Marzipankekse: Von Mürbeteig-Klassikern bis zu schnellem Spritzgebäck

Marzipankekse gehören zu den beliebtesten Backwaren in der Weihnachtszeit und darüber hinaus. Sie vereinen die feine Süße von Marzipan mit der Buttrigkeit von Mürbeteig und bieten durch ihre Vielseitigkeit Spielraum für verschiedene Zubereitungstechniken und Dekorationen. Ob als klassisches Ausstechgebäck, als schnell gebackene Scheibenkekse oder als dekoratives Spritzgebäck: Marzipan verleiht dem Teig eine distinctive Note, die sich durch die Verwendung von Rohmasse mit hohem Mandelanteil noch intensivieren lässt. Die folgenden Abschnäle beleuchten die verschiedenen Varianten, die spezifischen Zutatenanforderungen sowie die technischen Aspekte der Zubereitung, um ein optimales Ergebnis zu gewährleisten.

Grundlegende Zutaten und Teigkonsistenz

Die Basis für nahezu alle Marzipankeksrezepten ist eine Kombination aus Fett, Zucker, Bindemitteln und dem namensgebenden Marzipan. Butter oder Margarine dient als Fettquelle und wird in den meisten Rezepten zuerst mit Zucker – oft Staubzucker oder Puderzucker – schaumig geschlagen. Puderzucker wird Kristallzucker vorgezogen, da er sich besser im Teig verteilt und die Konsistenz geschmeidiger macht, was besonders beim späteren Ausrollen von Vorteil ist.

Marzipan-Rohmasse ist ein zentraler Bestandteil. Experten raten zur Verwendung von qualitativ hochwertiger Rohmasse mit einem Mandelanteil von mindestens 50 Prozent. Ein hoher Mandelanteil sorgt für ein intensiveres Aroma und eine bessere Textur. Wenn das Marzipan zu fest ist, kann es leicht erwärmt oder mit etwas Puderzucker gemischt werden, um es geschmeidiger zu machen. In einigen Rezepten wird das Marzipan vor der Zugabe zur Butter-Zucker-Masse in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrückt, klein geschnitten oder fein gerieben. Das Feinreiben hilft, das Aroma gleichmäßig im Teig zu verteilen, während das Zerdrücken mit der Gabel eine rustikale Struktur bewahren kann.

Eigelb wird häufig als Bindemittel und für die Zartheit des Teigs hinzugefügt. In manchen Variationen, wie bei knusprigen Plätzchen, kommt auch Eiweiß zum Einsatz, entweder direkt im Teig oder um Eischnee für eine Knusperdecke zu schlagen. Mehl ist das strukturelle Grundgerüst; einfaches Weizenmehl ist Standard, aber Dinkelmehl oder glutenfreies Mehl können als Alternativen dienen. Speisestärke oder Puddingpulver werden manchmal dem Mehl beigemischt, um die Kekse besonders zart zu machen.

Die Zugabe von Aromen ist optional, aber empfehlenswert für ein intensiveres Geschmacksprofil. Bittermandelaroma oder Bittermandelöl in Form von ein paar Tropfen kann das typische Marzipangeschmack deutlich verstärken. Weitere Aromen wie Amaretto, Rum, Zimt, Kardamom oder geriebene Orangenschale verleihen den Keksen eine weihnachtliche oder exotische Note. Vanillepaste oder selbstgemachter Vanillezucker sind weitere Optionen, die die Süße abrunden.

Zubereitungsvarianten: Ausstechen, Schneiden und Spritzen

Es gibt drei Hauptmethoden, um Marzipankekse zu formen: das Ausstechen von ausgerolltem Teig, das Schneiden von gekühlten Teigblöcken und das Spritzen des Teigs. Jede Methode hat ihre eigenen Vorteile und technischen Anforderungen.

