Bacalhau, der getrocknete und gesalzene Kabeljau, ist eine kulinarische Spezialität, die tief in der portugiesischen Esskultur verankert ist. In Portugal gilt der Begriff „Bacalhau“ sogar als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Gerichten, die diesen Fisch als zentralen Bestandteil nutzen. Die Tradition reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück, als die portugiesische Seefahrt blühte und der sichere Erhalt von Fisch für lange Seereisen unerlässlich war. Heute ist Bacalhau ein Symbol für Vielfalt und kulinarische Viabilität – von herzhaften Eintöpfen über knusprige Kroketten bis zu einfachen Salaten. Dieser Artikel widmet sich den zentralen Themen der Zubereitung: der entscheidenden Vorbereitung durch das Entsalzen, der Vielfalt an traditionellen Rezepten wie Bacalhau à Gomes de Sá, Bacalhau à Brás und Pataniscas de Bacalhau sowie der Verwendung von Dosenware als Alternative. Die ausführlichen Angaben stammen ausschließlich aus den bereitgestellten Quellen, wobei die Quellenlage die Aussagekraft der Informationen sichert.
Die zentrale Vorbereitung: Entsalzen von Bacalhau
Die angemessene Vorbereitung des Bacalhau ist der Schlüssel zum Erfolg jedes Rezeptes. Da der Fisch durch das Trocknungs- und Salzverfahren seine ursprüngliche Konsistenz verliert und extrem salzig ist, ist das sogenannte „Entsalzen“ notwendig. Dieser Vorgang dient der Rückgewinnung der ursprünglichen Textur und der Beseitigung des hohen Salzgehalts. Ohne ausreichendes Entsalzen wäre der Fisch ungenießbar, da das Salz die geschmackliche Abstufung verfälschen und gesundheitsschädlich sein könnte.
Die empfohlene Methode ist das Einweichen in kaltem Wasser. Danach muss der Fisch zunächst unter fließendem Wasser abgespült werden, um überschüssiges Salz zu entfernen. Danach wird er in ein Gefäß gegeben, das vollständig mit kaltem Wasser bedeckt sein muss. Dabei ist es wichtig, dass die Fischstücke mit der Hautseite nach oben liegen, um eine gleichmäßige Durchdringung zu gewährleisten. Die Dauer des Einweichens variiert je nach Größe und Dicke der Stücke. Laut den Quellen ist eine Dauer von insgesamt 36 Stunden für normalen Bacalhau, 48 Stunden für mittlere Stücke, etwa 55 Stunden für große Stücke und bis zu 72 Stunden für besondere Sorten notwendig. Eine alternative Empfehlung empfiehlt ein erneutes Einweichen über einen Zeitraum von 24 Stunden, danach wird das Wasser gewechsellt und der Vorgang insgesamt dreimal durchgeführt. Diese Variante soll den Fisch auf die ursprüngliche Größen- und Gewichtsgröße bringen, da sich der Fisch beim Einweichen verdoppeln kann. Wichtig ist zudem, dass der Fisch während des gesamten Vorgangs im Kühlschrank aufbewahrt wird, um eine Keimbildung zu vermeiden. Die Empfehlung, das Wasser nach den ersten zwei Stunden und danach alle sechs Stunden zu wechseln, dient der kontinuierlichen Abschwächung des Salzgehalts und der Reinigung des Wassers von austretenden Salzbestandteilen. Diese sorgfältige Vorgehensweise ist entscheidend für die Qualität des Endprodukts.
