Das Grillen ist im Sommer mehr als nur eine Kochmethode; es ist ein soziales Ereignis und eine kulinarische Tradition, die das Leben ins Freie verlagert. Die WDR-Fernsehköche Martina und Moritz präsentieren in ihrer Sendung „Sommervergnügen Grillen“ eine vielseitige Auswahl an Gerichten und Techniken, die den eigenen Grillabend bereichern sollen. Neben der Zubereitung von Fleisch, Fisch und Gemüse stehen auch praktische Tipps zur Grillkonstruktion und Gluterzeugung im Fokus. Dieser Artikel beleuchtet die kulinarischen Konzepte und Methoden, die in der Sendung vorgestellt wurden, und bietet eine detaillierte Übersicht für ambitionierte Grillenthusiasten.
Grilltechniken und Zubereitungsmethoden
Das erfolgreiche Grillen erfordert mehr als nur die Auswahl von Zutaten. Die Qualität der Hitze und die richtige Handhabung des Grillgeräts sind entscheidend für das Endergebnis. Martina und Moritz nutzen einen individuell angefertigten Grill, der mit Holzkohle befeuert wird. Diese Entscheidung unterstreicht die Bedeutung traditioneller Grillmethoden, die einen spezifischen Geschmack und eine bestimmte Art von Hitze erzeugen, die für authentisches Grillen unerlässlich sind.
Die Erzeugung einer stabilen Glut
Ein zentraler Aspekt der Sendung ist die korrekte Vorbereitung der Glut. Es wird betont, dass das Grillen eine ordentliche Glut erfordert, die nicht sofort verfügbar ist. Ein häufiges Problem, das adressiert wird, ist das zu schnelle Verglühen der Kohle, was zu Hitzeverlust und unzureichender Garung führt.
Für das Anzünden der Holzkohle werden professionelle Anzünder empfohlen. Dabei wird explizit davor gewarnt, Brennstoff direkt über die Kohle zu kippen oder andere Brandbeschleuniger zu verwenden. Diese Vorgehensweise ist nicht nur aus Sicherheitsgründen abzulehnen, sondern auch aus kulinarischer Sicht problematisch, da chemische Beimischungen den Geschmack der Lebensmittel verfälschen können. Die Erzeugung einer stabilen, weißen Glut ist die Grundlage für ein gelungenes Grillergebnis, da sie eine gleichmäßige Wärmeverteilung ermöglicht.
Der Aufbau eines „Supergrills“
Ein interessanter Tipp aus der Sendung betrifft die Konstruktion des Grillgeräts selbst. Es wird erwähnt, dass man mit einfachen Mitteln einen sogenannten „Supergrill“ selbst bauen kann. Obwohl die Quellen keine detaillierten Bauanleitungen liefern, impliziert die Erwähnung dieser Möglichkeit, dass die Funktionalität des Grills durch intelligente Konstruktion verbessert werden kann. Ein „Supergrill“ zeichnet sich vermutlich durch eine verbesserte Wärmeisolierung oder optimale Luftzirkulation aus, was effizienteres Brennen und bessere Temperatureinstellung ermöglicht.
Fleisch und Fisch: Besondere Stücke und Zubereitungsarten
Die Auswahl der Proteine ist ein entscheidender Faktor für die Qualität des Grillmenüs. Martina und Moritz haben spezielle Stücke beim Metzger ausgewählt, um Abwechslung und Genuss zu bieten.
Fleischspezialitäten vom Metzger
Die Sendung hebt zwei besondere Fleischstücke hervor, die für das Grillen geeignet sind:
- Flanksteak: Dieses Stück wird als „kernig“ beschrieben. Es handelt sich um einen Muskelschnitt aus der Bauchregion des Rindes. Das Flanksteak ist magerer als andere Steaks und hat eine ausgeprägte Fasertextur. Aufgrund seines geringen Fettgehalts benötigt es eine schnelle, starke Hitze, um zart zu bleiben, und sollte nicht übergar werden.
