Pizza Fritta: Die frittierte Delikatesse aus Neapel – Rezept und Zubereitung

Die Pizza Fritta ist eine frittierte Variante der traditionellen neapolitanischen Pizza, die sich sowohl als Snack als auch als Hauptgericht eignet. Sie entstand ursprünglich aus der Notwendigkeit, mit begrenzten Ressourcen kreative und schmackhafte Gerichte zu kreieren. Die Kombination aus knusprigem, frittiertem Pizzateig, cremiger Tomatensauce und frischen Zutaten macht die Pizza Fritta zu einem unverwechselbaren Bestandteil der italienischen Streetfood-Kultur. In diesem Artikel wird die Geschichte, die Zubereitung und die verschiedenen Varianten dieses Gerichts im Detail vorgestellt. Zudem wird ein detailliertes Rezept beigefügt, das es ermöglicht, die Pizza Fritta einfach und authentisch im eigenen Zuhause zu zubereiten.

Was ist Pizza Fritta?

Pizza Fritta ist eine frittierte Pizza, die ihren Ursprung in Neapel hat. Sie ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Pizza, bei der der Pizzateig nicht im Ofen, sondern in heißem Öl frittiert wird. Die Pizza Fritta gibt es in zwei Hauptvarianten: als flache, frittierte Pizza, die anschließend belegt wird, oder als gefüllte und zusammengeklappte Teigtasche, die als „Calzone Fritto“ bezeichnet wird. Die frittierte Pizza ist nicht nur eine kulinarische Delikatesse, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der neapolitanischen Geschichte und Kultur.

In der Vergangenheit war Pizza Fritta vor allem ein einfaches Essen für Arbeiter, das schnell zubereitet und sättigend war. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als traditionelle Pizzaöfen in Neapel nicht leicht verfügbar waren, frittierten die Nonnas den Pizzateig in heißem Öl. Diese Methode war nicht nur eine Notlösung, sondern entwickelte sich schnell zu einer beliebten und preiswerten Art, den Appetit zu stillen.

Geschichte und kulturelle Bedeutung

Die Pizza Fritta entstand in den Straßen von Neapel als eine Alternative zur klassischen Pizza. Sie ist eng verbunden mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der Region während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit war Holz für das Backen teuer und oft nicht verfügbar, weshalb die Menschen begannen, den Pizzateig stattdessen zu frittieren. Dies war nicht nur eine praktische Lösung, sondern auch eine kreative Anpassung der traditionellen Pizza.

Heute hat sich die Pizza Fritta in die neapolitanische Streetfood-Kultur integriert. Sie wird sowohl in traditionellen Bäckereien als auch in modernen Restaurants angeboten. In einigen Fällen wird der Teig vor dem Frittieren gefüllt, in anderen Fällen wird er zuerst frittiert und anschließend belegt. Die Pizza Fritta ist ein Symbol für die Innovation und den Geschmackssinn der neapolitanischen Küche.

Rezept für Pizza Fritta

Ein grundlegendes Rezept für Pizza Fritta besteht aus einem einfachen Pizzateig, der mit Tomatensauce, Käse und frischen Kräutern belegt wird. Im Folgenden wird ein detailliertes Rezept vorgestellt, das sich sowohl für Einzelpersonen als auch für größere Gruppen eignet. Der Teig kann entweder frisch hergestellt oder von übrigem Pizzateig verwendet werden.

Zutaten

Für den Teig:

  • 500 g Mehl
  • 320 ml Wasser
  • 10 g Salz
  • 8 g frische Hefe

Für den Belag:

  • 1 Dose (ca. 400 g) gehackte Tomaten
  • 1 Mozzarella
  • 1 Zweig Basilikum
  • Fleur de sel
  • Erdnussöl zum Frittieren
  • Sushi-Essig-Pulver

Zubereitung

  1. Teig kneten:
    Mehl, Wasser, Salz und Hefe in der Küchenmaschine während 8 – 10 Minuten kneten. Der Teig sollte eine gleichmäßige Konsistenz haben. Falls der Teig zu klebrig ist, kann etwas Mehl hinzugefügt werden.

  2. Teig gehen lassen:
    Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und 30 Minuten im Kühlschrank gehen lassen. Danach den Teig halbieren und zwei Kugeln formen. Diese Kugeln nochmals 1 ½ Stunden gehen lassen.

  3. Teig formen:
    Aus dem Teig kleine Kugeln formen und diese mit den Händen flach drücken. Mit einem Ring Rondellen von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen.

  4. Belag platzieren:
    Auf einer Hälfte der Teiglinge etwas gehackte Tomaten, Mozzarella, Basilikum und Fleur de sel platzieren. Die andere Hälfte bleibt leer, um den Belag einzuschlagen.

  5. Zuklappen:
    Die Teiglinge vorsichtig zuklappen, sodass Halbmonde entstehen. Dabei darauf achten, dass die Sauce nicht herausquillt.

  6. Frittieren:
    Erdnussöl in einem Topf auf 180 Grad erhitzen und die Pizze portionsweise unter ständigem Wenden goldgelb frittieren. Nach dem Frittieren kurz abtropfen lassen.

