Kochen mit Kindern: Praxisnahe Rezepte und Tipps von der Sarah Wiener Stiftung

Kochen mit Kindern ist nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, sie für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern. Die Sarah Wiener Stiftung und die BARMER haben sich mit der Initiative Ich kann kochen! der Förderung praktischer Ernährungsbildung für Kinder bis zu zehn Jahren verschrieben. Ziel ist es, Kindern und ihren Familien das Wissen über gesunde Lebensmittel, ihre Zubereitung und die Freude am gemeinsamen Kochen zu vermitteln. In diesem Artikel werden die zentralen Aspekte der Initiative vorgestellt, insbesondere die praxisnahen Rezepte und Tipps, die Eltern und pädagogische Fachkräfte in die Küche begleiten.

Rezepte für Kinder: Praktisch, gesund und kindgerecht

Ein Schwerpunkt der Initiative Ich kann kochen! ist die Bereitstellung von kindgerechten Rezepten. Diese Rezepte sind so konzipiert, dass Kinder aktiv mitkochen können, ohne dass Eltern oder Betreuer ständig überwachen müssen. Die Rezepte enthalten meist einfache Schritte, kurze Arbeitszeiten und eine klare Struktur, um Kinder in den Küchenalltag einzubinden.

Die Rezepte sind zudem bewusst so zusammengestellt, dass sie ausgewogen und zugleich bezahlbar sind. Sie enthalten frische Lebensmittel, die in der Regel in jeder Haushaltskasse oder in Edeka- oder Rewe-Märkten erhältlich sind. So werden Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nudeln, Eier, Getreideprodukte oder Hülsenfrüchte oft in Kombination verwendet, um eine vielseitige, nahrhafte Mahlzeit zu kreieren.

Ein weiterer Vorteil der Rezepte ist, dass sie sich oft in mehrere Portionen aufteilen lassen, sodass sie nicht nur für eine Mahlzeit, sondern auch für mehrere Tage in der Familie genutzt werden können. Dadurch entlastet das Angebot Eltern in der Essensplanung und sorgt für mehr Struktur im Alltag.

Praktische Tipps für das Kochen mit Kindern

Neben den Rezepten bietet Ich kann kochen! auch umfassende Tipps für das Kochen mit Kindern. Diese Tipps sind besonders für Eltern, Erzieher*innen und andere pädagogische Fachkräfte relevant, die Kindern das Kochen beibringen möchten.

Ein zentraler Tipp ist die Vorbereitung der Küche. Kinder sollten in einem kindgerechten Umfeld arbeiten können, sodass sie sich sicher und selbstständig fühlen. Dazu gehören beispielsweise:

  • kindgerechte Schneidbretter mit Schutzrand
  • abgerundete Töpfe und Pfannen
  • einfache, handliche Küchenutensilien wie kleine Messer oder Schälmesser mit Schutz
  • ein sicheres Arbeitsplatz mit guter Sicht auf die Arbeitsfläche

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit im Umgang mit scharfen oder heißen Gegenständen. Eltern und Betreuer*innen sollten Kinder beibringen, wie sie z. B. mit dem Schneidebrett richtig umgehen oder wie sie Wärme von Töpfen oder Pfannen wahrnehmen können, um sich nicht zu verbrennen.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Motivation der Kinder. Kinder lernen nicht nur durch das Kochen, sondern auch durch das Erleben von Geschmack, Farbe und Form. Daher ist es sinnvoll, Kindern nicht nur die Zubereitung, sondern auch das Schneiden, Würzen und Abschmecken beizubringen. So können sie direkt erfahren, was sie essen und warum etwas lecker ist.

Die Rolle der Eltern und Erzieher*innen

Eltern und Erzieher*innen spielen eine zentrale Rolle im Kontext des gemeinsamen Kochens. Sie sind Vorbilder und vermitteln nicht nur das Wissen über die Zubereitung von Speisen, sondern auch die Werte, die mit dem Essen verbunden sind – wie z. B. die Achtung vor Lebensmitteln, die Freude am Teilen und die Wertschätzung für frische Zutaten.

Die Initiative Ich kann kochen! unterstützt Eltern und pädagogische Fachkräfte durch kostenfreie Fortbildungen. In diesen Fortbildungen lernen sie, wie sie mit Kindern praktisch kochen können, wie sie Rezepte anpassen und wie sie Kinder für das Kochen begeistern. Diese Fortbildungen sind bundesweit verfügbar und sollen in den kommenden Jahren mehr als eine Million Kinder erreichen.

Die Fortbildungen dauern einen halben Tag und sind so gestaltet, dass sie direkt in den Alltag integriert werden können. Teilnehmende erhalten zudem Zugang zu einem Online-Portal mit zusätzlichen Materialien, Praxistipps und saisonalen Rezepten. Diese Ressourcen sind für die pädagogische Arbeit in Kitas, Grundschulen oder Horten wertvoll und können in Form von Koch-AGs oder Projektwochen umgesetzt werden.

