Kekse sind nicht nur ein beliebtes Weihnachtsgebäck, sondern auch ein Symbol für die Backtraditionen vieler Regionen. Sie vereinen Aromen, Texturen und Formen, die oft Generationen von Hand zu Hand weitergegeben wurden. In den Quellen werden mehrere Rezepte und Techniken beschrieben, die typisch für Österreich, Norddeutschland und Kärnten sind. Diese Rezepte zeigen nicht nur die Vielfalt, sondern auch die kreative und einfache Herangehensweise an die Keksbackerei. In diesem Artikel werden die wichtigsten Keksrezepte, Backtechniken und Zubereitungsvorschläge vorgestellt, basierend auf den bereitgestellten Quellen.
Friesenkekse – ein norddeutsches Rezept mit Dinkelmehl
Ein Rezept aus Norddeutschland, das sich besonders durch seine einfache Zubereitung und das feine Aroma auszeichnet, sind die sogenannten Friesenkekse. Der Teig wird aus Dinkelmehl, Butter, Zucker und Weinsteinpulver zusammengestellt und anschließend zu Rollen geformt, die über Nacht im Kühlschrank ruhen. Danach werden die Kekse aus den Rollen geschnitten, mit Eiweiß bestreicht und mit Hagelzucker bestäubt.
Zutaten
- 125 g Butter
- 60 g Rohrohrzucker
- 10 g Vanillezucker
- 1 Eigelb
- 150 g Dinkelmehl Typ 630
- 50 g Stärke
- 1 Prise Zitronensalz
- ½ Teelöffel Weinsteinpulver
- 1 Eiweiß
- Hagelzucker
Zubereitung
- Alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten.
- Den Teig zu Rollen von ca. 2–3 cm Durchmesser formen und diese über Nacht in den Kühlschrank legen.
- Die Kekse mit einem scharfen Messer in Taler von ca. 1 cm Dicke abschneiden.
- Die Taler mit Eiweiß bestreichen und mit Hagelzucker bestäuben.
- Die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 12–15 Minuten backen.
Tipps und Variationen
- Wer die Kekse weihnachtlicher gestalten möchte, kann Lebkuchengewürz oder Spekulatiusgewürz in den Teig einarbeiten.
- Der Teig eignet sich auch gut zum Ausrollen und Ausstechen, wenn man etwas kreativer werden möchte.
- Es ist auch möglich, die Kekse mit einer Schicht Zuckerglasur oder Marillenmarmelade zu kombinieren, um die Süße zu verstärken.
Vanillekipferl – ein Klassiker aus Vorarlberg
Auch in Österreich gibt es traditionelle Keksrezepte, die sich durch ihre Aromen und Herkunft auszeichnen. Ein besonders bekanntes Rezept ist das der Vanillekipferl, das in der Region Vorarlberg als Biara Zälta bekannt ist. Es handelt sich um geröstete Haselnüsse, die dem Teig zusätzlichen Geschmack verleihen.
Zutaten
- 250 g Mehl
- 150 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 50 g geröstete Haselnüsse
- 1 Eiweiß
- Puderzucker
Zubereitung
- Butter, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel cremig rühren.
- Ei hinzufügen und gut vermengen.
- Mehl und Salz nach und nach unterheben.
- Haselnüsse fein hacken und unter den Teig arbeiten.
- Den Teig kalt werden lassen, bevor er zu Rollen geformt wird.
- Die Kekse abschneiden, mit Eiweiß bestreichen und mit Puderzucker bestäuben.
- Bei 175 °C ca. 10–12 Minuten backen.
Tipp
- Wer eine glutenfreie Version möchte, kann glutenfreies Mehl verwenden.
- Die Haselnüsse können durch Mandeln oder Walnüsse ersetzt werden.
Hausfreunde – ein schnelles Keksrezept aus Kärnten
Ein weiteres Rezept, das aus der Region Kärnten stammt, ist das der Hausfreunde. Dieses Keksrezept ist besonders gut für Kinder geeignet, da der Teig nicht ausgerollt oder ausgestochen werden muss. Es handelt sich um eine einfache Mischung aus Mehl, Zucker, Eiern und Stücken aus Orangeat, Zitronat und Pinienkernen.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Zucker
- 200 g Rosinen
- 50 g Orangeat
- 50 g Zitronat
- 50 g Pinienkerne
- 10 g Backpulver
- 4 Eier
- Puderzucker
- Rum
Zubereitung
- Orangeat, Zitronat und Pinienkerne fein hacken.
- Mehl, Zucker, Backpulver und Eier zu einem Teig verkneten.
- Die getrockneten Früchte und Nüsse unterheben.
- Den Teig mit einem Geschirrtuch abdecken und ruhen lassen.
- Rollen von ca. 25–30 cm Länge formen und auf dem Backblech platzieren.
- Die Kekse im Umluftherd bei 180 °C ca. 20 Minuten backen.
- Währenddessen eine Klasur aus Puderzucker und Rum anrühren und die noch warmen Kekse damit bestreichen.
- Sofort in 1 cm breite Stücke schneiden.
Tipp
- Die Kekse passen hervorragend zu Glühwein oder einem heißen Punsch.
- Für eine weihnachtliche Variante kann man auch Schoko-Rum-Kugeln als Dekoration verwenden.
