Reismehl hat sich in den letzten Jahren als beliebtes und vielseitiges Back- und Kochprodukt etabliert, insbesondere in der glutenfreien Küche. Ob als Grundlage für Brote, Kuchen, Puddings oder asiatische Köstlichkeiten – Reismehl bietet eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten. In diesem Artikel werden Rezeptideen, Verwendungsweisen, praktische Tipps und kulinarische Anregungen vorgestellt, die zeigen, warum Reismehl ein wertvolles und vielseitiges Küchenutensil ist.
Einführung
Reismehl wird durch feine Mahlung von Reiskörnern hergestellt, ohne dass diese vorher aufgekocht oder gekeimt wurden. Im Gegensatz zu Weizenmehl ist es glutenfrei, was es für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Ernährungsrestriktionen besonders attraktiv macht. Zudem besitzt es eine neutrale Geschmackskomponente, sodass es sich gut in zahlreiche Rezepte einfügt, ohne den Geschmack zu dominieren.
Zahlreiche Rezeptquellen zeigen, dass Reismehl sowohl in westlichen als auch in asiatischen Gerichten eine wichtige Rolle spielt. Von leckeren glutenfreien Backwaren bis hin zu cremigen Puddings oder knusprigen Pfannkuchen – Reismehl ist ein Multitalent in der Küche. In den folgenden Abschnitten werden konkrete Rezeptvorschläge, Tipps zur Verwendung sowie kulinarische Anregungen vorgestellt.
Reismehl in der Back- und Kochkunst
1. Backen mit Reismehl
Reismehl ist eine beliebte Alternative zu Weizenmehl in der glutenfreien Backkunst. Es kann in vielen Fällen eins zu eins ersetzt werden, wobei es jedoch sinnvoll ist, auf zusätzliche Stabilisatoren wie Backpulver oder Xanthan-Gum zu achten, um die Konsistenz der Backwaren zu optimieren.
Ein Beispiel dafür ist der Kuchen, der in einem Test mit Reismehl gebacken wurde. Laut einem Bericht in einer Quelle war der Kuchen saftig und knusprig zugleich, wobei niemand den Geschmack von Reis wahrgenommen hat. Zudem wurden Kekse und Brot aus Reismehl mit positiven Reaktionen bewertet, auch wenn die Tester den hohen Preis als Nachteil bezeichnet haben.
Rezept: Einfache Kekse aus Reismehl
Zutaten:
- 200 g Reismehl
- 100 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 100 g Butter (kalt, in kleine Stücke geschnitten)
- 1 Ei (gehackt)
Zubereitung:
- In einer Schüssel das Reismehl mit Zucker und Salz vermischen.
- Die kalte Butter in kleine Würfel schneiden und mit dem Mehl vermengen.
- Das Ei hinzufügen und alles zu einem Teig verkneten.
- Den Teig ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Danach mit einem Nudelholz ausrollen und mit einem Glas oder Teigrädchen ausstechen.
- Die Kekse auf einem Backblech platzieren und bei 180°C (Ober-/Unterhitze) ca. 10–12 Minuten backen.
- Nach dem Abkühlen servieren.
2. Reismehl in der asiatischen Küche
In der asiatischen Küche ist Reismehl unverzichtbar und dient als Grundlage für zahlreiche Gerichte. Besonders bekannt sind vietnamesische Bánh xèo, thailändische Reismehl-Nudeln oder japanische Mochis. Diese Gerichte zeichnen sich durch ihre leichte, knusprige Textur und den milden Geschmack aus.
Rezept: Bánh xèo – Vietnamesische Crepes aus Reismehl
Zutaten:
- 150 g Reismehl
- 200 ml Kokosmilch
- 150 ml Wasser
- 1 TL Kurkuma-Pulver
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Salz
- 200 g Garnelen (geschält und entdarmt)
- 100 g Mungbohnensprossen
- 1 Bund Frühlingszwiebeln (in Streifen geschnitten)
- Eine Handvoll frischen Koriander (gehackt)
- Öl zum Braten
- Nuoc Cham (vietnamesische Dip-Sauce)
- 1 TL Phu Quoc Wundersalz
Zubereitung:
- In einer großen Schüssel das Reismehl mit Kokosmilch, Wasser, Kurkuma, Backpulver und Salz gut vermengen.
- Den Teig etwa 30 Minuten ruhen lassen.
- Eine antihaftbeschichtete Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen und etwas Öl hinzufügen.
- Eine kleine Handvoll Garnelen in die Pfanne geben und den Teig gleichmäßig darauf verteilen, sodass der Boden gut bedeckt ist.
- Sofort die Bohnensprossen und Frühlingszwiebeln auf den Teig streuen.
- Die Pfanne abdecken und etwa 3–4 Minuten braten, bis der Teig goldbraun und knusprig ist.
- Die Crêpe vorsichtig umklappen und weitere 2–3 Minuten braten, bis sie vollständig durchgegart ist.
- Auf einen Teller geben und warm halten.
