Der perfekte Gasgrill-Steak-Grillplan: Vom Anbraten bis zur Ruhephase

Die Kunst, ein Steak auf dem Gasgrill perfekt zu grillen, beginnt mit der Auswahl des richtigen Fleisches und endet mit der Disziplin, es nach dem Garen ruhen zu lassen. Ein systematisches Vorgehen, das die Grundsätze der direkten und indirekten Hitze nutzt, ist entscheidend, um die gewünschte Kruste und einen saftigen Kern zu erzielen. Die folgenden Erkenntnisse und Techniken bieten einen fundierten Fahrplan, um ein erstklassiges Steak zu grillen.

Die Wahl des richtigen Steaks

Für ein überzeugendes Grillergebnis ist die Qualität des Fleisches unerlässlich. Ein saftiges, aromatisches Steak mit einer Dicke von mindestens 3 cm bietet die idealen Voraussetzungen für eine gleichmäßige Garung und eine ausgeprägte Kruste. Beliebte und gut geeignete Cuts sind das Entrecôte (Rumpsteak) und die Hüfte. Die Fettmarmorierung innerhalb des Fleisches trägt maßgeblich zum Geschmack und zur Zartheit bei. Für die Zubereitung wird empfohlen, Salzflocken und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer bereitzuhalten, um das Fleisch vor und nach dem Grillen zu würzen.

Vorbereitung: Vom Kühlschrank zum Raumtemperatur-Steak

Der erste Schritt zum Erfolg ist die korrekte Vorbereitung des Steaks. Es ist von größter Bedeutung, das Steak rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen. Eine Wartezeit von etwa einer Stunde vor dem Grillen ist optimal, damit das Fleisch Raumtemperatur erreicht. Eine durchgehende Kühlkette ist wichtig: Tiefgefrorene Steaks sollten stets im Kühlschrank über 24 Stunden aufgetaut werden, niemals in warmem Wasser oder der Mikrowelle. Kurz vor dem Grillen wird das Steak gesalzen. Salzflocken, wie Fleur de Sel oder Murray River Salt Flakes, eignen sich besonders gut, da sie gleichmäßig auf der Oberfläche anhaften und den Fleischsaft beim Erhitzen binden, was die Entwicklung einer Kruste begünstigt.

Die Ausrüstung: Grill und Thermometer

Ein Gasgrill mit der Möglichkeit, eine direkte und eine indirekte Hitzezone zu erzeugen, ist für diese Technik unabdingbar. Der Grill sollte mit geschlossenem Deckel auf die maximale direkte Hitze aufgeheizt werden, wobei das Grillrost für mindestens 15 Minuten der Hitzeeinwirkung ausgesetzt werden sollte. Die richtige Einstellung der Hitzequellen ist entscheidend, um später die gewünschte indirekte Zone zu erreichen, deren Temperatur idealerweise bei 100-130 °C liegt. Ein Grillthermometer oder ein SteakChamp-Thermometer ist ein unverzichtbares Instrument zur Überwachung des Garfortschritts. Es wird seitlich in das Steak eingeführt, um die Kerntemperatur präzise zu messen. Ein gefetteter Grillrost verhindert, dass das Steak am Rost kleben bleibt. Hierfür ist ein geschmacksneutrales Öl wie Rapsöl geeignet, das hohen Temperaturen standhält.

Die Technik: Direktes Anbraten für die Kruste

Der Kern des Verfahrens liegt im systematischem Anbraten über direkter Hitze. Dieser Schritt ist für die Bildung der charakteristischen Kruste verantwortlich, die durch die Maillard-Reaktion entsteht. Das Steak wird für genau 90 bis 120 Sekunden pro Seite über die heiße, direkte Zone gelegt, wobei der Deckel geschlossen wird. Es ist wichtig, das Steak während dieser Phase nicht ständig zu wenden oder anzuheben, um den Garprozess zu überprüfen, da dies die Krustenbildung stören und zu ungleichmäßiger Bräunung führen könnte. Das Fleisch wird nicht verbrennen, auch wenn starke Rauchentwicklung auftreten sollte. Nach der ersten Seite wird das Steak um 90 Grad gedreht, ohne es zu wenden. Nach weiteren 90 bis 120 Sekunden wird es gewendet und die Prozedur auf der anderen Seite wiederholt. Diese Technik erzeugt das begehrte diagonale Rauten-Grillmuster auf der Oberfläche. Zur Überprüfung des Garfortschritts kann die Fettkante des Steaks über den heißen Rost geführt werden, um den Rost einzufetten und die "Losschmelzprobe" zu nutzten: Löst sich das Fleisch nach etwa 90 Sekunden leicht vom Rost, ist der richtige Zeitpunkt zum Drehen gekommen.

