Die Currywurst zählt zu den unverzichtbaren Leckereien der deutschen Küche und ist zugleich ein Symbol der Kultur der Nachkriegszeit. In den 1940er Jahren soll das Gericht in Berlin erfunden worden sein, und seitdem hat sich die Currywurst als Kultgericht etabliert. Inzwischen gibt es zahlreiche Varianten der Currywurst-Sauce, verschiedene Arten der Wurstherstellung und auch vegetarische Alternativen, die den Klassiker neu interpretieren. Dieser Artikel bietet eine umfassende Betrachtung des Currywurst-Rezepts, unter Berücksichtigung unterschiedlicher Rezeptvorschläge, Zubereitungsmöglichkeiten und regionaler Besonderheiten.
Einfaches Currywurst-Rezept mit Pommes
Ein klassisches Currywurst-Rezept besteht aus einer saftigen Wurst, einer würzigen Sauce und knusprigen Pommes. Im Folgenden wird ein einfaches Rezept beschrieben, das sich für Einsteiger und Hobbyköche gleichermaßen eignet. Die Zutaten sind leicht beschaffbar und die Zubereitung ist in mehreren Schritten detailliert erläutert.
Zutaten
- 800 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
- 4 Currywürste (am besten Bio-Qualität)
- Schweinefett oder Pflanzenöl
- 250 ml Cola
- 2 EL Apfelmus
- 3 EL Ketchup
- 2 EL Curry-Gewürz
- ½ Limette
- 1–2 TL Worcestersauce
- etwas Tabasco
- BBQ-Gewürz nach Wahl (z. B. BBQ Allrounder)
Zubereitung
Kartoffeln schneiden und frittieren:
Schneide die Kartoffeln in gleichmäßige Stifte. Alternativ kann ein Pommesschneider verwendet werden, um Zeit zu sparen. Brate die Pommes zunächst bei 170 °C für etwa 3–4 Minuten, bis sie etwas Farbe bekommen. Anschließend werden sie ein zweites Mal bei gleicher Temperatur für weitere 5 Minuten frittiert, um knusprige Pommes zu erhalten.Currywurst zubereiten:
Die Würste werden in mundgerechte Stücke geschnitten. Alternativ können sie auch auf dem Grill gebraten werden. In beiden Fällen wird die Wurst knusprig und aromatisch.Currysauce herstellen:
In einem Topf werden Ketchup, Apfelmus, Worcestersauce, Tabasco und der Saft der halben Limette erwärmt. Danach wird Curry-Gewürz nach Geschmack hinzugefügt. Die Sauce wird kurz aufgekocht, bis sie eine cremige Konsistenz erreicht.Anrichten:
Die Currywurststücke werden auf einem Teller platziert und mit der Sauce übergossen. Darauf folgt eine Prise Currypulver. Die Pommes werden mit BBQ-Gewürz bestäubt und neben der Wurst serviert.
Nährwerte (pro 100g)
- Brennwert: 1446 kJ / 345 kcal
- Fett: 25g
- Kohlenhydrate: 25g
- Eiweiß: 7g
Currywurst-Sauce – Rezeptvarianten
Die Sauce ist das Herzstück der Currywurst und gibt dem Gericht seinen charakteristischen Geschmack. Im Folgenden werden zwei Rezeptvarianten vorgestellt, die sich in der Verwendung der Zutaten unterscheiden.
Variante 1: Traditionelle Currywurst-Sauce mit Cola
Dieses Rezept stammt von Jan Birkholz und wird oft in der hr4-Technik zubereitet. Es enthält Cola als Aromakomponente, was den Geschmack der Sauce besonders runden lässt.
Zutaten
- 500 g passierte Tomaten
- 0,5 l Cola
- Salz
- Pfeffer
- Currypulver
- Chilipulver
- 1 gehackte Zwiebel
- 1 gehackte Knoblauchzehe
- 1–2 EL Apfelmus
- Tomatenmark
Zubereitung
- Die Cola in einem Topf auf ca. 100 ml reduzieren, bis sie eine gelerne Konsistenz hat. Dieser Schritt ist entscheidend für die Aromabildung.
- Zwiebel und Knoblauch in feine Stücke hacken und in etwas Öl glasig dünsten.
- Die passierten Tomaten hinzufügen und alles mit Salz, Pfeffer, Currypulver und Chilipulver würzen.
- Tomatenmark und Apfelmus in die Soße geben und alles gut verrühren.
- Das Cola-Gel in die Soße einrühren und diese bei leichter Hitze köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
- Nach Geschmack erneut mit Salz, Pfeffer, Chilipulver und Currypulver würzen.
Variante 2: Currywurst-Sauce ohne Cola oder Ketchup
Dieses Rezept verwendet ausschließlich natürliche Zutaten und verzichtet auf Fertigsoßen oder Cola. Es ist besonders geeignet für Familienessen oder Kinder.
