Die Wiener Sachertorte ist ein ikonisches Dessert, das nicht nur kulinarisch, sondern auch historisch und kulturell bedeutungsvoll ist. Sie ist in Wien so verbunden wie das Wiener Schnitzel oder die Walzer, die in der Stadt zu Hause sind. Das Rezept, das im 19. Jahrhundert entstand, hat sich im Laufe der Zeit in verschiedenen Varianten bewahrt, wobei der authentische Charakter stets im Fokus stand. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Geschichte, das Rezept und die Zubereitung der Sachertorte, basierend auf authentischen Quellen und bewährten Techniken.
Die Geschichte der Sachertorte
Die Entstehung der Sachertorte ist eng mit der Person von Franz Sacher verknüpft. Laut den angebotenen Materialien entstand das Rezept erstmals im Jahr 1832. Franz Sacher, ein Konditor, schuf das Dessert für den Kanzler Prince Klemens von Metternich, der anlässlich eines Empfangs eine neue Torte wünschte. Das Rezept blieb innerhalb der Familie und des Hauses Sacher bis heute ein Geheimnis, was es zu einem der größten kulinarischen Mysteke in der Konditorei macht.
Im Jahr 1934 kam es zu einem bedeutenden historischen Moment in der Geschichte der Sachertorte. Nach dem Konkurs des Hotels Sacher wurde das Rezept an die Konditorei Demel übertragen, was einen lang andauernden Rechtsstreit zwischen beiden Parteien auslöste. Während das Hotel Sacher behauptete, dass das Originalrezept eine zweite Schicht Aprikosenmarmelade enthielt, stellte die Konditorei Demel eine Variante her, bei der die Marmelade direkt unter der Schokoladenglasur angebracht wurde. 1963 konnten beide Parteien eine außergerichtliche Einigung erzielen. Seitdem wird die „Original Sacher-Torte“ nur noch vom Hotel Sacher angeboten, während die Version aus der Konditorei Demel unter einem anderen Siegel verkauft wird.
Die Rezeptur der „Original Sacher-Torte“ wird bis heute streng vertraulich gehalten. Laut den Quellen enthält das Geheimnis der echten Torte möglicherweise in der Schokoladenglasur. Interessant ist, dass auch Carla Sacher, eine Verwandte des Enkels von Franz Sacher, ein Rezept niederschrieb, das sich von der offiziellen Variante unterscheidet. Dies zeigt, dass es verschiedene, authentisch klingende Rezepte gibt, die alle im Stil der Originaltorte bleiben.
Das Rezept der Sachertorte
Zutaten
Auf Basis der verschiedenen Rezepte aus den Materialien kann man ein grundlegendes Rezept für die Wiener Sachertorte zusammenstellen. Es ist wichtig zu beachten, dass die genaue Rezeptur der Originaltorte vom Hotel Sacher nicht öffentlich bekannt ist, da sie streng geschützt wird. Die hier vorgestellte Variante ist eine vereinfachte und bewährte Version, die dem Originalrezept geschmacklich nahekommt.
Für den Teig:
- 28 dag Butter (ca. 280 g)
- 8 dag Zucker (ca. 80 g)
- 12 Eidotter (bei kleinen Eiern mehr)
- 28 erweichte Schokolade (Zartbitter oder Kuvertüre)
- 200 g Mehl
- 1 Prise Salz
- 100 g Eischnee
Für das Bestreichen:
- 150–200 g Aprikosenmarmelade (Marillenmarmelade)
Für die Glasur:
- 200 g Zartbitterschokolade
- 50 g Zucker
- 100 ml Wasser (für den Zuckersirup)
Zubereitung
Schritt 1: Vorbereitung des Teigs
- Butter und Zucker schaumig rühren: In einer großen Rührschüssel Butter und Zucker cremig rühren, bis eine helle, schaumige Masse entsteht.
- Ei dottern unterheben: Die Eidotter vorsichtig unter die Butter-Zucker-Masse heben. Es ist wichtig, dass die Masse homogen bleibt, aber nicht zu fest wird.
- Schokolade unterrühren: Die erweichte Schokolade, die nicht zu heiß sein sollte, vorsichtig unterheben. So bleibt das Aroma erhalten.
- Mehl und Eischnee unterheben: Das Mehl mit einer Prise Salz sieben und vorsichtig unterheben. Anschließend den Eischnee ebenfalls sanft unterheben, um die fluffige Textur zu gewährleisten.
Schritt 2: Backen
- Teig in eine Form geben: Den Teig in eine gefettete Springform (ca. 26 cm Durchmesser) geben.
- Backen: Die Torte bei 180°C (Ober- und Unterhitze) ca. 40–45 Minuten backen. Es ist wichtig, dass die Torte nicht zu lange im Ofen bleibt, um die saftige Konsistenz zu bewahren.
- Abkühlen lassen: Die Torte nach dem Backen vollständig abkühlen lassen.
Schritt 3: Bestreichen mit Aprikosenmarmelade
- Marmelade auftragen: Die abgekühlte Torte mit einer Schicht Aprikosenmarmelade bestreichen. Dies bereitet die Oberfläche für die Glasur vor und sorgt für eine fruchtige Note.
- Etwas abkühlen lassen: Die Torte vor dem Gießen der Schokolade etwas abkühlen lassen, damit die Glasur richtig haftet.
