Linzer Plätzchen, auch als Linzer Augen oder Spitzbuben bekannt, sind ein Klassiker der österreichischen Backkunst und haben sich über die Jahre zu einer beliebten Weihnachtsverzierung entwickelt. Sie vereinen einen feinen Mürbeteig mit einer saftigen Marmeladenfüllung, die durch kleine Löcher sichtbar wird. Die Herkunft des Rezeptes lässt sich auf die Linzer Torte zurückführen, weshalb der Teig oft Nüsse enthält. In diesem Artikel werden die verschiedenen Rezepte, Zutaten, Zubereitungsschritte und Tipps für das perfekte Linzer Plätzchen detailliert beschrieben.
Rezeptvarianten und Zutaten
Die Grundzutaten für Linzer Plätzchen sind Butter, Mehl, Zucker, Ei und Gewürze. In einigen Rezepten kommen Nüsse wie Haselnüsse oder Mandeln hinzu, was dem Teig eine zusätzliche Aroma- und Texturdimension verleiht. Die Füllung besteht traditionell aus Johannisbeergelee, weshalb die Plätzchen manchmal auch Linzer Augen genannt werden, da man durch die Löcher die rote Marmelade sieht. Alternativ kann Aprikosenmarmelade, Himbeermarmelade oder Brombeergelee verwendet werden. Einige Backrezepte empfehlen, die Plätzchen nach dem Backen mit Puderzucker zu bestäuben, um das Auge des Kekses hervorzuheben.
Rezept 1: Klassischer Linzer-Teig (Quelle [2])
Zutaten für den Teig:
- 250 g Mehl, gesiebt
- 100 g Mandeln, gemahlen
- 150 g Butter, gewürfelt
- 150 g Puderzucker, gesiebt
- 1 Teelöffel Ceylonzimt
- 1 Prise Nelken
- 1 Ei, Gr. M
Zutaten für die Füllung:
- 200 g Johannisbeergelee
- 1 Esslöffel Kirschwasser
Zubereitung:
- Die kalte Butter mit den übrigen Teigzutaten verkneten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
- Den Teig auf Zimmertemperatur erhitzen und zu einer dünnen Schicht (ca. 3 mm) ausrollen.
- Mit einem Ausstecher Plätzchen ausstechen. Eine Hälfte der Plätzchen bekommt ein oder drei Löcher.
- Die Plätzchen auf Backpapier auf Backbleche legen und im vorgeheizten Ofen (180 °C) 10–12 Minuten backen.
- Nach dem Abkühlen die glatten Plätzchen mit Gelee bestreichen, die gelochten Plätzchen daraufsetzen und mit Puderzucker bestäuben.
Rezept 2: Linzer Plätzchen mit Mandeln (Quelle [3])
Zutaten für den Teig:
- 300 g Mehl
- 250 g Butter
- 125 g Zucker
- 150 g fein gemahlene Mandeln
- 1/2 Teelöffel Zimt
- 1 Messerspitze Nelkenpulver
- 1 Prise Salz
Zutaten für die Füllung:
- Johannisbeer- oder Brombeergelee
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
- Die Butter in kleine Würfel schneiden und mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten.
- Den Teig flach formen, in Alufolie wickeln und mindestens 30 Minuten kaltstellen.
- Den Ofen auf 170 °C (150 °C Umluft) vorheizen.
- Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche ausrollen (ca. 3 mm) und mit Wunschformen ausstechen.
- In die Hälfte der Plätzchen ein „Auge“ ausstechen.
- Die Plätzchen auf Backpapier auf Backbleche legen und 10–12 Minuten hell backen.
- Nach dem Abkühlen die gelochten Plätzchen mit Puderzucker bestäuben, die glatten Plätzchen mit Gelee bestreichen und die Puderzucker-Plätzchen daraufsetzen.
- In einer Keksdose aufbewahren, am besten mit Backpapier zwischen den Schichten.
Rezept 3: Linzer Plätzchen mit Vanillezucker und Zitronenschale (Quelle [1])
Zutaten für den Teig:
- 100 g Puderzucker
- 200 g Butter
- 300 g Mehl (Typ 405), gesiebt
- 1 Ei
- 1 Esslöffel Vanillezucker
- geriebene Zitronenschale
- Marmelade (traditionell Aprikosen- oder Johannisbeer-Marmelade)
- Puderzucker zum Bestreuen
Zubereitung:
- Puderzucker, Butter und Mehl miteinander vermengen.
