Original Frankfurter Grüne Soße – Rezept, Geschichte und Zubereitungstipps

Die Frankfurter Grüne Soße, auch bekannt als "Grie Soß", ist ein hessisches Kulturgut, das seit 2016 als geografisch geschützte Angabe anerkannt ist. Es handelt sich um eine kühle, aromatische Kräutersauce, die traditionell aus einer präzise definierten Kombination aus sieben frischen Kräutern zubereitet wird. Neben ihrer kulinarischen Bedeutung hat die Soße auch eine reiche Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Im Folgenden werden die Zutaten, die Zubereitungsmethoden, die Geschmackseigenschaften sowie historische Hintergründe der Frankfurter Grünen Soße detailliert beschrieben.

Die sieben unverzichtbaren Kräuter der Frankfurter Grünen Soße

Die Frankfurter Grüne Soße ist ohne Frage ein Synonym für die traditionellen hessischen Kochkünste. Im Zentrum der Zubereitung steht die präzise Auswahl der Kräuter, die in eine echte Soße eingehen müssen. Laut mehrerer Quellen ist die Kombination von sieben spezifischen Kräutern unverzichtbar:

  • Petersilie
  • Schnittlauch
  • Kerbel
  • Pimpinelle
  • Borretsch
  • Kresse
  • Sauerampfer

Diese Kombination ist in der hessischen Region und insbesondere in Frankfurt am Main weit verbreitet. In einigen Fällen wird erwähnt, dass Kresse optional sein kann, jedoch ist die ausdrückliche Hervorhebung der sieben Kräuter als „erforderlich“ in mehreren Rezepten zu finden. Einige Quellen betonen sogar, dass das Hinzufügen weiterer Kräuter, wie Dill oder Estragon, nicht akzeptiert wird und „gegen die Tradition verstößt“.

Die Kräuter müssen frisch sein, um die typische, aromatische Geschmackskomponente der Soße zu erhalten. In Supermärkten, Wochenmärkten und Hofläden sind die abgepackten Kräutermischungen für die Soße im Frühling und Sommer erhältlich. In manchen Fällen können auch TK-Kräuter verwendet werden, doch die beste Aromatik entfaltet sich nur mit frischen Zutaten.

Die historische Entwicklung der Frankfurter Grünen Soße

Die Ursprünge der Frankfurter Grünen Soße reichen weit in die Vergangenheit. Laut einer Quelle, die auf das Rezept aus dem Jahr 1860 zurückgeht, wurde die Soße erstmals in einer Vinaigrette-Variante beschrieben. Wilhelmine Rührig erwähnte in ihrer zweiten, erweiterten Auflage des „Praktischen Frankfurter Kochbuchs“ die Soße als eine Kombination aus Eigelb, Salatöl, Senf und den sieben genannten Kräutern. Dieses Rezept gilt als das älteste gedruckte Rezept für die Soße.

Weiter zurück lässt sich die Entstehung der Soße bis in die Zeit der Römer zurückverfolgen. Es wird angenommen, dass Legionäre die Vinaigrette-Variante aus dem Vorderen Orient mit in die heutige Region brachten. Im 18. Jahrhundert übernahmen italienische Handelsherren das Rezept nach Frankfurt, wo es sich über die Jahrhunderte zur heutigen „Grie Soß“ entwickelte.

Rezept und Zubereitung

Die Zubereitung der Frankfurter Grünen Soße folgt in den meisten Rezepten ähnlichen Grundprinzipien. Die Grundzutaten sind:

  • 200 g Schmand
  • 200 g saure Sahne
  • 200 g Joghurt oder Schmand
  • 2–3 EL Senf (scharf oder mittel)
  • 2–3 EL Gewürzgurkenwasser oder Essig
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 1–2 hartgekochte Eier pro Person
  • frische Kräutermischung (2 Bund)

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Kräuter vorbereiten:
    Die Kräuter werden gewaschen, zupfigt und möglichst mit einem Wiegemesser fein gehackt. Es ist wichtig, die Kräuter möglichst fein zu schneiden, um die typische grüne Farbe und die Aromatik zu erhalten. Einige Quellen warnen davor, die Kräuter in einer Küchenmaschine zu zerkleinern, da sie dabei zerquetscht werden können.

