Ochsenaugen-Rezept: Traditionelle Weihnachtsplätzchen aus Mürbeteig, Marzipan und Fruchtaufstrich

Ochsenaugen, auch bekannt als Pfauenaugen, zählen zu den beliebtesten Weihnachtsplätzchen in Deutschland. Diese Kekse vereinen drei geschmackliche Elemente – knusprigen Mürbeteig, eine weiche Marzipan-Makronenmasse und einen fruchtigen Aufstrich – in einer harmonischen Kombination. Das Rezept erfordert etwas handwerkliche Geschicklichkeit, besonders bei der Zubereitung der Marzipanmasse und dem Ausstechen der Kekse. Im Folgenden werden die Zutaten, die Zubereitung und Tipps zur optimalen Ausführung detailliert beschrieben.

Die Geschichte der Ochsenaugen

Ochsenaugen sind eine klassische weihnachtliche Backware, die vor allem in der Adventszeit in vielen deutschen Haushalten auf den Tisch kommt. Die Bezeichnung stammt vermutlich von der Form der Kekse, die optisch an die Auge auf der Pfauenfeder erinnern. In einigen Regionen, besonders in Bayern, werden sie auch als Pfauenaugen bezeichnet. Die Kombination aus Mürbeteig, Marzipan und Fruchtaufstrich macht sie zu einer besonderen Spezialität und hebt sie von anderen Plätzchen ab.

Zutaten für Ochsenaugen

Die Zutaten für Ochsenaugen lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Mürbeteig, Marzipan-Makronenmasse und Fruchtaufstrich. Jede Komponente spielt eine wichtige Rolle bei der endgültigen Textur und Geschmack des Gebäcks.

Mürbeteig

Der Mürbeteig ist die Grundlage der Kekse und sollte zart, aber stabil genug sein, um die Form zu behalten. Hier die benötigten Zutaten:

  • 200 g kalte Butter
  • 100 g Puderzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Eigelb (ca. 20 g)
  • 1 Ei (ca. 50 g)
  • 300 g Weizenmehl, Type 405
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz

Marzipan-Makronenmasse

Diese weiche, cremige Masse umgibt den Keks in Form eines Kranzes und verleiht den Ochsenaugen ihre typische Optik.

  • 600 g Marzipan
  • 3 Eiweiß (ca. 90 g)
  • Optional 1 EL Rum (zur Geschmacksverfeinerung)
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Fruchtaufstrich

Der Fruchtaufstrich füllt die Mitte des Keks und verleiht ihm die fruchtige Note.

  • 200 g rote Johannisbeeren-Konfitüre (fein passiert)
  • Alternativ können auch andere Sorten wie Aprikosen- oder Erdbeermarmelade verwendet werden.

Zubereitung des Mürbeteigs

Der Mürbeteig ist die Basis der Kekse und sollte mit Bedacht zusammengestellt und verarbeitet werden. Die Butter sollte kalt sein, um die gewünschte Textur zu erzielen.

  1. Zubereitung der Zutaten: Die kalte Butter wird in kleine Würfel geschnitten und in eine Rührschüssel gegeben. Der Puderzucker, Vanillezucker, Eigelb und Ei werden hinzugefügt.
  2. Mischung: Die Zutaten werden rasch mit einem Rührgerät zu einem glatten Teig verknetet. Es ist wichtig, nicht zu lange zu kneten, um die Butter nicht zu sehr zu erwärmen.
  3. Ruhezeit: Der Teig wird flach gedrückt und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen gelassen, damit er sich beruhigt und sich die Zutaten optimal verbinden.
  4. Ausrollen: Vor dem Ausstechen nimmt der Teig Zimmertemperatur an. Er wird auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 4–5 mm dick ausgerollt.
  5. Ausstechen: Ein runder Ausstecher mit welligem Rand wird verwendet, um Kreise mit einem Durchmesser von 5–6 cm auszustechen. Die Plätzchen werden auf ein mit Backpapier belegtes Blech gelegt und nochmals etwas kühlen gelassen.

Zubereitung der Marzipan-Makronenmasse

Die Marzipan-Makronenmasse wird aus Marzipan, Eiweiß und Vanillezucker hergestellt. Sie wird mit einer Sterntülle auf die Plätzchen aufgespritzt und bildet den charakteristischen Kranz.