  7. Abschmecken:
    Die frittierten Pizzen salzen und mit Sushi-Essig-Pulver bestreuen, bevor sie serviert werden.

Tipps für die Zubereitung

  • Teigdichte: Der Teig sollte etwa 7 – 8 mm dick sein, damit er beim Frittieren gleichmäßig aufgeht und nicht zu schwer wird.
  • Öltemperatur: Die Frittier-Temperatur sollte bei ca. 170°C liegen. Ein zu niedriger Temperaturwert führt dazu, dass der Teig sich zu sehr mit Öl vollsaugt.
  • Portionierung: Die Pizze portionsweise frittieren, um sicherzustellen, dass das Öl nicht abkühlt und die Pizze gleichmäßig goldbraun wird.
  • Belag: Der Belag sollte nicht zu flüssig sein, um ein Auseinanderfallen der Pizze beim Frittieren zu vermeiden.

Variationen der klassischen Pizza Fritta

Die Pizza Fritta kann je nach Geschmack und Vorliebe mit verschiedenen Zutaten belegt werden. Neben der klassischen Kombination aus Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum können auch folgende Varianten ausprobiert werden:

  • Mit Käse: Eine weitere Variante ist die Pizza Fritta mit Parmesan, bei der der frittierte Teig mit Tomatensauce, gehobelter Parmesan und etwas Olivenöl belegt wird.
  • Mit Gemüse: Eine vegetarische Variante kann mit Zwiebeln, Pilzen oder Peperoni belegt werden.
  • Mit Fisch: Eine weitere Alternative ist die Pizza Fritta mit Thunfisch oder geräuchertem Lachs.
  • Mit Fleisch: Wem die Pizza Fritta nicht sättigend genug ist, kann sie mit Schinken, Salami oder Hackfleisch belegen.

Die Montanara – Eine Variante aus Neapel

Die Montanara ist eine Variante der Pizza Fritta, die in Neapel entwickelt wurde. Sie unterscheidet sich von der klassischen Pizza Fritta vor allem durch die Art der Zubereitung und das Aroma. Bei der Montanara wird der frittierte Pizzateig mit einer aromatischen Tomatensauce und Parmesan belegt. Die Kombination aus knusprigem Teig, cremiger Sauce und würzigem Käse macht die Montanara zu einer unverwechselbaren Spezialität.

Rezept für Montanara

Zutaten

  • 1 Teigling neapolitanischer Pizzateig (ca. 280 g)
  • 3 EL Pizzasauce
  • 30 g Parmesan (dünn gehobelt)
  • etwas Basilikum

Zubereitung

  1. Teig formen:
    Den Pizzateig auf der Arbeitsfläche in etwas Semola flach drücken. Aus einem Teigling drei kleine Pizzen zu je ca. 90–95 Gramm formen. Anders als bei der klassischen Pizza sollte die Luft komplett aus dem Teig gedrückt werden, da er sich beim Frittieren sowieso wieder etwas aufbläht.

  2. Frittieren:
    In der Zwischenzeit das Öl auf eine Frittier-Temperatur von etwa 170°C erhitzen. Der Pizzateig wird in einem Dutch Oven mit Rapsöl frittiert.

  3. Belegen:
    Nach dem Frittieren die Pizzen mit Pizzasauce, Parmesan und Basilikum belegen.

Vorteile und Nachteile der Pizza Fritta

Vorteile

  • Schnelle Zubereitung: Die Pizza Fritta ist ideal für alle, die schnell etwas Schmackhaftes zubereiten möchten.
  • Vielfältige Variationen: Der frittierte Pizzateig eignet sich für zahlreiche Füllungen und Belegungen.
  • Authentisches Erlebnis: Die Pizza Fritta ist ein authentisches Stück neapolitanischer Kultur, das in der eigenen Küche nachgekocht werden kann.

Nachteile

  • Fettgehalt: Da die Pizza Fritta frittiert wird, hat sie einen höheren Fettgehalt als die klassische Pizza.
  • Technische Anforderungen: Das Frittieren erfordert etwas Übung, um die richtige Öltemperatur und die perfekte Konsistenz zu erzielen.
  • Portionierung: Die Pizze sollte portionsweise frittiert werden, um die Temperatur des Öls konstant zu halten.

Schlussfolgerung

Die Pizza Fritta ist eine frittierte Variante der traditionellen neapolitanischen Pizza, die sowohl als Snack als auch als Hauptgericht serviert werden kann. Sie entstand aus der Notwendigkeit, mit begrenzten Ressourcen kreative und schmackhafte Gerichte zu kreieren. Die Kombination aus knusprigem, frittiertem Pizzateig, cremiger Tomatensauce und frischen Zutaten macht die Pizza Fritta zu einem unverwechselbaren Bestandteil der italienischen Streetfood-Kultur. Mit einem einfachen Rezept und einigen Tipps zur Zubereitung kann die Pizza Fritta im eigenen Zuhause authentisch nachgekocht werden. Egal, ob sie klassisch belegt wird oder mit einer individuellen Variante, die Pizza Fritta ist ein leckeres und authentisches Gericht, das die neapolitanische Küche in die eigenen vier Wände bringt.

Quellen

  1. Pizza fritta by Andreas Caminada
  2. Pizza Fritta Rezepte
  3. Pizza Fritta
  4. Pizza Fritta Napoletana – Die kostliche Montanara
  5. Pizza Fritta Rezept
  6. Pizza Fritta Napoletana – A+A

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