Die Vollendung: Indirektes Garen für den perfekten Kern

Nach dem kräftigen Anbraten wird das Steak in die indirekte Hitzezone des Grills gelegt. Hierbei handelt es sich um den Bereich des Grills, der nicht der direkten Flamme ausgesetzt ist. Die Temperatur in dieser Zone wird auf etwa 100-130 °C reduziert. Der Deckel wird geschlossen und das Steak zieht langsam auf die gewünschte Kerntemperatur. Ein Innenthermometer ist hierfür die beste Lösung, da es den präzisen Garpunkt ermittelt. Es ist wichtig zu beachten, dass die Kerntemperatur während der anschließenden Ruhephase noch um etwa 2 °C ansteigt. Aus diesem Grund sollte das Steak bei einer Temperatur vom Grill genommen werden, die ein bis zwei Grad unter der gewünschten Endtemperatur liegt.

Die Ruhephase: Der Schlüssel zur Saftigkeit

Das finale Geheimnis eines perfekt gegrillten Steaks ist die Ruhephase. Nachdem die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, wird das Steak vom Grill genommen und für etwa 3 Minuten auf einem Teller oder, noch besser, auf einem Rost aus dem Backofen zum Ruhen gelegt. Während dieser Zeit verteilen sich die im Fleisch eingeschlossenen Säfte gleichmäßig, was zu einem saftigeren und zarteren Biss führt. Es ist entscheidend, das Steak nicht in Alufolie oder ähnlichem einzuschlagen, da der entstehende Dampf die gerade erzeugte, krosse Oberfläche aufweichen würde. Das Steak sollte frei atmen können, damit die Kruste ihre Textur behält.

Würzen und Servieren

Die finalen Handgriffe sind einfach, aber wirkungsvoll. Nach dem Grillen wird das Steak großzügig mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer gewürzt. Für das Salz empfehlen die Quellen spezielle Salzflocken wie Murray River Salt Flakes oder hochwertige Grillsalze wie "New York Steak Grillsalz". Die Gewürze sollten erst nach dem Grillen aufgetragen werden, um ein Verbrennen und die damit einhergehende Bitterkeit zu vermeiden. Das Steak kann sofort serviert werden und entfaltet so sein volles, unverfälschtes Aroma.

Dieses systematische Vorgehen – von der Vorbereitung über das Anbraten bis zur Ruhephase – ist der Schlüssel zu einem perfekt gegrillten Steak. Die Kombination aus hoher direkter Hitze für die Kruste und kontrollierter indirekter Hitze für den Gargrad, unterstützt durch die Messung der Kerntemperatur und eine konsequente Ruhephase, garantiert ein Ergebnis, das sowohl Gaumen als auch Auge zufriedenstellt.

Rezept: Entrecôte vom Gasgrill

Zutaten: - 2 Stück Entrecôte (Rumpsteak) à ca. 300g, mindestens 3 cm dick - 2 TL Salzflocken (z.B. Fleur de Sel, Murray River Salt Flakes) - 2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer - Rapsöl zum Einfetten des Grillrosts

Zubereitung: 1. Vorbereitung: Die Steaks etwa eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen und auf Raumtemperatur bringen. Direkt vor dem Grillen großzügig mit Salzflocken würzen. 2. Grill vorheizen: Den Gasgrill für mindestens 15 Minuten mit geschlossenem Deckel auf maximale direkte Hitze aufheizen. Die indirekte Zone sollte auf 100-130 °C eingestellt werden. Den Grillrost mit Rapsöl einfetten. 3. Anbraten: Die Steaks für 90-120 Sekunden über die heiße, direkte Hitze legen und den Deckel schließen. Ohne ständiges Wenden ein 90-Grad-Drehen vornehmen, um ein Rautenmuster zu erhalten. Nach weiteren 90-120 Sekunden wenden und die Prozedur auf der anderen Seite wiederholen. 4. Indirekt Garen: Die Steaks in die indirekte Zone legen. Ein Grillthermometer oder SteakChamp seitlich in die dickste Stelle des Steaks einführen. Das Steak bei geschlossenem Deckel auf die gewünschte Kerntemperatur ziehen lassen (Rar: 48-50°C, Medium Rare: 52-54°C, Medium: 55-57°C). Da die Temperatur in der Ruhephase noch um ~2°C ansteigt, das Steak 1-2°C unter der Zieltemperatur vom Grill nehmen. 5. Ruhen: Die Steaks für circa 3 Minuten auf einem Rost oder Teller ruhen lassen. Nicht in Alufolie einschlagen. 6. Anrichten: Nach der Ruhephase mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen und sofort servieren.

Quellen

  1. Steaks vom Gasgrill
  2. Das perfekte Steak Grill
  3. Steak grillen: So gehst du vor
  4. Steak richtig grillen

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