Zutaten
- Passierte Tomaten (Hauptzutat)
- Schalotten
- Peperoni (ohne Kerne)
- Tomatenmark
- Orangensaft (frisch gepresst)
- Zimtstange
- Paprikapulver
- Currypulver
- Neutrales Pflanzenöl (z. B. Rapsöl)
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Die Schalotten und Peperoni in kleine Würfel schneiden und in etwas Öl glasig dünsten.
- Die passierten Tomaten und das Tomatenmark hinzufügen.
- Mit Orangensaft ablöschen und die Zimtstange dazugeben.
- Die Soße bei leichter Hitze köcheln lassen.
- Mit Paprikapulver, Currypulver, Salz und Pfeffer abschmecken.
Currywurst regional: Berlin, Hannover, Ruhrpott
Die Currywurst ist in ganz Deutschland verbreitet, doch auch hier gibt es regionale Unterschiede in der Zubereitung und dem Geschmack.
Berlin
Die Berliner Currywurst ist traditionell mit einer scharfen, würzigen Sauce serviert. Oft wird sie auf einem Brot serviert oder mit Pommes kombiniert. In Berlin ist die Currywurst ein Symbol der Nachkriegskultur und zugleich ein Lebenselement der Stadt.
Hannover
In Hannover unterscheidet man zwischen Bratwurst (Bratcurry) und Brühwurst (Currywurst). Die Currywurst wird dort traditionell mit der sogenannten Warmfleischtechnik hergestellt. Dabei wird das Fleisch unmittelbar nach der Schlachtung verarbeitet, was den natürlichen Geschmack betont.
Ruhrpott
Im Ruhrgebiet ist die Currywurst oft eine Beilage zu anderen Gerichten oder in Kantine und Betriebskantine ein fester Bestandteil des Essens. Die Sauce ist dort meist etwas weniger scharf und wird oft mit Mayonnaise oder anderen Aromen abgerundet.
Vegetarische Currywurst – eine Alternative
Für Menschen, die auf tierische Produkte verzichten, gibt es auch eine vegetarische Currywurst-Variante. Diese besteht aus pflanzlichen Würsten, die den Geschmack der herkömmlichen Currywurst nachahmen. Die Sauce kann genauso hergestellt werden wie im herkömmlichen Rezept. Eine vegane Variante ist ebenfalls möglich, wenn man die Wurst ebenfalls vegan wählt.
Curry-Gewürze – Auswahl und Wirkung
Currypulver ist ein entscheidender Bestandteil der Currywurst-Sauce. Es gibt verschiedene Arten von Currypulvern, die sich in der Schärfe und dem Aromaspektrum unterscheiden.
Madras Curry
Dieses Currypulver ist scharf und hat einen starken Geschmack. Es eignet sich gut für Currywurst-Saucen, die eine ausgewogene Schärfe haben sollen.
Mildes Curry
Für eine milderere Currywurst kann ein mildes Currypulver verwendet werden. Dies ist besonders in Familien oder bei Kindern beliebt.
Eigenes Curry-Mix
Ein weiterer Tipp ist die Herstellung eines eigenen Curry-Gewürzmixes. Dazu können die folgenden Gewürze verwendet werden:
- Kurkuma
- Pfeffer
- Kreuzkümmel
- Koriander
- Ingwer
- Zimt
- Kardamom
Diese Kombination kann individuell angeschmeckt und je nach Vorliebe angepasst werden.
Tipps für die Zubereitung
- Wurstauswahl: Es ist wichtig, eine hochwertige Wurst zu wählen, die gut bratet und sich nicht auf der Sauce verliert. Bio-Würste sind eine gute Wahl.
- Pommes selbst machen: Selbst gemachte Pommes schmecken besser als Fertigprodukte und sind mit etwas Übung einfach herzustellen.
- Sauce nicht zu scharf machen: Die Schärfe der Sauce sollte individuell angeschmeckt werden. Es ist einfacher, später mehr Chilipulver hinzuzufügen, als überschüssige Schärfe auszugleichen.
- Vorab zubereiten: Für größere Mengen kann die Sauce im Voraus hergestellt werden, damit sie bei der Servierung nur noch erwärmt werden muss.
Schlussfolgerung
Die Currywurst ist mehr als nur ein Imbissgericht – sie ist ein Symbol der deutschen Esskultur und zugleich eine Leckerei, die sich auf vielerlei Arten genießen lässt. Egal ob traditionell mit Pommes und Sauce oder vegetarisch in einer neuen Form – die Currywurst bleibt ein Klassiker. Mit den hier vorgestellten Rezepten und Tipps kann jeder Hobbykoch sein eigenes Currywurst-Erlebnis kreieren und genießen. Ob in der Familie, bei einem Picknick oder in der Kantine – die Currywurst ist immer ein Garant für gute Laune und leckeres Essen.