  1. Marzipan verarbeiten: Das Marzipan wird mit einer Küchenreibe grob gerieben. Alternativ kann es in kleine Würfel geschnitten werden.
  2. Erwärmen: Um die Masse leichter zu verarbeiten, kann das Marzipan kurz in der Mikrowelle erwärmt werden.
  3. Eiweiß hinzufügen: Die Eiweiß wird unter die Marzipanraspeln gerührt, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Bei Bedarf kann auch Vanillezucker hinzugefügt werden.
  4. Spritzbeutel füllen: Die Masse wird in einen Spritzbeutel gefüllt, der mit einer Sterntülle (etwa 8 mm Durchmesser) ausgestattet ist.
  5. Aufspritzen: Auf jedes Plätzchen wird ein dünner Kranz Marzipan-Makronenmasse aufgespritzt.

Backen der Ochsenaugen

Die Ochsenaugen werden in einem vorgeheizten Ofen gebacken, um die optimale Textur zu erzielen.

  1. Ofen vorheizen: Der Ofen wird auf 180°C Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Alternativ kann auch Heißluft verwendet werden, bei etwa 160–170°C.
  2. Backzeit: Die Plätzchen werden im unteren Drittel des Ofens für etwa 12–13 Minuten gebacken. Wichtig ist, dass die Marzipanmasse nicht zu stark verbrennt.
  3. Abkühlen: Nach dem Backen sollten die Kekse auf einem Gitter abkühlen, um ihre Form zu behalten.

Füllung mit Fruchtaufstrich

Nachdem die Kekse abgekühlt sind, werden sie mit der Fruchtaufstrich gefüllt.

  1. Aufstrich vorbereiten: Der Fruchtaufstrich sollte fein passiert sein, damit er sich gut in die Mitte des Keks füllt. Kerne oder Stückchen können das Auge stören.
  2. Füllung: Mit einem Esslöffel oder einer Spritzflasche wird der Aufstrich in die Mitte jedes Keks gefüllt.
  3. Trocknen: Die Ochsenaugen sollten vor dem Verzehr vollständig trocknen, damit sie nicht zusammenfallen.

Tipps und Tricks

Um die besten Ochsenaugen zu backen, gibt es einige Tipps, die besonders wichtig sind:

  • Qualität der Zutaten: Verwende hochwertiges Marzipan und fein passierte Konfitüre, um die Optik und Geschmack zu optimieren.
  • Temperaturkontrolle: Achte darauf, dass die Butter kalt bleibt, um den Teig nicht zu weich zu machen.
  • Ruhezeit: Lasse den Teig ausreichend ruhen, damit er sich beruhigt und die Kekse die richtige Form behalten.
  • Marzipanmasse: Achte darauf, dass die Marzipanmasse geschmeidig und nicht zu fest ist. Bei Bedarf kann etwas Eiweiß hinzugefügt werden.
  • Alternative Füllungen: Neben roten Johannisbeeren kann man auch Aprikosenmarmelade, Erdbeermarmelade oder Quittenmarmelade verwenden.

Variationen und Alternativen

Ochsenaugen lassen sich gut variieren, um sie an individuelle Geschmacksrichtungen oder Diäten anzupassen.

  • Vegetarische Variante: Die Eier können durch Eiweißersatzstoffe ersetzt werden. Alternativ kann auch eine pflanzliche Margarine anstelle von Butter verwendet werden.
  • Vegane Variante: Für eine vegane Version können Eier durch Eiweißersatzstoffe oder Sojamehl ersetzt werden. Das Marzipan sollte vegan sein, also aus Zucker, Mandeln und Eiweißersatz bestehen.
  • Low-Sugar-Variante: Der Puderzucker kann durch eine Zuckerersatzstoffe ersetzt werden, um die Zuckermenge zu reduzieren.

Nährwertanalyse

Die Nährwerte können je nach verwendetem Fruchtaufstrich und Marzipan variieren. Hier eine grobe Schätzung für ein Ochsenauge (ca. 50 g):

Nährwert Menge (pro Ochsenauge)
Kalorien ca. 250–300 kcal
Fett ca. 15–20 g
Kohlenhydrate ca. 30–35 g
Eiweiß ca. 3–5 g
Zucker ca. 20–25 g

Fazit

Ochsenaugen sind eine wunderbare Kombination aus Mürbeteig, Marzipan-Makronenmasse und Fruchtaufstrich. Sie eignen sich hervorragend für den Weihnachtszauber und können als Teil eines traditionellen Plätzchentellers serviert werden. Mit etwas Geschick und der richtigen Technik kann jedes Hobbybäcker diese Kekse im Handumdrehen backen. Sie sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch geschmacklich eine Delikatesse. Ob klassisch mit roten Johannisbeeren oder mit anderen Marmeladensorten – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Quellen

  1. Ochsenaugen-Rezept von Zimtblume
  2. Ochsenaugen-Rezept von Dr. Oetker
  3. Ochsenaugen-Rezept von Utopia.de

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