Quitten sind ein altes Obstgewächs, das in unseren Breiten fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Wie ihr Aussehen schon vermuten lässt, sind sie eng mit Äpfeln und Birnen verwandt. Ihre Saison reicht von September bis Ende November, also genau in die goldene Herbstzeit, in der sie mit ihrem intensiven Duft und ihrer leuchtend gelben Farbe auch so besonders gut passen. In vielen Regionen Europas, im Mittelmeerraum, aber auch in Vorderasien werden Quitten traditionell angebaut und verarbeitet. Regional kennt man sie auch unter Bezeichnungen wie „Kütten“ oder „Kydoni“.
Im Gegensatz zu Äpfeln oder Birnen lassen sich Quitten allerdings nicht roh essen, da ihr Fruchtfleisch sehr hart und oft pelzig ist. Gekocht oder gebacken entfalten sie jedoch ein unverwechselbares Aroma, das zwischen fruchtig, blumig und leicht herb liegt. Sie eignen sich perfekt für Kuchen, Kompott, Chutneys, Marmelade oder als feines Gelee. Beim Kauf solltest du auf eine kräftige, goldgelbe Farbe und ein intensives Aroma achten. Kleine braune Stellen sind meist unproblematisch, solange die Frucht fest ist. Das Schöne: Quitten enthalten von Natur aus viel Pektin, was den Kuchen wunderbar saftig und kompakt macht, ohne dass man Gelierzucker oder komplizierte Tricks braucht.
Gestürzter Quittenkuchen: Ein klassisches Herbstgebäck
Dieser vegane gestürzte Quittenkuchen (Upside-Down-Cake) bringt das volle Aroma von Quitten in ein saftig-karamelliges Herbstgebäck. Mit weichen Quitten, nussigem Teig und zartem Karamellgeschmack gelingt ein köstlicher Kuchen, der ganz ohne tierische Produkte auskommt und optisch wie geschmacklich beeindruckt. Es handelt sich um einen klassischen Upside-Down-Kuchen, bei dem die Früchte direkt auf dem Boden der Backform karamellisieren und beim Stürzen zum leuchtenden Mittelpunkt des Kuchens werden.
Das Rezept ist einfach, gelingt zuverlässig und wird durch die karamellisierten Quitten zu einem besonderen Highlight auf der herbstlichen Kaffeetafel. Seit 2012 werden auf einem Blog pflanzliche Gerichte geteilt, und der gestürzte Quittenkuchen ist ein echtes Herzensrezept, das zeigt, wie kreativ und genussvoll pflanzliches Backen sein kann. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig.
Zutaten für den gestürzten Quittenkuchen
Die Zutaten sind in zwei Schichten unterteilt: die Quitten-Schicht und der Teig. Das Rezept ist rein pflanzlich und eignet sich für alle, die Lust auf veganes Herbstgebäck haben.
Für die Quitten-Schicht: - 3-4 Quitten (ca. 1 kg) - 130 g feiner Rohrzucker - 50 ml Orangensaft (kann durch Wasser ersetzt werden) - 50 g vegane Butter (z.B. Veganblock oder Bio-Alsan) - 15 g Ingwer (optional mehr, wenn gewünscht) - 2 Stück Sternanis - 1 gestr. TL Vanille, gemahlen oder 1 TL Vanille-Extrakt
Für den Teig: - 2 EL Sojamehl (vollfettes) (ergibt verrührt mit 4 EL Wasser den Ei-Ersatz) - 1/2 reife Banane (auch zusätzlich als Ei-Ersatz) - 250 g feines Dinkelmehl (z.B. Typ 630) - 150 g gemahlene Haselnüsse oder gemahlene Mandeln - 130 g vegane Butter (z.B. Veganblock oder Bio-Alsan) - 100 g feiner Rohrzucker - 125 g Sojajoghurt natur (z.B. von Sojade) - 1 Prise Salz - 1,5 TL Zimt - 1,5 TL Backpulver - 1 TL Natron - 1 TL Orangensaft oder Zitronensaft oder Apfelessig - 130 ml Pflanzendrink (z.B. Soja- oder Haferdrink)
Zubereitung des gestürzten Quittenkuchens
Die Zubereitung erfolgt in mehreren Schritten, beginnend mit der Vorarbeit an den Quitten und der Herstellung des Teigs.
- Vorbereitung der Quitten: Quitten waschen, aufschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Anschließend die Quitten in etwas dünnere Scheiben schneiden, damit man sie gut schichten kann.
- Karamellisieren der Quitten: In einem Topf 50 ml Orangensaft mit 130 g Rohrzucker verrühren und erhitzen. Wenn der Zucker leicht schäumt, 50 g vegane Butter darin auflösen (immer wieder umrühren). Anschließend die Quittenstücke in die Flüssigkeit geben und köcheln lassen. Ingwer schälen und dazu reiben. Zwei Anis-Sterne dazu geben. Gemahlene Vanille dazu geben, umrühren und die Quittenstücke ca. 8 Minuten köcheln lassen, bis sie bissfest bzw. weich sind.
- Abkühlen und Vorbereiten der Streusel: Die Quitten vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die beiden Sternanis entfernen. (Anmerkung: Die Quitten werden nun für das Schichten vorbereitet. Das Rezept lässt offen, ob die Flüssigkeit mitgenommen wird oder abgegossen; üblicherweise wird die Karamellflüssigkeit für den Boden verwendet).
- Herstellung des Teigs:
- Sojamehl mit 4 EL kaltem Wasser verrühren.
- Separat dazu eine halbe Banane mit der Gabel zerquetschen und das Bananen-Mus zur Sojamehl-Masse geben.
