Mike Süsser ist ein Name, der in der kulinarischen Welt, insbesondere in Österreich, für Vielfalt, Leichtigkeit und Geschmack steht. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Gastronomie, zahlreichen Medienauftritten und mehreren veröffentlichten Kochbüchern hat er sich einen Namen als Koch, der es versteht, Rezepte so zu vermitteln, dass sie von Einsteigern genauso gut nachkochbar sind wie von erfahrenen Hobbyköchen. Seine Kochbücher und Fernsehsendungen sind dafür bekannt, dass sie sich nicht nur auf Luxus oder exotische Zutaten konzentrieren, sondern auch alltägliche Lebensmittel in besondere Gerichte verwandeln. Besonders hervorzuheben ist sein Buch „Süsser, was kochen wir heute?: Unkomplizierte Rezepte aus Dose, Glas und Gefrierfach“, das sich bewusst mit der Realität der heimischen Küche auseinandersetzt.
In diesem Artikel werden die philosophischen Grundlagen, die Rezepte und Tipps sowie die kritischen Auseinandersetzungen mit seiner Kochphilosophie vorgestellt. Zudem wird ein Überblick über die Rezeptvielfalt gegeben und ein exemplarischer Rezeptvorschlag aus seinem Repertoire präsentiert, der zeigt, warum Mike Süsser so viele Anhänger in der heimischen Küche gefunden hat.
Die Philosophie hinter den Rezepten
Mike Süsser hat sich in der kulinarischen Welt als Koch, der es versteht, die Alltagswelt der heimischen Küche zu reflektieren, positioniert. In seinem Buch „Süsser, was kochen wir heute?“ verfolgt er den Ansatz, Gerichte mit Zutaten aus Dose, Glas und Gefrierfach zu kreieren, die den Alltag vieler Haushalte abbilden. Die Idee hinter diesem Konzept ist, den Einfluss industriell verarbeiteter Lebensmittel nicht zu verleugnen, sondern sie bewusst und geschickt einzusetzen, um trotzdem schmackhafte und ansprechende Gerichte zu erzeugen.
Im Vorwort des Buches begründet Mike Süsser seine Herangehensweise: „Wie also komme ich dazu ein Kochbuch zu schreiben, in dem die Hauptzutaten eben genau daher, aus Dose, Glas oder Gefrierfach kommen?“ – „Purer Realismus“, sagt er da. Dieser Ansatz ist nicht neu, wird jedoch selten in der Profiküche oder in Kochbüchern thematisiert. Süsser will mit diesem Buch die Realitäten der heimischen Küche reflektieren, ohne dabei den Anspruch auf Geschmack oder Qualität zu verlieren.
Ein zentraler Punkt seiner Philosophie ist auch die Idee, dass es nicht immer frische Zutaten oder aufwendige Zubereitung braucht, um ein leckeres Essen zu kreieren. Stattdessen setzt er auf die Kombination aus Einfachheit, Geschmack und Zugänglichkeit. Diese Haltung ist besonders bei zeitlich begrenzten Haushalten oder Familien mit Kindern wertvoll, da sie die Idee vermittelt, dass man nicht immer die perfekten Voraussetzungen braucht, um etwas Gutes zu kochen.
Struktur und Aufbau des Buches
„Süsser, was kochen wir heute?“ ist ein Buch, das sich sowohl visuell als auch inhaltlich klar strukturiert. Es besteht aus insgesamt 219 Seiten und ist in vier Hauptkategorien unterteilt: Aus der Dose, aus dem Glas, aus dem Gefrierfach und aus der Speisekammer. Jede dieser Kategorien enthält Rezepte, die sich um die genannte Zutat drehen, und wird durch ein Bild eingeleitet, das den „Idealzustand“ und den „Normalzustand“ der Zutat veranschaulicht. Ein Beispiel hierfür ist die aufgeschlagene Kokosnuss (Idealzustand) im Vergleich zur Kokosnussmilch aus der Dose (Normalzustand).
