Das Double Fun Phänomen: Von der violetten Knolle zum Meisterwerk

In der Welt der Kartoffeln gibt es Sorten, die den Teller nicht nur sättigen, sondern auch visuell beeindrucken. Die Double Fun Kartoffel steht dabei als wahre Rarität für sich. Sie ist nicht einfach nur eine weitere Sorte, sondern ein optisches und geschmackliches Highlight, das den Koch herausfordert, ihre einzigartigen Eigenschaften in vollem Umfang zu nutzen. Ihr intensiv violettes, fast schwarzes Fruchtfleisch in Kombination mit der dunkelvioletten Schale macht sie zu einem zentralen Element jeder kreativen Zubereitung. Die Herausforderung und der Reiz liegen darin, diese Farbe zu bewahren und mit dem milden, leicht nussigen Geschmack eine Harmonie zu erschaffen, die weit über das herkömmliche „weiße" Kartoffelkonzept hinausgeht.

Die Double Fun gehört zu den vorwiegend festkochenden Sorten, was eine breite Palette an Zubereitungsmethoden eröffnet. Von zweifarbigen Pommes Frites über Back- und Salzkartoffeln bis hin zu herzhaften Gratins ist die Anwendungsmöglichkeit vielseitig. Entscheidend für das Gelingen ist jedoch das Verständnis der physikalischen und chemischen Eigenschaften dieser speziellen Sorte. Das Fruchtfleisch ist violett und gelb gemustert – eine visuelle Besonderheit, die sowohl das Auge als auch den Gaumen erfreut. Ihr Geschmack ist leicht mild bis nussig und cremig, was sie von anderen lila Kartoffelsorten unterscheidet und ihr einen einzigartigen Twist verleiht.

Die Besonderheiten der Double Fun: Farbe, Geschmack und Lagerung

Um die Double Fun Kartoffel perfekt zuzubereiten, muss man zunächst ihre grundlegenden Eigenschaften verstehen. Es handelt sich um eine mittelspäte Sorte, die zwischen Juli und September reif wird. Diese Zeitangabe ist entscheidend für die Planung der Ernte oder des Kaufs, da die Frische und Lagerfähigkeit direkt mit dem Reifezeitraum korrelieren. Die Sorte stammt aus Deutschland und zeichnet sich durch eine hervorragende Lagerfähigkeit aus. Damit man das ganze Jahr über Double Fun genießen kann, ist die richtige Lagerung unabdingbar.

Die Lagerungsbedingungen sind spezifisch: Ein kühler, dunkler Ort ist erforderlich, um die Frische und vor allem die intensive Farbe zu erhalten. Lässt man die Kartoffeln an einem warmen oder hellen Ort stehen, verblassen sie und verlieren ihre charakteristische Violettfärbung. Dies ist besonders wichtig, da die Double Fun nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich ein Highlight ist. Das Fruchtfleisch ist dunkelviolett bis fast schwarz, durchsetzt mit vereinzelten hellen, cremig-farbenen Stellen. Dieses Muster ist nicht zufällig, sondern ein genetisches Merkmal, das bei der Auswahl und Zubereitung beachtet werden muss.

Ein zentrales Problem bei der Verarbeitung von farbigen Kartoffeln ist der Farbauswaschung. Bei der Double Fun gilt eine goldene Regel: Die Schale muss immer erst nach dem Kochen abgezogen werden, damit sie keine Farbe verliert. Kocht man die Kartoffeln in der Schale, bleibt das Pigment im Inneren stabil. Schält man sie roh und kocht sie dann, verliert die Farbe schnell ihre Intensität und färbt das Kochwasser ein. Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Double Fun, sondern auch für andere bunte Sorten wie den Blauen Schweden oder Mulberry Beauty.

Die Textur der Double Fun als vorwiegend festkochende Sorte ist ideal für Gerichte, die eine feste Struktur benötigen, wie etwa für Salate oder Gratins, bei denen die Scheiben ihre Form behalten sollen. Gleichzeitig ermöglicht die cremige Komponente im Geschmack die Verwendung in Pürees oder Gnocchi, wobei hier die Balance zwischen Festigkeit und Cremigkeit gefunden werden muss.

Rezeptur und Zubereitung von lila Gnocchi mit Salbeibutter

Gnocchi aus lila Kartoffeln stellen eine der kunstvollsten Anwendungen dar. Die Zubereitung erfordert Präzision, um die Farbe und Textur zu bewahren. Als Basis dienen mehligkochende Kartoffeln, wobei auch die Double Fun aufgrund ihrer Festigkeit gut geeignet ist, sofern man die Schale nach dem Kochen entfernt.

