Süße rote Bohnenpaste, im Japanischen Anko (餡子) genannt, ist eine traditionelle Füllung, die in vielen ostasiatischen Süßspeisen Verwendung findet. Sie wird aus Adzukibohnen hergestellt, die gekocht, zerkleinert und mit Zucker und Salz verfeinert werden. Die Paste ist vielseitig einsetzbar und eignet sich als Füllung für Mochi, Mondkuchen, Sesambällchen und vieles mehr. In diesem Artikel wird die Zubereitung, die Anwendungsmöglichkeiten und einige Tipps zur Lagerung und Anpassung des Rezeptes detailliert beschrieben.
Was ist Rote Bohnenpaste?
Rote Bohnenpaste, auch bekannt als Anko, ist eine süße Paste aus Adzukibohnen, die in Ostasien seit Jahrhunderten in der traditionellen Küche verwendet wird. Die Bohnen werden vorwiegend aus Asien stammend, wobei sie in China als Hong Dou Sha (红豆沙), in Japan als Anko und in Korea als Danpat-so (단팥 소) bekannt sind. Sie ist ein essentieller Bestandteil vieler Süßspeisen und Desserts und kann sowohl als glatte, cremige Paste (Koshian) als auch als grobere, strukturreichere Paste (Tsubuan) hergestellt werden.
Die Hauptzutaten für Anko sind Adzukibohnen, Zucker, Wasser und Salz. Optional kann Natron oder Aromen wie Vanille oder Zimt hinzugefügt werden. Die rote Bohnenpaste ist von Natur aus vegan, glutenfrei und cholesterinfrei, wodurch sie auch für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine gute Option darstellt.
Rezept für Süße Rote Bohnenpaste (Anko)
Die Herstellung der roten Bohnenpaste ist einfach und erfordert nur wenige Zutaten. Es gibt verschiedene Methoden, wobei die klassische Herstellung über Nacht quellende Bohnen, langsames Kochen und manuelles oder maschinelles Pürieren umfasst. Ein weiteres Verfahren verwendet den Instant Pot, der die Zubereitung beschleunigt.
Grundrezept (klassische Methode)
Zutaten
- 200 g getrocknete Adzukibohnen
- 1 l Wasser
- 200 g Zucker (Raffinade oder brauner Zucker)
- 0,25 TL Salz
Zubereitung
- Bereitstellen der Zutaten: Wählen Sie frische, getrocknete Adzukibohnen aus. Diese sollten gründlich gewaschen und von eventuell beschädigten Bohnen befreit werden.
- Quellen der Bohnen: Die Bohnen werden mit kaltem Wasser bedeckt (Verhältnis 1:3) und mindestens über Nacht quellen gelassen.
- Kochen der Bohnen: Nach dem Einweichen werden die Bohnen in einen großen Topf gegeben und mit frischem Wasser bedeckt (Verhältnis 1:2). Sie werden auf mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen gebracht. Sobald das Wasser kocht, wird es abgelassen und erneut mit frischem Wasser befüllt.
- Sanftes Kochen: Die Bohnen werden bei geringer Hitze für etwa 1 bis 1½ Stunden weich gekocht. Dabei ist es wichtig, regelmäßig Wasser nachzufüllen, damit die Bohnen nicht anbrennen. Es bildet sich viel Schaum, der regelmäßig abgeschöpft werden sollte.
- Zusammenmengen: Nachdem die Bohnen weich sind, wird die Hälfte des Zuckers hinzugefügt und untergerührt. Die Paste wird weitergekocht, bis der Zucker aufgelöst ist. Danach wird die zweite Hälfte des Zuckers hinzugefügt und ebenfalls aufgelöst.
- Pürieren (für Koshian): Für eine glatte Konsistenz werden die Bohnen mit einem Pürierstab oder einer Küchenmaschine fein gemahlen. Für eine strukturreichere Variante (Tsubuan) werden sie nur grob zerdrückt.
Alternative Methode: Instant Pot
Zutaten
- 240 g getrocknete Adzukibohnen
- 720 ml Wasser
- 180 g Zucker
- ¼ TL Salz
- ¼ TL Natron (optional, für die Herdplattenmethode)
Zubereitung
- Vorbereitung: Die Bohnen werden gewaschen und in den Instant Pot gefüllt. Wasser im Verhältnis 1:3 hinzugefügt.
- Kochen unter Druck: Der Instant Pot wird abgedeckt und für 25 Minuten unter hohem Druck gekocht.
- Nachkochen: Nach dem Abkühlen wird die Paste aus dem Instant Pot entnommen. Zucker und Salz werden hinzugefügt und untergerührt. Bei Bedarf wird die Paste mit einem Pürierstab weiterverarbeitet.
Verwendungsmöglichkeiten für Anko
Die rote Bohnenpaste ist eine vielseitige Zutat, die in verschiedenen Formen und Gerichten eingesetzt werden kann. Sie eignet sich hervorragend als süße Füllung für traditionelle japanische, chinesische und koreanische Süßspeisen. Einige Beispiele sind:
Mochi
Mochi sind weiche, klebrige Reiskuchen, die oft mit Anko als Füllung gefüllt werden. Ein bekanntes Beispiel ist Ichigo Daifuku, bei dem eine rote Bohnenpaste um eine Erdbeere gewickelt wird.
Mondkuchen
Rote Bohnenpaste ist eine beliebte Füllung für Mondkuchen, insbesondere während des Mondfestes. Sie verleiht den Kuchen eine cremige Textur und einen süßen Geschmack.
Gedämpfte Brötchen mit Anko
Diese Brötchen, im Japanischen Anpan genannt, sind mit einer dicken Schicht Anko gefüllt und haben eine leichte, leicht gebratene Kruste.
Süße Brotaufstriche
Anko kann auch direkt auf Toast oder Brot aufgetragen werden und eignet sich besonders gut in Kombination mit Matcha oder anderen süßen Getränken.
Eiscreme
Anko kann als Beilage zu Eiscreme dienen oder direkt in die Masse eingearbeitet werden. Adzuki-Bohnen-Eis ist eine beliebte Variante, die eine cremige Textur und einen milden Geschmack hat.
Süße Milchgetränke
In Kombination mit Matcha, Joghurt oder Milch kann Anko in Getränke wie Matcha Latte oder Adzuki-Bohnen-Milch integriert werden.
Tipps zur Lagerung und Anpassung
Die rote Bohnenpaste sollte nach der Zubereitung so schnell wie möglich verbraucht werden, da sie frisch am besten schmeckt. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu 4 Tage. Für eine längere Haltbarkeit kann sie auch in den Gefrierschrank gelegt werden und bleibt dort bis zu einem Monat haltbar.
Für die Anpassung des Rezeptes kann die Menge des Zuckers je nach Geschmack erhöht oder verringert werden. Veganer oder Vegetarier können den Zucker durch Alternativen wie Kokosnusszucker oder Stevia ersetzen. Auch Aromen wie Vanille oder Zimt können hinzugefügt werden, um den Geschmack zu verfeinern.
Fazit
Süße Rote Bohnenpaste (Anko) ist eine traditionelle, vielseitige Zutat, die sich in der ostasiatischen Küche bewährt hat. Sie ist einfach selbst herzustellen, von Natur aus vegan und eignet sich als Füllung für zahlreiche Süßspeisen. Mit diesem Rezept und den dazugehörigen Tipps zur Anpassung und Lagerung können Hobbyköche und Profiköche die rote Bohnenpaste flexibel einsetzen und neue Geschmackskombinationen entdecken.