Dominosteine selbst herstellen: Ein klassisches Weihnachtsrezept aus der DDR-Zeit

Dominosteine zählen zu den beliebtesten Weihnachtsklischees in Deutschland. Diese viereckigen, kunstvollen Pralinen aus Lebkuchen, Marzipan, Fruchtschicht und Schokolade sind längst mehr als nur eine Nascherei – sie sind ein kulinarisches Erbe, das bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurückreicht. Laut Quelle [2] wurde das Rezept für die sogenannten „Notpralinen“ 1936 vom Dresdner Chocolatier Herbert Wendler erfunden, um Menschen mit geringem Einkommen eine schmackhafte, aber erschwingliche Weihnachtsausgabe zu ermöglichen. Heute gilt das Rezept als fester Bestandteil der deutschen Weihnachtsküche, wobei es in verschiedenen Varianten – sowohl in den eigenen Kochstuben als auch in der Industrieerzeugung – verbreitet ist. Besonders in der ehemaligen DDR war das Backen von Dominosteinen in vielen Ha Haushalten eine feste Tradition, weshalb die Spezialität auch unter dem Begriff „DDR-Dominosteine“ in Erinnerung blieb. In diesem Artikel wird auf der Grundlage der bereitgestellten Quellen ein umfassendes, schrittweises Rezept für selbstgemachte Dominosteine vorgestellt, wobei sowohl die Herstellung des Lebkuchens, als auch die Zubereitung der Geleeschicht, der Marzipanschicht und der Schokoladenglasur ausführlich dargestellt werden. Dabei werden auch kreative Abwandlungsmöglichkeiten und typische Herstellungsmerkmale der Originalvariante aufgegriffen.

Die Geschichte und Bedeutung von Dominosteinen

Die Entstehung der sogenannten „Dominosteine“ ist eng mit der Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte Deutschlands verknüpft. Laut Quelle [2] wurde das Rezept 1936 von dem Dresdner Chocolatier Herbert Wendler als „Notpraline“ geprägt. Damit war gemeint, dass die süße Spezialität als kostengünstige Alternative zu aufwendigen Schokoladenpralinen gedacht war, die sich nicht alle Konsumenten leisten konnten. In einer Zeit, in der Nahrungsmittel knapp waren und der Bedarf an Genussmitteln trotzdem hoch blieb, boten solche „Notpralinen“ eine Möglichkeit, Freude zu verbreiten, ohne hohe Kosten zu verursachen. Die Bezeichnung „Dominostein“ leitet sich von der Form ab – den viereckigen, gleichmäßigen Würfeln, die an Spielwürfel erinnern. Diese Form war nicht nur optisch ansprechend, sondern auch ideal, um eine gleichmäßige Verteilung der verschiedenen Schichten zu gewährleisten. In der ehemaligen DDR war das Backen von Dominosteinen eine beliebte Basteltätigkeit in der Weihnachtszeit, die in vielen Haushalten und Kindergärten stattfand. Die Verbindung aus knusprigem Lebkuchen, saftigem Fruchtkern und der knusprigen Schokoladenschicht machte sie zu einem beliebten Geschenk oder zu einer beliebten Speise zu Weihnachtszeiten. Heute gel gelten sie als Nostalgie-Genuss, der sowohl für Erwachsene als auch für Kinder Begeisterung auslöst.

Die Zutaten für selbstgemachte Dominosteine

Die Herstellung von Dominsteinen erfordert mehrere Schichten, die jeweils aus einer spezifischen Zutatenkombination hergestellt werden. Die genaue Menge hängt von der Größe der verwendeten Backform ab. Die Quellen geben an, dass das Rezept für eine Backform mit 26 cm Durchmesser etwa 68 Stück ergibt. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Zutaten nach Schichten zusammen:

Schicht Zutaten
Lebkuchenteig Honig, Zucker, Wasser, Lebkuchengewürz, Mehl, Roggenmehl, Eigelb, Hirschhornsalz, Pottasche, ggf. Zitronat (fein gehackt)
Geleeschicht Aprikosenkonfitüre, Gelatine (zur Einweichung in kaltem Wasser), gegeben ggf. ein wenig Zitronensaft zur Säureabstimmung
Marzipanschicht Mandelmark, Puderzucker, Eiweiß, evtl. Rum oder Kirschwasser zur Verfeinerung
Schokoladenglasur Kuvertüre, Kokosbutter (zur Erleichterung des Verarbeitens)

Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass einige Zutaten aus der Zeit der DDR stammen, wie beispielsweise Pottasche. Diese wird als Backtriehmittel verwendet, das bei hohen Temperaturen und der hohen Feuchtigkeit im Teig eine höhere Backneigung bewirkt und die Ränder des Lebkuchens knusprig und locker macht. Heute wird Pottasche in einigen Regionen nicht mehr genutzt, weshalb in einigen Rezepten stattdessen Hirschhornsalz oder Backpulver verwendet wird. Auch der Einsatz von Agar-Agar in der Geleeschicht (Quelle [1]) ist eine abweichende Variante zu herkömmlicher Gelatine, die sich durch eine höhere Haltbarkeit und Festigkeit auszeichnet – ein Vorteil, der vor allem in Zeiten der Knappheit von Lebensmitteln genutzt wurde.