Husarenkrapfen – ein leckeres Keksgebäck mit Marillenmarmelade
Ein weiteres Rezept aus Kärnten ist das der Husarenkrapfen. Es handelt sich um flache Kekse mit einer Vertiefung in der Mitte, in die Marmelade gefüllt wird. Der Teig besteht aus Mehl, Butter, Nüssen, Puderzucker und Zitronenabrieb.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g gemahlene Nüsse
- 100 g Puderzucker
- 1 Ei
- etwas geriebene Zitronenschale
- 1 Päckchen Vanillezucker
- Marillenmarmelade (oder eine andere Marmelade)
Zubereitung
- Die Butter mit dem Puderzucker cremig rühren.
- Mehl, Nüsse, Zitronenschale und Vanillezucker nach und nach unterheben.
- Den Teig eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
- Kugeln formen und flach auf dem Backblech drücken.
- Mit dem Stiel eines Kochlöffels eine Vertiefung in die Mitte drücken.
- Die Kekse bei 190 °C ca. 8 Minuten backen.
- Die Marmelade leicht erwärmen und in die Vertiefungen füllen.
Tipp
- Die Marmelade kann mit einer Spritztülle leichter und gleichmäßig verteilt werden.
- Alternativ kann man die Kekse auch mit einer Schoko-Kugel oder Marzipan füllen.
Rumkugeln – ein weihnachtlicher Klassiker
Ein weiteres Rezept aus Kärnten sind die Rumkugeln, die nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich eine willkommene Abwechslung bieten. Sie bestehen aus Schokolade, Haselnüssen, Rum und Puderzucker.
Zutaten
- 200 g geriebene dunkle Schokolade
- 200 g gemahlene Haselnüsse
- 100 g Puderzucker
- 2 Eiweiß
- 4 EL Rum
- 3 EL Wasser
- Dunkle Schokoladenstreusel zum Wälzen
- Konfektförmchen aus Papier
Zubereitung
- Schokolade, Haselnüsse, Puderzucker, Rum und Wasser in eine Schüssel geben.
- Eiweiß hinzufügen und alles zu einem homogenen Teig verkneten.
- Den Teig zwei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Kleine Teigbällchen von ca. 2 cm Durchmesser rollen.
- Die Bällchen sofort in Schokostreuseln wälzen.
- In Konfektförmchen aus buntem Papier platzieren, damit sie nicht aneinander kleben.
Tipp
- Wer die Rumkugeln besonders weihnachtlich gestalten möchte, kann sie auch mit Zimt oder Zimtstangen bestäuben.
- Die Kugeln eignen sich auch gut als Geschenk oder zur Tischdeko.
Linzeraugen – ein Klassiker aus der Adventszeit
Die Linzeraugen zählen zu den bekanntesten Keksen in der Adventszeit. Sie bestehen aus einem Mürbteig mit Nüssen und einer Schoko-Kugel im Inneren.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 100 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 50 g gemahlene Haselnüsse
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 100 g Schokolade
- 50 g Nüsse
Zubereitung
- Mehl, Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz zu einem Teig verkneten.
- Die Nüsse fein hacken und unterheben.
- Den Teig kalt werden lassen und zu Rollen formen.
- Die Rollen in kleine Taler abschneiden.
- Eine Schoko-Kugel in die Mitte drücken und die Keksstücke darauf setzen.
- Bei 170 °C ca. 10–12 Minuten backen.
- Nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben.
Tipp
- Die Kekse können auch mit einer Schicht Marillenmarmelade oder Krokant gefüllt werden.
- Für eine weihnachtliche Variante kann man die Keksstücke auch mit Zimt oder Schoko-Spritzglasur bestreichen.
Klassische Kekse: Heidesand
Ein weiteres Rezept, das in der Quelle genannt wird, ist das der Heidesand. Diese Butterkekse sind besonders zart und einfach herzustellen. Sie passen hervorragend zum Kaffee und eignen sich besonders gut für den Nachmittag.
Zutaten
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 200 g Mehl
- 1 Prise Salz
- 50 g Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
- Butter und Zucker cremig rühren.
- Ei hinzufügen und gut vermengen.
- Mehl und Salz nach und nach unterheben.
- Den Teig in kleine Kugeln formen und auf dem Backblech platzieren.
- Bei 180 °C ca. 10–12 Minuten backen.
- Nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben.
Tipp
- Die Kekse können auch mit einer Schicht Schokolade oder Schoko-Spritzglasur überzogen werden.
- Wer möchte, kann auch Schokostreusel oder Haselnussstreu auf die Kekse geben.
Schlussfolgerung
Keksrezepte sind nicht nur eine willkommene Abwechslung in der Küche, sondern auch ein Teil der kulinarischen Traditionen. Die vorgestellten Rezepte aus Österreich, Norddeutschland und Kärnten zeigen, wie vielfältig und zugleich einfach es ist, Kekse zu backen. Ob es um die Friesenkekse aus Norddeutschland geht oder um die Vanillekipferl aus Vorarlberg – alle Rezepte haben eines gemeinsam: sie vereinen Aromen, Texturen und Formen, die generationsübergreifend Freude bereiten. Ob für die Weihnachtszeit, den Nachmittag oder als Mitbringsel – diese Keksrezepte sind ideal für alle, die das Backen genießen.