Behandlung von Madenwürmern bei Kindern: Medikamente, Anwendung und Hygienemaßnahmen

Madenwürmer sind eine weit verbreitete Form von Wurmbefall, insbesondere bei Kindern. Sie können durch unsauberhafte Hygienekonzepte oder unsachgemäße Körperpflege leicht übertragen werden. Da Kinder besonders anfällig sind, ist eine schnelle und gezielte Behandlung wichtig, um erneute Ansteckungen oder Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit spezifischen Wurmmitteln, sogenannten Anthelminthika, die rezeptpflichtig oder rezeptfrei erhältlich sind. Zudem spielen Hygienemaßnahmen eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Beseitigung von Würmern.

Medikamente zur Behandlung von Madenwürmern bei Kindern

Für die Behandlung von Madenwürmern bei Kindern werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt. Die Wahl des Mittels hängt von der Art der Würmer, dem Alter und dem Gewicht des Kindes ab. Nachfolgend werden die am häufigsten verwendeten Wirkstoffe und deren Dosierungen vorgestellt.

Mebendazol

Mebendazol ist ein Benzimidazol-Derivat und gilt in der Literatur als Mittel der Wahl für die Behandlung von Madenwürmern. Es ist rezeptfrei erhältlich und wird in Form von Tabletten (z. B. Vermox®) angeboten. Die empfohlene Dosis betrifft Kinder über 1 Jahr und Erwachsene, unabhängig vom Körpergewicht: 100 mg (1 Tablette) als Einmaldosis. Die Einnahme sollte nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden, um eine erneute Infektion zu verhindern. Mebendazol stört die Nährstoffaufnahme der Würmer, wodurch diese absterben.

Pyrantel

Ein weiterer Wirkstoff ist Pyrantel, der in der Standard-Wurmkur bei Kindern eingesetzt wird. Er lähmt die Parasiten, wodurch sie ausgeschieden werden. Pyrantel ist in Form von Kautabletten oder Saft erhältlich und kann ab 2 Jahren eingenommen werden. Die Dosierung erfolgt nach dem Körpergewicht des Kindes. In den meisten Fällen genügt eine Einmalgabe. Pyrantel ist verschreibungspflichtig und sollte nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.

Pyrviniumembonat

Pyrviniumembonat ist der Wirkstoff des rezeptfreien Medikaments Molevac, das besonders gegen Madenwurmbefall (Oxyuriasis) eingesetzt wird. Es stört den Zuckerstoffwechsel der Würmer und führt so innerhalb weniger Tage zu deren Tod. Molevac ist in Dragee-Form oder als Suspension mit Kirscharoma erhältlich. Letztere wird häufig von Kindern bevorzugt, da sie leichter einzunehmen ist. Die Dosierung erfolgt nach dem Körpergewicht: Pro 10 kg Körpergewicht ein Dragee oder 5 ml Suspension. Der Maximalwert liegt bei acht Dragees oder 40 ml Suspension.

Ein Nebeneffekt von Molevac ist die hellrote Färbung des Stuhls, was darauf hindeutet, dass das Medikament im Darm angekommen ist. Dies ist jedoch kein Maß für den Behandlungserfolg. Zudem sollte Molevac nicht als Selbsthilfemittel eingesetzt werden, sondern nach Rücksprache mit einem Arzt.

Rezeptfreie und verschreibungspflichtige Mittel

Nicht alle Wurmmittel sind rezeptfrei erhältlich. Während Mebendazol und Molevac ohne Rezept in Apotheken erhältlich sind, sind Pyrantel und andere Benzimidazole meist verschreibungspflichtig. Dies liegt daran, dass sie stärker wirken und Nebenwirkungen haben können, die nur unter ärztlicher Aufsicht überwacht werden sollten.

Wichtig:

Auch wenn rezeptfreie Medikamente wie Molevac leicht zugänglich sind, sollte vor der Einnahme immer ein Arzt konsultiert werden. Der Arzt kann andere mögliche Ursachen für die Symptome ausschließen und so sicherstellen, dass die Diagnose korrekt gestellt ist. Zudem kann er Ratschläge zur Dosierung und zur Wiederholung der Einnahme erteilen, um eine erneute Infektion zu vermeiden.

Wiederholung der Einnahme und Behandlung der gesamten Familie

Eine Einmaldosis reicht oft nicht aus, um alle Würmer zu beseitigen. Daher wird empfohlen, die Einnahme nach 2 bis 4 Wochen zu wiederholen. Dies hat zwei Gründe: Erstens können nicht alle Würmer im ersten Durchgang abgetötet werden, und zweitens kann die Familie sich erneut infizieren, da Wurmeier oft über die Hände übertragen werden. In manchen Fällen ist es daher sinnvoll, die gesamte Familie zu behandeln, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

Nebenwirkungen

Wurmmittel sind in der Regel gut verträglich, können aber Nebenwirkungen haben. Am häufigsten treten Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen auf. Bei Molevac kann die Stuhlfärbung rot sein, was auf die Wirkung des Pyrviniumembonats zurückzuführen ist. Dies ist jedoch kein Maß für den Behandlungserfolg. Sollte es dennoch zu schweren Nebenwirkungen kommen, ist dringend ein Arzt aufzusuchen.

Wichtige Hygienemaßnahmen zur Vorbeugung

Da Madenwürmer sich durch unsachgemäße Hygiene leicht übertragen lassen, ist es unerlässlich, gründliche Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dies gilt nicht nur während der Behandlung, sondern auch danach, um eine erneute Infektion zu verhindern.

