Steak Strindberg: Traditionelle Zubereitung, Rezept und Hintergrund

Steak Strindberg ist ein Klassiker der deutschen, insbesondere der ehemaligen DDR-Küche. Das Gericht ist durch seine charakteristische Panade aus Zwiebeln, Senf und Ei sowie eine goldgelbe Kruste definiert. Obwohl der Name an das skandinavische Kulturkreis erinnert, handelt es sich um eine rein deutsche Kreation, die sich vor allem in der Gastronomie der DDR etabliert hat. Der folgende Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Geschichte, Zutaten, Zubereitung und Verwendung des Steak Strindberg.

Die Entstehung des Steak Strindberg

Der Ursprung des Steak Strindberg liegt im Jahr 1952. Erstmals erwähnt wird es in dem Kochbuch „Meine Kunst in Küche und Restaurant“ von Alfred Walterspiel. Dieser Umstand unterstreicht die fachliche Qualität und regionale Verankerung des Rezeptes. In der Folgezeit wurde das Gericht in vielen ostdeutschen Betriebsküchen und Gaststätten als Standardgericht etabliert, insbesondere für besondere Anlässe wie Jubiläen, Feiern oder Feierabendessen.

Obwohl der Name „Strindberg“ nach dem schwedischen Schriftsteller August Strindberg klingt, handelt es sich nicht um ein schwedisches Traditionsgericht. Stattdessen ist es eine deutsche Kreation, vermutlich benannt nach dem Dichter, um dem Rezept eine internationale Note zu verleihen. In der DDR war das Steak Strindberg ein fester Bestandteil der sogenannten „internationalen Küche“, die Abwechslung und einen Hauch von Exklusivität bieten sollte.

Zutaten und Zubereitungsweise

Grundzutaten

Das klassische Strindberg-Steak wird meist aus Rindfleisch zubereitet, wobei Rumpsteaks oder besonders marmorierte Ribeye-Steaks bevorzugt werden. In einigen Rezepten wird auch Schweinefleisch verwendet, wobei es dann als „Steak Pilsener“ bezeichnet wird. Die Zutatenliste ist dabei variabel, je nachdem, ob das Gericht als Festmahlzeit oder als alltägliche Speise genossen werden soll.

Die Grundbausteine für die Zubereitung sind:

  • Fleisch (Rind oder Schwein)
  • Zwiebeln oder Schalotten
  • Ei
  • Mehl
  • Senf (vorzugsweise mittelscharfer Dijon-Senf)
  • Salz und Pfeffer
  • Butterschmalz oder Olivenöl

Ein charakteristisches Detail ist, dass auf Paniermehl oder Semmelbrösel verzichtet wird – stattdessen dient lediglich Mehl und Ei als Bindemittel, was den Unterschied zu herkömmlichen Schnitzeln ausmacht.

Zubereitung

Die Zubereitung des Steak Strindberg folgt in den meisten Rezepten einem ähnlichen Schema, wobei die genaue Dauer und die Schritte variieren können. Im Folgenden werden die Schritte anhand von zwei Beispielen aus den Quellen detailliert beschrieben.

Beispiel 1: Strindberg-Sauce (Quelle [1])

  1. Vorbereitung der Zutaten:

    • 1–2 mittelgroße Zwiebeln werden gewürfelt.
    • 1/2 Knoblauchzehe wird fein gewürfelt.
    • 2 EL Dijon-Senf, etwas Rosenpaprika, 1/4 l Fleischbrühe, 50 ml flüssige Sahne, 2 EL frischen Schnittlauch, 1 EL kalte Butter.
  2. Braten des Steaks:

    • Die Steaks werden scharf angebraten und in Silberfolie garen.
    • Das Bratfett wird abgegossen, und die Bratrückstände werden mit der Fleischbrühe ablöschen.
    • Zwiebeln und Rosenpaprika werden hinzugefügt.
    • Danach folgen Knoblauch, Sahne und Senf.
    • Alles wird 2–3 Minuten leise köcheln gelassen, bis sich die Bratrückstände gelöst haben.
  3. Abschluss:

    • Nach dem Abschmecken wird kalte Butter untergerührt und frischer Schnittlauch unterschwenken.

