Eingelegte Heringe: Traditionelle Rezepte, Zubereitung und Tipps zum Verzehr

Eingelegte Heringe gehören zu den klassischen Vorspeisen in der deutschen Küche und sind besonders in der Fasten- und Osterzeit beliebt. Sie sind nicht nur einfach zuzubereiten, sondern auch nahrhaft und vielseitig einsetzbar – als Snack, als Beilage oder als Buffetelement. In den bereitgestellten Rezepten und Tipps wird gezeigt, wie Heringe auf verschiedene Weisen eingelegt werden können – mit oder ohne Sahne, mit oder ohne Alkohol, mit verschiedenen Gewürzen und Zubereitungsweisen.

Im Folgenden werden die verschiedenen Rezepturen, die zugehörigen Zutaten, Vorbereitungen und Zubereitungsschritte detailliert vorgestellt, ergänzt um Tipps zur Lagerung und zum Servieren.

Grundlagen der Einlegung

Die Einlegung von Heringen erfordert einige Grundkenntnisse, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Heringe, die für die Einlegung verwendet werden, sind meist Salzheringe oder Matjesfilets. Bevor die Heringe eingelegt werden können, müssen sie vorbereitet werden.

Vorbereitung der Heringe

In mehreren Quellen wird erwähnt, dass Salzheringe vor der Einlegung gründlich gewässert werden müssen. Dies dient dazu, das Salz zu spülen, das in den Fischen verbleibt. Die Heringe werden gehäutet, ausgenommen und mindestens 18 Stunden gewässert. Je länger sie gewässert werden, desto weniger Salzgeschmack bleibt erhalten. Dies ist besonders wichtig, wenn die Einlegung ohne Sahne oder milchähnliche Zutaten erfolgt, da diese oft den Salzgehalt abmildern.

Außerdem wird empfohlen, den Rogen (Eier des weiblichen Fisches) und den Milchner (Samen des männlichen Fisches) vorsichtig zu entfernen. Diese können getrennt eingelegt werden, falls gewünscht.

Rezeptvarianten

Im Folgenden werden drei verschiedene Rezeptvarianten vorgestellt, die sich in Zutaten, Zubereitung und Geschmacksrichtung unterscheiden.

1. Eingelegte Heringe mit Branntweinessig und Gewürzen

Dieses Rezept stammt aus der Region um Aachen und ist traditionell in der Karnevalszeit beliebt. Es verwendet Branntweinessig, Wacholderbeeren, Senfkörner, Lorbeerblätter, Zwiebeln und Pfefferkörner.

Zutaten:

  • 15 Salzheringe
  • 8–10 Wacholderbeeren
  • 1 gehäufter Teelöffel Senfkörner
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5–6 Pfefferkörner
  • 0,5 Liter Branntweinessig
  • 1 Liter Wasser
  • 1 große Zwiebel

Zubereitung:

  1. Vorbereitung der Heringe: Die Heringe sorgfältig ausnehmen und entgräten. Den Rogen und Milchner vorsichtig entfernen. Anschließend die Heringe etwa 18 Stunden in Wasser wässern.
  2. Einlegesud herstellen: Den Branntweinessig mit Wasser, Wacholderbeeren, Senfkörnern, Lorbeerblättern und Pfefferkörnern vermischen. Die Flüssigkeit darf nicht erhitzt werden, da dies die Geschmacksnote beeinflussen kann.
  3. Einlegen: Die Heringe in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel in dünne Ringe schneiden. Beides in ein Glas oder eine Schüssel geben und mit dem Einlegesud übergießen. Gut verschließen und für etwa drei Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
  4. Lagerung und Haltbarkeit: Nach dem Einlegen können die Heringe im Kühlschrank aufbewahrt werden, wobei sie etwa acht bis zehn Tage haltbar sind.

Tipp: Als Beilage eignen sich Brot oder Kartoffeln hervorragend.

2. Eingelegte Heringe mit Joghurt, Buttermilch und Gewürzmix

Dieses Rezept ist besonders mild im Geschmack und eignet sich gut für die kalte Vorspeise. Es verwendet Dickmilch, Buttermilch, Saure Sahne, Joghurt, Wacholder, Lorbeerblatt, Nelke, Meersalz, schwarzen Pfeffer, Chili und einen selbstgemischten Würzmix.

Zutaten:

  • 8–10 eingelegte Heringe in Öl
  • 2 säuerliche Äpfel
  • Gewürzgurken nach Geschmack
  • Zwiebeln
  • Dickmilch, Buttermilch, Saure Sahne, Joghurt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 6–8 Wachholderbeeren
  • 1 Nelke
  • Meersalz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Chili aus der Mühle
  • Würzmix (gemahlener Ingwer, Paprika, Koriander, Knoblauch, Kreuzkümmel, Piment, Senfkörner, getrockneter Majoran, Estragon, Oregano, Basilikum, Thymian und Orangenabrieb)

Zubereitung:

  1. Vorbereitung der Heringe: Die Heringe in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Vorbereitung der Beilagen: Die Gewürzgurken in feine Scheiben schneiden. Die Äpfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Schale hobeln. Die Zwiebeln halbieren und in dünne Scheiben hobeln.
  3. Vorbereitung des Würzmix: Alle Zutaten des Würzmix in einen Mörser geben und mahlen.
  4. Zubereitung des Einlegesudes: Dickmilch, Buttermilch, Saure Sahne und Joghurt in eine Schüssel geben und gut verrühren. Die Heringe, Gurken, Äpfel und Zwiebeln hinzufügen. Den Würzmix nach und nach zugeben, gut umrühren und abschmecken. Schließlich Salz, Pfeffer und Chili zugeben.
  5. Einlegen: Den Sud in ein luftdichtes Glas füllen und mindestens 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
  6. Fertigstellung: Vor dem Servieren das Lorbeerblatt, die Nelke und die Wachholderbeeren entfernen.