Die Grundzutaten für das Gnocchi-Rezept umfassen 800g Kartoffeln, 260g Mehl, 2 Eier sowie Salz und Pfeffer. Ein kritischer Schritt ist das Kochen der Kartoffeln mit Schale. Erst nach dem Garkochen und Abkühlen wird die Schale entfernt. Die warmen Kartoffeln werden durch eine Kartoffelpresse gedrückt. Dies ist dem Stampfen mit einem Stampfer vorzuziehen, da der Pressvorgang eine gleichmäßigere Masse ohne Klumpen erzeugt. Alternativ kann man stampfen, muss aber sicherstellen, dass keine Klumpen zurückbleiben.

Nachdem das Mehl, die Eier und die Gewürze hinzugegeben wurden, wird der Teig verknetet und für ca. 1 Stunde ruhen gelassen. Wichtig ist, dass der Teig nicht in den Kühlschrank kommt, da die Kälte die Konsistenz verändern kann. Während der Teig ruht, wird die Salbeibutter vorbereitet. Hierfür werden 125g Butter geschmolzen, und eine ganze Knoblauchzehe sowie 4-5 Salbeiblätter oder Stiele hinzugefügt. Sobald der Knoblauch anfängt Farbe zu bekommen, wird er entfernt, um ein Verbrennen der Butter zu vermeiden. Auch die Salbeiblätter sollten nicht frittiert werden, da sie sonst bitter schmecken.

Die fertigen Gnocchi werden in eine Pfanne gegeben und kurz geschwitzt. Anschließend werden halbierte Kirschtomaten und frische Petersilie oder Basilikum zugegeben und noch einmal geschwenkt. Das Servieren erfolgt mit einem Schuss Olivenöl und geriebenem Parmesan.

Alternativ zur Salbeibutter können auch andere Saucen verwendet werden. Eine Tomatensoße ist der Klassiker, aber eine Trüffelsauce aus Parmesan, Butter, Trüffelöl, Salz und Pfeffer sowie etwas Gnocchi-Wasser bietet eine gehobene Variante. Für den Herbst eignet sich eine Kürbissauce, bei der der Kürbis sogar direkt in den Teig verarbeitet werden kann, was den Gnocchi eine orange Färbung verleiht. Eine Kombination aus lila Gnocchi und Kürbis würde eine visuell beeindruckende Farbkontrastierung erzeugen.

Der bunte Kartoffelsalat: Technik des Farb- und Geschmacksaufbaus

Ein bunter Kartoffelsalat ist genau so einfach wie ein „normaler" Kartoffelsalat, doch die Technik der Farberhaltung ist hier entscheidend. Der Kernpunkt liegt darin, die farbigen Kartoffeln immer mit Schale zu kochen. Nur so bleibt die intensive Violettfarbe der Double Fun erhalten. Würde man sie roh schälen, verblassen sie sofort.

Für die Zubereitung wird ein Topf mit Salzwasser und der gewünschten Menge Kartoffeln aufgesetzt und die Kartoffeln gar gekocht. Wenn man verschiedene Kartoffelsorten verwendet, um einen bunten Salat zu machen, müssen die Kartoffeln getrennt gekocht werden. Dies verhindert, dass sich die Farben im Wasser mischen und die einzelnen Sorten ihre Identität verlieren.

Die Sauce ist das Herzstück dieses Salats. Sie besteht aus 1 großen Zwiebel, 4-5 EL (Weißwein-) Essig, 2 EL Sonnenblumenöl, 1 1/2 - 2 TL Salz, schwarzem Pfeffer und ca. 300 ml Gemüsebrühe. Die Brühe sollte idealerweise bio sein, ohne Geschmacksverstärker und mit wenig Salz, damit der Salat nicht zu salzig wird. Die Brühe darf ruhig kräftig schmecken, da die Kartoffeln sehr viel Geschmack ziehen.

Die Zubereitungsschritte der Sauce folgen einer präzisen Methode. Die Zwiebel wird fein gewürfelt und in dem Öl anschwitzen, bis sie glasig sind. Anschließend wird die Brühe hinzugegeben und ca. 5 Minuten einkochen gelassen. Salz, Pfeffer, Essig und eventuell etwas Zucker kommen hinzu, um den Geschmack auszubalancieren.

Nachdem die Kartoffeln vom Herd genommen, abgegossen und kurz abgekühlt wurden, werden sie ggf. geschält und in die gewünschte Form geschnitten. Ein entscheidender technischer Punkt ist das Vermengen mit der Brühe. Es werden ca. die Hälfte der Brühe zugegeben und sehr vorsichtig vermengt. Dann wartet man, bis die Brühe in die Kartoffeln gezogen ist. Mit dem Rest der Brühe wird dieser Vorgang ca. 3 mal wiederholt. Dies sichert eine gleichmäßige Durchdringung der Geschmackskomponenten.