Zubereitung des Lebkuchenteigs

Der Lebkuchenteig bildet die Grundlage für jede Dominostein-Variante. In mehreren Quellen wird ein mehrschrittiger Herstellungsprozess beschrieben, der auf Vorbereitungszeit und Backbedingungen abgestimmt ist. Laut Quelle [4] sollte der Teig zuerst mit einem Topf aufgeheizt werden, in dem Honig, Zucker und Wasser erwärmt werden, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Danach wird die Masse abgekühlt, um Schaden an den folgenden Zutaten zu vermeiden. Anschließend werden Lebkuchengewürz, Mehl und Roggenmehl unter die Masse gerührt. Das Eigelb wird mit Hirschhornsalz vermischt und ebenfalls hinzugefügt. Die Mischung aus Milch und Pottasche wird ebenfalls hinzugefügt, um die Backneigung des Teigs zu fördern. In einigen Rezepten wird zudem empfohlen, das Zitronat fein zu hacken, um eine bessere Verteilung im Teig zu erreichen.

Um die Backqualität zu sichern, wird der Teig für eine Stunde im Kühlfach gelagert. Dies hat den Grund, dass er an Volumen verliert und sich beim Backen besser verteilt. Danach wird der Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech (ca. 30 x 40 cm) auf einigen Zentimeter dünne geschichtet. Um Luftblasenbildung im Backvorgang zu verhindern, wird der Teig mit einer Gabel mehrfach eingestochen. Dieser Schritt ist essenziell, da sonst die Ränder des Lebkuchens anblasen oder sich lösen können. Der Ofen wird auf 200 Grad Ober-/Unterhitze (bei Umluft: 180 Grad) vorgeheizt. Der Lebkuchen wird ca. acht Minuten gebacken. Anschließend wird er abgekühlt und anschließend in eine Springform gelegt, die zuvor mit Butter gefettet wurde. In einigen Rezepten wird empfohlen, die Ränder zu schneiden, falls sie stärker gebacken sind. So entsteht ein gleichmäßiges Endergebnis.

Zubereitung der Geleeschicht

Die Geleeschicht ist eine der geschmacklich anspruchsvollsten Kombinationen in der gesamten Spezialität. Sie dient als Bindeglied zwischen dem knusprigen Lebkuchen und dem weichen Marzipan und soll zudem die Farbe der Dominosteine bestimmen. In den meisten Rezepten wird Aprikosenkonfitüre verwendet, da diese eine helle, goldgelbe Farbe besitzt und einen leicht säuerlichen, fruchtigen Geschmack hat, der die Süße des Lebkuchens ausgleicht. In einigen Varianten wird auch Sauerkirschkonfitüre verwendet, was zu einer rotgoldenen Erscheinung führt.

Um die Geleeschicht herzustellen, wird die Konfitüre in einem Topf aufgekocht und anschließend mit einem Pürierstab fein gemischt, um Klumpen zu entfernen. Anschließend wird die in kaltem Wasser eingeweichte Gelatine in die heiße Konfitüre gegeben und aufgelöst. Die Masse muss anschließend so lange erhitzt werden, bis die Gelatine vollständig aufgelöst ist. In einigen Quellen wird empfohlen, die Masse vor dem Gießen in die Form auf etwa 40 Grad abzukühlen, um eine gleichmäßige Verteilung zu ermöglichen. Anschließend wird die Masse in die mit Backpapier ausgelegte Springform gegeben und bis zu 30 Minuten im Kühlschrank fest werden gelassen. Eine Alternative zu herkömmlicher Gelatine ist Agar-Agar, das in einigen Rezepten verwendet wird, da es eine höhere Haltbarkeit besitzt und auch bei Raumtemperatur festbleibt. Agar-Agar ist eine pflanzliche Geliermittel, das aus Algen gewonnen wird. Es ist ein bewährter Bestandteil in der vegetarischen und veganen Küche.

Zubereitung der Marzipanschicht

Die Marzipanschicht ist die geschmacklich anspruchsvollste und zugleich die aufwendigste Schicht in der Herstellung von Dominosteinen. Sie ist für den typischen „Nussgeschmack“ der Süßspeise verantwortlich und sorgt für die nussige Konsistenz. In den meisten Rezepten wird ein klassischer Marzipan aus Mandelmehl, Puderzucker und Eiweiß hergestellt. Laut Quelle [1] wird das Marzipan durch Zugabe von etwas Rum oder Kirschwasser verfeinert. Diese Flüssigkeit sorgt für eine leicht alcoholische Note, die dem Marzipan Tiefe und Würze verleiht. Zudem verhindert sie das Auslaufen der Masse beim Backen. In einigen Rezepten wird zudem empfohlen, das Eiweiß zuerst mit etwas Salz und Zucker zu schaumig zu schlagen, um die Haltbarkeit und die Verteilung der Masse zu verbessern.