  2. Soßenbasis anrühren:
    Schmand, saure Sahne (oder Joghurt) und Senf werden in einer Schüssel miteinander vermischt. Anschließend werden Salz, Pfeffer, Zucker und Essig (oder Gewürzgurkenwasser) hinzugefügt. Die Menge der Gewürze kann individuell an die Geschmacksempfindlichkeit angepasst werden.

  3. Kräuter unterrühren:
    Die fein gehackten Kräuter werden in die Soße untergehoben. Danach wird die Mischung für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank gestellt, um die Aromen entfalten zu können.

  4. Eier und Beilagen servieren:
    Die hartgekochten Eier werden gewürfelt und entweder direkt dazu serviert oder in die Soße untergerührt. Traditionell wird die Soße zu Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln serviert, doch sie harmoniert auch mit Spargel, Lachs, Tafelspitz oder kaltem Braten.

Variations- und Zubereitungstipps

Die Zubereitung der Frankfurter Grünen Soße ist in ihrer Grundform sehr klar definiert. Dennoch gibt es einige Tipps und Abwandlungen, die den Geschmack oder die Zubereitungszeit optimieren können:

  • Vorab zubereiten:
    Die Soße kann bereits einen Tag vor dem Verzehr hergestellt werden. Dies ermöglicht ein intensiveres Aroma, da die Kräuter mehr Zeit haben, sich in der Soße zu entfalten.

  • Eier optional:
    Nicht alle Familien oder Gäste mögen gekochte Eier. In solchen Fällen können die Eier separat serviert werden, um die individuellen Vorlieben zu berücksichtigen.

  • Alternative Zubereitungsgeräte:
    Einige Rezeptvarianten erwähnen die Verwendung von Thermomix oder Fleischwolf, um die Kräuter zu verarbeiten. Es ist jedoch wichtig, dass die Kräuter nicht zu fein oder zu grob zerkleinert werden, da dies den Geschmack beeinflusst.

  • Temperatur der Soße:
    Die Soße wird kalt serviert und eignet sich besonders gut an heißen Tagen als leichte Mahlzeit.

  • Vegane Variante:
    Es existiert eine vegane Version der Soße, die auf Eier verzichtet. Stattdessen kann sie mit anderen pflanzlichen Zutaten wie Avocadostückchen oder Walnüssen angereichert werden.

Kulturelle Bedeutung und Anerkennung

Die Frankfurter Grüne Soße ist nicht nur ein regional typisches Gericht, sondern auch ein kulturell bedeutsames Symbol Hessens. Im Jahr 2016 wurde die Soße als geografisch geschützte Angabe anerkannt. Das bedeutet, dass die Kräutermischung nur mit Kräutern aus der Region Frankfurt am Main hergestellt werden darf, wobei eine Ausnahme für Petersilie besteht, die auch aus anderen Regionen kommen kann.

Die EU-Bestimmungen legen auch ein bestimmtes Verhältnis der Kräuter fest, wobei kein Kraut mehr als 30 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen darf. Zudem müssen die Kräutermischungen in blickdichte Verpackungen gefüllt und von Hand eingewickelt werden.

Zusammenfassung

Die Frankfurter Grüne Soße ist ein hessisches Kulturgut mit reicher Geschichte und klar definierten Zutaten. Sie besteht aus einer Kombination aus sieben spezifischen Kräutern, die frisch zubereitet werden müssen, um das typische Aroma zu erhalten. Die Soße wird aus Schmand, saurer Sahne, Senf und weiteren Gewürzen zubereitet und traditionell zu Pellkartoffeln serviert. Sie kann individuell an die Vorlieben der Verbraucher angepasst werden, etwa durch die separate Servierung der Eier oder durch die Verwendung von Thermomix oder Fleischwolf. Die Soße ist ein kühles, erfrischendes Gericht, das sowohl kulinarisch als auch kulturell von großer Bedeutung ist.

Quellen

  1. Rezept Frankfurter grüne Sauce
  2. Frankfurter grüne Sosse – Grie Soss
  3. Frankfurter grüne Sosse Rezept
  4. Die einzig wahre echte Frankfurter grüne Sosse
  5. Hessische Rezepte – Original Frankfurter grüne Sosse

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