Schritt 4: Schokoladenglasur herstellen und auftragen
- Zuckersirup herstellen: Zucker und Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Das Sirup-Gemisch sollte eine goldene Farbe annehmen.
- Schokolade schmelzen: Die Schokolade über einem Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen, bis sie glänzend und glatt ist.
- Zuckersirup zur Schokolade geben: Den Sirup vorsichtig zur geschmolzenen Schokolade geben und gut unterrühren.
- Glasur auftragen: Die Glasur über die Torte gießen und mit einem Spatel gleichmäßig verteilen. Die Konsistenz sollte so sein, dass sie den Teig gut bedeckt, aber nicht zu dick ist.
Schritt 5: Abkühlen und Dekoration
- Abkühlen lassen: Die Torte für mindestens 2–3 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen, damit die Glasur fest wird.
- Dekorieren: Nach dem Abkühlen kann die Torte nach Wunsch dekoriert werden. Beliebte Optionen sind Schokoladenspäne, frische Beeren oder essbare Blüten.
Tipps und Tricks
- Hochwertige Zutaten verwenden: Die Qualität der Schokolade und Marmelade spielt eine entscheidende Rolle für den Geschmack.
- Sanft unterheben: Eischnee und Mehl sollten vorsichtig untergehoben werden, um die Luftbläschen nicht zu zerstören und die fluffige Konsistenz zu erhalten.
- Backzeit beachten: Eine zu lange Backzeit kann dazu führen, dass die Torte trocken und kompakt wird. Eine saftige Konsistenz ist das Ziel.
- Glasur gleichmäßig verteilen: Bei der Auftragung der Schokoladenglasur sollte man vorsichtig vorgehen, um eine gleichmäßige Deckung zu erreichen.
Variante mit weißer Schokolade
Eine interessante Abwandlung ist die „weiße Sachertorte“, bei der die Schokoladenglasur durch weiße Kuvertüre ersetzt wird. Dies verändert das Aroma der Torte, während die Grundstruktur des Rezeptes erhalten bleibt. Diese Variante ist besonders bei jüngeren oder süße-bevorzugenden Liebhabern beliebt.
Die Bedeutung der Aprikosenmarmelade
Ein weiterer entscheidender Bestandteil der Sachertorte ist die Aprikosenmarmelade. Sie ist nicht nur ein Aromat, sondern auch ein historischer Bestandteil des Rezeptes. Die Marmelade kann sowohl unter der Glasur als auch in der Mitte der Torte aufgetragen werden, was je nach Rezept unterschiedlich gehandhabt wird. In einigen Quellen wird erwähnt, dass das Hotel Sacher eine zweite Schicht Aprikosenmarmelade in der Torte verwendet, während die Konditorei Demel sie direkt unter der Glasur anbringt.
Die Rezepte im Vergleich
Es gibt verschiedene Rezepte, die im Internet zu finden sind, die sich alle dem Originalrezept nähern. Einige sind vereinfacht, andere enthalten zusätzliche Zutaten oder verfeinerte Techniken. Im Folgenden werden einige Beispiele genannt:
Vereinfachtes Rezept
Ein vereinfachtes Rezept, das in einigen Quellen erwähnt wird, enthält weniger Eier, etwas weniger Schokolade und verzichtet auf den Zuckersirup in der Glasur. Stattdessen wird Kuvertüre oder Kuchenglasur verwendet, die schneller zu schmelzen ist. Dies ist eine gute Alternative für Einsteiger, die sich nicht mit komplexen Techniken beschäftigen möchten.
Echtes Originalrezept
Das sogenannte „Originalrezept“ aus dem Sacher Kochbuch ist eine etwas komplexere Variante, die sich durch die Verwendung von hochwertiger Schokolade, einer exakten Rezeptur und der Verwendung von Zuckersirup in der Glasur auszeichnet. Dieses Rezept wird in einigen Quellen erwähnt, aber der genaue Text ist nicht öffentlich zugänglich. Es wird jedoch betont, dass dieses Rezept dem Originalrezept geschmacklich sehr nahekommt.
Rezept mit Zuckersirup
Ein weiteres Rezept, das in einigen Quellen erwähnt wird, verwendet einen Zuckersirup für die Glasur. Dies sorgt für eine besonders glänzende und glatte Konsistenz. Der Zuckersirup wird in einem kleinen Topf gekocht, bis er eine goldene Farbe annimmt, und anschließend zur Schokolade gegeben. Dies ist eine bewährte Technik, die zu einer professionellen Optik führt.
Fazit
Die Wiener Sachertorte ist mehr als nur ein Dessert – sie ist ein Stück Kulturgeschichte, das im 19. Jahrhundert entstand und bis heute Bestand hat. Mit ihrem einzigartigen Geschmack aus flaumigem Teig, fruchtiger Marmelade und reicher Schokoladenglasur ist sie zu einem Wahrzeichen Wiens geworden. Obwohl das Originalrezept streng vertraulich bleibt, gibt es zahlreiche Varianten und Rezepte, die sich dem Original geschmacklich annähern. Mit etwas Zeit, Geduld und der richtigen Technik kann man auch zu Hause eine köstliche Sachertorte backen, die sowohl im Geschmack als auch in der Optik überzeugt.