Bechamelkartoffeln: Traditionelle Rezepte und Zubereitung aus Norddeutschland und der Eifel

Bechamelkartoffeln sind ein beliebtes Gericht in verschiedenen Regionen Deutschlands, insbesondere in Norddeutschland und der Eifel. Sie vereinen die mundvolle Kombination aus Kartoffeln und einer cremigen, herzhaften Bechamelsauce, die oft mit Speck oder Zwiebeln angereichert wird. In diesem Artikel werden verschiedene Rezepte, Zubereitungsmethoden und regionale Varianten dieses Gerichts detailliert beschrieben, basierend auf den im Quellenmaterial vorgestellten Rezepten und Kochtipps.

Einführung in Bechamelkartoffeln

Bechamelkartoffeln sind eine Beilage oder ein Hauptgericht, das durch die Kombination aus Kartoffeln und einer cremigen Bechamelsauce definiert ist. In der Regel wird die Sauce mit Milch, Sahne, Mehl und Butter zubereitet und oft mit Zutaten wie Speck, Zwiebeln oder Kräutern angereichert. Das Gericht ist sowohl als warme Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten als auch als herzhaftes Hauptgericht geeignet.

Regionale Unterschiede sind vorhanden, etwa in der Eifel, wo das Gericht auch als „Schrattele“ oder „Schrottele“ bekannt ist und oft aus Pellkartoffelresten zubereitet wurde. In Norddeutschland wird es hingegen oft als Beilage zu Bratwurst, Fisch oder Frikadellen serviert. Die Rezepturen können variieren, aber die Grundzutaten – Kartoffeln, Bechamel- oder Rahmsauce sowie eventuell Speck oder Zwiebeln – bleiben weitgehend identisch.

Rezeptvarianten aus Norddeutschland

Ein klassisches Rezept für Bechamelkartoffeln stammt aus Nordfriesland und wird dort als vegetarisches Hauptgericht oder als Beilage serviert. Im Quellenmaterial wird dieses Rezept kurz beschrieben und betont, dass es einfach und schnell zuzubereiten ist. Obwohl keine exakten Mengenangaben vorhanden sind, lassen sich aus anderen Rezepten ähnliche Grundzutaten ableiten.

Zutaten:

  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 40 g Mehl
  • 40 g Butter
  • 1/4 l Milch
  • 150 ml Sahne
  • 100 g Speckstücke (durchwachsener Baconspeck)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Muskat, Pfeffer, Salz
  • 1 TL gekörnte Fleischbrühe
  • Petersilie
  • eventuell etwas Essig

Zubereitung:

  1. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln werden zunächst gekocht und in nicht zu dünne Scheiben geschnitten.
  2. Speck und Zwiebeln braten: In einer Pfanne wird der Speck ausgelassen, die Zwiebeln werden in Streifen geschnitten und zusammen mit dem Speck in Butter oder Öl angebraten.
  3. Sauce zubereiten: Danach wird Mehl hinzugefügt und mit Milch glattgerührt. Die gekörnte Brühe wird untermischt und das Ganze mit einem Lorbeerblatt leicht köcheln gelassen, bis die Sauce eindickt.
  4. Sahne unterheben: Nachdem die Sauce die gewünschte Konsistenz erreicht hat, wird die Sahne hinzugefügt. Die Sauce wird mit Pfeffer, Salz und Muskat gewürzt und zum Schluss noch etwas gehackte Petersilie untergehoben.
  5. Essig hinzufügen (optional): In einigen Regionen wird zur Aromatik auch ein Schuss Essig hinzugefügt.
  6. Anrichten: Das Gericht wird warm serviert, idealerweise zusammen mit einem grünen Salat wie Endiviensalat, Chicoréesalat oder Blattsalat.

Dieses Rezept ist einfach und traditionell, was es zu einem idealen Familienrezept macht. Die Verwendung von Speck sorgt für eine herzhafte Note, die das Gericht besonders schmackhaft macht.

Regionale Varianten in der Eifel: Schrattele oder Schrottele

In der Eifel wird das Gericht unter dem Namen „Schrattele“ oder „Schrottele“ bekannt. Es ähnelt den norddeutschen Bechamelkartoffeln, unterscheidet sich aber in einigen Aspekten. Laut Quellenmaterial wird es oft aus Pellkartoffelresten zubereitet, was es zu einem traditionellen Resteessen macht. Zudem wird betont, dass es in einigen Regionen der Eifel, insbesondere zwischen Zell an der Mosel und Koblenz, weit verbreitet ist.

Zutaten:

  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 40 g Mehl
  • 40 g Butter
  • 1/4 l Milch
  • 150 ml Sahne
  • 100 g Speckstücke (durchwachsener Baconspeck)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Muskat, Pfeffer, Salz
  • 1 TL gekörnte Fleischbrühe
  • Petersilie
  • eventuell etwas Essig

Zubereitung:

  1. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln werden gekocht und in Scheiben geschnitten.
  2. Zutaten anbraten: Speck und Zwiebeln werden in Butter oder Öl angebraten, danach Mehl hinzugefügt.
  3. Sauce zubereiten: Die Sauce wird mit Milch und gekörnter Brühe angerührt und mit Lorbeerblatt leicht köcheln gelassen. Je nach Konsistenz wird Sahne hinzugefügt.
  4. Würzen und abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und Muskat wird die Sauce gewürzt, und Petersilie wird untergehoben. Ein Schuss Essig wird optional hinzugefügt.
  5. Anrichten: Das Gericht wird als Hauptgericht serviert oder als Beilage zu verschiedenen Fleisch- oder Fischgerichten.