Der Salat wird anschließend ruhen gelassen. Erst kurz vor dem Servieren werden die anderen Zutaten wie Kirschtomaten, Lauchzwiebeln und Pinienkerne hinzugegeben. Diese Abrundungen sollten nicht zu früh zugegeben werden, um ihre Frische und Textur zu bewahren. Eine schnelle Variante der Sauce lässt die Brühe wegfallen und verwendet nur ca. 3-4 EL Essig, ca. 6 EL Olivenöl, mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Zucker abgeschmeckt.

Gratin und Püree: Die Kunst der Textur und Farbintensität

Das herzhafte Gratin ist eine weitere klassische Anwendung für festkochende Kartoffeln wie die Double Fun. Die Zubereitung erfordert präzises Schneiden und eine spezielle Anordnung in der Form. Die Kartoffeln werden geschält, gewaschen und trocken mit einer breiten Reibe in dünne Streifen gerieben. Alternativ geht es auch mit einem Messer, doch die Reibe ermöglicht gleichmäßigere Scheiben.

Ein wichtiges Detail ist die Anordnung der dünnen Kartoffelscheiben wie Dachziegel angebracht, beginnend am Rand und dann Richtung Mitte arbeitend. Diese Technik sorgt dafür, dass das Gratin insgesamt knuspriger wird und weniger zerfällt, wenn es aufgeteilt wird. Die Scheiben sollten schräg, d.h. flach (ca. 2 cm dick) in die Form gelegt werden.

Für die Flüssigkeit werden Sahne und Milch zusammengegeben und mit ca. 1-2 TL Salz, etwas Muskat und schwarzem Pfeffer abgeschmeckt. Diese Mischung wird vorsichtig über die Kartoffelscheiben gegossen. Noch einmal mit Parmesan bestreut, wird das Gratin für ca. 45 Minuten in den Ofen gestellt.

Eine Variante für das Gratin, falls die normale Version zu Standard wirkt, beinhaltet 250 ml Gemüsebrühe oder Creme Fraiche, jeweils mit einem Schuss Weißwein. Der Rest des Rezepts bleibt gleich. Diese Abwandlung verleiht dem Gericht eine komplexere Geschmacksnote.

Beim Kartoffelpüree aus lila oder roten Kartoffeln ist die Texturgewinnung der entscheidende Faktor. Hierfür werden 750g mehligkochende Kartoffeln, 125 ml Milch, 50g Butter, 75g Hartweizengrieß, 1 Brötchen sowie Salz und Muskat benötigt.

Die Zubereitung beginnt damit, dass die Kartoffeln geschält, gewaschen und mit einer gewöhnlichen Reibe in eine größere Schale mit kaltem Wasser gerieben werden. Ein sauberes Geschirrtuch wird in ein größeres Sieb gelegt und die Kartoffelraspeln dort hineingetan. Das Tuch wird an den vier Ecken genommen und zusammengedreht, sodass die Masse ausgedrückt und entwässert wird. Dies ist ein entscheidender Schritt, um eine zu feuchte Masse zu vermeiden.

Die entwässerte Kartoffelmasse wird in eine Schüssel gegeben. Die Milch wird zusammen mit der Hälfte der Butter (25g), ca. 2 TL Salz und etwas Muskat kurz aufgekocht. Beim Kochen wird der Hartweizengrieß hinzugegeben und für 30 Sekunden mitgekocht. Anschließend wird die Kartoffelmasse zugegeben und am besten mit einer Küchenmaschine zu einer glatten Masse geknetet. Zur Not geht es auch mit einem Kochlöffel und etwas Geduld und Kraft.

Anschließend wird das Püree mit Semmelbröseln, Mehl und den Eiern vermengt und am Ende noch mit Salz (1-2 TL) und Muskat abgeschmeckt. Damit das Püree eine feste Struktur bekommt, kann es für ca. 30-40 Minuten im Kühlschrank auskühlen gelassen werden. Diese Auskühlphase ist entscheidend für die Stabilität der Masse.

Klöße aus rohen und gekochten Kartoffeln: Struktur und Haltbarkeit

Klöße stellen eine weitere Möglichkeit dar, die Double Fun und andere Sorten zu verarbeiten. Es gibt zwei Grundtechniken: Klöße aus gekochten Kartoffeln und Klöße aus rohen Kartoffeln. Beide Methoden haben ihre spezifischen Anwendungen und Erfordernisse.

