Getrocknete Tomaten sind eine vielseitige Zutat, die in der Küche für eine Vielzahl von Gerichten eingesetzt wird, von Saucen und Pesto bis hin zu Aufstrichen und Salaten. Die Herstellung im eigenen Dörrautomaten bietet eine kontrollierte und effiziente Methode, um den Geschmack des Sommers einzufangen und haltbar zu machen. Im Gegensatz zum traditionellen Trocknen an der frischen Luft oder der Verwendung eines Backofens ermöglicht der Dörrautomat eine exakte Temperaturregelung und eine schonende Konservierung. Dieser Artikel beleuchtet die notwendigen Schritte, die Auswahl der richtigen Tomaten und die optimalen Bedingungen für das Dörren, basierend auf den Erkenntnissen aus der Praxis.
Die Wahl der richtigen Tomaten und Vorbereitung
Die Qualität der Ausgangsprodukte ist entscheidend für das Endprodukt. Laut den vorliegenden Informationen können theoretisch alle Tomatensorten zum Dörren verwendet werden. Entscheidend ist jedoch, dass die Tomaten reif sind und keine schadhaften Stellen aufweisen. Ein wichtiger Tipp ist es, die Tomaten vor dem Dörren zu probieren. Ist eine Tomate zu säuerlich, wird dieser säuerliche Geschmack durch das Entziehen der Feuchtigkeit intensiviert. Gleiches gilt für sehr süße Tomaten, deren Aroma sich konzentriert.
Die Vorbereitung gestaltet sich wie folgt: 1. Untersuchung und Reinigung: Die Tomaten werden auf Schadstellen untersucht, gewaschen und mit einem Papiertuch trocken tupfen. 2. Zerteilung: Bei großen Tomaten wird der Stielansatz entfernt. Je nach Größe der Frucht werden die Tomaten halbiert, viertelt, achtelt oder in Scheiben geschnitten. Das Kerngehäuse wird nur bei sehr saftigen Tomaten entfernt. 3. Würzung (Optional): Kräuter wie Oregano, Thymian oder Basilikum können sehr fein gehackt und über die Schnittfläche gestreut werden. Auch Salz und andere Gewürze wie Thymian und Rosmarin sind denkbar. 4. Unterlage: Um die Luftzirkulation zu gewährleisten und die Auffangschalen des Dörrautomaten zu schützen, wird Backpapier auf die Dörrgitter gelegt. Es ist darauf zu achten, dass rundherum ein Zentimeter frei bleibt. Alternativ kann auch Dörrfolie verwendet werden, da Tomaten relativ viel Flüssigkeit absondern.
Ein kontrovers diskutierter Punkt ist das Entfernen der Fruchtsamen. Während sich dadurch die Trocknungszeit verlängert, wird der Geschmack laut einer Quelle intensiver. Es wird jedoch empfohlen, die Samen definitiv nicht auszulöffeln.
Das Dörren im Dörrautomaten: Temperatur und Zeit
Der Dörrautomat gilt als das ideale Arbeitsgerät für getrocknete Tomaten, da er die benötigten Temperaturen beherrscht, eine ausreichende Lüftung bietet und in der Regel genügend Platz bereitstellt. Im Vergleich zum Backofen ist er energieeffizienter und kompakter. Zwar kann auch ein Umluftbackofen mit Temperaturen unter 100 Grad verwendet werden, jedoch sind die Stromkosten höher und die Trocknung nicht so gleichmäßig. Das Trocknen an der frischen Luft wird als nicht geeignet angesehen, da die Temperaturen zu niedrig und nicht konstant genug sind.
Die optimale Temperatur für das Dörren von Tomaten liegt zwischen 60 und 70 Grad Celsius. Eine Temperatur von 70 Grad Celsius wird als ideal beschrieben, da die Tomaten dabei keine Farbe verlieren und ganz sanft trocknen. Moderne Dörrautomaten bieten eine elektronisch gesteuerte Temperaturregelung mit einem Überhitzungsschutz, was eine schonende Konservierung ermöglicht.