Traditionelle Rezepte: Von Eintöpfen bis zu Knusprigen Häppchen
In der portugiesischen Küche gibt es eine Fülle von Rezepten, die Bacalhau als Hauptbestandteil nutzen. Diese Vielfalt zeigt, dass der Fisch nicht nur für ein Gericht, sondern als Grundlage für eine ganze Speisekultur gilt. Besonders hervorzuheben ist das Gericht „Bacalhau à Gomes de Sá“, das als klassischer Kartoffeleintopf gilt. Das Rezept stammt aus der Region Porto und wird oft als Kulinarik-Spezialität bezeichnet. Es kombiniert den entgesalzten Kabeljau mit festkochenden Kartoffeln, Olivenöl, Zwiebeln, Knoblauch, gehackten Eiern, Oliven und frischer Petersilie. Die Zubereitung beginnt mit dem Einweichen des Bacalhau im Kühlschrank – hier wird empfohlen, den Fisch mindestens 48 Stunden einzeweichen, um ein ausreichendes Entsalzen zu sichern. Anschließend wird der Fisch in einem Topf mit etwa drei Litern kaltem Wasser etwa 15 Minuten gegart, um ihn zu „wiederbeleben“. Danach werden die Kartoffeln geschält, gewaschen und in Salzwasser weichgekocht. Währenddessen werden Zwiebeln und Knoblauch in Scheiben geschnitten und in Olivenöl gebraten. Anschließend werden die abgelaufene Kartoffeln und der entfettete Fisch in die Pfanne gegeben und gemeinsam gebraten, wobei die Würze durch Salz, Pfeffer und gegebenenfalls Paprika ergänzt wird. Die Kombination aus fester Kartoffel, weichem Fisch und würzigen Zutaten macht dieses Gericht zu einem wahren Genuss, das sowohl als Hauptgang als auch als Vorspeise genossen werden kann.
Ein weiteres beliebtes Rezept ist „Bacalhau à Brás“, das in den Quellen als „Kartoffel- und Ei-Pfanne mit Bacalhau“ beschrieben wird. Dieses Gericht erinnert an eine Art „portugiesische Omelette“ oder „Stir-Fry“. Für die Zubereitung werden 500 Gramm Bacalhau, 2 große Kartoffeln, 1 große Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, 6 Eier sowie Oliven, Petersilie, Salz, Pfeffer, Kurkuma und Öl benötigt. Die Zutaten werden der Reihe nach zubereitet: Zuerst wird der Bacalhau über Nacht im Wasser eingeweicht, um das Salz zu entfernen. Die Kartoffeln werden geschält, in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne gebraten, bis sie weich sind. Anschließend werden Zwiebeln und Knoblauch hinzugefügt und kurz gebraten. Die Eier werden verquirlt und der fertige Fisch wird untergerührt. Mit Gewürzen, Oliven und Petersilie wird das Gericht verfeinert. Es ist ein leichtes, wohltuendes Gericht, das sowohl am Tag als auch am Abend genossen werden kann.
Neben den herzhaften Gerichten gibt es auch eine knusprige Spezialität: die „Pataniscas de Bacalhau“. Diese portugiesischen Fischpuffer gel gelten als eine Art „Häppchen“ oder Vorspeise, die vor allem an den Straßenständen der Altstadt von Lissabon, wie beispielsweise in der Alfama, angeboten werden. Anders als die berühmten „Pastéis de Bacalhau“, die mit Kartoffeln gefüllt sind, enthalten Pataniscas lediglich eine Mischung aus Bacalhau, Mehl, Ei und Zwiebeln. Dadurch entfaltet sich der Geschmack des Fischs besonders stark, da er nicht durch andere Zutaten überlagert wird. Die Zubereitung erfolgt durch Braten der Teigfladen in heißem Öl, wobei auf eine knusprige Kruste geachtet werden muss. Die Verwendung von Fritüre erfordert Vorsicht, da Öl bei hohen Temperaturen schnell entzündbar sein kann. Besonders auf Gasherden ist Vorsicht geboten, da sich das Öl schnell in Flammen setzt, wenn es überhitze wird. Sollte es dennoch brennen, darf das Feuer niemals mit Wasser gelöscht werden, da dies zu einer heftigen Flammenzunge führen kann. Stattdessen ist eine sofortige Abschaltung der Herdplatte und gegebenenfalls die Alarmierung der Feuerwehr empfehlenswert.