- Dinkelmehl, gemahlene Haselnüsse, vegane Butter (kalt in Stückchen geschnitten), feinen Rohrzucker, Sojajoghurt, Salz, Zimt und Backpulver ebenfalls in die große Rührschüssel geben.
- Das Natron oben drauf geben und 1 TL Orangensaft (oder Zitronensaft) direkt über das Natron träufeln. Das Natron wird durch die Säure "aktiviert" und beginnt daraufhin zu schäumen.
- Zuletzt den Sojajoghurt unterrühren. Die Masse sollte jetzt bestenfalls klümpchenfrei sein.
- Backen:
- Den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Quittenstücke auf dem Kuchenboden verteilen. (Hier ist zu beachten: Für einen gestürzten Kuchen werden die Quitten meist auf dem Boden der Form verteilt, der Teig darüber gegossen. Das Rezept erwähnt explizit "Gestürzter Quittenkuchen", also werden die Quitten beim Stürzen oben).
- Die "Quark"-Masse (hier: der Teig) darüber gießen. (Anmerkung: Das Rezept erwähnt eine "Quark"-Masse, was sich auf eine andere Variante beziehen könnte, aber im Kontext des gestürzten Kuchens ist es der Teig).
- Für 55-60 Minuten auf der mittleren Schiene backen.
- Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, samt Form auf ein Kuchengitter stellen und bis zur vollständigen Abkühlung in der Form belassen.
- Kurz vor dem Servieren nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
Vegane Quitten-Streuselkuchen: Eine fruchtige Alternative
Ein himmliches Stück Herbst … knusprig, fruchtig und vegan! Dieses Rezept für einen super leckeren Quitten-Streuselkuchen ist bereits im letzten Jahr entstanden. Die zuvor in einem ungesüßten Sojadrink weich gekochten Fruchtstücke nehmen Platz auf einem knusprigen Boden. Darüber legt sich eine Art „Quark“-Schicht aus einer Vanille-Joghurtalternative, Speisestärke, Zitronen-Abrieb und etwas veganer Butter für mehr Cremigkeit. Als Decke dient der Teig, der bereits als Boden zum Einsatz kommt, allerdings gemischt mit Zimt und Mandelstückchen für den extra Knack. Sehr, sehr köstlich! Und gar nicht schwer nachzubacken.
Zutaten und Zubereitung des Streuselkuchens
Das Rezept basiert auf einer Kombination aus einem Knusprigen Boden, einer cremigen Füllung und Streuseln.
Zutaten (Zusammenfassung aus dem Text): - Quitten - Ungesüßter Sojadrink - Vanille-Joghurtalternative (Sojajoghurt natur) - Speisestärke - Zitronen-Abrieb - Vegane Butter - Teig (ähnlich dem gestürzten Kuchen, bestehend aus Mehl, Zucker, Fett, etc.) - Zimt - Mandelstückchen
Zubereitungsschritte: 1. Quitten vorbereiten: Die Quitten werden in einem ungesüßten Sojadrink weich gekocht. 2. Boden herstellen: Ein knuspriger Boden wird vorbereitet. 3. Füllung herstellen: Eine Art „Quark“-Schicht aus Vanille-Joghurtalternative, Speisestärke, Zitronen-Abrieb und veganer Butter wird zubereitet. 4. Streusel herstellen: Der Teig, der auch als Boden dient, wird mit Zimt und Mandelstückchen für den extra Knack gemischt. 5. Schichten und Backen: - Die weich gekochten Quittenstücke auf dem Boden verteilen. - Die „Quark“-Masse darüber geben. - Die Streusel darüber streuen. - Bei 190°C Ober-/Unterhitze für 55-60 Minuten backen. - Aus dem Ofen nehmen und in der Form abkühlen lassen. - Kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.
Abwandlungsmöglichkeiten
Anstelle des Zimts in den Streuseln können weitere Gewürze zugefügt werden.
Kulinarischer Kontext und Empfehlungen
Quitten sind vielseitig einsetzbar. Neben den beschriebenen Kuchen eignen sie sich auch für Kompott, Chutneys, Marmelade oder als feines Gelee. Für Liebhaber anderer Herbstkuchen werden folgende Alternativen genannt: - Kürbiskuchen mit einer nussigen Teigschicht und einem cremigen Kürbiscreme-Topping. - Gewürzter Apfelkuchen mit Zimt, Muskat und Nelken. - Feigen-Kokos-Kuchen.
Diese Kuchen zeigen die Bandbreite pflanzlichen Backens im Herbst. Das gemeinsame Merkmal ist die Nutzung saisonaler Früchte und die Vermeidung tierischer Produkte, was diese Rezepte für eine breite Zielgruppe attraktiv macht.
Schlussfolgerung
Die Verwendung von Quitten in veganen Kuchenrezepten bietet eine hervorragende Möglichkeit, das Aroma dieser alten Frucht zu nutzen. Durch den hohen Pektinanteil der Quitten entstehen saftige und stabile Backwaren, ohne auf komplizierte Zusätze zurückgreifen zu müssen. Sowohl der gestürzte Quittenkuchen als auch der Quitten-Streuselkuchen stellen einfache und zuverlässige Rezepte dar, die sich für die Herbstsaison eignen. Die Kombination aus karamellisierten Früchten, nussigen Teigen und cremigen Schichten bietet eine abwechslungsreiche Geschmackspalette, die durch die charakteristische, leicht herb-blumige Note der Quitten ergänzt wird. Die Rezepte demonstrieren zudem, dass veganes Backen genussvoll und kreativ sein kann.