Die Frankfurter Grüne Soße, auch bekannt als Grie Soß, ist ein typisches Rezept aus der hessischen Küche und hat sich seit dem 19. Jahrhundert als fester Bestandteil der regionalen kulinarischen Tradition etabliert. Sie wird vor allem am Gründonnerstag serviert, ist aber das ganze Jahr über ein beliebtes Rezept, das durch ihre cremige Konsistenz und das Aroma der frischen Kräuter begeistert.
In diesem Artikel werden die historischen Wurzeln, die Zutaten, die Zubereitung sowie die kulinarischen Empfehlungen für die Frankfurter Grüne Soße detailliert beschrieben. Die Rezepte und Empfehlungen basieren auf mehreren Quellen, die sich auf traditionelle sowie moderne Zubereitungsweisen konzentrieren, darunter auch eine vegane Variante.
Ursprung und Entwicklung der Frankfurter Grünen Soße
Die Frankfurter Grüne Soße hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ein historisches Rezept stammt aus dem Jahr 1860 aus dem Praktischen Frankfurter Kochbuch von Wilhelmine Rührig. In der zweiten Auflage dieses Werkes wird eine frühe Version der Soße beschrieben, die sich deutlich von den heutigen Rezepten unterscheidet. So war die Soße damals noch in Form einer Vinaigrette zubereitet und enthielt Senf, Salatöl und fein gehackte Kräuter wie Borasch (Borretsch), Estragon (Petersilie), Körbel (Kerbel), Schnittlauch und Pimpernell (Pimpinelle).
Die Entwicklung der Soße über die Jahrzehnte hinweg führte zu der heute bekannten Form, die vor allem durch die Verwendung von Schmand, Sauerrahm oder Joghurt als cremiger Basis geprägt ist. Die Frankfurter Grüne Soße ist heute nicht mehr nur ein lokales Gericht, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands bekannt und wird oft mit Kartoffeln und hartgekochten Eiern serviert.
Die sieben traditionellen Kräuter
Ein zentraler Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße ist die sorgfältige Kombination von sieben frischen Kräutern, die je nach Rezept variieren können. Die traditionellen Kräuter sind:
- Borretsch – Ein erfrischendes Kräutergewächs mit einer leichten Gurkennote.
- Kerbel – Ein leicht süßliches und pfeffriges Aroma mit Anisnoten.
- Kresse – Pikantes, scharfes Aroma, das an Rettich oder scharfen Senf erinnert.
- Petersilie – Herzhaft-würzig mit einer leichten Schärfe.
- Pimpinelle – Nussiges Aroma mit einer leichten Bitternote.
- Sauerampfer – Säuerlich-frisch im Geschmack.
- Schnittlauch – Würzig-scharf, erinnert entfernt an Lauch.
Diese Kombination aus Kräutern verleiht der Soße ihre unverwechselbare Geschmacksnote und macht sie zu einem Aushängeschild der hessischen Küche. In einigen modernen Rezepten werden die Kräuter auch teilweise durch andere ersetzt, was jedoch in traditionellen Kreisen nicht gerne gesehen wird.
Rezept für die Frankfurter Grüne Soße
Das folgende Rezept basiert auf mehreren Quellen, die jeweils leicht unterschiedliche Mengen und Zubereitungsweisen empfehlen. Es handelt sich jedoch um eine durchschnittlich typische Version der Soße, die sich sowohl traditionell als auch modern anwenden lässt.
Zutaten:
- 200 g Sauerrahm oder Schmand
- 200 g Joghurt oder Quark
- 1 EL Senf (optional: Cayennepfeffer für zusätzliche Schärfe)
- 2 EL Zitronensaft oder Weißweinessig
- Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack
- 4 hartgekochte Eier (optional)
- 500 g gekochte Kartoffeln (optional)
- Frische Kräuter:
- 1 Bund Borretsch
- 1 Bund Kerbel
- 1 Bund Kresse
- 1 Bund Petersilie
- 1 Bund Pimpinelle
- 1 Bund Sauerampfer
- 1 Bund Schnittlauch
Zubereitung:
Kräuter vorbereiten:
Die Kräuter gründlich waschen und trocknen. Anschließend fein hacken. Achten Sie darauf, die harten Stängel der Pimpinelle und Sauerampfer zu entfernen.Basis mischen:
In einer großen Schüssel Sauerrahm (oder Schmand) mit Joghurt (oder Quark) gut verrühren. Anschließend Senf und Zitronensaft oder Essig hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.Kräuter hinzugeben:
Die fein gehackten Kräuter in die Basis einrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Dabei darauf achten, dass alle Kräuter gleichmäßig verteilt sind.Eier hinzufügen (optional):
Wenn gewünscht, können 4 hartgekochte Eier fein gehackt werden und zur Soße hinzugefügt werden, um eine cremigere Textur zu erzielen.Abkühlzeit:
Die Soße mindestens 30 Minuten ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können. Vor dem Servieren nochmals abschmecken.Beilage servieren:
Traditionell wird die Frankfurter Grüne Soße mit gekochten Kartoffeln und hartgekochten Eiern serviert. Alternativ kann sie auch als Dip zu Gemüse oder als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten dienen.
Würztipps:
- Wer mag, kann der Soße eine Prise Zucker oder einen Teelöffel Rapshonig hinzufügen, um die Säure etwas abzumildern.
- Cayennepfeffer verleiht der Soße eine leichte Schärfe, die den Geschmack weiter betont.
Vegane Variante der Frankfurter Grünen Soße
Für Vegetarier und Veganer gibt es auch eine passende Alternative, die den traditionellen Geschmack weitgehend beibehält. Die veganen Zutaten sind:
Zutaten:
- 200 ml pflanzlicher Joghurt (z. B. aus Soja, Mandel oder Hafer)
- 200 g Schmandersatz (z. B. aus Kefir oder Soja)
- 1 EL Senf
- 2 EL Zitronensaft oder Weißweinessig
- Salz, Pfeffer, Zucker nach Geschmack
- Frische Kräuter (wie im Rezept oben)
Zubereitung:
Die Zubereitung folgt demselben Ablauf wie bei der traditionellen Soße. Wichtig ist, dass alle Zutaten vegan sind und keine tierischen Produkte enthalten. So lässt sich die Frankfurter Grüne Soße auch in einer veganen Variante genießen.
Wichtige Hinweise zu Hygiene und Geräten
Einige Rezepte empfehlen, für die Vorbereitung der Kräuter und Soße bestimmte Küchengeräte wie einen Fleischwolf oder ein Haarsieb zu verwenden. Besondere Bedeutung hat die Hygiene, insbesondere bei Holzschneidebrettern, die nach dem Gebrauch gründlich gereinigt und gepflegt werden sollten.
Tipps zur Verwendung und Spezialitäten
Die Frankfurter Grüne Soße passt hervorragend zu verschiedenen Gerichten und eignet sich sowohl als Beilage als auch als Dip. Sie ist besonders gut zu:
- Gekochten Kartoffeln
- Hartgekochten Eiern
- Pochierten Eiern
- Gefülltem Ei (als Eiersalat-Variante)
- Fleischgerichten (z. B. Rouladen oder Braten)
- Fischgerichten (z. B. Lachs oder Forelle)
- Gemüsesticks
Die Soße kann auch als Grundlage für andere Rezepte dienen, wie beispielsweise für Spaghetti mit Kräutersauce oder als Topping für Salate.