In der Ernährung von Kindern spielt Getreide eine wichtige Rolle, da es eine natürliche Quelle für Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe ist. Verschiedene Getreidearten tragen unterschiedlich zu der Ernährung bei, je nachdem, wie sie verarbeitet und zubereitet werden. In diesem Artikel werden sieben gängige Getreidearten vorgestellt – Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste, Mais und Hirse – mit Schwerpunkt auf deren Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten in der Kinderernährung und konkreten Rezeptvorschlägen. Der Fokus liegt dabei auf der Verträglichkeit für Kinder, der schmackhaften Vielfalt und der leichten Zubereitbarkeit in Haushalten.
Getreidearten und ihre Eigenschaften
Weizen und Weizenprodukte
Weizen ist eine der bekanntesten Getreidearten und zählt zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in der westlichen Welt. Neben normalem Weizen gehören auch Dinkel, Kamut und Emmer zur Weizenfamilie. Diese Getreidearten enthalten Gluten, was eine gute Backfähigkeit ermöglicht. Aus Weizen lassen sich Brot, Nudeln, Bulgur, Couscous und Teigwaren herstellen. Dinkel ist besonders nahrhaft und eignet sich gut für die Kinderernährung, da er reich an Vitamin B, Mineralstoffen und Ballaststoffen ist. Weizen ist in wärmeren Regionen am besten anbaubar, weshalb Hartweizen oft für die Produktion von Teigwaren verwendet wird.
Roggen
Roggen ist ein weiteres backfähiges Getreide, das vor allem in der Herstellung von kräftigen Broten verwendet wird. In der Kindergartenkost ist Roggen-Knäckebrot oft zu finden. Roggen erfordert eine stärkere Verdauungstätigkeit und wirkt kräftigend, indem es die Muskeln stärkt und die Lebertätigkeit fördert. Roggenbrot ist reich an Ballaststoffen und kann bei Kindern mit guter Verdauung eine wertvolle Ergänzung der Ernährung sein.
Hafer
Hafer gilt als relativ junges Getreide, das aus Westasien stammt. Es war lange Zeit vor allem als Kraftfutter für Pferde geschätzt, ist heute aber in Form von Haferflocken in Müslis und Sporternährung weit verbreitet. Hafer enthält Magnesium, das wichtig für die Nerven- und Gehirnentwicklung sowie für die Herz- und Muskelaktivität ist. Er eignet sich besonders gut in der Kinder- und Krankenernährung, da er durch seine Schleimbildung den Darm schützt und die Nährstoffaufnahme fördert.
Gerste
Gerste zählt zu den ältesten Getreidearten und ist kohlenhydratreich. Sie wird oft in der Herstellung von Malz, Sirup und Bier verwendet. Gerste hat eine beworbene gesundheitliche Wirkung, da sie den Blutzucker- und Cholesterinspiegel regulieren kann. Sie kann als Graupen, Gerstenbulgur oder Flocken verarbeitet werden, ist jedoch weniger geeignet für das Brotbacken. Gerste ist in der Kinderkost nahrhaft und kann in Form von Suppen, Getreidebreien oder als Beilage verwendet werden.
Mais
Mais ist ein in Süd- und Mittelamerika ursprünglich beheimatetes Getreide, das heute weltweit angebaut wird. In Europa wird Mais in Form von Polenta, Maisgrieß, Maismehl und Popcorn verarbeitet. Mais ist glutenfrei und eignet sich daher gut in der glutenfreien Ernährung. Er ist auch ein wichtiges Futter- und Biogasgetreide. In der Kinderkost ist Mais besonders bei süßen Gerichten wie Maiswaffeln oder Maisbrei beliebt.
Hirse
Hirse ist ein Rispengetreide, das besonders in Trockenzeiten gut gedeiht. Sie ist glutenfrei und enthält viel Eisen und Fett, was sie besonders für die Entwicklung von Haut, Haaren und Nägeln wertvoll macht. Hirse durchwärmt den Körper und wird oft in der Kinderkost als Brei oder in Suppen verarbeitet. Ihre gelbe Farbe macht sie optisch attraktiv und schmackhaft für Kinder.