- Secreto: Dieses Stück wird als „zartes“ und „geheimes“ Stück vom Schwein bezeichnet. Der Begriff „Secreto“ (spanisch für „Geheimnis“) bezieht sich auf einen speziellen Muskelschnitt vom Schwein, der oft als „Geheimnissteak“ bekannt ist. Er stammt aus der Schulterpartie und ist besonders saftig und zart aufgrund seiner Fettmarmorierung. Dieses Stück eignet sich hervorragend für das Grillen, da das Fett beim Garen schmilzt und das Fleisch aromatisch hält.
Fisch auf der Salzplatte
Eine besondere Zubereitungsmethode, die vorgestellt wird, ist das Grillen von Fisch auf einer Salzplatte. Diese Technik dient dazu, den Fisch gleichmäßig zu garen und zu würzen, ohne ihn austrocknen zu lassen. Die Salzplatte fungiert hierbei als natürlicher Wärmeleiter und abgegebener Würzträger.
Japanisch mariniertes Brathähnchen
Neben Steaks und Fisch wird auch ein Brathähnchen nach japanischer Art zubereitet. Die Marination verspricht eine geschmackliche Tiefe, die über die klassische Grillwürze hinausgeht. Die japanische Küche legt Wert auf Balance von Süße, Salzigkeit und Umami, was darauf hindeutet, dass die Marinade aus Zutaten wie Sojasauce, Ingwer, Knoblauch und eventuell Mirin oder Sake bestehen könnte.
Gemüse und Beilagen: Vielfalt für den Gaumen
Ein vollständiges Grillmenü benötigt ausgewogene Beilagen. Die Sendung stellt neben Fleisch und Fisch auch eine Auswahl an Salaten und Gemüsegerichten vor, die den schweren Proteinen frische und leichte Elemente hinzufügen.
Auberginen nach Thairezept
Das Grillen von Auberginen nach einem thailändischen Rezept deutet auf eine aromatische, scharfe und saure Geschmacksnote hin. Die thailändische Küche nutzt oft Kombinationen aus Fischsauce, Limette, Chili und Kräutern. Diese Art der Zubereitung hebt die natürliche Cremigkeit der Aubergine auf und fügt ihr eine komplexe Würze hinzu.
Salate als Kontrast
Die Salate in der Sendung bieten unterschiedliche Geschmacksprofile:
- Lieblingsnudelsalat (Martina): Ein Nudelsalat ist eine sättigende Beilage, die oft mit einem Dressing auf Ölbasis, Essig und frischen Kräutern zubereitet wird. Er kann als warmer oder kalter Salat serviert werden.
- Heißgeliebter Kartoffelsalat (Moritz): Kartoffelsalat ist eine klassische deutsche Beilage zum Grillen. Je nach Region variiert die Zubereitung (mit Mayo, Essig oder Brühe). Die Bezeichnung „heißgeliebt“ könnte darauf hindeuten, dass er warm serviert wird oder eine besonders intensive Würze besitzt.
- Fruchtig-frischer Melonensalat: Dieser Salat dient als Erfrischung. Die Kombination von Melone (z.B. Wassermelone oder Honigmelone) mit Salz, Pfeffer, eventuell Kräutern wie Minze oder Balsamico ist ein klassischer Sommer-Salat, der den Gaumen reinigt.
Käse und Dessert vom Grill
Die Vielfalt des Grillens wird durch den Verzicht auf Fleisch nicht eingeschränkt. Die Sendung zeigt, dass auch Käse und Desserts auf dem Rost zubereitet werden können. Gegrillter Käse (z.B. Halloumi oder Feta) entwickelt durch die Hitze eine Kruste und bleibt innen weich. Ein Dessert vom Grill könnte aus Fruchtstücken bestehen, die karamellisieren, oder aus Teigwaren, die direkt auf dem Grillrost gebacken werden.