- Den Vorgang mit den restlichen Garnelen und Teig wiederholen.
- Mit frischem Koriander garnieren und mit Nuoc Cham servieren.
3. Reismehl in der westlichen Küche
Auch in der westlichen Küche hat sich Reismehl als vielseitiges Zutaten gewinnen können. Es eignet sich hervorragend für die Herstellung von Brotfladen, Puddings, Grießbrei oder als Verdickungsmittel für Soßen und Suppen.
Rezept: Glutenfreie Roti aus Reismehl
Zutaten:
- 200 g Reismehl
- 380 ml Wasser
- 1 Teelöffel Salz
Zubereitung:
- Das Wasser zum Kochen bringen und Salz einrühren.
- Das Reismehl unter das Wasser rühren, bis eine klumpige Konsistenz entsteht.
- Den Herd ausschalten, den Topf abdecken und alles 10 Minuten ruhen lassen.
- In der Zwischenzeit etwas Öl in die Hände reiben, da der Teig klebrig ist.
- Den Teig zu einem Strang formen und in 10–11 Stücke teilen.
- Die einzelnen Stücke zu Kugeln formen und mit einem Teigroller oder einer Flasche zu Fladen ausrollen.
- Sollte der Teig klebrig werden, kann man den Teigroller leicht ölen oder den Teig zwischen Backpapier ausrollen.
- Die Pfanne gut erhitzen und jeden Brotfladen von beiden Seiten backen.
- Warm servieren.
4. Reismehl in der Konditorei
In der Konditorei kann Reismehl genauso wie in der Backkunst eingesetzt werden. Es eignet sich besonders gut für leichte Kuchen, Biskuitteig oder Kekse. Ein Beispiel hierfür sind die Biskuit-Kekse von EAT SMARTER, die mit Reismehl hergestellt werden und durch ihre leichte Textur beeindrucken.
5. Reismehl in der Süßspeiseküche
Ein weiteres beliebtes Rezept, das Reismehl verwendet, ist der Reispudding. Er ist besonders bei Sportlern beliebt, da er proteinreich und nährstoffdicht ist.
Rezept: Einfacher Reispudding
Zutaten:
- 100 g Reismehl
- 300 ml Wasser
- 200 ml Milch (alternativ pflanzliche Milch)
- Süßungsmittel (z. B. Honig, Agave oder Zucker)
Zubereitung:
- Reismehl, Wasser, Milch und Süßungsmittel in einen Topf geben und gut verrühren.
- Die Mischung auf dem Herd erhitzen und zum Kochen bringen.
- Die Hitze reduzieren und den Pudding etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
- Wenn der Pudding zu fest geworden ist, etwas mehr Flüssigkeit hinzugeben.
- Den Reispudding in eine Schüssel füllen und mit Toppings nach Wahl garnieren (z. B. Beeren, Nüsse, Kakao).
- Im Kühlschrank aufbewahren. Er hält sich bis zu 5 Tage.
- Alternativ kann er auch gefroren werden und hält sich bis zu 3 Monaten.
Tipps und Anregungen
1. Reismehl als Verdickungsmittel
Reismehl kann auch als glutenfreies Verdickungsmittel in Soßen, Suppen oder Desserts verwendet werden. Dazu einfach eine kleine Menge in kaltes Wasser einrühren und dann in die heiße Flüssigkeit geben, um Klumpen zu vermeiden.
2. Reismehl für Panaden
Reismehl eignet sich hervorragend für knusprige Panaden. Es bringt eine leichte und krosse Textur, die sich besonders in gebratenen Gerichten wie Fisch oder Hähnchen hervorragend zeigt.
3. Reismehl in der Ernährung
Reismehl ist reich an Kohlenhydraten und enthält vergleichsweise mehr Proteine als Weizenmehl. Es ist jedoch wichtig, dass Reismehl nicht als Hauptbestandteil einer Ernährung betrachtet wird. Es sollte in Kombination mit anderen Nahrungsmitteln eingesetzt werden, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten.
4. Preis und Qualität
Laut einem Bericht kostet Reismehl etwa 4,99 Euro für 500 Gramm, was etwa einem Euro pro 100 Gramm entspricht. Andere glutenfreie Mehle liegen zwischen 2 und 5 Euro pro 500 Gramm. Reismehl, das ohne Zusatzstoffe hergestellt wird, ist oft nicht backfähig und muss daher durch andere Stabilisatoren ergänzt werden.
Schlussfolgerung
Reismehl ist ein vielseitiges und nützliches Produkt, das sich in der glutenfreien Küche sowie in der alltäglichen Koch- und Backkunst hervorragend einsetzen lässt. Ob für leckere Kekse, knusprige Pfannkuchen, cremigen Reispudding oder als Verdickungsmittel – Reismehl bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Es ist glutenfrei, leicht verdaulich und eignet sich für eine Vielzahl von Gerichten. Mit den richtigen Rezepten und Tipps kann Reismehl zu einem wertvollen Bestandteil in der Küche werden.