Beispiel 2: Steak Strindberg mit Senf-Zwiebelkruste (Quelle [5])

  1. Vorbereitung der Zutaten:

    • 2 Ribeye-Steaks
    • 4–6 Schalotten (je nach Größe)
    • 60 g Butterschmalz
    • 1 EL Mehl
    • 4 TL mittelscharfen Senf
    • 1 Ei
    • Salz und Pfeffer
  2. Vorbereitung der Kruste:

    • Die Schalotten werden sehr fein gewürfelt (ca. 1–2 mm).
    • Die Schalottenwürfel werden auf verstrichenem Senf gegeben und leicht andrückt.
    • Ein wenig Mehl wird darüber gestreut, um die Zwiebeln leicht zu benetzen.
  3. Panieren und Braten:

    • Die Steaks werden mit Salz und Pfeffer gewürzt.
    • Sie werden mit der Senf-Zwiebel-Seite in eine flache Schüssel mit verquirltem Ei gelegt und vorsichtig herausgenommen.
    • Die Steaks werden auf eine heiße Plancha oder eine gusseiserne Pfanne gelegt (Zwiebelseite nach unten).
    • Nach ca. 3–4 Minuten wird die Kruste eine goldgelbe Farbe annehmen.
    • Das Steak wird gewendet und noch 3–4 Minuten auf der Fleischseite gebraten.
    • Danach wird es auf die gewünschte Kerntemperatur gebracht.

Beilagen und Serviervorschläge

Steak Strindberg wird traditionell mit einfachen, aber ergänzenden Beilagen serviert, die den herzhaften Geschmack abrunden. In der DDR war es üblich, das Gericht mit Pommes Frites oder Bratkartoffeln zu servieren. Ebenso beliebt war ein grüner Salat oder ein Gurkensalat. In modernen Rezepten werden oft Polenta, Spargel oder Blattspinat als Beilage kombiniert.

Einige Quellen erwähnen auch die Kombination mit Rosmarinkartoffeln oder gedünsteten Salatherzen. In einer anderen Variante wird das Steak Strindberg mit einer Schalotten-Rotweinsauce serviert, was den Geschmack erheblich verändert.

Verbreitung und kulturelle Bedeutung

In der DDR war das Steak Strindberg ein fester Bestandteil der Gaststätten- und Betriebsküchenkarte. Es gehörte zur „internationalen Küche“, die in der DDR für Abwechslung sorgte und oft anlässlich besonderer Feste serviert wurde. In vielen HO-Gaststätten war es neben Klassikern wie Jägerschnitzel oder Zigeunerschnitzel zu finden. In Betriebskantinen wurde es wegen der einfachen Zubereitung in größeren Mengen angeboten.

Heute ist das Gericht weniger verbreitet, obwohl es immer noch bei Gourmets und Hobbyköchen Anerkennung findet. In einigen Regionen und bei traditionellen Veranstaltungen wird es immer wieder als kulinarischer Genuss abgerufen.

Rezept: Steak Strindberg mit Senf-Zwiebelkruste

Nachfolgend wird ein Rezept aus Quelle [5] detailliert dargestellt, das sich gut in die heimische Küche integrieren lässt:

Zutaten (für 2 Personen):

  • 2 Ribeye-Steaks (ca. 200–250 g pro Stück)
  • 4–6 Schalotten (je nach Größe)
  • 60 g Butterschmalz
  • 1 EL Mehl
  • 4 TL mittelscharfer Senf
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Vorbereitung:

    • Schalotten sehr fein gewürfeln.
    • Die Schalottenwürfel auf verstrichenem Senf legen und leicht andrücken.
    • Ein wenig Mehl darüber streuen, um die Zwiebeln leicht zu benetzen.
  2. Panieren:

    • Steaks von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen.
    • Die Steaks mit der Senf-Zwiebel-Seite in eine flache Schüssel mit verquirltem Ei legen.
    • Vorsichtig herausnehmen und direkt auf die heiße Plancha oder eine gusseiserne Pfanne legen (Zwiebelseite nach unten).
  3. Braten:

    • Nach ca. 3–4 Minuten die Kruste hat eine goldgelbe Farbe angenommen.
    • Das Steak wird gewendet, am besten mit einem breiten Pfannenwender und einer Hand.
    • Noch 3–4 Minuten auf der Fleischseite braten.
    • Dann auf die gewünschte Kerntemperatur bringen.
  4. Servieren:

    • Empfohlene Beilage: Bratkartoffeln oder Pommes Frites.
    • Dazu passt ein grüner Salat oder ein einfacher Gurkensalat.

Schlussfolgerung

Steak Strindberg ist ein zeitloser Klassiker, der sich durch seine einfache Zubereitung und den intensiven Geschmack auszeichnet. Obwohl es in der DDR-Küche entstand, hat es durch seine Panade aus Zwiebeln, Senf und Ei eine besondere Note, die bis heute geschätzt wird. Das Gericht eignet sich sowohl für festliche Anlässe als auch für ein herzhaftes, aber nicht zu aufwändiges Abendessen. Mit der richtigen Beilage und einer passenden Sauce kann es sowohl als traditionelles als auch als modernes Gericht serviert werden.

Quellen

  1. Strindberg Sauce
  2. Strindberg Soße Rezepte
  3. DDR-Rezept: Steak Strindberg
  4. Schweinesteak Strindberg
  5. Steak Strindberg mit Senf-Zwiebelkruste
  6. Strindberg-Steak
  7. Das Strindberg-Steak – ein zeitloser Klassiker aus der DDR-Küche

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