Der Hurricane Cocktail – Rezept, Geschichte und Zubereitung

Der Hurricane Cocktail zählt zu den ikonischen Getränken der Tiki- und Rum-Tradition. Seine Ursprünge liegen in New Orleans, wo er in den 1940er-Jahren als kreative Antwort auf überschüssigen Rum und eine wachsende Nachfrage nach fruchtigen Cocktails entstand. Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Hurricane zu einem der beliebtesten Sommercocktails, der nicht nur in New Orleans, sondern weltweit in Bars und bei privaten Anlässen serviert wird.

Die Rezepturen variieren je nach Region und Hersteller, doch die Grundzutaten bleiben weitgehend gleich: Weißer und brauner Rum, Passionsfrucht- oder Maracujasaft, Orangensaft, Grenadine sowie Zitronen- oder Limettensaft. Der Cocktail wird in einem typischen Hurricane-Glas serviert, das in Form an eine Petroleumlampe erinnert. In diesem Artikel werden die verschiedenen Rezepturen, die Geschichte und die Zubereitung des Hurricane Cocktails detailliert vorgestellt.

Die Geschichte des Hurricane Cocktails

Die Entstehung des Hurricane Cocktails ist eng mit der Stadt New Orleans verbunden. Laut mehrerer Quellen entstand der Drink in einem Irish Pub namens Pat O’Brien’s, der sich in den 1940er-Jahren als Treffpunkt für Einwohner und Touristen etablierte. Im damaligen Kontext war der Hurricane nicht nur ein Genussmittel, sondern auch eine praktische Lösung für den Umgang mit überschüssigem Rum. Nach Angaben aus den Quellen wurde der Rum aufgrund von Zwangsverkäufen durch Destillerien in großen Mengen an kleinere Bars geliefert. Um diesen Rum loszuwerden, mischten die Barkeeper ihn mit fruchtigen Säften wie Passionsfrucht, Orangensaft und Limettensaft. So entstand der Hurricane als lebendige Mischung aus Alkohol und tropischen Aromen, die schnell Anerkennung fand.

Ein weiteres historisches Detail erwähnt die Rolle der Hurricane Bar in Queens, New York, die den Hurricane während der New York Weltausstellung 1939–1940 servierte. Allerdings sind die genauen Zutaten des damaligen Cocktails heute nicht mehr bekannt. In einem Film aus dem Jahr 1939, „Naughty but Nice“, wird erwähnt, dass der Cocktail damals lediglich aus Rum, Zitronen- oder Limettensaft bestand, was bedeutet, dass die späteren Zusätze wie Passionsfrucht erst später hinzugefügt wurden.

Heute ist der Hurricane stark mit New Orleans verbunden, insbesondere mit der Pat O’Brien’s Bar, wo er weiterhin als Signature Drink serviert wird. In dieser Kette wird der Hurricane teilweise aus einer Fertigmischung hergestellt, die mit Rum und Garnitur kombiniert wird. Dieser Ansatz, so berichtet eine Quelle, möge bei manchen Kritikern auf Unmut stoßen, ist jedoch praktisch und erlaubt eine schnelle und konsistente Zubereitung.

Rezepturen des Hurricane Cocktails

Es gibt mehrere Rezepturen für den Hurricane Cocktail, die sich vor allem in der Dosierung der Zutaten unterscheiden. Im Folgenden werden die bekanntesten Varianten beschrieben, basierend auf den Quellen.

Klassisches Rezept aus New Orleans

Dieses Rezept stammt aus der Pat O’Brien’s Bar und ist in mehreren Quellen beschrieben:

Zutaten

  • 5 cl brauner Rum
  • 5 cl weißer Rum
  • 5 cl Passionsfrucht-Saft (alternativ Maracujasaft)
  • 2,5 cl Orangensaft
  • 2 cl frisch gepresster Limettensaft
  • 0,5 cl Grenadine

Zubereitung

  1. Den braunen und weißen Rum mit dem Passionsfrucht- (oder Maracuja-) Saft, Orangensaft, Limettensaft und Grenadine in einen Cocktail-Shaker geben.
  2. Das Glas mit Eiswürfeln füllen und die Mischung auf Eis schütteln.
  3. Den Cocktail doppelt abseihen und in das mit Crushed Ice gefüllte Hurricane-Glas geben.
  4. Mit einer Orangenscheibe und einer Cocktailkirsche garnieren.

Varianten

In einigen Quellen wird erwähnt, dass der Granatapfelsirup alternativ in ein Glas gegeben werden kann, um Schichten zu erzeugen. Dies ist jedoch keine traditionelle Zubereitung, sondern eine optische Variante, die den Cocktail attraktiver gestaltet.

Rezept von Captain Morgan

Eine andere Variante des Hurricane Cocktails stammt von Captain Morgan, einem bekannten Rum-Produzenten:

Zutaten

  • 20 ml Captain Morgan Original Spiced Gold
  • 20 ml Captain Morgan White Rum
  • 55 ml Passionsfruchtsaft
  • 30 ml Orangensaft
  • 15 ml Limettensaft
  • 1 EL Zuckersirup
  • 1 ELt Grenadine

Zubereitung

  1. Alle Zutaten in einem Shaker mit Eiswürfeln schütteln.
  2. In ein mit Crushed Ice gefülltes Hurricane-Glas abseihen.
  3. Mit einer Orangenscheibe und einer Kirsche garnieren.

Dieses Rezept ist etwas süßer als das traditionelle Rezept aus New Orleans und betont die fruchtigen Aromen durch die Zugabe von Zuckersirup und Grenadine.

