vielfalt der Rezepte ist beeindruckend. Jedes Rezept hat seine eigenen Stärken und bietet Raum für kreative Anpassungen. Die Verwendung von frischen Zutaten, Bio-Produkten und pflanzlichen Alternativen macht die Kekse nicht nur lecker, sondern auch gesünder und nachhaltiger. Ob zum Verschenken oder zum Genießen zu Hause – Haselnusskekse sind ein Highlight in der Weihnachtsbäckerei.