Für Klöße aus gekochten Kartoffeln werden 1 kg Kartoffeln, 1 Bund Frühlingszwiebeln, ca. 10 Kirschtomaten, 50g Pinienkerne, 6-8 EL Olivenöl und 1 Bund Petersilie benötigt. Eine schnelle Brühe kann auch als Ersatz für die klassische Brühe dienen, bestehend aus ca. 3-4 EL Essig, ca. 6 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer und ggf. etwas Zucker. Die Zubereitung beinhaltet das Kochen der Kartoffeln in Salzwasser, das Abgießen und das Drücken durch eine Kartoffelpresse oder Stampfen.

Für Klöße aus rohen Kartoffeln sind 750g mehligkochende Kartoffeln, 125 ml Milch, 50g Butter, 75g Hartweizengrieß, 1 Brötchen, Salz und Muskat nötig. Die rohen Kartoffeln werden gerieben und entwässert, was eine andere Textur erzeugt als bei gekochten Kartoffeln. Die Masse wird dann mit den anderen Zutaten verknetet.

Das Kochen der Klöße erfolgt in einem Topf mit Wasser und Salz. Das Wasser muss nicht doll kochen, nur leicht sieden. Die Klöße werden im Wasser gargezogen, bis sie oben schwimmen. Dies ist das klassische Anzeichen für die Garheit.

Vergleich der Kartoffelsorten und ihre Anwendbarkeit

Um die Double Fun optimal einzusetzen, ist ein Überblick über die Eignung verschiedener Sorten hilfreich. Die folgende Tabelle fasst die Eigenschaften und die besten Anwendungen verschiedener Kartoffelsorten zusammen, wobei die Double Fun als Referenz für die lila Sorten dient.

Kartoffelsorte Kochverhalten Farbe des Fleisches Ideale Anwendungen Bemerkungen
Double Fun Vorwiegend festkochend Dunkelviolett bis fast schwarz Gnocchi, Salate, Gratin Muss mit Schale gekocht werden, um Farbe zu erhalten
Blauer Schwede Mehlig kochend Violett Gnocchi, Püree, Klöße Gutes Püree-Ergebnis
Gunda Vorwiegend festkochend Gelb/WeiB Salate, Bratkartoffeln Klassische festkochende Sorte
Mulberry Beauty Vorwiegend festkochend Violett/Weiß gestreift Salate, gratin Visuell ansprechend, ähnlich wie Double Fun
Rosa Tannenzapfen Vorwiegend festkochend Rosa Salate, Gratin Robuste Sorte für sommerliche Gerichte
Marabell Vorwiegend festkochend Gelb Salate, Bratkartoffeln Guter Allrounder
Belana Vorwiegend festkochend Gelb/WeiB Salate, Gratin Traditionelle festkochende Sorte

Die Tabelle verdeutlicht, dass die Double Fun aufgrund ihres vorwiegend festkochenden Charakters besonders für Gerichte geeignet ist, die eine feste Struktur erfordern, wie Salate und Gratin. Gleichzeitig erlaubt ihre cremige Konsistenz die Verwendung in Gnocchi, sofern die Textur durch die richtige Zubereitungstechnik (Drücken, Kneten) gesteuert wird.

Schlussfolgerung

Die Double Fun Kartoffel ist weit mehr als eine bloße Zutat; sie ist ein kulinarisches Ereignis, das visuelle Schönheit mit einem milden, nussigen Geschmack vereint. Die Geheimnisse ihrer perfekten Zubereitung liegen in der Beachtung spezifischer Techniken: Das Kochen mit Schale zur Farberhaltung, die präzise Texturierung durch Pressen statt Stampfen und die gezielte Kombination mit passenden Saucen und Beilagen.

Ob als basischer Bestandteil eines bunten Kartoffelsalats, als Herzstück eines cremigen Pürees, als Basis für kunstvolle Gnocchi oder als knuspriges Gratin – die Double Fun bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Die Schlüsselfaktoren für das Gelingen sind die richtige Lagerung (kühl, dunkel), das Verständnis des Kochverhaltens (vorwiegend festkochend) und die Einhaltung der Farb-Erhaltungstechniken.

Die Vielfalt der Anwendungen zeigt, dass diese Sorte nicht nur eine optische Kuriosität ist, sondern eine echte funktionale Zutat, die in der Küche einen einzigartigen Platz einnimmt. Von der Erntezeit zwischen Juli und September bis zur Verwendung in verschiedenen klassischen und modernen Rezepten beweist die Double Fun, dass Kartoffeln auch als kulinarische Kunstform betrachtet werden können. Mit der richtigen Technik wird aus der violetten Knolle ein Meisterwerk, das sowohl das Auge als auch den Gaumen erfreut.

Quellen

  1. MeineKnolle.de - Double Fun Produktseite
  2. Kartoffelgut.de - Rezepte für bunte Kartoffeln

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