Klassische Variante mit frischen Säften

Eine weitere Variante aus den Quellen verwendet frisch gepresste Säfte und enthält etwas mehr Orangensaft:

Zutaten

  • 60 ml weißer Rum
  • 60 ml brauner Rum
  • 60 ml Passionsfrucht-Saft
  • 30 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 15 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 EL Granatapfelsirup
  • 1 EL Zuckersirup

Zubereitung

  1. Alle Zutaten in einen Cocktail-Shaker mit Eiswürfeln schütteln.
  2. In ein mit Eis gefülltes Hurricane-Glas abseihen.
  3. Mit einer Orangenscheibe und einer Cocktailkirsche garnieren.

Diese Variante betont die frischen Aromen und ist insbesondere bei Liebhabern von Tiki-Cocktails beliebt.

Die Rolle des Hurricane-Glases

Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Hurricane Cocktails ist das Hurricane-Glas. Dieses Glas ist in Form an eine petroliumbeleuchtete Lampe erinnert, daher auch der Name. Es ist hoch, eng unten und breit oben, wodurch es nicht nur optisch auffällt, sondern auch dafür sorgt, dass die Aromen gut entfalten können.

In einigen Quellen wird erwähnt, dass der Hurricane auch in Highball-Gläsern oder Longdrink-Bechern serviert werden kann, falls das Hurricane-Glas nicht verfügbar ist. Allerdings ist das Hurricane-Glas ein wesentlicher Bestandteil des Erscheinungsbildes des Cocktails und trägt wesentlich zur Inszenierung des Getränks bei.

Geschmack und Aromatik

Der Hurricane Cocktail ist ein fruchtiger, süßer, alkoholischer Drink, der durch die Kombination aus Rum und tropischen Säften wie Passionsfrucht und Orangensaft seine besondere Geschmackssignatur erhält. Die Zugabe von Grenadine verleiht dem Cocktail eine kräftige rötliche Farbe und eine süße Note.

Die Verwendung von Zuckersirup oder Granatapfelsirup verstärkt den süßen Charakter und balanciert die sauren Noten des Limetten- und Zitronensafts. Aufgrund dieser Zusammensetzung ist der Hurricane besonders in den Sommermonaten beliebt und wird oft bei Partys oder auf der Terrasse genossen.

Der Hurricane im Kontext der Tiki-Cocktails

Der Hurricane ist ein Tiki-Cocktail, eine Kategorie, die sich durch die Verwendung von Rum, exotischen Früchten und tropischen Aromen auszeichnet. Er teilt sich einige Merkmale mit anderen Tiki-Klassikern wie dem Mai Tai oder der Bahama Mama, bei denen ebenfalls weißer und brauner Rum mit Fruchtsäften kombiniert werden.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Tiki-Cocktails ist die optische Inszenierung – auch der Hurricane wird oft mit Garnituren wie Orangenscheiben, Kirschen und Papierschirmchen serviert, was den Drink visuell ansprechend gestaltet.

Praktische Tipps zur Zubereitung

Die Zubereitung des Hurricane Cocktails ist relativ einfach und eignet sich daher auch für Einsteiger in die Welt der Cocktails. Im Folgenden sind einige praktische Tipps zusammengestellt:

  1. Verwenden Sie frisch gepresste Säfte: Frisch gepresste Zitronen- und Orangensaft sorgen für ein intensiveres Aroma und bessere Geschmacksentwicklung.
  2. Verwenden Sie qualitativ hochwertigen Rum: Der Geschmack des Hurricanes hängt stark vom Rum ab. Es lohnt sich, etwas in gute Qualitäten zu investieren.
  3. Schneiden Sie die Orangenscheiben dünn: So passen sie besser ins Hurricane-Glas und verschließen die Oberfläche nicht vollständig.
  4. Servieren Sie den Cocktail kalt: Der Hurricane wird am besten mit Crushed Ice serviert, um die Aromen optimal zu entfalten.
  5. Experimentieren Sie mit Garnituren: Neben Orangenscheiben und Kirschen können auch andere Garnituren wie Zitronenscheiben oder Kokosraspeln verwendet werden, um den Cocktail optisch ansprechender zu gestalten.

Der Hurricane in der heutigen Zeit

Heute ist der Hurricane Cocktail nicht nur ein typisches Sommergetränk, sondern auch ein Wahrzeichen von New Orleans und der Tiki-Kultur. In vielen Bars wird er weiterhin nach traditionellen Rezepturen serviert, oft mit kleinen Anpassungen an die lokalen Vorlieben.

In einigen Bars wird der Hurricane auch in größeren Formaten serviert, zum Beispiel in Hurricane-Karaffen, die bis zu 30 Portionen enthalten. Diese Karaffen sind besonders bei Partys und Festen beliebt, da sie eine große Gruppe mit einem Getränk versorgen können.

Schlussfolgerung

Der Hurricane Cocktail ist mehr als nur ein alkoholisches Getränk – er ist ein Symbol für Lebensfreude, tropischen Genuss und die kreative Mischung aus Rum und Früchten. Seine Entstehung in New Orleans, seine Rezepturen aus Rum, Passionsfrucht, Orangensaft und Grenadine sowie seine Inszenierung in einem Hurricane-Glas machen ihn zu einem unvergesslichen Cocktail. Ob in einer Bar in New Orleans oder auf der Terrasse zu Hause – der Hurricane ist ein Getränk, der Freude vermittelt und Anerkennung findet.

Quellen

  1. Hurricane Cocktail-Rezept
  2. Hurricane von Captain Morgan
  3. Hurricane Cocktail-Rezept von Silvertravellers
  4. Tiki-Cocktails und Hurricane
  5. Hurricane Cocktail von Schnaps.de

Ähnliche Beiträge