Die digitale Plattform „Familienküche“

Die digitale Plattform Familienküche ist ein weiteres Angebot der Initiative Ich kann kochen!. Sie richtet sich direkt an Eltern, die mit ihren Kindern zu Hause kochen möchten. Die Plattform bietet:

  • eine Rezeptdatenbank mit kindergerechten Rezepten
  • Tipps zur Planung und Organisation des Essens
  • Praxistipps zur Hygiene und zum Umgang mit Lebensmitteln
  • Informationen zum Thema kindgerechte Schneidetechniken
  • Tipps zur Integration der Kinder in den Essalltag

Die Rezepte der Familienküche sind so gestaltet, dass sie mit möglichst wenigen Zutaten auskommen und sich durch kurze, wiederkehrende Arbeitsschritte auszeichnen. So können auch die Kleinsten mitkochen, ohne dass sie überfordert werden. Die Plattform ist kostenfrei und kann jederzeit genutzt werden.

Ein weiteres Highlight der Familienküche ist das Masterclass-Programm. In fünf Videomodulen wird geballtes Wissen über das Kochen mit Kindern vermittelt. Themen wie die Planung der Mahlzeiten, die Integration der Kinder in den Küchenalltag, die Sicherheit im Umgang mit Küchengeräten oder die Auseinandersetzung mit typischen Herausforderungen am Esstisch werden hier behandelt.

Herausforderungen am Esstisch: Wie mit Skepsis umgehen?

Ein weiterer Schwerpunkt der Initiative ist die Auseinandersetzung mit typischen Herausforderungen am Esstisch. Viele Eltern berichten von Skepsis, vor allem gegenüber grünem Gemüse, oder von Widerständen gegen neue Gerichte. Diese Phänomene sind laut Ich kann kochen! ganz natürliche Reaktionen, die sich durch wiederholte Präsentation und die Einbindung der Kinder in die Zubereitung positiv beeinflussen lassen.

Kinder lernen das Essen, genau wie andere Fähigkeiten, erst durch Wiederholung und praktische Erfahrung. Daher ist es wichtig, dass Kinder nicht nur das Essen, sondern auch den Prozess der Zubereitung kennen lernen. So entsteht nicht nur ein Verständnis für die Herkunft der Nahrung, sondern auch ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sich eine Mahlzeit selbst zu kochen.

Die Initiative Ich kann kochen! unterstützt Eltern dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Dazu gehören nicht nur Rezepte, sondern auch praktische Tipps, wie Eltern ihre Kinder in den Essalltag einbinden können. Beispielsweise kann es helfen, Kindern zu erlauben, selbst zu entscheiden, welche Zutaten sie in ein Gericht geben möchten, oder sie daran zu beteiligen, den Tisch zu decken und den Abwasch zu übernehmen.

Finanzielle Unterstützung für pädagogische Projekte

Für pädagogische Fachkräfte, die in Kitas oder Grundschulen arbeiten, bietet die Initiative Ich kann kochen! auch finanzielle Unterstützung. Genussbotschafter*innen können eine Starthilfe von bis zu 500 Euro beantragen, um Lebensmittel zu kaufen und eigene Projekte wie Koch-AGs oder Projektwochen umzusetzen. Diese finanzielle Unterstützung ist besonders wertvoll, da sie es ermöglicht, Projekte ohne zusätzliche Kosten auszuführen.

Die Starthilfe ist dabei nicht nur für die Anschaffung von Lebensmitteln gedacht, sondern auch für die Organisation von Aktionen, die Kinder für das Kochen begeistern. Dazu gehören z. B. Wettbewerbe, Essensaktionen oder Workshops mit Ernährungsexperten. Die finanzielle Unterstützung ist somit ein zentraler Baustein für die Umsetzung praxisnaher Ernährungsbildung.

Schlussfolgerung

Kochen mit Kindern ist eine wertvolle Tätigkeit, die nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch bildungsreich ist. Mit der Initiative Ich kann kochen! bieten die Sarah Wiener Stiftung und die BARMER eine umfassende Plattform, die Eltern, Erzieher*innen und andere pädagogische Fachkräfte in die Küche begleitet. Die Initiative vermittelt nicht nur Rezepte, sondern auch die Freude am Umgang mit Lebensmitteln, die Sicherheit im Umgang mit Küchengeräten und die Wertschätzung für eine ausgewogene Ernährung.

Die Rezepte sind so gestaltet, dass sie kindgerecht, praktisch und gesund sind. Sie entlasten Eltern in der Essensplanung und sorgen für mehr Struktur im Alltag. Zudem bietet die Initiative praktische Tipps, wie man mit Kindern in der Küche arbeiten kann, und unterstützt Eltern dabei, typische Herausforderungen am Esstisch zu meistern.

Mit der Familienküche und den kostenfreien Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte wird das Projekt Ich kann kochen! auf breite Bevölkerungsschichten ausgeweitet. Ziel ist es, in den kommenden Jahren mehr als eine Million Kinder in Deutschland zu erreichen und sie für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern.

Quellen

  1. Rezpete für Kinder der Sarah Wiener Stiftung
  2. Familienküche – Wippkids
  3. Familienküche – Sarah Wiener Stiftung
  4. Initiative „Ich kann kochen!“ – Barmer
  5. Die Initiative „Ich kann kochen!“
  6. Familienküche – SW-Stiftung

Ähnliche Beiträge