Das Manhattan-Cocktail-Rezept: Klassischer Whisky-Cocktail mit Geschichte und Stil

Der Manhattan ist einer der ikonischsten Whisky-Cocktails der Welt. Mit seiner eleganten Kombination aus Whisky, süßem Wermut und einem Hauch Angostura Bitter verkörpert er die perfekte Balance zwischen Komplexität und Eleganz. Dieser Cocktail hat sich über mehr als ein Jahrhundert hinweg als zeitloses Rezept etabliert und wird heute in Bars und zu Hause gleichermaßen geschätzt. In diesem Artikel wird das Rezept des Manhattans detailliert beschrieben, inklusive der Geschichte, der Zubereitung und einiger spannender Varianten.

Die Herkunft und historische Entwicklung

Der Manhattan entstand in den späten 1870er Jahren in New York. Obwohl verschiedene Legenden um seine Entstehung ranken, ist gesichert, dass das erste schriftliche Rezept des Manhattan-Cocktails im Jahr 1884 in einem Barbuch veröffentlicht wurde. Ursprünglich wurde der Cocktail mit amerikanischem Whiskey zubereitet. Nach dem Ende der Prohibition (1933) musste in den USA zunächst auf kanadischen Whisky zurückgegriffen werden, da der amerikanische Whiskey aufgrund der nötigen Lagerzeit nicht sofort verfügbar war. Später setzte sich der kanadische Whisky in den neueren Rezepten als Standard durch.

Eine weitere historische Anekdote ist der Film „Manche mögen’s heiß“ (1959) von Billy Wilder, in dem Marilyn Monroe den Manhattan in einer Wärmflasche mixt und damit das Rezept einem breiten Publikum bekannt macht. Zudem ist der Manhattan in Serien wie „Sex and the City“ fester Bestandteil der Cocktailkultur, was seine Popularität auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterstreicht.

Die Zutaten des klassischen Manhattan

Die Zutaten des Manhattans sind einfach, aber präzise zusammengestellt, um die perfekte Balance zu erzielen. Nach der international anerkannten Version der International Bartender Association (IBA) lauten die Zutaten wie folgt:

Zutat Menge
(Rye) Whiskey 50 ml
Sweet Red Vermouth 20 ml
Angostura Bitters 1–2 Spritzer
Eiswürfel ca. 1/3 des Glases
Cocktailkirsche 1 Stück

Whisky-Variante

Klassisch wird der Manhattan mit Rye Whiskey zubereitet, was ihm eine würzige Note verleiht. Alternativ kann auch Canadian Whisky oder, für eine stärkere Aromatik, ein amerikanischer Bourbon oder Rye eingesetzt werden. Ein Tipp lautet, dass ein Rye Whiskey besonders kräftige Aromen hervorbringt und ideal für die Zubereitung eines starken Manhattans ist.

Wermut

Der Wermut im Manhattan ist ausschließlich süßer (italienischer) Rotwermut. Bei französischem Weißwermut entsteht stattdessen ein Dry Manhattan, bei dem die Süße durch den trockenen Wermut ersetzt wird. Ein hervorragender Rotwermut für den klassischen Manhattan ist Martini Rubino. Alternativ eignet sich auch Carpano Antica Formula, eine Sorte, die in der Bartender-Community als besonders gelungen gilt.

Angostura Bitter

Die Bitterung erfolgt durch Angostura Bitter, die in 1–2 Spritzern zugesetzt werden. Sie verleiht dem Cocktail Tiefe und sorgt für den charakteristischen bitter-süßen Geschmack. Es ist wichtig, die Bitter vorsichtig einzusetzen, da sie die Balance stark beeinflussen kann.

Die Zubereitung des Manhattan

Die Zubereitung des Manhattans erfolgt in mehreren Schritten, die sorgfältig und präzise ausgeführt werden müssen, um die perfekte Konsistenz und Kälte zu erreichen.

  1. Eiswürfel einfügen: Ein Rührglas wird mit Eiswürfeln gefüllt, bis etwa ein Drittel des Glases belegt ist.
  2. Zutaten hinzufügen: Danach werden die Zutaten – Whisky, Wermut und Bitter – in das Glas gegeben.
  3. Rühren statt Schütteln: Der Cocktail wird nicht geschüttelt, sondern etwa 30 Sekunden lang kräftig gerührt. Das Rühren kühlt den Drink ab, ohne die bernsteinfarbene Klarheit zu trüben.
  4. Abseihen: Der Cocktail wird durch ein Barsieb in ein vorgekühltes Cocktailglas abgeseiht. Dabei bleibt das Eis im Rührglas.
  5. Garnieren: Der Manhattan wird ohne Eis serviert. Als Garnitur wird eine Cocktailkirsche verwendet. Alternativ können auch Zitronenzesten oder Orangenschalen eingesetzt werden, was eine abwechslungsreiche Optik und Aromatik erzeugt.

Ein Tipp der IBA lautet, dass die richtige Temperierung entscheidend ist. Der Cocktail sollte so lange gerührt werden, bis er wirklich kalt ist – etwa 30 Sekunden.

