Das Suppenfasten ist eine Form des Fastens, die sich besonders durch ihre leichte, flüssige Nahrung auszeichnet. Es ermöglicht eine sanfte Entgiftung des Körpers, entlastet den Verdauungstrakt und kann bei richtiger Anwendung eine wohltuende Auswirkung auf die körperliche und seelische Gesundheit haben. Der Begriff „40-Tage-Fasten“ bezieht sich auf eine Fastenform, die im christlichen Kontext verbreitet ist und eine spirituelle Reinigung mit einer körperlichen Entlastung verbindet. In dieser Artikelserie werden konkrete Suppenrezepte, Anleitungen und Tipps vorgestellt, die für diese Art des Fastens geeignet sind.
Was ist Suppenfasten?
Beim Suppenfasten verzichtet man für eine gewisse Zeit auf feste Nahrung und ernährt sich ausschließlich von flüssigen Speisen, insbesondere Suppen, sowie frisch gepressten Säften und Tees. Suppen sind ideal, da sie den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen, ohne die Verdauungsorgane übermäßig zu belasten. Eine typische Suppenfasten-Kur dauert etwa neun Tage, wobei der Zeitraum aus zwei Entlastungstagen, fünf Fastentagen und zwei Aufbautagen besteht.
Die Suppen werden meist aus frischen Gemüsesorten zubereitet, wie Karotten, Sellerie, Lauch, Fenchel oder Pastinaken. Sie werden langsam gekocht, um Aromen und Nährstoffe optimal freizusetzen. Sahne, Butter, tierische Brühen oder Fertigpulver werden konsequent vermieden, da sie den Stoffwechsel überfordern könnten. Stattdessen werden klare Brühen oder cremige Suppen hergestellt, die den Körper entlasten und wohltuend wirken.
Vorbereitung auf das Suppenfasten
Ein sorgfältiger Start ist entscheidend für den Erfolg des Suppenfastens. Vor dem eigentlichen Fastenzeitraum empfiehlt sich die Einrichtung von zwei Entlastungstagen, um den Körper langsam auf die flüssige Nahrung vorzubereiten. Ideal ist beispielsweise ein Hafertag, bei dem gegarte Haferflocken mit gedünstetem Gemüse kombiniert werden. Auf Genussmittel wie Kaffee, koffeinhaltige Tees, Nikotin und Zucker sollte verzichtet werden.
Eine weitere Maßnahme zur Vorbereitung ist die Darmreinigung. Sie dient dazu, den Darm von Stuhlrückständen zu befreien, den Stoffwechsel zu unterstützen und das Hungergefühl zu dämpfen. Klassisch wird dazu Glaubersalz verwendet: 20 bis 40 Gramm Glaubersalz werden in 750 ml warmem Wasser gelöst, und die gleiche Menge wird nachgetrunken. Der Vorgang kann mit Pfefferminztee, Zitronensaft oder Zitronenschnitzen begleitet werden. An diesem Tag sollte man sich in der Nähe einer Toilette aufhalten.
Suppenrezepte für das Suppenfasten
Die Suppen während der Fastenzeit sind die Hauptnahrung und sollten daher so zubereitet werden, dass sie leicht verdaulich, nährstoffreich und wohltuend sind. Nachfolgend sind einige Rezepte und Anleitungen detailliert beschrieben, die sich auch für das 40-Tage-Fasten eignen.
Klassische Gemüsebrühe
Zutaten (für 2 Personen):
- 2 Stangen Lauch
- 2 ganze Kohlrabi
- ¼ Sellerie
- 1 Zwiebel
- 3–4 Karotten
- 2–3 Kartoffeln
- 3,5 Liter Wasser
- ½ Teelöffel Salz
- 2 Lorbeerblätter
Zubereitung:
- Alle Gemüsesorten waschen, putzen und schälen, soweit nötig.
- In Stücke schneiden und in einem großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen.
- 1 Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen.
- Die Brühe durch ein großes Haarsieb abgießen.
- Das ausgekochte Gemüse nicht verzehren, nur die Brühe trinken.
Die Brühe ist klar und durchsichtig, da das Gemüse abgeseiht wird. Sie ist ideal für die Fastenzeit und eignet sich auch als Aufbaubespeise nach dem Fastenende.
Selleriebrühe
Zutaten (für 2 Personen):
- 200 g Sellerie
- etwas frische Petersilie
- 600 ml Wasser
- ½ Teelöffel Würzmittel (pflanzlich, ohne Hefeextrakte und Glutamat)
Zubereitung:
- Sellerie schälen und klein schneiden.
- Petersilie grob zerkleinern.
- Beides mit Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen.
- Würzmittel zugeben.
- Die Brühe nach dem Kochen durch ein Haarsieb abgießen.
Champignonbrühe
Zutaten (für 2 Personen):
- 250 g Champignons
- 2–3 Stängel Petersilie
- 600 ml Wasser
- ½ Teelöffel Würzmittel (pflanzlich, ohne Hefeextrakte und Glutamat)
Zubereitung:
- Große Champignons halbieren, kleine bleiben ganzt.
- Petersilie mit den Pilzen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen.