Die Rezepte selbst sind übersichtlich gestaltet. Jedes Rezept beginnt mit einer kurzen Einführung, gefolgt von der Auflistung der Zutaten und den Schritten der Zubereitung. Zudem werden oft Tipps und Varianten mitgeliefert, die das Rezept flexibler und anpassbarer machen. Die Fotografien, die zu jedem Rezept gehören, sind von Fotograf Frank Weymann und tragen dazu bei, das Erscheinungsbild der Gerichte visuell ansprechend darzustellen.
Ein Kritikpunkt, der im Zusammenhang mit dem Buch erwähnt wird, betrifft die unhandliche Größe des Buches. Es hat die Abmessungen 247 x 297 mm und ist 18 mm dick, was es schwer transportabel macht. Ein Hardcover oder ein kompakteres Format wäre nach Ansicht einiger Kritiker vorteilhafter gewesen.
Kritische Betrachtungen zu der Kochphilosophie
Obwohl Mike Süsser mit seiner Kochphilosophie viele positive Impulse setzt, gibt es auch Aspekte, die kritisch betrachtet werden. Ein zentraler Punkt ist, dass seine Philosophie nicht vollständig schlüssig erscheint. Einerseits setzt er bewusst auf Zutaten aus Dose, Glas oder Gefrierfach, andererseits wird in den Rezepten oft zwischen „Idealzustand“ und „Normalzustand“ unterschieden. Ein Beispiel hierfür ist die Darstellung des Idealzustands der Kokosnuss im Gegensatz zur Dose. Dieser Unterschied wirkt jedoch in der Praxis nicht immer plausibel, da es für die meisten Menschen nicht praktikabel ist, Kokosnüsse aufzuschlagen oder Couscous aus dem Feld zu ernten.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass einige der Rezepte in Bezug auf die Zutaten oder Zubereitung nicht ideal für alle Haushalte sind. So wird beispielsweise Dosenpfirsich oder TK-Spinat verwendet, was nicht jedem Koch schmeckt oder vertraut. Allerdings betont Mike Süsser auch, dass viele Rezepte anpassbar sind, wodurch sie für eine größere Gruppe anwendbar werden.
Trotz dieser Kritikpunkte ist es zu betonen, dass das Buch durch seine klare Struktur, die anpassbaren Rezepte und die alltagstaugliche Herangehensweise viele Leser anspricht. Es bietet eine willkommene Alternative zu den oft aufwendigen und exklusiven Rezepten, die in anderen Kochbüchern präsentiert werden.
Rezeptvielfalt und Beispiele
Die Rezeptvielfalt in Mike Süssers Kochbüchern und Online-Portalen ist beeindruckend. Neben Alltagsgerichten, die schnell und einfach zubereitet werden können, finden sich auch Rezepte für besondere Anlässe wie Weihnachten, Ostern oder Silvester. Einige der Rezepte sind vegetarisch oder können einfach an vegetarische Ernährung angepasst werden. Besonders hervorzuheben ist auch die Vielfalt an internationalen Einflüssen, die in die Gerichte einfließen. So finden sich beispielsweise thailändische, mexikanische oder italienische Einflüsse, die den Gerichten eine besondere Note verleihen.
Ein weiteres Highlight ist das Rezept „Lachs mit Mais auf Bärlauchspinat“ (S. 37), das zeigt, wie Süsser industriell verarbeitete Zutaten geschickt in ein schmackhaftes Gericht integriert. Dieses Rezept ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich einige Zutaten durch frische ersetzen lassen, ohne dass das Gericht an Qualität verliert.
Ein weiteres Beispiel ist die „Maiscremesuppe mit Pfifferlingen“ (S. 33), die sich durch ihre leichte und cremige Konsistenz auszeichnet. Sie ist nicht nur schnell zubereitbar, sondern auch sehr vielseitig und kann sowohl als Vorspeise als auch als Hauptgericht serviert werden.
Ein Rezept aus dem Buch: „Lachs mit Mais auf Bärlauchspinat“
Um die Vielfalt und die Zugänglichkeit von Mike Süssers Rezepten zu veranschaulichen, folgt hier ein Rezept, das sich gut nachkochen lässt und die Philosophie des Kochs widerspiegelt.