Varianten und Twists des Manhattan

Obwohl der Manhattan in seiner klassischen Form bereits eine perfekte Balance darstellt, gibt es zahlreiche Varianten, die den Drink an individuelle Geschmäcker anpassen oder neue Aromen einbringen.

Dry Manhattan

Ein Dry Manhattan wird mit trockenem, französischem Weißwermut zubereitet. Der Wermutanteil ist geringer oder sogar weggelassen, wodurch der Whisky stärker hervortritt. Der Dry Manhattan ist für alle, die weniger Süße bevorzugen und einen kräftigeren Whisky-Geschmack suchen.

Perfect Manhattan

Der Perfect Manhattan ist eine Mischung aus klassischem und dry Manhattan. Dabei werden gleiche Mengen roter und weißer Wermut verwendet, wodurch die Süße reduziert und der Whisky-Geschmack betont wird. In Deutschland, insbesondere auf der Insel Föhr, hat sich dieser Stil als eine Art „Nationalgetränk“ etabliert.

Scotch oder Irish Manhattan

Im Ausland wird der Manhattan auch mit anderen Whisky-Sorten zubereitet. Ein Scotch Manhattan wird mit schottischem Whisky gemixt, während ein Irish Manhattan irischen Whiskey verwendet. Diese Varianten sind besonders in den jeweiligen Herkunftsregionen beliebt. Eine Empfehlung für einen Scotch Manhattan lautet, Dalwhinnie 15 einzusetzen.

Föhrer Manhattan

Der Föhrer Manhattan ist eine lokale Variante, die in Deutschland, insbesondere auf der Insel Föhr, verbreitet ist. Er wird mit gleichen Anteilen rotem und weißem Wermut hergestellt und gilt dort als eigenständiger Cocktailstil. Diese Variante ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein internationaler Cocktail an lokale Gegebenheiten anpasst.

Die Rolle der Garnitur

Die Garnitur des Manhattans hat sich im Laufe der Zeit verändert. Frühe Rezepte erwähnen hauptsächlich eine Zitronenzeste als Garnitur. Heute ist die Cocktailkirsche ein fester Bestandteil des Rezepts und ist optisch nicht mehr wegzudenken. Allerdings bietet sich bei der Garnierung Raum für kreative Interpretationen. Zitronen- oder Orangenschalen, getrocknete Fruchtscheiben oder auch andere Fruchtaromen können hinzugefügt werden, um den Cocktail optisch und geschmacklich abzuwechseln.

Tipps für die Zubereitung des perfekten Manhattans

  1. Whisky auswählen: Der Whisky ist das Herzstück des Manhattans. Ein Rye oder Bourbon Whisky ist ideal. Wichtig ist, dass der Whisky die richtige Aromatik besitzt, um mit dem Wermut harmonisch zu verschmelzen.
  2. Kühlung beachten: Der Cocktail sollte gut gekühlt, aber nicht übermäßig kalt sein. Die Rührempfehlung von 30 Sekunden ist hierbei entscheidend.
  3. Wermut nicht überdosieren: Der Wermut sollte die Aromen nicht übertönen. 20 ml sind die richtige Menge, um die Balance zu wahren.
  4. Barsieb und vorgekühltes Glas: Das Cocktailglas sollte vor der Abseihung gekühlt werden. So wird sichergestellt, dass der Drink nach dem Servieren nicht zu schnell wieder erwärmt.

Die Bedeutung des Manhattans in der Cocktailkultur

Der Manhattan ist mehr als nur ein Drink. Er ist ein Statement und steht für Eleganz, Komplexität und Zeitlosigkeit. In Bars weltweit wird er als Aperitif serviert und ist ein fester Bestandteil der Cocktailtradition. Die International Bartender Association hat den Manhattan in die Kategorie „The Unforgettables“ eingestuft, was unterstreicht, wie sehr er in der Bartender-Community anerkannt ist.

Schlussfolgerung

Der Manhattan ist ein Whisky-Cocktail mit einer reichen Geschichte und einer klaren, präzisen Zubereitungsweise. Seine Zutaten sind einfach, aber die Balance, die er bietet, ist komplex und fein. Ob klassisch mit Rye Whisky, dry mit trockenem Wermut oder als Föhrer Manhattan mit weißem Wermut – jede Variante hat ihre eigene Note und bietet Raum für kreative Interpretationen. Der Manhattan ist nicht nur ein zeitloser Klassiker, sondern auch ein Cocktail, der sich durch seine Eleganz, seinen Geschmack und seine historische Bedeutung auszeichnet. Mit diesem Rezept und den Tipps lässt sich zu Hause ein perfekter Manhattan zubereiten, der in Qualität und Aroma durchaus mit professionellen Bars mithalten kann.

Quellen

  1. Manhattan Cocktailrezept – spirituosenworld.de
  2. Manhattan Rezept – malts.com
  3. Rezept für Manhattan – myspirits.eu
  4. Manhattan Cocktail – bourbon-genuss.de

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