- Den Deckel aufsetzen und zum Kochen bringen.
- Würzmittel zugeben.
- Die Brühe durch ein Sieb abgießen.
Lauchbrühe
Zutaten (für 2 Personen):
- 1 Stange Lauch
- 500 ml Wasser
- ½ Teelöffel Würzmittel (pflanzlich, ohne Hefeextrakte und Glutamat)
Zubereitung:
- Lauch gründlich waschen und in Streifen schneiden.
- In einen Topf geben und mit Wasser auffüllen.
- 5 Minuten köcheln lassen.
- Würzmittel zugeben und abgießen.
Suppen als Hauptmahlzeiten
Während des Suppenfastens bilden die Suppen die drei Hauptmahlzeiten des Tages. Ein typischer Tag könnte wie folgt aussehen:
- Frühstück: Ein Smoothie oder Hafersuppe
- Mittagsmahlzeit: Eine Gemüsesuppe
- Abendmahlzeit: Eine weitere Gemüsesuppe
Zwischen diesen Mahlzeiten können frisch gepresste Säfte getrunken werden. Allerdings sollte der Zuckergehalt der Säfte beachtet werden. Bei reiner Obstsaftzubereitung ist es ratsam, sich auf 250 ml/Tag zu beschränken, um den Zuckerkonsum nicht zu hoch zu halten.
Cremige Suppen oder klare Brühen – was ist besser?
Suppen während des Fastens können entweder klar und durchsichtig sein oder sämiger und cremiger. Cremige Suppen entstehen, wenn das Gemüse nach dem Kochen püriert wird. Sie liefern mehr Ballaststoffe und können das Hungergefühl besser stillen. Klare Brühen hingegen sind leichter verdaulich und entlasten den Verdauungstrakt stärker. Beide Formen sind für das Suppenfasten geeignet und können abwechselnd eingesetzt werden.
Leberwickel als Unterstützung
Ein weiterer Tipp zur Unterstützung des Fastens ist der Leberwickel. Er fördert die Entgiftungsfunktion der Leber, die als wichtigstes Entgiftungsorgan des Körpers fungiert. Der Wickel verstärkt die Durchblutung der Leber und unterstützt den Abfluss von Gallensaft, was die Ausscheidungsprozesse fördert.
Zubereitung:
- Ein feuchtes Handtuch unter den letzten Rippenbogen auf der rechten Seite des Oberkörpers legen.
- Eine Wärmflasche mit heiß-warmem Wasser füllen.
- Die Wärmflasche in ein Handtuch wickeln.
- Sie auf das Handtuch legen und einige Minuten ruhen lassen.
Aufbautage nach dem Fasten
Nach den fünf Fastentagen sind zwei Aufbautage wichtig, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Die Nahrung sollte leicht verdaulich sein und den Verdauungstrakt nicht überfordern. Geeignete Lebensmittel sind:
- Gekochtes oder gedünstetes Gemüse (z. B. Karotten, Zucchini, Fenchel, Erbsen, Pastinake)
- Reis
- Pellkartoffeln
- Leicht verdauliche Molkereiprodukte (z. B. Quark, Joghurt oder pflanzliche Alternativen)
- Nudeln
Die Aufbautage sind entscheidend, um den Körper langsam an feste Nahrung zu gewöhnen und Übelkeit oder Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Suppenfasten und die wohltuende Wirkung
Suppenfasten ist nicht nur eine Form der körperlichen Entlastung, sondern auch eine Möglichkeit zur geistlichen und emotionalen Ausrichtung. Es hilft, den Alltag zu verlangsamen, den Körper zu reinigen und die Sinne zu schärfen. Viele Menschen berichten von einer zunehmenden Energie, besseren Verdauung und einem allgemeinen Wohlbefinden während der Fastenzeit.
Die Verbindung von Ernährung und Spiritualität ist bei der 40-Tage-Fasten-Tradition besonders stark. In dieser Zeit wird nicht nur der Körper entlastet, sondern auch die Seele zur Ruhe gebracht. Suppenfasten ist daher eine gute Grundlage für diesen Prozess.
Fazit
Das Suppenfasten ist eine sanfte und wohltuende Methode, den Körper zu entlasten und zu reinigen. Es eignet sich besonders gut für die 40-Tage-Fastenzeit, da es dem Körper genügend Nährstoffe zuführt, ohne die Verdauung übermäßig zu belasten. Mit einfachen Rezepten wie der Klassischen Gemüsebrühe, Selleriebrühe, Champignonbrühe und Lauchbrühe kann das Suppenfasten leicht in den Alltag integriert werden.
Wichtig ist eine sorgfältige Vorbereitung mit Entlastungstagen und Darmreinigung, um den Körper langsam auf die flüssige Nahrung vorzubereiten. In der Fastenzeit selbst sollten die Suppen so zubereitet werden, dass sie klar oder cremig sind und keine tierischen Produkte enthalten. Nach dem Fasten ist es entscheidend, zwei Aufbautage einzulegen, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.
Durch die Kombination von ernährungswissenschaftlichen Grundlagen und spirituellen Aspekten kann das Suppenfasten eine tiefe, wohltuende Erfahrung werden.