Die scharfe und würzige Meerrettichwurzel hat sich im Laufe der Jahrzehnte als unverzichtbares Element vieler traditioneller Gerichte etabliert. Ob als Soße, Suppe oder Beilage – Meerrettich verleiht Speisen nicht nur eine unverwechselbare Geschmackskomponente, sondern auch eine gesundheitliche Note durch seine enthaltenen ätherischen Öle. In diesem Artikel werden klassische Meerrettich-Rezepte und Zubereitungstipps vorgestellt, basierend auf bewährten Rezepturen und praxistauglichen Empfehlungen.
Meerrettich: Eine Wurzel mit Tradition
Meerrettich, auch bekannt als Kren, ist eine Wurzel, die nicht zur Familie der Rettiche gehört. Sein scharfes Aroma und die intensiven Aromen machen ihn besonders bei Fleischgerichten wie Tafelspitz, Rinderbraten oder Roastbeef beliebt. Zudem wird er als Gewürz und Beilage in Suppen und Salaten eingesetzt.
Im Gegensatz zu anderen Rettichsorten ist der Meerrettich nicht als Hauptgericht konzipiert. Stattdessen fungiert er als unverzichtbarer Geschmacksträger, der den Speisen Tiefe und Komplexität verleiht. Historisch gesehen war er vor allem in der Volksmedizin verbreitet, doch heute ist er eine feste Größe auf dem Tisch – besonders in der traditionellen bayerischen und fränkischen Küche.
Meerrettichsoße: Die Klassik der Beilagen
Eine der am häufigsten verwendeten Formen des Meerrettichs ist die Meerrettichsoße. Sie eignet sich besonders gut zu Rindfleisch, Roastbeef oder kaltem Braten und kann ebenfalls als Dip für Gemüse dienen. Im Folgenden wird ein Rezept für eine cremige, frische Meerrettichsoße beschrieben.
Zutaten (für 1 Portion)
- 100 g frischer Meerrettich
- 200 g saure Sahne
- 1 EL Zitronensaft
- Salz (pr. Menge)
- Pfeffer, schwarz (pr. Menge)
Zubereitung
- Den frischen Meerrettich schälen und mit einer feinen Reibe reiben, bis ca. 100 g geriebener Meerrettich entstehen.
- Die geriebenen Meerrettichstücke in eine Schüssel geben.
- Saure Sahne und Zitronensaft hinzufügen.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Zutaten gut vermischen, bis eine homogene Konsistenz erreicht ist.
- Die Meerrettichsoße für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, um die Aromen entfalten zu lassen.
Tipps zur Anpassung
- Wer eine mildere Soße bevorzugt, kann die Menge an Meerrettich reduzieren.
- Die Soße lässt sich in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu 5 Tage aufbewahren.
Omas Meerrettichsuppe: Ein Rezept mit Tradition
Suppen mit Meerrettich sind nicht nur herzhaft, sondern auch gesund. Die scharfe Wurzel verleiht der Suppe eine besondere Note, die sich harmonisch mit Kartoffeln, Äpfeln und Petersilie verbindet.
Zutaten
- 1 Zwiebel
- 2 Kartoffeln
- 2 Äpfel
- 1 EL Butter
- 1 Liter Brühe
- 100 g frischer Meerrettich
- 1 EL Zitronensaft
- 100 ml Schlagsahne
- Salz
- Pfeffer
- gehackte Petersilie (zum Bestreuen)
Zubereitung
- Zwiebel abziehen und in kleine Würfel schneiden. Kartoffeln schälen, waschen und ebenfalls klein würfeln. Äpfel waschen, vierteln, entkernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden.
- Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin etwa 5 Minuten hell anschwitzen. Dabei immer wieder umrühren, um zu vermeiden, dass sie verbrennen.
- Die Kartoffel- und Apfelwürfel hinzufügen und bei niedriger Hitze etwa 2–3 Minuten mitdünsten. Danach Brühe ablöschen, 1 Minute aufkochen und etwa 20 Minuten bei milder Hitze leise köcheln lassen.
- In der Zwischenzeit den Meerrettich waschen, schälen und fein reiben. Sofort mit Zitronensaft beträufeln, um die Schärfe zu mildern.
- Nach der Garzeit die Schlagsahne zur Suppe geben, gut unterrühren und weitere 10 Minuten leise köcheln lassen.
- Nach Beendigung der Garzeit die Suppe mit einem Schneidstab fein pürieren. Den frisch geriebenen Meerrettich einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die Suppe in vorgewärmte Suppenteller füllen, vor dem Servieren mit gehackter Petersilie bestreuen.
Tipps zur Zubereitung
- Aufgrund der holzigen Schale sollte der Meerrettich mit einem scharfen Messer geschält werden. Die Verarbeitung ist am besten an einem geöffneten Fenster durchzuführen, da die Schärfe die Augen reizen und Tränen verursachen kann.
