Traditionelles Rezept: Scheiterhaufen – Ein rustikaler Auflauf aus altem Brot und Äpfeln

Der Scheiterhaufen ist eine traditionelle Süßspeise, die sich besonders durch ihre rustikale, herzhafte Note und ihre einfache Herstellung auszeichnet. Er entstand ursprünglich als sparsame Methode, übrig gebliebenes Weißbrot und Äpfel zu verwerten. Inzwischen hat sich der Scheiterhaufen als festes Element der regionalen Küche etabliert und ist sowohl als Dessert als auch als Hauptgericht beliebt. In diesem Artikel wird das Rezept, die Zubereitung, die Zutaten sowie einige Tipps und Variationen ausführlich beschrieben.

Was ist ein Scheiterhaufen?

Der Scheiterhaufen ist ein traditionelles Rezept, das sich durch die Schichtung von altbackenen Brötchen oder Weißbrotscheiben und Äpfeln auszeichnet. Diese werden in eine Auflaufform gelegt und mit einer Mischung aus Milch, Eiern, Zucker, Salz und eventuell Zitronenschale oder Zimt getränkt. Anschließend wird der Auflauf im Ofen gebacken, wodurch sich eine goldbraune, knusprige Kruste bildet.

Die Bezeichnung „Scheiterhaufen“ stammt laut einigen Berichten von der Art und Weise, wie die Zutaten in die Auflaufform geschichtet werden – ähnlich einem Haufen. Obwohl die Namensgebung möglicherweise an unangenehme Strafmaßnahmen erinnert, ist der Geschmack und der Geruch des Gerichts alles andere als abschreckend. Im Gegenteil: Der Scheiterhaufen ist ein Aushängeschild der regionalen Küche und wird oft mit Vanilleeis, Vanillesoße oder Fruchtsoße serviert.

Zutaten und Zubereitung

Die Zutaten für den Scheiterhaufen sind einfach und leicht zu beschaffen. Sie umfassen hauptsächlich altbackenes Brot, saftige Äpfel, Milch, Eier, Zucker, Salz und ggf. Zimt oder Zitronenschale. Einige Rezeptvarianten enthalten auch Rosinen, Butterflocken oder Rumrosinen. Die genauen Mengen können je nach Portionen variieren.

Zutaten (für 4 Portionen als Hauptgericht):

  • 8 alte Semmeln oder 450 g Knödelbrot
  • 750 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • Abgeriebene Zitronenschale einer halben Zitrone
  • 60 g Zucker
  • 3 Eier
  • 750 g saftige Äpfel (z. B. Boskoop, Janagold oder Braeburn)
  • 50 g Rosinen
  • 30 g Butter zum Backen
  • etwas Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Brötchenvorbereitung:
    Die alten Brötchen in nicht allzu dünne Scheiben schneiden und in eine breite Schüssel legen.

  2. Milchmischung:
    Die Milch mit Salz, Zitronenschale, Zucker und Eiern mit dem Handrührgerät gut vermengen. Diese Mischung über die Brötchenscheiben gießen, damit sie sich vollsaugen können. Lassen Sie die Brötchen ca. 10 bis 15 Minuten einweichen.

  3. Apfelvorbereitung:
    Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. Mit etwas Zimt und den Rosinen vermengen.

  4. Auflaufform vorbereiten:
    Eine Auflaufform mit Butter einfetten. Die getränkten Brötchenscheiben in mehrere Schichten in die Form legen. Dazwischen jeweils eine Schicht Apfelscheiben verteilen.

  5. Backen:
    Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die restliche Milchmischung über die Brötchen-Apfel-Schichten gießen. Butterflocken darauf verteilen. Den Scheiterhaufen ca. 30 bis 45 Minuten im Ofen backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.

  6. Garprobe:
    Nach ca. 30 Minuten können Sie eine Garprobe durchführen. Stecken Sie einen Zahnstocher in den Auflauf. Wenn er sauber herauskommt und kein Teig daran klebt, ist der Scheiterhaufen gar.