Die Trocknungsdauer ist variabel und muss selbst bestimmt werden. Sie hängt von der Größe, der verwendeten Tomatensorte und dem gewünschten Trockengrad ab. Es wird empfohlen, nach etwa 4 Stunden mit der Kontrolle der Trocknung zu beginnen. In einem praktischen Beispiel erreichten getrocknete Tomaten nach 6 Stunden bei 70 Grad Celsius den gewünschten Trocknungsgrad "soft". Sie waren dann noch leicht weich und flexibel, schmeckten aber bereits sehr intensiv nach den süßen und sauren Aromen der Tomaten.
Lagerung und Haltbarkeit
Nach dem Dörren gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Lagerung, um die Haltbarkeit zu verlängern und die Aromen zu konservieren. * Kurzfristige Lagerung: Getrocknete Tomaten können luftdicht in einem Glas aufbewahrt und in den nächsten ein bis zwei Wochen verzehrt werden. * Einlegen in Öl: Eine beliebte Methode ist das Einlegen der Tomaten in Olivenöl, oft zusammen mit Knoblauch und Kräutern. Dies verleiht ein unvergleichliches Aroma und ermöglicht eine Lagerung über mehrere Wochen. * Lange Haltbarkeit: Für eine längere Haltbarkeit wird empfohlen, die Tomaten portionsweise zu vakuumieren oder in Olivenöl einzulegen.
Die Ausbeute ist beachtlich: Aus 2 kg Tomaten lassen sich ca. 2 Tassen getrocknete Tomaten gewinnen. Eine Portion entspricht dabei etwa einer Tasse.
Rezept: Getrocknete Tomaten im Dörrautomaten
Dieses Rezept fasst die grundlegenden Schritte zur Herstellung von getrockneten Tomaten zusammen.
Zutaten: * 1000 g feste Tomaten * Oregano, Thymian, Basilikum (optional)
Zubereitung:
Vorbereitung:
- Die Tomaten auf schadhafte Stellen untersuchen, waschen und mit einem Papiertuch trocken tupfen.
- Bei großen Tomaten den Stielansatz entfernen. Je nach Größe halbieren, vierteln, achteln oder in Scheiben schneiden. Das Kerngehäuse nur bei sehr saftigen Tomaten entfernen.
- Optional: Die Kräuter sehr fein hacken und über die Schnittfläche streuen.
- Das Backpapier auf die Größe der Gitter im Dörrautomat zuschneiden. Dabei darauf achten, dass rundherum ein Zentimeter frei bleibt, damit die Luft zirkulieren kann.
Dörren im Dörrautomat:
- Die Tomatenstücke mit Abstand auf dem Backpapier verteilen und in den Schacht im Dörrautomat schieben.
- Den Dörrautomat auf 70 °C und eine Laufzeit von 10 Stunden einstellen und das Dörren starten.
- Nach etwa 4 Stunden mit der Kontrolle der Trocknung beginnen. Die Dauer richtet sich nach Größe, Sorte und gewünschtem Trockengrad.
Abschließende Schritte:
- Nach dem Dörren die getrockneten Tomaten zur längeren Haltbarkeit in Olivenöl einlegen oder portionsweise vakuumieren.
Schlussfolgerung
Das Trocknen von Tomaten im Dörrautomaten ist eine einfache und sichere Methode, um die Ernte haltbar zu machen und den Geschmack zu intensivieren. Der Dörrautomat bietet hierbei entscheidende Vorteile gegenüber dem Backofen, darunter eine exakte Temperaturregelung, eine bessere Energieeffizienz und eine gleichmäßigere Trocknung. Die Kontrolle über den Trocknungsgrad ermöglicht es, von "soft" bis knusprig das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Durch die anschließende Lagerung in Öl oder Vakuum können die aromatischen Eigenschaften über einen langen Zeitraum konserviert werden, was getrocknete Tomaten zu einer wertvollen Zutat in der täglichen Küche macht.