- Der ungeschälte Meerrettich kann in Frischhaltefolie gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu 6 Wochen gelagert werden.
- Für ein fruchtiges Topping können Apfelspalten in Butter gebraten und als Garnierung verwendet werden.
Tafelspitz mit Meerrettichsoße: Ein Klassiker der bayerischen Küche
Der Tafelspitz ist ein traditionelles bayerisches Gericht, das aus sanft gekochtem Rinderfleisch besteht, das typischerweise mit Meerrettichsoße serviert wird. Neben dem Fleisch ist die Zubereitung der Soße entscheidend für den Geschmack.
Zutaten (für den Tafelspitz)
- Rinderfleisch (ca. 1 kg)
- Suppengemüse (Zwiebeln, Karotten, Sellerie)
- Rinderknochen (optional)
- Salz
- Pfeffer
Zutaten (für die Meerrettichsoße)
- 100 g Meerrettich
- 200 g saure Sahne
- 1 EL Zitronensaft
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Für den Tafelspitz Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und das Fleisch ca. 2 Minuten darin blanchieren. Das Wasser abgießen, das Fleisch abspülen und wieder in den Topf geben.
- Den Topf mit frischem Wasser auffüllen, sodass das Fleisch gut bedeckt ist. Einmal aufkochen, dann die Hitze reduzieren und das Fleisch etwa 1 Stunde sanft köcheln lassen. Dabei immer wieder den aufsteigenden Schaum (Eiweiß, das aus dem Fleisch austritt) abschöpfen.
- Währenddessen das Gemüse schälen, putzen und in grobe Stücke schneiden. Der Sellerie kann mit Schale verwendet werden. Petersilie grob schneiden. Die Zwiebel mit Schale in grobe Stücke schneiden.
- Für die Meerrettichsoße den Meerrettich schälen und reiben. Saure Sahne und Zitronensaft hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Nach der Garzeit das Rindfleisch aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und aufschneiden. Mit der Meerrettichsoße anrichten.
Tipps zur Zubereitung
- Klassischer Tafelspitz wird mit Rinderknochen gekocht. Die Zugabe von Markknochen während des Kochvorgangs intensiviert den Geschmack von Brühe und Fleisch.
- Die Soße sollte frisch serviert werden, um die Schärfe des Meerrettichs zu bewahren.
Meerrettich in Kombination mit Buttermilch
Eine weitere beliebte Variante der Meerrettichsoße ist die Kombination mit Buttermilch. Diese cremige und leicht säurehaltige Soße eignet sich hervorragend als Beilage zu Fleischgerichten oder als Dip zu Gemüsesticks. Im Folgenden ein Rezept für eine Buttermilch-Meerrettichsoße.
Zutaten
- 100 g frischer Meerrettich
- 200 ml Buttermilch
- 1 EL Zitronensaft
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Den Meerrettich schälen und fein reiben.
- Buttermilch und Zitronensaft hinzufügen.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die Soße für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Meerrettich in der fränkischen Hochzeitssuppe
Die fränkische Hochzeitssuppe ist ein weiteres Gericht, in dem Meerrettich eine Rolle spielt. Die Suppe ist reichhaltig und harmoniert durch die scharfe Note des Meerrettichs. Obwohl das genaue Rezept variieren kann, ist es üblich, Meerrettich als Beilage oder als Bestandteil der Suppe zu verwenden.
Tipps zur Verarbeitung von Meerrettich
- Schälen: Der Meerrettich hat eine holzige Schale, die mit einem scharfen Messer geschält werden sollte. Die Schärfe der Wurzel kann die Augen reizen, weshalb die Verarbeitung an einem geöffneten Fenster empfohlen wird.
- Lagerung: Ungeschälter Meerrettich kann in Frischhaltefolie gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu 6 Wochen gelagert werden.
- Schärfe regulieren: Wer die Schärfe mildern möchte, kann den geriebenen Meerrettich sofort mit Zitronensaft beträufeln. Alternativ kann er langsam in die Suppe gerührt werden, wobei der Schärfegrad kontinuierlich überwacht werden sollte.
- Kombinationen: Der Meerrettich passt besonders gut zu Rindfleisch, Fisch, Kartoffeln, Äpfeln und Petersilie.
Schlussfolgerung
Meerrettich ist eine vielseitige Wurzel, die sich in der Küche auf verschiedene Weise einsetzen lässt. Ob als Soße, Suppe oder Beilage – er verleiht Speisen nicht nur Geschmack, sondern auch gesundheitliche Vorteile. Mit den hier vorgestellten Rezepten und Tipps ist es einfach, diese traditionelle Zutat in die eigene Küchenroutine zu integrieren. Besonders empfehlenswert sind die Kombinationen mit Buttermilch, Schlagsahne oder als Beilage zu Tafelspitz. Wer Meerrettich noch nicht kennt, sollte unbedingt einen Versuch wagen – die scharfe Note ist unverwechselbar und macht die Gerichte besonders lebendig.