- Ei, Vanillezucker und Zitronenschale hinzugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und kaltstellen.
- Danach den Teig auf 3 mm Stärke ausrollen und 6 cm große Formen ausstechen.
- In die Hälfte der Plätzchen ein oder drei Löcher stanzten.
- Die Plätzchen bei 180 °C (Umluft 160 °C) 7–10 Minuten backen, bis sie goldgelb sind.
- Nach dem Abkühlen die Plätzchenhälften mit Marmelade bestreichen, die gelochten Plätzchen mit Puderzucker bestäuben und daraufsetzen.
Tipps für die perfekte Zubereitung
Um die besten Linzer Plätzchen zu backen, gibt es einige wichtige Tipps und Techniken:
- Kalte Zutaten: Die Butter sollte immer kalt sein, da sie sich nicht zu stark mit dem Mehl verbindet und so den Teig lockerer macht. Warme Butter führt oft zu einem zu kompakten Teig, der beim Backen nicht so schön ausbläht.
- Kühlung vor dem Backen: Der Teig sollte nach dem Kneten mindestens 30 Minuten bis eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Dies verhindert, dass er sich beim Ausrollen verzieht und sorgt für eine gleichmäßige Textur.
- Ausstechen mit kaltem Teig: Einige Rezeptvorschläge empfehlen, die Backbleche vor dem Backen kurz in den Kühlschrank zu stellen. So verlaufen die Plätzchen beim Backen nicht und behalten ihre Form.
- Ausstecher mit Auswerfer: Der Einsatz eines Linzer-Plätzchenausstechers mit Auswerfer vereinfacht das Ausstechen erheblich, besonders wenn man kleine Löcher oder komplexe Formen erstellen möchte.
- Puderzucker bestäuben: Um das typische Auge des Plätzchens hervorzuheben, wird die gelochte Plätzchenhälfte mit Puderzucker bestäubt. Dafür eignet sich ein Sieb, um den Zucker gleichmäßig zu verteilen.
- Füllung nicht zu heiß machen: Die Marmelade sollte nur leicht erwärmt werden, damit sie sich leichter auf die Plätzchen verteilen lässt, aber nicht aufkocht oder zu flüssig wird.
- Lagerung: Linzer Plätzchen schmecken am besten, wenn sie ein paar Tage durchgezogen sind. Sie sollten in einer luftdichten Keksdose aufbewahrt werden, am besten mit Backpapier zwischen den Schichten, um die Kekse nicht miteinander kleben zu lassen.
Herkunft und Bedeutung
Die Herkunft des Rezeptes ist eng verbunden mit der Linzer Torte, einer berühmten österreichischen Kuchenart. Die Torte besteht aus zwei Schichten Mürbeteig mit Johannisbeermarmelade zwischen den Schichten. Die Linzer Plätzchen sind eine kleinere, handliche Version dieser Torte, weshalb sie auch als Spitzbuben bezeichnet werden. Traditionell handelt es sich um kleine runde Kekse mit einem gewellten Rand und einer oder drei Öffnungen, die die Füllung sichtbar machen.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der Linzer Mürbeteig, der sich durch die Zugabe von Nüssen oder Mandeln auszeichnet. Dieser Teig ist nicht nur geschmacklich, sondern auch texturlich von anderen Mürbeteigen zu unterscheiden. Er ist leicht nussig, fein und knusprig, was den Plätzchen ihre besondere Note verleiht.
Fazit
Linzer Plätzchen sind eine wunderbare Kombination aus knusprigem Mürbeteig, fruchtiger Marmelade und feinem Aroma. Sie sind nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch optisch ansprechend, was sie zu einer beliebten Weihnachtsverzierung macht. Mit den richtigen Zutaten, Techniken und Tipps lässt sich das perfekte Rezept leicht zu Hause nachbacken. Egal, ob man Johannisbeergelee, Aprikosenmarmelade oder Himbeermarmelade bevorzugt, jedes Rezept hat seine eigenen Vorteile und kann individuell angepasst werden.