Detaillierte Rezeptideen und Zubereitung
Basierend auf den beschriebenen Zutaten und Techniken lassen sich spezifische Rezepte ableiten, die den Stil von Martina und Moritz widerspiegeln. Im Folgenden wird ein beispielhaftes Rezept für das japanisch marinierte Brathähnchen detailliert beschrieben, wie es in der Sendung interpretiert werden könnte.
Rezept: Japanisches Grillhähnchen
Zutaten:
- 1 ganzes Hähnchen (ca. 1,5 kg)
- 100 ml Sojasauce
- 50 ml Mirin (süßer Reiswein)
- 1 EL Honig oder Zucker
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- 1 Daikon (oder 1 Stück Ingwer), gerieben
- 1 EL Sesamöl
- Frischer Limettensaft zum Servieren
Zubereitung:
- Marinade anrühren: Sojasauce, Mirin, Honig, Knoblauch, Daikon/Ingwer und Sesamöl in einer Schüssel vermengen.
- Hähnchen vorbereiten: Das Hähnchen waschen und trocken tupfen. Mit der Marinade überall einreiben, auch unter der Haut und in der Höhlung. Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank marinieren.
- Grill vorbereiten: Eine stabile Holzkohle-Glut erzeugen. Der Grill sollte indirekte und direkte Hitzezonen aufweisen.
- Grillen: Das Hähnchen zunächst mit der Brustseite nach unten über direkter Hitze ansetzen, um eine Kruste zu bilden. Nach ca. 10-15 Minuten wenden und die Hautseite grillen.
- Garen: Das Hähnchen nun zur Seite legen oder über indirekte Hitze verschieben, um das Fleisch durchzugaren, ohne dass die Haut verbrennt. Dies kann ca. 30-45 Minuten dauern (abhängig von der Größe). Die Kerntemperatur sollte ca. 75°C erreichen.
- Ruhephase: Das Hähnchen vor dem Anschneiden ca. 10 Minuten ruhen lassen, damit der Saft sich gleichmäßig verteilt.
- Servieren: Mit Limettensaft beträufeln und eventuell mit Sesam bestreuen.
Rezept: Auberginen auf thailändische Art
Zutaten:
- 2 Auberginen
- 2 EL Fischsauce
- 1 EL Limettensaft
- 1 TL Zucker
- 1 rote Chili, fein gehackt
- 2 EL gehackte Korianderblätter
- 1 EL gehackte Frühlingszwiebeln
Zubereitung:
- Vorbereitung: Die Auberginen waschen und der Länge nach halbieren. Ggf. Kreuze in das Fleisch schneiden, damit die Würze eindringen kann.
- Grillen: Die Auberginenschnitten mit der Schnittfläche nach unten auf den heißen Grillrost legen. Grillen, bis die Oberfläche dunkelbraun ist und das Fleisch weich wird (ca. 10-15 Minuten).
- Würze mischen: Währenddessen Fischsauce, Limettensaft, Zucker, Chili und ggf. etwas Wasser zu einer Dressing vermischen.
- Fertigstellung: Die gegrillten Auberginen auf einen Teller geben, mit dem Dressing übergießen und mit Koriander und Frühlingszwiebeln bestreuen.
Schlussfolgerung
Die Sendung „Sommervergnügen Grillen“ mit Martina und Moritz bietet einen umfassenden Einblick in die Möglichkeiten des Grillens. Von der korrekten Erzeugung der Glut bis zur Auswahl exotischer Fleischstücke wie Secreto und Flanksteak sowie der Zubereitung von Fisch auf Salzplatten und Auberginen nach thailändischer Art wird eine breite Palette an Techniken abgedeckt. Die Betonung auf hausgemachte Beilagen wie Nudelsalat, Kartoffelsalat und Melonensalat unterstreicht, dass ein Grillfest aus mehr besteht als nur aus Fleisch. Tipps zum Selbstbau eines Grills und zur Vermeidung von chemischen Anzündmitteln runden das Profil einer Sendung ab, die sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen wertvolle Impulse für die nächste Grillsession gibt.