Zartes Rehgulasch-Rezept: Traditionelle Herstellung mit Rotwein-Sauce und Tipps für die perfekte Zubereitung

Das Rehgulasch ist ein Klassiker unter den Wildgerichten, der vor allem in den kalten Monaten Herbst und Winter auf den Tisch kommt. Es ist nicht nur geschmacklich ansprechend, sondern auch ideal für Familienabende oder festliche Anlässe. In diesem Artikel werden die traditionellen Rezepte und Zubereitungsweisen für Rehgulasch detailliert vorgestellt. Die Rezepturen stammen aus verschiedenen Quellen und bieten eine breite Palette an Möglichkeiten, das Gericht nach individuellen Vorlieben zuzubereiten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verwendung von Rotwein-Sauce, traditionellen Gewürzen und der richtigen Garzeit, um das Fleisch zart und aromatisch zu machen.

Neben der Grundzubereitung werden auch Tipps zur Vorbereitung, zum Einkauf und zur Garnierung gegeben, um das Gericht optimal zu servieren. Ziel ist es, einen umfassenden Leitfaden zu bieten, der sowohl Anfängern als auch erfahrenen Köchen hilft, ein gelungenes Rehgulasch zuzubereiten.

Grundzubereitung des Rehgulaschs

Die Basis des Rehgulaschs besteht aus Rehfleisch, das meist aus der Keule oder der Schulter des Tiers stammt. Dieses wird in mundgerechte Würfel geschnitten und vor dem Garvorgang sorgfältig von Sehnen befreit. Um das Fleisch zu braten, wird Butterschmalz, Öl oder Schmalz verwendet. In einigen Rezepten wird auch Tomatenmark oder Johannisbeergelee als Aromaverstärker eingesetzt. Die Sauce wird durch das Einkochen des Bratensafts mit Rotwein und Wildfond hergestellt. Wichtig für die richtige Konsistenz der Sauce ist, das Mehl nicht direkt in die Flüssigkeit zu geben, sondern vorher mit Sauerrahm oder Wasser zu verquellen. So entstehen keine Klumpen und die Sauce bleibt cremig.

Zutaten für Rehgulasch

Die genaue Zusammensetzung der Zutaten kann je nach Quelle variieren. Allerdings gibt es einige Grundzutaten, die in fast allen Rezepten vorkommen:

  • Rehfleisch (etwa 1–1,5 kg)
  • Zwiebeln (2–4 Stück)
  • Knoblauch (optional)
  • Pilze (in manchen Rezepten)
  • Rotwein (300–400 ml)
  • Wildfond oder Fleischbrühe (500–700 ml)
  • Tomatenmark oder Johannisbeergelee
  • Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Nelken
  • Mehl oder Stärke zum Andicken
  • Salz, Pfeffer, Wildgewürz
  • Preiselbeermarmelade oder Preiselbeerkonfitüre
  • Creme fraîche oder Sauerrahm als Topping

Die genaue Menge der Zutaten kann je nach Portionszahl und persönlichem Geschmack angepasst werden. Einige Rezepte enthalten auch Pilze oder Gemüse wie Karotten, Kohl oder Sellerie, die dem Gericht zusätzliche Aromen verleihen.

Schritt-für-Schritt-Zubereitung

Die Zubereitung des Rehgulaschs kann sich etwas unterscheiden, je nach Rezept. Im Folgenden wird eine allgemeine Anleitung gegeben, die sich auf die verschiedenen Quellen stützt:

  1. Vorbereitung des Fleischs:
    Das Rehfleisch wird von Sehnen befreit und in Würfel von ca. 3–4 cm Kantenlänge geschnitten. Es ist wichtig, das Fleisch nicht zu klein zu schneiden, da es beim Garvorgang zusammenfallen kann.

  2. Anbraten:
    In einem Bräter oder Topf wird Butterschmalz, Schmalz oder Öl erhitzt. Das Fleisch wird portionsweise von allen Seiten angebraten, bis eine goldbraune Kruste entsteht. Das Fleisch wird danach aus dem Topf gehoben und beiseitegelegt.

  3. Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen:
    In dem gleichen Bräter werden die Zwiebeln in kleine Würfel geschnitten und in der Bratensauce oder in etwas Fett anschwitzen. Knoblauch, falls verwendet, wird ebenfalls hinzugefügt und kurz angebraten.

  4. Zutaten hinzufügen:
    Danach wird das angebratene Rehfleisch wieder in den Topf zurückgegeben. Je nach Rezept können auch Pilze, Karotten oder andere Gemüse hinzugefügt werden. Anschließend wird Tomatenmark, Johannisbeergelee oder ein Gewürzmix untergerührt.

