Hoisin-Sauce ist eine beliebte, süß-salzige und aromatische Sauce aus der chinesischen Küche, die sich hervorragend als Dip, Marinade oder Glasur eignet. Sie wird traditionell aus fermentierten Sojabohnen, Gewürzen, Essig und Zucker hergestellt und ist ein fester Bestandteil vieler asiatischer Gerichte, wie beispielsweise Pekingente, Schweinefilet oder Frühlingsrollen. In den folgenden Abschnitten werden die Zusammensetzung, die Zubereitung sowie Verwendungsmöglichkeiten dieser vielseitigen Sauce detailliert beschrieben.
Was ist Hoisin-Sauce?
Hoisin-Sauce ist eine dichte, dunkle Sauce mit einer süß-sauren Note und einem intensiven Aroma. Sie entstand ursprünglich in der kantonesischen Küche und wird in der gesamten chinesischen und vietnamesischen Gastronomie verwendet. Der Name „Hoisin“ leitet sich aus dem Chinesischen ab und bedeutet „Meeresfrüchte“. Obwohl der Name andeutet, dass die Sauce mit Meeresfrüchten serviert wird, enthält sie diese in der traditionellen Form nicht.
Die Sauce ist reich an Umami-Aromen und wird oft in Kombination mit anderen Gewürzen und Aromen eingesetzt. Sie besteht meist aus fermentierten Sojabohnen, Zucker, Salz, Essig, Knoblauch, Sesamöl und verschiedenen Gewürzen wie Fünf-Gewürze-Pulver oder Sternanis. Einige industriell hergestellte Varianten enthalten auch Konservierungsmittel, Künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat.
Die Sauce ist in gut sortierten Supermärkten und in Asiamärkten erhältlich. Wer jedoch die Kontroll über die Zutaten hat und die Sauce ohne chemische Zusatzstoffe zubereiten möchte, kann sie leicht zu Hause herstellen.
Zutaten für eine selbstgemachte Hoisin-Sauce
Es gibt mehrere Rezeptvarianten für selbstgemachte Hoisin-Sauce, die sich in der Auswahl der Zutaten und im Geschmack unterscheiden. Die folgenden Rezepte basieren auf Zutaten, die in der Regel im Haushalt oder im Asiamarkt erhältlich sind.
Rezeptvariante 1
- 180 g fermentierte, gesalzene schwarze Bohnen
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- 1 EL Sesamöl
- 1 scharfe, rote Chili-Schote (entkernt)
- 3 EL Pflaumenmus
- 2 EL Reisessig
- 2 EL Sojasauce
- 6 EL brauner Zucker
- 4 EL Wasser (ggf. etwas mehr)
Rezeptvariante 2
- 4 EL Sojasauce
- 2 EL ungesüßtes Erdnussmus
- 1/2 TL Fünf-Gewürze-Pulver
- 1 EL Ahornsirup
- 2 TL Reisweinessig
- 1 TL Sesamöl
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
- 1 TL Pfeffer
- 1 EL brauner Zucker
- 1 EL Hot Sauce (z. B. Sriracha), optional
Rezeptvariante 3
- 2 EL fermentierte Sojabohnenpaste
- 1 EL Reisessig
- 1 EL brauner Zucker
- 1 EL Sojasauce
- 1 EL Sesamöl
- 1 TL Fünf-Gewürze-Pulver
- 1 EL Wasser
- 1 fein gehackte Knoblauchzehe
Alle drei Varianten ergeben eine cremige, aromatische Sauce mit einem süß-sauren Aroma. Sie können die Schärfe, Süße oder Säure je nach Geschmack anpassen, indem man Chilipulver, mehr Zucker oder Essig hinzufügt.
Zubereitung der Hoisin-Sauce
Die Zubereitung der Sauce ist einfach und kann in etwa 20 Minuten abgeschlossen werden. Es wird empfohlen, die Sauce frisch zu kochen oder im Mixer zu pürieren, um die gewünschte Konsistenz zu erzielen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung (beispielhaft für Rezeptvariante 1)
- Fermentierte Bohnen abspülen: Die schwarzen Bohnen in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser abspülen, bis das Wasser klar ist.
- Bohnen pürieren: Die Bohnen mit etwas Wasser in eine Schüssel geben und mit einem Pürierstab zu einer Paste verarbeiten. Die Konsistenz kann etwas flüssiger sein.
- Knoblauch und Chili zubereiten: Die Knoblauchzehe fein hacken und die entkernte Chilischote ebenfalls fein hacken.
- Sesamöl erhitzen: In einem Wok oder Topf das Sesamöl erhitzen. Den gehackten Knoblauch und die Chilischote darin kurz anbraten.
- Bohnenpaste zugeben: Die pürierte Bohnenpaste hinzugeben und aufkochen lassen.
- Weitere Zutaten hinzufügen: Die restlichen Zutaten (Reisessig, Sojasauce, Zucker, Wasser) zugeben und alles zum Einköcheln bringen.
- Pürieren (optional): Nach dem Einköcheln kann die Sauce mit dem Pürierstab erneut verarbeitet werden, um eine glatte Konsistenz zu erzielen.
- Abschmecken: Die Sauce abschmecken. Nach Wunsch kann man die Schärfe erhöhen (z. B. mit Chilipulver) oder die Säure oder Süße anpassen.
