Die Focaccia ist ein italienisches Fladenbrot, das durch seine luftige Struktur, den intensiven Aroma- und Geschmackreichtum sowie seine vielfältigen regionalen Varianten beeindruckt. Ob mit Olivenöl, Salz und Rosmarin, mit Kirschtomaten oder süßem Stracchino – Focaccia ist in Italien und überall in Europa ein beliebtes Brot. In diesem Artikel werden wir die Herkunft, Rezeptvarianten, Zubereitung sowie Tipps zur optimalen Backtechnik zusammenfassen. Die Informationen basieren ausschließlich auf Rezepten, Zutatenlisten und Herstellungshinweisen, die in den bereitgestellten Quellen beschrieben werden.
Herkunft und historischer Hintergrund
Der Name „Focaccia“ stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von „Fokus“ ab, was für eine Feuerstelle oder den Kochbereich in einem Kamin steht. Bereits die alten Römer bereiteten ähnliche Fladenbrote zu, was auf die lange Tradition dieses Brotes zurückweist. In Italien entwickelten sich viele regionale Varianten, wobei sich die Zutaten und Zubereitungsweisen je nach Region unterscheiden.
Einige Beispiele für regionale Focaccia-Varianten sind:
- Genua: Klassische Variante mit Olivenöl, Salz, Zwiebeln; Recco Focaccia mit Stracchino.
- Florenz: Mit Weintrauben.
- Piemont: Di Susa (süße Variante), Novese (mit Schmalz).
- Bari: Mit Tomaten.
- Messina: Mit Frisée, Tomaten, Sardellen und Käse.
- Süditalien: Mit schwarzen Oliven.
Die Vielfalt der Focaccia spiegelt nicht nur die regionalen Unterschiede in Italien, sondern auch die kreative Anpassung des Rezepts an lokale Aromen wider.
Rezeptvarianten und Zutaten
Die Grundrezepturen für Focaccia sind einfach und basieren auf typischen Brotzutaten wie Mehl, Wasser, Olivenöl, Salz und Hefe. Je nach Variante und Region werden zusätzliche Zutaten wie Kirschtomaten, Rosmarin, Schmalz, Honig oder auch süße Komponenten wie Stracchino-Käse hinzugefügt.
Klassische Focaccia
Die klassische Focaccia besteht aus:
- 500 g Mehl (Typ 405 oder Typ 00)
- 300 ml Wasser
- 30 g frische Hefe
- 1 TL Zucker
- 60 g Olivenöl
- 12 g Salz
Diese Zutaten werden in einem Vorteig angerührt, gehen lassen und anschließend in eine Form gefüllt. Der Teig wird nochmals gehen gelassen und mit Olivenöl, Salz und Rosmarin bestrichen. Danach wird die Focaccia gebacken, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Focaccia mit Kirschtomaten
Eine beliebte Variante ist die Focaccia mit Kirschtomaten, die eine fruchtige Note hinzufügt:
- 300 g Kirschtomaten
- 5 EL Olivenöl
- 1/2 TL grobes Meersalz
- 1/2 TL Rosmarin
Die Tomaten werden mit Olivenöl, Salz und Rosmarin vermengt und als Belag auf der Focaccia verteilt.
Focaccia mit Gemüse
Ein weiteres Rezept beschreibt die Focaccia mit Gemüse, wobei die Zutaten variieren können:
- 300 g Weizenvollkornmehl
- 300 g Mehl Typ 1050
- 450 ml Wasser
- 4 EL Olivenöl
- 6 g Hefe
- 1 TL Honig
- 15 g Salz
- Belegung: z. B. rote Zwiebel, Lauch, Rosmarin, kleine Tomaten
Diese Variante ist besonders luftig und weich, auch am nächsten Tag noch genießbar. Der hohe Olivenölanhalt trägt dazu bei, dass die Focaccia länger frisch bleibt.
Focaccia mit Lievito Madre
Eine besondere Variante ist die Focaccia mit Lievito Madre, einem natürlichen Sauerteig. Dieses Brot hat ein robustes Aroma und eine besondere Fluffigkeit. Der Vorteil liegt in der natürlichen Gärung, die den Geschmack intensiviert. Allerdings erfordert die Herstellung mehr Geduld und Erfahrung, da die Ergebnisse nicht immer vorhersehbar sind.
Süße Focaccia
In einigen Regionen Italiens wird auch eine süße Variante hergestellt, z. B. die Focaccia di Susa. Sie enthält Honig oder andere süße Zutaten und kann mit Schmalz angereichert werden, was zu einer reichhaltigen Textur führt.