Reis
Reis ist weltweit eine der wichtigsten Getreidearten. Er ist kohlenhydratreicher als andere Getreide und glutenfrei. Reis kann in verschiedenen Formen wie Vollkornreis, parboiled Reis oder weißer Reis angeboten werden. In der Kinderkost ist Reis oft in Form von Reisbrei, Reispudding oder Reiswaffeln zu finden. Jedoch weisen einige Studien darauf hin, dass Reis sich in Abhängigkeit vom Bodenzustand mit Arsen anreichern kann. Daher wird empfohlen, bei Kindern Reismahlzeiten nicht zu häufig zu konsumieren und gelegentlich auf weißen Reis oder Maiswaffeln auszuweichen. Reiswaffeln können gut durch Maiswaffeln ersetzt werden, da Mais ebenfalls glutenfrei ist.
Verarbeitung und Zubereitung von Getreide
Getreidekörner sind Samen, die in einer Art „Naturkonserve“ vorliegen. Um sie für die menschliche Ernährung zugänglich zu machen, ist eine ausreichende Verarbeitung und Zubereitung notwendig. Dies erfolgt durch Wasser und Wärme, wodurch die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe für den Körper verfügbar werden.
In der Kinderernährung ist es wichtig, Getreide so zuzubereiten, dass es verdaulich und bekömmlich ist. Vollkornprodukte können fein gemahlen sein und entsprechend zubereitet werden, um sie auch für Kleinkinder verträglich zu machen. Der Handel bietet mittlerweile zahlreiche vollwertige Getreideprodukte an, die sich schnell zubereiten lassen, etwa Thermogetreide, Bulgur oder Couscous. Diese Produkte sparen Zeit und ermöglichen trotzdem eine abwechslungsreiche Getreidekost.
Rezeptideen mit Getreide für Kinder
Die Vielfalt an Getreidearten erlaubt eine breite Palette an Rezepten, die nicht nur lecker, sondern auch nahrhaft und kindgerecht sind. Einige Vorschläge aus den bereitgestellten Quellen sind hier zusammengestellt:
Getreidebrei mit Gemüse
Zutaten (für 4 Portionen): - 200 g Vollkornreis (oder Vollkorn-Hirse) - 1 Zwiebel, fein gehackt - 1 Möhre, gewürfelt - 1 Stange Lauch, fein gehackt - 1 Zucchini, gewürfelt - 100 ml Brühe - 1 EL Olivenöl - Salz nach Geschmack
Zubereitung: 1. Den Reis in einer Schüssel mit Wasser über Nacht einweichen. 2. In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. 3. Die Möhre, den Lauch und die Zucchini hinzufügen und kurz anbraten. 4. Den eingewässerten Reis hinzugeben und mit der Brühe ablöschen. 5. Bei schwacher Hitze etwa 30–40 Minuten köcheln lassen, bis der Reis weich ist. 6. Mit Salz abschmecken und nach Wunsch pürieren.
Tipp: Dieser Brei kann als Hauptgericht serviert werden oder als Beilage zu Hackfleisch oder Fisch.
Getreide-Auflauf mit Gemüse
Zutaten (für 4 Portionen): - 200 g Vollkornreis (vorgequollen) - 1 Karotte, gewürfelt - 1 Zucchini, gewürfelt - 100 g Erbsen (aus der Dose) - 2 Eier - 100 ml Milch oder Eiersahne - 50 g geriebener Käse - Salz und Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung: 1. Den vorgequollenen Reis in eine Auflaufform geben. 2. Die Karotte, Zucchini und Erbsen hinzufügen und gut vermengen. 3. Die Eier mit Milch oder Eiersahne verquirlen und über das Gemüse gießen. 4. Mit geriebenem Käse bestreuen. 5. Den Auflauf bei 180 °C (Umluft) etwa 20–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. 6. Warm servieren.