  7. Servieren:
    Den fertigen Scheiterhaufen aus dem Ofen nehmen und mit Puderzucker bestäuben. Warm servieren.

Tipp:

Wenn die Äpfel säuerlich sind, kann man etwas zusätzlichen Zucker hinzugeben. Für Erwachsene eignen sich auch Rumrosinen. Bei der Schichtung ist es wichtig, dass die Brötchenscheiben von allen Seiten gut getränkt werden. Bei Verwendung einer kleineren oder höheren Auflaufform kann man die Schichten mehrfach übereinander legen.

Variationen des Rezeptes

Der Scheiterhaufen ist in seiner Grundform bereits vielseitig, aber es gibt auch einige beliebte Varianten, die je nach Region oder Geschmack leicht angepasst werden können.

Brotsorten:

  • Neben alten Brötchen können auch andere helle Brotsorten verwendet werden, wie Weißbrot, Toastbrot, Zwieback oder Hefezopf. Dunkle oder gewürzte Brotsorten sind weniger geeignet, da sie zu schwer und aromatisch sind.

Gewürze:

  • Zimt, Zitronenschale und Zucker sind Standard-Zutaten. Andere Gewürze wie Vanille oder Kardamom können ebenfalls hinzugefügt werden.

Früchte:

  • Äpfel sind die klassische Frucht für den Scheiterhaufen. Alternativ können auch Trauben, Birnen oder Pflaumen verwendet werden, je nach Saison und Geschmack.

Topping:

  • Neben Butterflocken kann man auch Baiserhaube als Topping verwenden, um den Auflauf optisch und geschmacklich abzurunden. In einigen Rezepten verzichtet man jedoch auf das Topping.

Soßen:

  • Der Scheiterhaufen passt besonders gut zu Weinschaumsoße, Vanillesoße oder Fruchtsoße. In einigen Fällen wird auch Karamellsoße oder Schokoladensoße serviert.

Tipps und Empfehlungen

  • Zubereitung mit Kindern: Der Scheiterhaufen ist ein Rezept, das sich gut mit Kindern kochen lässt. Schneiden Sie die Äpfel und Brötchen vorher zu, damit die Kinder sich auf das Schichten und das Mischen konzentrieren können.

  • Vorratshaltung: Der Scheiterhaufen schmeckt am besten frisch aus dem Ofen. Falls etwas übrig bleibt, kann er auch kalt serviert werden. Gekühlt hält sich die Masse einige Tage, doch die knusprige Kruste verliert etwas von ihrer Textur.

  • Servierempfehlungen: Der Scheiterhaufen passt gut zu Vanilleeis oder Sahne. In einigen Regionen wird er auch mit Schlagsahne oder einer kleinen Kugel Eis serviert.

  • Regionale Anpassung: Das Rezept kann saisonabhängig angepasst werden. Im Herbst und Winter, wenn Äpfel in der Region reif sind, ist der Scheiterhaufen besonders empfehlenswert. Im Sommer können andere Früchte wie Trauben oder Birnen verwendet werden.

Nährwertinformationen

Die Nährwerte für den Scheiterhaufen können je nach Zutaten und Zubereitungsart variieren. Hier sind die Durchschnittswerte pro Portion (basierend auf 4 Portionen als Hauptgericht):

Nährwert Menge
Kalorien ca. 745 kcal
Eiweiß ca. 22 g
Fett ca. 20 g
Kohlenhydrate ca. 117 g

Diese Werte sind Schätzungen und können je nach verwendetem Brot, Milch oder Zutaten leicht abweichen.

Quellen

  1. Bayerische Spezialitäten – Scheiterhaufen Rezept
  2. Steirische Spezialitäten – Scheiterhaufen Rezept
  3. LeckerSchmecker – Scheiterhaufen Rezept
  4. Regional-saisonal – Scheiterhaufen Rezept
  5. Genussregion Oberfranken – Scheiterhaufen

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