Ein besonderer Aspekt der Eifeler Variante ist die Verwendung von Pellkartoffeln, die übrig geblieben sind. Dies unterstreicht die traditionelle Herkunft des Gerichts als Resteessen. Die Verwendung von durchwachsem Speck und Lorbeerblatt verleiht dem Gericht eine leichte Würzigkeit, die es besonders schmackhaft macht.

Weitere Rezeptvarianten und Zubereitungstipps

Im Quellenmaterial finden sich weitere Rezeptvarianten, die die Vielfalt der Bechamelkartoffeln oder ähnlicher Gerichte unterstreichen. So wird beispielsweise ein Rezept beschrieben, bei dem Kartoffeln mit Brennesseln, Creme fraîche und Mandeln kombiniert werden. Dieses Gericht hat sich besonders für vegetarische Mahlzeiten als nahrhaft und schmackhaft erwiesen.

Rezept: Kartoffelpüreepüre mit Brennesseln und Creme fraîche

Zutaten:

  • 500 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln (gewürfelt)
  • 30 g Butter
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 100 g junge Brennesselblätter
  • Salz, Pfeffer, 1–2 TL Zitronensaft
  • 200 g Creme fraîche
  • 50 g geröstete Mandelblättchen
  • 1 Möhre (fein geraspelt)

Zubereitung:

  1. Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln werden geschält und in Würfel geschnitten.
  2. Anschwitzen: In einer Pfanne wird die Butter geschmolzen und die Kartoffeln mit den Zwiebeln glasig angebraten.
  3. Brühe hinzufügen: Danach wird die Gemüsebrühe hinzugefügt und alles ca. 10 Minuten köcheln gelassen.
  4. Brennesseln hinzufügen: Die Brennesselblätter werden untergehoben und für weitere 10 Minuten schwach gekocht.
  5. Pürieren: Alles wird mit einem Mixer püriert.
  6. Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft wird die Masse gewürzt, und 100 g Creme fraîche werden untergerührt.
  7. Anrichten: Das Gericht wird auf Teller verteilt und mit Mandelblättchen und geraspelten Möhren garniert.

Dieses Rezept ist besonders nahrhaft und eignet sich gut als warme Beilage oder Hauptgericht. Es unterstreicht die Vielfalt der regionalen Kochtraditionen in Deutschland.

Traditionelle Gerichte und Kindheitserinnerungen

Im Quellenmaterial finden sich zahlreiche Beiträge von Nutzern, die sich an traditionelle Gerichte aus der Kindheit erinnern. Einige davon sind eng mit Bechamelkartoffeln oder ähnlichen Gerichten verbunden. So wird beispielsweise ein Rezept für „verlorene Eier in Weissweinsauce“ beschrieben, das oft zu Kartoffeln serviert wird. Auch das Rezept für „Kartoffelpfluten“ wird erwähnt, bei dem Kartoffelpüreepüre in eine Rahmsauce gegeben wird und mit Butter veredelt wird.

Ein weiteres Beispiel ist das Rezept für Nudeln mit Tomatensoße, bei dem fetter Speck, Zwiebeln, Ketchup und Mehl verwendet werden. Diese Rezepte betonen, wie eng traditionelle Gerichte mit der Kindheit und Familiengeschichte verbunden sind.

Rezept: Nudeln mit Tomatensoße

Zutaten:

  • Fetter Speck (gewürfelt)
  • Zwiebeln (gewürfelt)
  • Tomatenketchup
  • Wasser
  • Mehl

Zubereitung:

  1. Speck auslassen: Der Speck wird in einer Pfanne ausgelassen.
  2. Zwiebeln anbraten: Die Zwiebeln werden in der Speckbrühe angebraten.
  3. Soße zubereiten: Danach wird Tomatenketchup hinzugefügt und mit Wasser abgelöscht. Die Soße wird mit Mehl gebunden.
  4. Nudeln servieren: Die Soße wird über Nudeln gegossen und serviert.

Dieses Rezept ist einfach, herzhaft und ideal für Familienessen. Es unterstreicht, wie traditionelle Gerichte oft auf einfache Zutaten und Kochtechniken zurückgreifen, um schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten.

Fazit

Bechamelkartoffeln sind ein vielseitiges und schmackhaftes Gericht, das in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich zubereitet wird. Ob in Nordfriesland, der Eifel oder in anderen Regionen, die Grundzutaten bleiben weitgehend identisch, wobei regionale Unterschiede in der Zubereitungsart und in den zusätzlichen Zutaten wie Speck, Zwiebeln oder Kräutern deutlich werden. Die Rezepte, die im Quellenmaterial beschrieben werden, zeigen die Vielfalt und die traditionelle Herkunft des Gerichts.

Durch die Kombination aus Kartoffeln und einer cremigen Bechamelsauce entsteht ein Gericht, das sowohl als Beilage als auch als Hauptgericht serviert werden kann. Die Verwendung von Speck oder Zwiebeln veredelt das Gericht und verleiht ihm eine herzhafte Note, die es besonders schmackhaft macht. Zudem wird deutlich, wie eng traditionelle Gerichte mit der Kindheit und Familiengeschichte verbunden sind.

Quellen

  1. Kartoffelbeilage - gestovte Kartoffeln oder Bechamelkartoffeln Rezept
  2. Schrattele oder Schrottele – Eifeler Kartoffelgericht
  3. Lieblingsrezepte aus der Kindheit (Baujahr 1966) – Teil 2

Ähnliche Beiträge