Die Sauce kann anschließend in ein sterilisiertes Schraubglas gefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie hält sich dort etwa eine Woche lang.
Verwendungsmöglichkeiten
Hoisin-Sauce ist äußerst vielseitig und kann in vielen Gerichten eingesetzt werden. Sie passt besonders gut zu:
- Pfannengerichten: Die Sauce kann als Marinade oder als Würzkomponente in Wokgerichten verwendet werden. Sie verleiht dem Gericht eine süß-saure Note und sorgt für eine würzige Geschmackskomponente.
- Dips: Die Sauce ist ideal als Dip zu Frühlingsrollen, Sommerrollen oder Tofu-Snacks.
- Glasur: Hoisin-Sauce kann als Glasur auf Schweinefleisch, Rippchen oder Grillgut verwendet werden. Sie karamellisiert leicht und verleiht dem Fleisch eine schöne, glänzende Kruste.
- Marinaden: Sie kann als Marinade für Rindfleisch, Schwein oder Fisch verwendet werden.
- Suppen: In China wird die Sauce auch direkt in Suppen serviert, um die Würze und Süße zu verstärken.
Ein Beispielrezept aus den Quellen ist ein glasiertes Schweinefilet mit Hoisin-Sauce:
- Zutaten (für 4 Portionen):
- 800 g Schweinefilet
- 1 EL Pflanzenöl
- 4 Baby-Pak-Choi
- 4 EL Hoisin-Sauce
- 2 EL Austernsauce
- 1 EL Sojasauce
- 2 Lauchzwiebeln
- 1 EL geröstete Sesamkörner
Zubereitung:
- Schweinefilet vorbereiten: Das Schweinefilet mit Küchenpapier abtrocknen. Eine Grillpfanne mit Öl einpinseln und auf höchster Stufe erhitzen.
- Fleisch anbraten: Das Fleisch in die Pfanne legen und die Hitze etwas reduzieren. Das Fleisch von jeder Seite etwa 4 Minuten anbraten, bis es gut gebräunt ist.
- Glasure eintragen: Die Hoisin-Sauce mit Austernsauce und Sojasauce vermengen und über das Fleisch geben.
- Weitere Zubereitung: Das Fleisch weiter backen oder auf dem Grill zubereiten, bis es gar ist.
- Beilagen servieren: Das Gericht mit Baby-Pak-Choi und Basmatireis servieren.
Vorteile der selbstgemachten Sauce
Die selbstgemachte Hoisin-Sauce hat mehrere Vorteile gegenüber industriell hergestellten Varianten:
- Gesunder Geschmack: Es können keine Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker oder künstliche Aromen verwendet werden.
- Anpassbare Zutaten: Der Schärfegehalt, die Süße oder die Säure können nach individuellem Geschmack verändert werden.
- Kostenfaktor: In einigen Fällen ist die Herstellung günstiger als das Kauf einer Fertigprodukt.
- Qualität: Selbstgemachte Sauce kann frischer und aromatischer sein, da die Zutaten nicht übermäßigt verarbeitet werden.
Es gibt jedoch auch Nachteile: Der Aufwand für die Herstellung ist höher als bei Fertigprodukten, und die Haltbarkeit ist kürzer. Wer also keine großen Mengen auf einmal konsumiert, kann die Sauce alternativ im Asiamarkt erwerben.
Ernährungswissenschaftliche Aspekte
Hoisin-Sauce ist nahrhaft, aber aufgrund des hohen Zuckerspiegels und der Verwendung von Salz nicht unbedingt ein Low-Carb- oder Diätprodukt. Die Nährwerte können je nach Rezept variieren, aber typische Werte für 100 g selbstgemachte Sauce sind:
| Nährstoff | Menge (pro 100 g) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 120–150 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 20–25 g |
| Fette | ca. 5–8 g |
| Eiweiß | ca. 2–4 g |
| Salz | ca. 2–3 g |
Eine industriell hergestellte Variante kann etwas mehr Salz oder Zucker enthalten, da industrielle Produktionen oft Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel einsetzen.
Wer eine kalorienärmere Variante möchte, kann z. B. den Zuckergehalt reduzieren oder braunen Zucker durch Honig oder Ahornsirup ersetzen. Auch der Salzgehalt kann durch das Verzichten auf Sojasauce oder durch das Verwenden von Sojasauce mit reduziertem Salzgehalt gesenkt werden.
Fazit
Hoisin-Sauce ist eine vielseitige und aromatische Sauce, die sich ideal für asiatische Gerichte eignet. Sie kann sowohl gekauft als auch selbstgemacht werden und erlaubt es dem Koch, die Geschmacksrichtungen nach Wunsch zu verfeinern. Ob als Dip, Marinade oder Glasur – die Sauce verleiht Speisen eine süß-saure Note und eine intensiv würzige Geschmackskomponente.
Die selbstgemachte Variante hat den Vorteil, dass sie ohne künstliche Zusatzstoffe zubereitet werden kann und sich individuell anpassen lässt. Sie ist einfach herzustellen und kann in verschiedenen Rezepten eingesetzt werden. Obwohl die Herstellung etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Kauf einer Fertigprodukt, lohnt sich der Aufwand besonders für kulinarische Enthusiasten und Hobbyköche.