  5. Flüssigkeit zugeben:
    Rotwein und Wildfond oder Fleischbrühe werden hinzugefügt. Je nach Rezept können auch Gewürze wie Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Nelken in die Flüssigkeit gegeben werden.

  6. Schmoren:
    Der Bräter wird auf mittlerer Hitze zum Köcheln gebracht und dann die Temperatur reduziert, so dass das Gulasch langsam schmort. Der Garvorgang dauert in der Regel etwa 1 bis 2 Stunden. Je länger das Gulasch schmort, desto zarter wird das Fleisch.

  7. Sauce binden:
    Die Sauce wird mit Stärke oder Mehl gebunden. Dazu wird Mehl mit Sauerrahm oder Wasser verquellen gelassen und dann in die Sauce gerührt. Alternativ kann auch Stärke mit etwas Bratensaft angedickt werden, bevor sie in die Sauce eingearbeitet wird.

  8. Abschmecken und Garnieren:
    Vor dem Servieren wird das Gulasch mit Salz, Pfeffer und Wildgewürz abgeschmeckt. Als Topping können Preiselbeermarmelade oder Creme fraîche auf dem Gulasch verteilt werden. Manche Rezepte empfehlen auch, das Gulasch mit Pfirsichscheiben oder anderen Früchten zu garnieren.

Tipps für die perfekte Zubereitung

Um ein besonders zartes und aromatisches Rehgulasch zuzubereiten, gibt es einige wichtige Tipps, die aus den verschiedenen Quellen zusammengefasst wurden:

  • Langsam garen:
    Ein zartes Rehgulasch braucht eine langsame Garzeit bei niedriger Temperatur. Etwas mehr als zwei Stunden Schmoren sind optimal, damit das Fleisch weich und die Sauce aromatisch wird.

  • Wildfond statt Fleischbrühe:
    In einigen Rezepten wird empfohlen, Wildfond statt Fleischbrühe zu verwenden, da er intensiveren Geschmack verleiht. Falls Wildfond nicht verfügbar ist, kann auch eine gute Fleischbrühe oder Hühnerbrühe verwendet werden.

  • Sauce nicht kochen lassen:
    Um Klumpen zu vermeiden, sollte die Sauce nicht direkt mit Mehl oder Stärke angemischt werden. Stattdessen wird Mehl mit Sauerrahm oder Wasser verquellen gelassen und dann in die Sauce eingearbeitet. Dies sorgt für eine cremige Konsistenz.

  • Aromatische Gewürze:
    Wichtig für das Aroma des Gulaschs sind die richtigen Gewürze. Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Nelken und Wildgewürz sind unverzichtbar. Einige Rezepte enthalten auch Johannisbeergelee oder Preiselbeermarmelade, die dem Gericht eine leichte Säure verleihen.

  • Garnierung:
    Die Garnierung spielt auch eine Rolle. Preiselbeermarmelade oder Creme fraîche als Topping verfeinern das Gericht. Einige Rezepte schlagen auch Pfirsichscheiben oder andere Früchte vor.

Rezept: Zartes Rehgulasch nach Omas Art mit Rotwein-Sauce

Ein besonders beliebtes Rezept für Rehgulasch stammt aus der Tradition und wird oft als „Omas Art“ bezeichnet. Hier ist eine detaillierte Version dieses Rezepts:

Zutaten:

  • 1 kg Rehgulasch (Fleisch aus der Keule oder Schulter)
  • 3 Zwiebeln
  • 4 EL Butterschmalz oder Öl
  • 300 ml Rotwein
  • 500 ml Wildfond oder Fleischbrühe
  • 4 EL schwarzes Johannisbeergelee
  • 1 EL Tomatenmark
  • 6 Lorbeerblätter
  • 6 Wacholderbeeren
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL Stärke und Wasser zum Binden der Sauce

Beilagen:

  • 500–600 g Gemüse (z. B. Rosenkohl, Rotkohl, Wirsingkohl)
  • Semmelknödel, Böhmische Knödel, Kartoffelknödel, Brezenknödel, Spätzle, Haselnuss-Spätzle, Salzkartoffeln, Gratin dauphinois, Kartoffelpüree oder Kartoffelstampf mit Sellerie oder Pastinaken

Zubereitung:

  1. Vorbereitung:
    Die Zwiebeln werden geschält und in feine Würfel geschnitten. Das Rehfleisch wird von dicken Sehnen befreit, pariert und in mittelgroße Würfel geschnitten.

  2. Anbraten:
    In einem großen Bräter wird Butterschmalz oder Öl erhitzt. Das Rehgulaschfleisch wird portionsweise von allen Seiten angebraten, bis es eine goldbraune Kruste hat. Das Fleisch wird dann aus dem Bräter genommen und beiseitegelegt.