Zutaten:
- 4 Lachsfilets (je ca. 150 g)
- Salz, Pfeffer
- 2 EL Olivenöl
- 1 Dose Mais (abgetropft)
- 1 Packung TK-Bärlauchspinat (ca. 250 g), aufgetaut
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- 1 EL gehackte Petersilie
- 1 EL Zitronensaft
Zubereitung:
- Die Lachsfilets mit Salz und Pfeffer würzen.
- In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Lachsfilets darin kurz anbraten, bis sie goldbraun sind.
- Den Mais in die Pfanne geben und kurz mitbraten.
- Den aufgetauten Bärlauchspinat hinzufügen, leicht salzen und pfeffern, sowie die gehackte Knoblauchzehe unterheben.
- Das Gericht mit Petersilie und Zitronensaft servieren.
Dieses Rezept ist ein gutes Beispiel dafür, wie Mike Süsser industriell verarbeitete Zutaten wie Mais oder TK-Spinat geschickt einsetzt, um trotzdem ein schmackhaftes und ausgewogenes Gericht zu kreieren. Es ist zudem einfach in der Zubereitung und eignet sich gut für eine schnelle Mahlzeit in der heimischen Küche.
Mike Süsser und die Medienpräsenz
Neben seinen Kochbüchern ist Mike Süsser auch in der Medienwelt präsent. Er war Teilnehmer der Fernsehsendung „Kochprofis“ auf RTL und hat seit 2010 eine eigene Sendung, „Süsser am Samstag“, geführt, die bis 2012 ausgestrahlt wurde. Seit Mitte 2014 moderiert er die Sendung „Süsser am Morgen“, in der er ebenfalls Rezepte und Tipps vermittelt. In diesen Sendungen zeigt er, wie man mit einfachen Mitteln und alltäglichen Zutaten besondere Gerichte zaubern kann.
Außerdem bietet Mike Süsser Kochkurse in Österreich an, in denen er sein Wissen und Können direkt weitergibt. Sein Kochstudio in Österreich ist ein Ort, an dem Interessierte nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis des Kochens lernen können. Zudem bietet er Kochevents für Firmen an, die einen besonderen Rahmen für Team- und Firmenveranstaltungen bieten.
Mike Süsser als Botschafter
Mike Süsser ist nicht nur Koch und Autor, sondern auch ein Botschafter für soziale Projekte. Er ist offizieller Botschafter der Stiftung „Menschen für Menschen“, was zeigt, dass er sich nicht nur für die kulinarische Welt interessiert, sondern auch für soziale Themen. In dieser Funktion setzt er sich für den Schutz und die Unterstützung von Kindern in Entwicklungsländern ein. Dies unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung, die er übernimmt und die weit über die Küche hinausgeht.
Schlussfolgerung
Mike Süsser hat sich in der kulinarischen Welt als Koch, der es versteht, Alltag und Geschmack in Einklang zu bringen, etabliert. Seine Kochbücher, insbesondere „Süsser, was kochen wir heute?“, bieten eine willkommene Alternative zu den oft aufwendigen Rezepten anderer Kochbücher. Er setzt bewusst auf Zutaten aus Dose, Glas und Gefrierfach, ohne dabei den Anspruch auf Geschmack oder Qualität zu verlieren. Seine Philosophie ist geprägt von Einfachheit, Zugänglichkeit und Realismus, was sie für viele Haushalte besonders wertvoll macht.
Trotz einiger kritischer Anmerkungen zu der Konsistenz seiner Philosophie und der Aufmachung des Buches bleibt klar: Mike Süsser hat sich als Koch und Verfasser von Kochbüchern etabliert, der es versteht, die heimische Küche in den Mittelpunkt zu stellen. Seine Rezepte sind vielfältig, lecker und einfach nachzukochen, was sie für Einsteiger genauso wie für erfahrene Hobbyköche attraktiv macht.