Empfohlene Hygienemaßnahmen:

  • Hände waschen: Besonders wichtig ist das gründliche Händewaschen vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach dem Wickeln. Dies gilt auch für die Eltern, insbesondere nach dem Wechseln der Windel.
  • Po waschen: Der Po sollte täglich gewaschen werden, idealerweise morgens nach dem Aufwachen. Auf gemeinsames Baden sollte verzichtet werden.
  • Unterwäsche wechseln: Die Unterwäsche sollte täglich gewechselt werden.
  • Fingernägel kürzen: Kinder sollten ihre Fingernägel kurz halten, um das Kratzen an der Haut zu vermeiden, was eine erneute Infektion begünstigen kann.
  • Bettwäsche waschen: Die Bettwäsche und Unterwäsche sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden, um Wurmeier zu töten. Ein Vollwaschmittel kann die Wirksamkeit erhöhen.
  • Spielzeug reinigen: Kinder lieben es, Spielzeug in den Mund zu nehmen. Daher sollte Spielzeug regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.
  • Lebensmittel waschen: Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden, um Wurmeier zu entfernen.
  • Böden saugen: Nach der Behandlung sollte der Boden gründlich gesaugt werden, um Wurmeier, die sich in den Teppichen befinden, zu entfernen.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Würmer nicht erneut im Darm ansiedeln können und die Familie sich nicht gegenseitig infiziert.

Volksheilmittel gegen Madenwürmer

Neben den herkömmlichen Medikamenten gibt es auch einige volksheilkundliche Methoden, die als Nebenbehandlung verwendet werden können. Jedoch ist zu beachten, dass diese keine Ersatz für ärztliche Behandlung sind und nur ergänzend eingesetzt werden sollten.

Kürbiskerne

Kürbiskerne enthalten Anisverbindungen, die antiparasitäre Wirkung haben. Sie sollten morgens vor dem Frühstück eingenommen werden. Für Kinder ab 9 Monaten kann die Menge der Kürbiskerne verringert werden. Sie sollten vor der Einnahme gemahlen werden und mit Honig gemischt werden, um die Verträglichkeit zu erhöhen.

Knoblauch

Knoblauch hat antimikrobielle und antiparasitäre Eigenschaften. Drei Knoblauchzehen können in 250 ml Milch eingebrüht und 10 Minuten im Wasserbad ziehen gelassen werden. Anschließend kann 1 Teelöffel des Gebräus 10 Tage lang dreimal täglich eingenommen werden.

Granatapfelaufguss

Granatapfelrinde enthält Tannine, die antibakterielle und antiparasitäre Wirkung haben. 10 g Granatapfelrinde in 1 Esslöffel kochendem Wasser aufgießen und 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend dreimal täglich 1 Teelöffel einnehmen.

Kräutertees

Kräutertees können eine hilfreiche Unterstützung bei der Behandlung sein. Sie enthalten Pflanzen wie Kamille, Wermut, Rainfarn, Staudenknöterich, Minze und Eukalyptus, die antiparasitäre, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung haben. Die Kräutermischungen sollten gründlich zubereitet und über einen Zeitraum von 1 bis 3 Wochen eingenommen werden.

Beispielrezept:

Sammlung 1: - Centaurea, Löwenzahn, Klette, Kamille, Mistel (je 2 Teile) - Wermut, Eukalyptus, Staudenknöterich, Minze (je 1 Teil) - Rainfarn (3 Teile)

Die Mischung in 1 Glas kochendem Wasser geben und 30 Minuten ziehen lassen. Danach 21 Tage lang zweimal täglich 1 Glas vor den Mahlzeiten trinken.

Sammlung 2: - Kamille, Wermut und Rainfarn (je 30 g) - 30 Minuten in 1 Glas heißem Wasser stehen lassen - Eine Woche lang zweimal täglich 1 Glas vor den Mahlzeiten trinken

Diese Rezepte sind nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet. Sie sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden, da sie Nebenwirkungen haben können.

Fazit

Die Behandlung von Madenwürmern bei Kindern erfordert ein umfassendes Vorgehen, das sowohl medikamentöse Maßnahmen als auch gründliche Hygienekonzepte umfasst. Rezeptfreie Medikamente wie Mebendazol und Molevac sind einfach anzuwenden, sollten aber nicht ohne ärztliche Beratung eingesetzt werden. Bei der Einnahme ist auf die Dosierung und Wiederholung zu achten, um eine erneute Infektion zu vermeiden.

Hygienemaßnahmen sind ebenso wichtig wie die Medikation. Sie tragen dazu bei, dass sich die Würmer nicht erneut im Darm ansiedeln können und die Familie sich nicht gegenseitig infiziert. Dazu gehören gründliches Händewaschen, häufiges Wechseln der Unterwäsche und das Waschen von Lebensmitteln.

Zusätzlich können volksheilkundliche Methoden wie Kürbiskerne, Knoblauch und Kräutertees als Ergänzung eingesetzt werden. Jedoch sollten sie nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung betrachtet werden.

Quellen

  1. Welche medikamente bei madenwürmern bei kindern?
  2. Molevac
  3. Würmer bei Kindern – Madenwürmer
  4. Die wirksamsten Volksheilmittel gegen Würmer für Erwachsene und Kinder
  5. Hilfe, mein Kind hat Würmer

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