Ausstechen als gerührter Mürbeteig

Die Variante als gerührter Mürbeteig ist besonders für Backanfänger und Kinder geeignet, da der Teig einfach zu kneten ist. Hierfür wird das Marzipan zerdrückt und mit der schaumig geschlagenen Butter-Zucker-Masse, Eigelb und gemahlenen Mandeln vermengt. Anschließend wird das Mehl mit Backpulver langsam untergeknetet, bis ein glatter Teig entsteht. Dieser Teig muss vor dem Verarbeiten ruhen. In der Regel wird er für mindestens eine halbe Stunde, oft aber auch eine Stunde, im Kühlschrank (oder Tiefkühlschrank) gekühlt. Dabei wird er mit Frischhaltefolie abgedeckt oder in Backpapier eingewickelt, um ein Austrocknen zu verhindern.

Nach der Kühlung wird der Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt. Mit beliebigen Ausstechformen – wie Herzen, Sternen oder Kreisen – werden die Kekse ausgestochen. Ein Vorteil dieses Teigs ist, dass er beim Backen gut seine Form behält, was ihn auch für filigrane Ausstechformen und Buchstabenkekse geeignet macht. Die Kekse werden auf Backpapier ausgelegt und gebacken.

Schneiden von Teigblöcken

Eine weitere schnelle Methode ist die Zubereitung von Scheibenkeksen. Der Teig wird hier nicht ausgerollt, sondern zu Blöcken oder Rollen geformt. Dazu kann der Teig in drei Teile geteilt und auf einer bemehlten Fläche zu etwa 20 cm langen Rollen geformt werden. Mit einem Lineal oder Messer werden daraus rechteckige Stangen (ca. 3 x 2 cm) oder Quadern (ca. 4 x 15 cm) geformt. Diese Teigblöcke werden in Backpapier eingewickelt und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank oder Tiefkühlschrank ruhen gelassen.

Vor dem Backen wird der Ofen vorgeheizt. Die Teigblöcke werden aus dem Papier genommen und mit einem scharfen Messer in 3 bis 4 mm dicke Scheiben geschnitten. Diese Scheiben werden auf mit Backpapier belegte Backbleche verteilt. Diese Methode erfordert kein Ausrollen und ist sehr effizient, um große Mengen Kekse gleichmäßig herzustellen.

Spritzen als Zipfelmützchen

Die schnellste Variante sind gespritzte Marzipankekse, oft als "Zipfelmützchen" bezeichnet. Hierfür wird der Teig so angefertigt, dass er durch einen Spritzbeutel gepresst werden kann. Wichtig ist, dass das Marzipan sehr fein geschnitten oder gerieben ist, um Verstopfungen im Spritzbeutel zu vermeiden und das Aroma gleichmäßig zu verteilen. Der Teig muss weder lange ruhen noch lange backen.

Die Technik des Spritzens erfordert ein wenig Übung, ist aber einfach erlernbar. Der Teig wird portionsweise in den Spritzbeutel gefüllt, der dicht am Teig zugekrempelt wird, um Luftblasen zu vermeiden. Mit einer Hand wird der Teig herausgedrückt, während mit der anderen Hand die Tülle geführt wird. Der Teig wird in 2 bis 4 cm großen Tupfen oder in der Form von Zipfelmützen auf das Backblech gesetzt. Diese Methode ist ideal für einen engen Zeitplan, da sie den Schritt des Ausrollens oder Schneidens überspringt.

Backparameter und Kühlung

Die Backtemperatur und -zeit variieren leicht je nach Ofentyp und Keksgröße, folgen aber einem allgemeinen Muster. Der Backofen wird in der Regel auf 160 Grad Celsius bei Umluft (Heißluft) oder 180 Grad Celsius bei Ober- und Unterhitze vorgeheizt. Die Kekse werden auf der mittleren Schiene eingelegt.