  3. Zwiebeln anschwitzen:
    Die Zwiebeln werden in das Bratfett anschwitzen, bis sie glasig werden. Anschließend wird das Rehfleisch wieder in den Bräter zurückgegeben.

  4. Zutaten hinzufügen:
    Johannisbeergelee, Tomatenmark, Lorbeerblätter und Wacholderbeeren werden untergerührt. Danach wird Rotwein und Wildfond oder Fleischbrühe hinzugefügt.

  5. Schmoren:
    Der Bräter wird auf mittlerer Hitze zum Köcheln gebracht und dann bei reduzierter Temperatur für etwa 1 bis 2 Stunden geschmort. Je nach Wunsch kann die Garzeit verlängert werden, um das Fleisch besonders zart zu machen.

  6. Sauce binden:
    Die Sauce wird mit Stärke gebunden. Dazu wird 1 EL Stärke mit etwas Wasser verquellen gelassen und dann in die Sauce gerührt. Alternativ kann Mehl mit Sauerrahm verquellen gelassen werden.

  7. Abschmecken:
    Vor dem Servieren wird das Gulasch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Als Topping können Preiselbeermarmelade oder Creme fraîche auf dem Gulasch verteilt werden.

  8. Beilage servieren:
    Das Gulasch wird zusammen mit der gewünschten Beilage serviert. Empfehlenswert sind Semmelknödel, Spätzle oder Kartoffelpüree.

Alternative Rezeptvarianten

Neben dem klassischen Rezept gibt es auch einige alternative Varianten, die sich nach individuellen Vorlieben anpassen lassen:

  • Mit Pilzen:
    In einigen Rezepten wird Pilzgulasch zubereitet, bei dem Pilze als Hauptbestandteil hinzugefügt werden. Die Pilze werden in Scheiben geschnitten und gemeinsam mit dem Rehfleisch gegart.

  • Mit Gemüse:
    Karotten, Rosenkohl oder Sellerie können dem Gulasch eine zusätzliche Schärfe und Aromenvielfalt verleihen. Das Gemüse wird entweder vor dem Schmoren angebraten oder direkt in die Sauce gegeben.

  • Im Ofen garen:
    Einige Rezepturen empfehlen, das Gulasch im Ofen zu garen, um das Fleisch besonders zart zu machen. Dazu wird der Bräter in den Ofen gestellt und für etwa 3–4 Stunden bei 120 °C geschmort.

  • Im Schnellkochtopf:
    Für schnellere Zubereitung kann das Gulasch auch im Schnellkochtopf gekocht werden. Die Schmorzeit reduziert sich auf etwa 70 Minuten, wodurch das Gericht schneller serviert werden kann.

Getränketipp: Der perfekte Begleiter zum Rehgulasch

Ein klassisches Rehgulasch harmoniert besonders gut mit einem vollmundigen, milden Rotwein. Ein Zweigelt, Merlot oder Blauburgunder sind empfehlenswerte Optionen. Der Wein verfeinert die Aromen des Gulaschs und passt gut zu der herzhaften Komposition des Gerichts. Alternativ kann auch ein Glühwein oder ein Portwein serviert werden, um das Gericht festlicher zu gestalten.

Nährwert und gesunde Aspekte

Rehfleisch ist reich an Eisen und B-Vitaminen, was es zu einer nahrhaften Wahl macht. Es ist außerdem recht mager, weshalb es gut für eine ausgewogene Ernährung geeignet ist. Bei der Zubereitung ist es wichtig, auf Fett und Salz zu achten, um das Gericht gesünder zu gestalten. Einige Rezepturen verzichten auf zusätzliche Fette und verwenden stattdessen Schmalz oder Butterschmalz, die weniger gesättigte Fettsäuren enthalten.

Fazit: Ein Klassiker mit modernen Anpassungen

Das Rehgulasch ist ein Klassiker der europäischen Küche, der sich sowohl traditionell als auch modern zubereiten lässt. Mit Rotwein-Sauce, Wildgewürzen und zartem Fleisch bietet das Gericht eine Vielzahl an Aromen und Geschmacksrichtungen. Ob mit Gemüse, Knödeln oder Spätzle – das Rehgulasch eignet sich hervorragend als Hauptgericht für Familienabende oder festliche Anlässe. Mit den richtigen Tipps und der passenden Zubereitungsweise kann jedes Gericht zum kulinarischen Highlight werden.

Quellen

  1. Rehgulasch Rezept nach Omas Art mit Rotwein-Sauce
  2. Rehgulasch selber machen – Omas geheimes Rezept
  3. Omas feines Rehgulasch mit Pilzen
  4. Rehgulasch-Rezept
  5. Rehgulasch-Rezept aus Achental
  6. Rehgulasch in Glühweinsauce

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