Tipp: Dieses Gericht kann gut vorbereitet werden und ist ideal für Buffets.

3. Eingelegte Heringe ohne Sahne

Dieses Rezept ist besonders für Low-Carb- oder Diät-Fans geeignet, da es auf Sahne oder milchähnliche Zutaten verzichtet und stattdessen auf Essig, Zucker, Wasser, Zwiebeln, Gurken und Gewürzen zurückgreift.

Zutaten:

  • 0,5 Liter Branntweinessig
  • 125 ml Wasser
  • Zucker
  • 8 Heringsfilets
  • 1 große Zwiebel
  • 400 g Gewürzgurken
  • Gewürze (Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Pfefferkörner)

Zubereitung:

  1. Vorbereitung des Essigsudes: Essig, Zucker und Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, dann abkühlen lassen.
  2. Vorbereitung der Heringe: Die Heringsfilets trocken tupfen und in Stücke schneiden. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Die Gurken in feine Scheiben hobeln.
  3. Einlegen: Heringe, Zwiebeln, Gurken und Gewürze in sterilisierte Gläser füllen und mit dem Essigsud übergießen. Gut verschließen.
  4. Einlegen und Reifezeit: Im Kühlschrank 2 Tage ziehen lassen.
  5. Haltbarkeit: Eingelegte Heringe ohne Sahne sind im Kühlschrank etwa 2 Tage haltbar.

Tipp: Dieses Rezept ist ideal für alle, die eine leichte, aber dennoch nahrhafte Vorspeise bevorzugen.

Spezielle Rezeptvariante: Saurer Hering mit Sahnesoße

In der Spreewaldregion ist der saure Hering in Sahnesoße mit Spreewaldgurken und Pellkartoffeln ein typisches Gericht. Es ist besonders in der Region verbreitet und wird oft auf regionalen Festen serviert.

Zutaten:

  • 4 Salzheringe oder 8 Matjesfilets
  • 4–5 mittelgroße saure Gurken
  • 2 Becher saure Sahne
  • 1 Becher Sahne (optional)
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • etwas Leinöl
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Vorbereitung der Heringe: Die Heringe gründlich wässern, ausnehmen, entgräten und in Stücke schneiden. Wer möchte, kann sie auch enthäuten.
  2. Vorbereitung der Beilagen: Die Zwiebeln und Gurken in kleine Würfel schneiden. Die Kartoffeln mit Schale waschen und kochen.
  3. Vorbereitung der Soße: Die saure Sahne mit etwas Leinöl vermengen. Wer möchte, fügt einen halben Becher Sahne hinzu, um die Soße geschmeidiger zu machen.
  4. Zusammenstellen: Die Heringe mit sauren Gurken, Zwiebeln und der Soße vermengen. Vorsichtig salzen und pfeffern, da die Salzheringe bereits sehr salzig sind. Alles miteinander vermischen und 2,5 Stunden ziehen lassen.
  5. Servieren: Vor dem Servieren kann die Soße mit etwas Leinöl verfeinert werden.

Tipp: Dieses Gericht eignet sich hervorragend als kalte Vorspeise oder als Beilage zu Pellkartoffeln.

Tipps und Empfehlungen

  • Haltbarkeit: Eingelegte Heringe sind im Kühlschrank in der Regel 1–2 Wochen haltbar, je nach Rezept und Zutaten. Auf die Kühlung ist besonders Wert zu legen, da Heringe anfälliger für Verderb sind.
  • Beilage: Eingelegte Heringe passen gut zu Brot, Pellkartoffeln, Reis oder Kartoffeln. Für kalte Vorspeisen eignen sie sich auch gut als Buffetelement.
  • Gewürze: Gewürze wie Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Pfefferkörner oder eine selbstgemischte Gewürzmischung tragen maßgeblich zum Geschmack bei. Sie können je nach Rezept variieren.
  • Zubereitung im Voraus: Viele Rezepte eignen sich gut für die Vorbereitung am Vortag, da die Heringe Zeit brauchen, um zu marinieren.

Schlussfolgerung

Eingelegte Heringe sind eine traditionelle Vorspeise, die sich durch ihre einfache Zubereitung, ihre Vielseitigkeit und ihre Nährstoffe auszeichnet. Sie können mit oder ohne Sahne eingelegt werden und passen sowohl zu Brot als auch zu Pellkartoffeln oder Kartoffeln. Je nach Rezept und Region können sie mit verschiedenen Gewürzen und Beilagen kombiniert werden, was sie zu einer beliebten Speise macht, die sowohl für Alltag als auch für Festlichkeiten geeignet ist.

Die Rezepte, die in den bereitgestellten Quellen beschrieben werden, zeigen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, Heringe einzulegen. Sie reichen von traditionellen Einlegesuden mit Branntweinessig über milchige Varianten mit Joghurt und Sahne bis hin zu regionalen Spezialitäten wie dem sauren Hering in der Spreewaldküche. Die Einlegung erfordert etwas Geduld, da die Heringe Zeit brauchen, um zu marinieren, aber das Ergebnis lohnt sich.

Egal ob für den Alltag oder für ein Festmahl – eingelegte Heringe sind ein Klassiker, der in der deutschen Küche nicht fehlen sollte.

Quellen

  1. Kostlich an Aschermittwoch: Eingelegte Heringe
  2. Saarländische Dorfrezepte – Eingelegte Heringe nach meiner Art
  3. Eingelegte Heringe ohne Sahne
  4. Eingelegte Heringe
  5. Rezepte für eingelegte Heringe
  6. Saurer Hering – Spreewald-Rezept

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