Die Rolle von Dosenware: Eine moderne Alternative zum Herstellen von Bacalhau
Da der klassische Weg des Entsalzens zeitaufwendig und mit einem erheblichen Aufwand an Zeit und Vorbereitung verbunden ist, greifen viele Küchenfreunde auf vorgefertigte Dosenprodukte zurück. Besonders beliebt ist hierfür der sogenannte „Bacalhau mit Knoblauch in Olivenöl“, beispielsweise der Sorte „Tricana“ von „Conserveira de Lisboa“. Diese Dosenware bietet eine sichere und schnelle Lösung, um den typischen Genuss von Bacalhau zu genießen, ohne die gesamte Vorbereitung durchlaufen zu müssen. Die Fischstücke in der Dose sind bereits entsalzt und werden in hochwertigem Olivenöl angeboten, was die Aromen des Fischs optimal betont. Laut Quelle [4] schmeckt der Inhalt der Dose „aromatisch, aber viel zarter als der Geruch vermuten lässt“, wobei die Salznote angenehm ausgeglichen ist. Der Knoblauch tritt nur dezent hervor und rundet das Aroma ab. Dieser Fisch eignet sich hervorragend für den schnellen Genuss, beispielsweise als Salat.
Ein besonders einfaches und köstliches Gericht aus Dosenware ist „Bacalhau mit Kichererbsen“. Das Rezept ist denkbar einfach: Es werden eine Dose Bacalhau, eine Dose Kichererbsen, eine Zwiebel, eine Handvoll Petersilie, ein Ei, Salz und Pfeffer verarbeitet. Die Zutaten werden grob gehackt, um die bunten Farben und die unterschiedlichen Konsistenzen zu erhalten. Das Ei dient lediglich als Bindemittel, wobei die Menge je nach Bedarf angepasst werden kann. Je nach Rezept wird der Salat entweder sofort gegessen oder über einen Tag durchziehen gelassen, wobei die Aromen sich verstärken und der Fischgeschmack hervorgehoben wird. Die Kombination aus dem milden Geschmack des Kichererbsenbreis und dem würzigen Fisch ergibt ein geradliniges, aber dennoch geschmacksvolles Gericht, das sowohl als Vorspeise als auch als leichtes Mittagessen geeignet ist. Diese Art der Zubereitung ist besonders für Einsteiger geeignet, da sie keine besonderen Vorkenntnisse erfordert und die Zutaten leicht im Supermarkt zu beschaffen sind. Zudem ist das Rezept flexibel gestaltbar und erlaubt es, je nach persönlichen Vorlieben Zutaten wie Zucchini, Cherrytomaten oder geröstete Paprika hinzuzufügen.
Die Verwendung von Bacalhau in der portugiesischen Küche: Ein kulinarisches Erbe
Die Bedeutung von Bacalhau in der portugiesischen Küche geht weit über eine bloße Speise hinaus. Er ist ein zentrales Element der nationalen Ernährungskultur und wird in vielen Regionen Portugals nach unterschiedlichen Rezepten zubereitet. Die Vielfalt an Zubereitungsarten zeigt, dass Bacalhau nicht nur ein Fisch, sondern ein Symbol für Vielfalt und Lebensfreude ist. Die Verwendung von Bacalhau in Rezepten wie „Bacalhau à Gomes de Sá“, „Bacalhau à Brás“ oder „Pataniscas de Bacalhau“ ist ein Ausdruck kulturellen Erbes und traditionellen Könnens. Besonders bemerkenswert ist, dass die Zubereitung dieses Fisches in der Regel auf das Wissen der Großeltern und Eltern übertragen wird – es ist ein Rezept, das in Familien weitergegeben wird. Die Spezialität „Bacalhau à Gomes de Sá“ wird beispielsweise in manchen Quellen als „klassischer portugiesischer Kartoffeleintopf mit Stockfisch“ bezeichnet. Diese Bezeichnung verdeutlicht, dass es sich um ein Gericht handelt, das vor allem in der Region Porto beliebt ist und das typische Aroma des Fischs in Kombination mit der Knusprigkeit der gebackenen Zwiebeln und der Würze des Olivenöls hervorhebt.
