Einführung
Schwedische Zimtschnecken, auch bekannt als Kanelbullar, zählen zu den bekanntesten und geliebtesten Gebäcken der Welt. Sie sind mehr als nur ein süßes Leckerbissen – sie symbolisieren die Kaffeepause (fika), einen unverzichtbaren Bestandteil des schwedischen Alltags. Die Zimtschnecke hat sich in Schweden so stark etabliert, dass sogar ein eigener Tag dafür existiert: der Kanalbullens Dag am 4. Oktober, an dem Zimtschnecken in Millionen Einheiten verkauft werden.
In diesem Artikel werden die historischen Hintergründe, die typischen Zutaten, die Zubereitungsweisen sowie einige Tipps und Tricks zur perfekten Herstellung von Kanelbullar vorgestellt. Die Rezepte stammen aus verschiedenen Quellen, die sich in der Grundzusammensetzung und dem Verfahren weitgehend übereinstimmen. Abweichungen betreffen vor allem die Mengenangaben und die Zubereitungszeit.
Die Geschichte der Zimtschnecke in Schweden
Die Zimtschnecke hat in Schweden eine bewegte Geschichte. Sie entstand nach dem Ersten Weltkrieg, doch da die damaligen Zutaten wie Mehl, Zucker, Butter und Eier knapp und teuer waren, konnten Kanelbullar damals nur selten gebacken werden. Erst in den 1950er Jahren erlangte das Gebäck durch die bessere Verfügbarkeit der Zutaten allgemeine Beliebtheit. Heute ist die Zimtschnecke ein unverzichtbarer Bestandteil der schwedischen Haushaltungskunst.
Der 4. Oktober wurde 1999 als offizieller Kanalbullens Dag ausgerufen. An diesem Tag feiern die Schweden ihre Lieblingszimtschnecke, und es werden etwa 7 Millionen Stück in Supermärkten und Cafés verkauft – bei einer Bevölkerung von 10 Millionen. Die Popularität ist enorm: Ein durchschnittlicher Schwede verbraucht pro Jahr etwa die Menge an Kuchen und Gebäck, die 316 Zimtschnecken entsprechen würde.
Zutaten für die Kanelbullar
Die Zutaten für Kanelbullar sind einfach, aber die genaue Mischung und die richtige Dosierung sind entscheidend für das gelungene Ergebnis. Die Rezepte aus den Quellen variieren hinsichtlich der Mengenangaben, lassen sich aber in eine allgemeine Grundzusammensetzung einteilen:
Für den Teig:
- Hefe (frische oder Trockenhefe)
- Zimmerwarme Milch
- Zucker (Kastrozucker oder Kristallzucker)
- Butter
- Salz
- Weizenmehl
- Ei (optional)
- Kardamom (optional, traditionell)
Für die Füllung:
- Zimmerwarme Butter
- Zucker
- Zimt
- Salz
Für die Glasur:
- Ei (vermischt mit Wasser)
- Hagelzucker
- Puderzucker (optional)
- Zitronensaft (optional)
Die genauen Mengenangaben variieren je nach Quelle. Einige Rezepte geben beispielsweise 35 g Hefe an, andere 50 g, und die Menge an Zucker und Mehl kann ebenfalls unterschiedlich sein. Die Mengenangaben können jedoch leicht angepasst werden, um den gewünschten Geschmack und die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
Zubereitung des Teigs
Die Zubereitung des Teigs ist ein entscheidender Schritt für die Qualität der Kanelbullar. Die Grundzutaten werden in mehreren Schritten miteinander vermischt, wobei sowohl manuelle als auch maschinelle Methoden möglich sind.
Vorteig
Einige Rezepte empfehlen, zunächst einen Vorteig herzustellen, um den Teig zu verbessern. Dazu werden Hefe, Zucker, Milch und Mehl vermengt und etwa 30 Minuten gehen gelassen. Dieser Vorteig gibt dem Teig mehr Geschmack und Luftigkeit.
Hauptteig
Für den Hauptteig werden die restlichen Zutaten wie Mehl, Zucker, Salz, Butter, Ei und Kardamom hinzugefügt. Der Teig wird entweder mit der Hand oder mit einer Küchenmaschine zu einem glatten, elastischen Teig verknetet. Bei manueller Zubereitung sollte der Teig etwa 10–15 Minuten durchgeknetet werden.
Gehen lassen
Nach dem Kneten wird der Teig abgedeckt und bei Zimmertemperatur etwa 30 bis 60 Minuten gehen gelassen, bis er sich verdoppelt hat. Einige Rezepte empfehlen, den Teig bis zu 24 Stunden gehen zu lassen, um eine intensivere Aromaentwicklung zu ermöglichen.
Füllung und Formgebung
Die Füllung ist der charakteristische Teil der Zimtschnecke und besteht aus einer Mischung aus Butter, Zucker, Zimt und Salz. Die Füllung wird auf den ausgerollten Teig gestrichen und danach mit der Teigrolle aufgerollt.
Füllung
- Butter schmelzen oder weich werden lassen.
- Zucker, Zimt und Salz miteinander vermengen.
- Die Mischung auf den ausgerollten Teig streichen.
- Den Teig dann vorsichtig aufrollen und in gleich große Stücke schneiden.
Formgebung
- Der Teig wird auf eine Dicke von etwa 3 mm ausgerollt.
- Er wird mit der Füllung bestreichen und aufgerollt.
- Die Rolle wird in gleich große Stücke geschnitten.
- Die Schnecken werden in Papierförmchen gelegt und erneut zum Gehen gelassen, bis sie sich verdoppelt haben.
Backen und Glasur
Nachdem die Schnecken gegangen sind, können sie gebacken und mit einer Glasur bepinselt werden.
Backen
- Die Ofentemperatur beträgt etwa 220°C.
- Die Schnecken werden 8–10 Minuten gebacken, bis sie goldbraun gebacken sind.
- Sie sollten auf einem Gitterrost abkühlen, damit sie nicht weich werden.
Glasur
- Ei und Wasser werden vermischt und die Schnecken damit bepinselt.
- Danach wird Hagelzucker darauf gestreut.
- Einige Rezepte empfehlen auch eine Puderzuckerglasur mit Zitronensaft.
Tipps und Tricks
Einige Tipps können helfen, die Kanelbullar perfekt zu backen:
- Mehr Butter in der Füllung: Je mehr Butter verwendet wird, desto saftiger werden die Kanelbullar.
- Einfrieren: Kanelbullar lassen sich prima einfrieren. Vor dem Servieren sollten sie kurz im Ofen erwärmt werden.
- Hagelzucker: Für eine optimale Konsistenz sollte Hagelzucker verwendet werden.
- Kardamom: Ein Teelöffel Kardamom im Teig kann den Geschmack verfeinern, da Kardamom in Schweden traditionell mit Zimtschnecken verbunden ist.
- Hefeteigprüfung: Der Hefeteig ist fertig, wenn er sich verdoppelt hat und bei Berührung elastisch und federnd ist.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Kanelbullar können frisch verzehrt werden oder auch aufbewahrt werden. Sie lassen sich gut einfrieren und bei Bedarf auftauen. Vor dem Servieren sollten sie nochmals im Ofen erwärmt werden, um ihre ursprüngliche Konsistenz und Geschmack wiederzuerlangen. Frische Kanelbullar sollten an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt werden, um Feuchtigkeit zu vermeiden.