Tipp: Dieser Auflauf eignet sich gut als Mittag- oder Abendessen.
Getreidesalat mit Bulgur oder Couscous
Zutaten (für 4 Portionen): - 100 g Bulgur oder Couscous - 2 Tomaten, gewürfelt - 1 Gurke, gewürfelt - 1 Zwiebel, fein gehackt - 100 g Schafskäse, in Stücken - 2 EL Olivenöl - Saft einer halben Zitrone - Salz, Pfeffer, etwas Zucker
Zubereitung: 1. Den Bulgur oder Couscous in heißem Wasser aufquellen lassen, bis er weich ist. Abtropfen lassen. 2. In einer großen Schüssel den Bulgur mit den Tomaten, Gurke und Zwiebel vermengen. 3. Den Schafskäse hinzufügen. 4. Für die Marinade das Olivenöl mit dem Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker vermengen. 5. Alles mit der Marinade vermengen und servieren.
Tipp: Dieser Salat eignet sich gut als Beilage zu Lamm- oder Hähnchenfleisch oder als vegetarisches Hauptgericht.
Getreidebrei mit Käse und Gemüse
Zutaten (für 4 Portionen): - 200 g Grünkern, Dinkelkörner oder Weizenkörner - 1 Karotte, gewürfelt - 1 Stange Lauch, fein gehackt - 100 ml Brühe - 1 EL Olivenöl - 50 g geriebener Käse - Salz nach Geschmack
Zubereitung: 1. Die Körner in einer Schüssel mit Wasser über Nacht einweichen. 2. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und den Lauch glasig dünsten. 3. Die Karotten hinzufügen und kurz mitbraten. 4. Die eingewässerten Körner und die Brühe hinzufügen und etwa 30–40 Minuten köcheln lassen. 5. Mit Salz abschmecken und den geriebenen Käse darauf streuen. 6. Warm servieren.
Tipp: Dieser Brei kann als warme Suppe oder Hauptgericht serviert werden.
Tipps für die abwechslungsreiche Getreidekost
Es ist wichtig, dass Kinder verschiedenste Getreidearten kennenlernen, um von deren unterschiedlichen Nährstoffen zu profitieren. In der Kinderkost kann die Getreidevariabilität durch eine wöchentliche Rotation der Getreidearten erreicht werden. So könnte beispielsweise Montag Dinkelbrei, Dienstag Haferflocken mit Banane, Mittwoch Grünkernsuppe und Donnerstag Maisbrei serviert werden.
Die Zubereitung sollte jedoch nicht allzu kompliziert sein. Es genügt, dass eine Mahlzeit am Tag aus einem Getreide hergestellt wird – nicht, dass alle Mahlzeiten eines Tages nur aus einem Getreide bestehen. Wenn ein Kind eine Getreideart nicht mag, sollte es nicht gezwungen werden, sie jedes Mal zu probieren. Es ist sinnvoll, die Gerichte abwechslungsreich zu gestalten, um das Aroma und die Optik zu variieren und so das Interesse der Kinder zu wecken.
Schlussfolgerung
Getreide ist ein unverzichtbares Element in der Ernährung von Kindern, da es wertvolle Nährstoffe liefert und in vielfältiger Form verarbeitet werden kann. Je nach Art und Zubereitungsform können Getreidegerichte nahrhaft, bekömmlich und schmackhaft sein. In diesem Artikel wurden sieben gängige Getreidearten vorgestellt, ihre Eigenschaften und ihre Anwendung in der Kinderkost erläutert, und konkrete Rezeptvorschläge gegeben. Die abwechslungsreiche Verwendung von Getreidearten trägt nicht nur zur gesunden Ernährung bei, sondern fördert auch das Interesse an verschiedenen Geschmacksrichtungen und Nahrungsmitteln. Für Eltern, Erzieher und andere Betreuer von Kindern ist es somit empfehlenswert, Getreide in die tägliche Ernährung zu integrieren und dabei die verschiedenen Möglichkeiten der Zubereitung zu nutzen.