Die Masse wird anschließend gleichmäßig auf die abgekühlte Geleeschicht aufgetragen und mit einer Gabel oder einer Spachtel glattgestrichen. Anschließend wird die Masse für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank fest werden gelassen. Die Menge der verwendeten Zutaten hängt von der Größe der Backform ab. In einigen Rezepten wird empfohlen, den Marzipan zuerst auf einem mit Backpapier ausgelegten Teller zu formen und danach in die Form zu schieben, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

Herstellung der Schokoladenglasur

Die letzte und sichtbarste Schicht bei Dominsteinen ist die Schokoladenglasur. Diese sorgt für das typische Aussehen der Süßspeise: eine glänzende, dicke Schicht aus dunkler Schokolade, die die gesamte Oberfläche der Dominosteine bedeckt. In den meisten Rezepten wird Kuvertüre verwendet, da diese eine höherwertige Haltbarkeit und ein besseres Ablaufen aufweist als herkömmliche Schokolade. In Quelle [1] wird empfohlen, die Kuvertüre mit etwas Kokosbutter zu vermischen, um sicherzustellen, dass die Schicht dünn und gleichmäßig wird. Diese Maßnahme hat den Grund, dass Kokosbutter das Verhältnis von Schokolade und Fett verändert und somit eine bessere Verarbeitbarkeit ermöglicht – ein Vorgang, der auch bei der Herstellung von gekauften Dominsteinen verwendet wird.

Um die Schokoladenglasur herzustellen, wird die Kuvertüre in einem Wasserbad erhitzt, bis sie flüssig ist. Dabei darf kein Wasser in die Schokolade gelangen, da sie sonst verklumpt. Anschließend wird die Masse abgekühlt, um ein Durchtrüben der Schokolade zu vermeiden. Anschließend werden die fertigen Dominosteine einzeln in die Schokolade getunkt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Gitter gestellt. Die Schokolade muss dabei vollständig überziehen, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Die Dominosteine werden an einem trockenen Ort zum Abtropfen und Erstarren gelassen. In einigen Rezepten wird empfohlen, die Schokoladenglasur über Nacht zu trocknen, um eine höhere Festigkeit zu erreichen.

Gestaltung und Verzierung von Reststücken

In einigen Rezepten wird empfohlen, die Ränder der Lebkuchenscheibe, die beim Ausschneiden entstehen, nicht zu vernichten, sondern als Zubehör zu nutzen. Laut Quelle [1] können diese Reststücke mit der übrigen Schokoladenglasur verziert werden. Dazu wird die Schokolade in eine mit Backpapier ausgelegte Spritztüte gegeben und ein kleines Loch (1–2 mm Durchmesser) in die Spitze geschnitten. Anschließend wird die Schokolade mit einer Pinzette oder einem Löffel in Streifenform auf die Reststücke aufgetragen. Dieser Vorgang ist nicht nur optisch ansprechend, sondern dient auch der Verwendung von Ressourcen, da es in der Regel schwierig ist, eine genaue Menge an Schokolade zu kalkulieren, die für eine genaue Anzahl von Dominsteinen ausreicht.

Fazit

Dominosteine sind mehr als nur eine Weihnachtszuckerbackerei. Dieses Rezept, das 1936 erstmals als „Notpraline“ konzipiert wurde, hat in der deutschen Speisekultur eine feste Heimat gefunden und gilt heute als kulinarisches Symbol der Weihnachtszeit. Die Kombination aus knusprigem Lebkuchenteig, saftiger Fruchtschicht, weichem Marzipan und glänzender Schokoladenglasur macht sie zu einem Genuss, der sowohl im eigenen Zuhause als auch bei Verwandten und Freunden Begeisterung auslöst. Die Zubereitung erfordert etwas Aufwand, ist aber durch die klare Gliederung in mehrere Schichten überschaubar. Besonders hervorzuheben ist die Verwendung von pflanzlichen Geliermitteln wie Agar-Agar oder traditionellen Backhilfsmitteln wie Pottasche, die auf die damalige Zeit und Verhältnisse abgestimmt waren. Die Kombination aus Eigenleistung und Nostalgie macht es zu einem besonderen Erlebnis, das in vielen Familien bis heute gepflegt wird. Mit den hier vorgestellten Schritten und den empfohlenen Zutaten gelingen die Dominosteine zu Hause genauso wie im Laden.

Quellen

  1. Rezeptschachtel – Dominosteine Rezept
  2. Lebkuchen Schmidt – Dominosteine-Rezept
  3. Chefkoch – DDR-Dominosteine-Rezepte
  4. Einfachbacken – Dominosteine selber machen

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