Zubereitung und Gärprozesse
Die Zubereitung der Focaccia folgt einem ähnlichen Schema, wobei die genauen Schritte je nach Rezept variieren können. Ein typischer Ablauf sieht so aus:
- Vorteig zubereiten: Mehl mit Wasser, Hefe, Zucker und etwas Mehl bestäuben. Nach 20 Minuten gehen lassen.
- Hauptteig kneten: Weitere Zutaten hinzufügen und gut kneten.
- Teig gehen lassen: An einem warmen Ort für mehrere Stunden gehen lassen. Bei einigen Rezepten kann der Teig über Nacht ruhen.
- Formen: Den Teig in eine gefettete Form drücken und gleichmäßig verteilen.
- Belag streichen: Olivenöl, Salz, Rosmarin oder andere Würzen auftragen.
- Zubereiten des Belags: Bei Kirschtomaten oder Gemüse diese vorbereiten und auftragen.
- Backen: Im vorgeheizten Ofen bei ca. 230–240°C für 18–35 Minuten backen, je nach Dicke des Teigs.
Die Backzeit kann variieren, besonders wenn der Teig dünner oder dicker ist. Es ist wichtig, die Focaccia nicht zu lange backen, da sie sonst trocken wird.
Tipps für die perfekte Focaccia
Um die beste Focaccia zu backen, gibt es einige Tipps und Tricks, die aus den Rezepten abgeleitet werden können:
- Mehlarten: Je nach gewünschter Konsistenz kann zwischen Type 405, Typo 00 oder Weizenvollkornmehl gewählt werden. Typo 00 führt zu einer weicheren Kruste, Type 405 zu einer dichteren Krume.
- Gärzeit: Die Gärzeit ist entscheidend für die Luftigkeit des Brotes. Bei einer Gärzeit von 12–20 Stunden entsteht ein besonders fluffiges Ergebnis.
- Küchenmaschine: Eine Küchenmaschine vereinfacht die Teigknetung und kann auch bei flüssigen Teigen hilfreich sein.
- Belag: Der Belag sollte vor dem Backen aufgetragen werden, damit er sich gut einaromatisieren kann. Rosmarin, Salz, Olivenöl und Kirschtomaten sind typische Zutaten.
- Wasser im Ofen: Einige Rezepte empfehlen, während des Backvorgangs Wasser in den Ofen zu gießen, um eine weiche Kruste und eine gute Kruste zu erzielen.
Focaccia Sandwiches – eine moderne Variante
Eine kreative Verwendung der Focaccia sind Focaccia-Sandwiches. Diese eignen sich besonders gut, wenn etwas vom Brot übrig bleibt. Die Focaccia kann kurz erwärmt werden und mit Schinken, Salami, Antipasti, Rukkola und Parmesan-Crème belegt werden. Eine Olive und ein Basilikumblatt fixieren die Sandwiches.
Zubereitung der Focaccia Sandwiches
- Die abgekühlte Focaccia in 6 Stücke schneiden.
- Jedes Stück in der Mitte aufschneiden.
- Den Boden mit Parmesan-Crème bestreichen und mit Schinken, Salami, Rukkola und Antipasti belegen.
- Mit Meersalz, Pfeffer und Olivenöl veredeln.
- Eine Olive und ein Basilikumblatt darauf stecken.
Weitere Anpassungen und kreative Ideen
Die Focaccia eignet sich hervorragend als Basis für kreative Anpassungen. Neben Tomaten, Rosmarin und Salz können auch andere Aromen hinzugefügt werden, wie z. B. Oregano, Thymian oder Basilikum. Ein besonderer Tipp ist die Verwendung der Aglio Olio Peperoncino-Gewürzmischung, die mit Olivenöl und Meersalz auf dem Hefeteig verteilt wird.
Tipp: Mediterrane Kräutermischung
Eine mediterrane Kräutermischung kann wie folgt hergestellt werden:
- 1 TL Rosmarin
- 1 TL Oregano
- 1 TL Thymian
- 1 TL Salz
- 5 EL Olivenöl
Diese Mischung wird mit Wasser kurz einweichen und dann mit Olivenöl und Meersalz auf dem Hefeteig verteilt.
Schlussfolgerung
Die Focaccia ist ein vielseitiges Brot, das sowohl als Grundnahrungsmittel als auch als kulinarisches Highlight genossen werden kann. Ob klassisch mit Olivenöl und Salz, mit Kirschtomaten oder als süße Variante – es gibt zahlreiche Rezepte, die sich nach regionalen Einflüssen oder kreativen Wünschen anpassen lassen. Die Zubereitung erfordert Geduld, vor allem bei der Gärung, aber die Ergebnisse lohnen sich. Mit den richtigen Zutaten, der passenden Mehlart und der richtigen Gärtechnik entsteht eine Focaccia, die nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich überzeugt.