Zusätzlich zur Zubereitung aus frischem Fisch gibt es in einigen Gegenden auch die Verwendung von Dosenware. So wird beispielsweise in der portugiesischen Küche „Bacalhau mit Kichererbsen“ als klassisches Gericht bezeichnet, das einfach in der Zubereitung ist und dennoch ein hohes Maß an Genuss bietet. Die Kombination aus dem milden Geschmack der Kichererbsen und dem würzigen Fisch ergibt ein Gericht, das sowohl als Vorspeise als auch als Hauptgang genossen werden kann. Die Verwendung von Dosenware ist dabei eine sinnvolle Lösung, da es viele Menschen ermöglicht, an dem Genuss von Bacalhau teilzunehmen, ohne den Zeitaufwand für das Entsalzen in Kauf nehmen zu müssen. Besonders eindrucksvoll ist dabei die Tatsache, dass viele dieser Rezepte in der portugiesischen Küche seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten Bestand haben. Die Traditionen werden bewahrt, indem Rezepte weiterhin mündlich überliefert werden und durch die Verwendung von einfachen, zugänglichen Zutaten erhalten bleiben.
Fazit zur Verwendung und Zubereitung von Bacalhau
Bacalhau ist mehr als nur ein Fisch – es ist ein kulinarisches Phänomen, das die portugiesische Küche prägt. Die Vielfalt der Zubereitungsarten, von herzhaften Eintöpfen über knusprige Häppchen bis hin zu einfachen Salaten, zeigt die Vielseitigkeit und das Potenzial dieses traditionellen Zutat. Besonders hervorzuheben ist dabei die Bedeutung des Entsalzens, das als notwendiger erster Schritt gilt, um den Fisch für die Zubereitung zu optimieren. Ohne ausreichendes Einweichen wäre der Salzgehalt so hoch, dass der Genuss unmöglich wäre. Die Empfehlungen, das Wasser mehrmals zu wechseln und den Fisch im Kühlschrank aufzubewahren, sichern die Qualität und Hygiene. Für Küchenfreunde, die Zeit sparen möchten, ist die Verwendung von Dosenware eine lohnenswerte Alternative, da sie dasselbe Aroma erzielt, ohne die langwierige Vorbereitung zu erfordern. Besonders eindrucksvoll ist dabei, dass Dosenprodukte wie „Bacalhau mit Knoblauch in Olivenöl“ einen hohen Genusswert bieten und sich hervorragend für einfache Gerichte eignen. Die Kombination aus Bacalhau und Kichererbsen ist ein Beispiel für eine schnelle, gesunde und dennoch köstliche Speise, die auch als Vorspeise oder leichtes Mittagessen genossen werden kann. Die Vielfalt an Rezepten zeigt außerdem, dass Bacalhau nicht nur für erfahrene Köche bestimmt ist, sondern auch für Anfänger zugänglich ist. Mit ein wenig Übung und ein wenig Geduld kann jedermann lernen, wie man Bacalhau richtig zubereitet – sei es über das traditionelle Verfahren des Einweichens oder über die moderne Variante der Dosenware. Die kulinarische Tradition Portugals wird damit lebendig erhalten.
Quellen
- Bacalhau-Rezepte
- Bacalhau à Gomes de Sá – portugiesischer Kartoffeleintopf mit Stockfisch
- Bacalhau à moda do Porto – klassischer Kabeljau nach portugiesischer Art
- Bacalhau mit Kichererbsen – einfaches Rezept aus der Dose
- Bacalhau nach portugiesischem Rezept – auf Zwiebeln und Kartoffeln gebacken
- Pataniscas de Bacalhau – portugiesische Fischpuffer