Die Backzeit beträgt für Scheiben- und Ausstechkekse etwa 10 bis 15 Minuten. Sie sind fertig, wenn sie goldgelb gebacken sind. Für gespritzte Kekse kann die Backzeit ähnlich sein, wobei die genaue Zeit von der Größe der Tupfen abhängt. Während des Backens ist es wichtig, dass die Kekse nicht zu dunkel werden, da Marzipan aufgrund des Zuckergehalts schnell verbrennen kann.

Nach dem Backen ist es entscheidend, die Kekse nicht auf dem heißen Backblech zu belassen. Sie werden zusammen mit dem Backpapier vom Blech auf ein Kuchenrost (Kuchengitter) gezogen und dort vollständig abkühlen gelassen. Dieser Schritt verhindert, dass die Kekse nachgaren und hart werden, und sorgt für die richtige Knusprigkeit.

Dekoration und Veredelung

Marzipankekse bieten eine hervorragende Basis für verschiedene Dekorationen. Eine beliebte Option ist die Veredelung mit Schokoguss. Hierfür wird Kuvertüre mit etwas Öl (z. B. Sonnenblumenöl) im Wasserbad bei schwacher Hitze geschmolzen. Der warme Guss wird auf die abgekühlten Kekse geträufelt oder aufgestrichen.

Eine andere Variante ist die Verwendung von Zuckerguss. Neutrale Zuckergusse oder Zitronenzuckerguss können aufgestrichen werden. Für eine edlere Dekoration eignet sich weiße Schokolade in Kombination mit silbernem oder goldenem Zuckerdekor, was besonders für Hochzeiten oder festliche Anlässe passend ist. Auch Streusel in Form von Sternchen oder andere Dekozutaten können verwendet werden.

Für die Variante mit Knusperdecke wird Eiweiß zu Eischnee geschlagen. Der abgekühlte Keks wird mit dem Eischnee bestrichen und mit gerösteten, gehobelten Mandeln bestreut. Die gerösteten Mandeln verleihen dem Keks eine zusätzliche Textur und ein nussiges Aroma, was ihn zu einem besonderen Knusperkeks macht.

Lagerung und Haltbarkeit

Da Marzipankekse oft zu Weihnachten gebacken werden, ist die richtige Lagerung wichtig, um sie lange frisch zu halten. Die Kekse sollten in einer luftdichten Dose aufbewahrt werden. Um zu verhindern, dass die Kekse, besonders wenn sie mit Guss oder Dekoration versehen sind, miteinander verkleben, wird Backpapier zwischen die einzelnen Schichten gelegt. Bei richtiger Lagerung bleiben die Kekse über mehrere Wochen knusprig und geschmackvoll.

Fazit

Marzipankekse sind eine vielseitige Backware, die sich durch die Verwendung von Marzipan-Rohmasse auszeichnet. Die Wahl der Zubereitungsmethode – ob Ausstechen, Schneiden oder Spritzen – hängt vom verfügbaren Zeitbudget und dem gewünschten Ergebnis ab. Während das Ausstechen traditionelle Formen ermöglicht und das Schneiden Gleichmäßigkeit bietet, ist das Spritzen die schnellste Option. Die Qualität des Marzipans, mit einem hohen Mandelanteil, sowie die eventuelle Zugabe von Bittermandelaroma entscheiden maßgeblich über die Intensität des Geschmacks. Mit passenden Dekorationen wie Schokoguss oder gerösteten Mandeln können die Kekse nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch aufgewertet werden. Die einfache Handhabung, insbesondere bei den gerührten Mürbeteig-Varianten, macht sie zu einem idealen Rezept für Backanfänger und erfahrene Köche alike, das sich perfekt in die weihnachtliche Backroutine oder für schnelle Leckereien zwischendurch eignet.

Quellen

  1. Einfachkochen: Marzipankekse

  2. GuteKueche.at: Marzipankekse Rezept

  3. Oetker: Marzipankekse

  4. Backen macht glücklich: Einfache Marzipanplätzchen zum Ausstechen

  5. Einfach Malene: Marzipan-Knusper-Plätzchen backen

  6. Simply Yummy: Marzipan-Kekse

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